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Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.
von salisbury » Samstag 30. April 2022, 10:15
Meine Reise durch das Musikjahr 1983
Seit Jahren beschäftigen wir uns bei unseren "konspirativen Sitzungen" mit den 80ern, und das macht weiter unvermindert gro0en Spaß. So stand bei mir ein Großteil von 2021 im Zeichen der Entdeckungsreise durch diese vergangene Zeit. Obwohl ich ein "altes Eisen" bin, war ich Anfang der 1980er noch zu jung, um die metaliische Revolution live mitzuerleben. Doch '83 kamen schon langsam Alben dazu, die meine metallische Entdeckungsphase (startete Ende der 80er) geprägt haben. Und trotzdem ist diese Zeitreise für mich vor allem Neu- oder Wiederentdeckung großer und kleiner Klassiker.
Ich möchte hier eine Serie mit meinen Eindrücken zu den jeweiligen '83er Alben starten, ganz ohne Reihenfolge.
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von salisbury » Samstag 30. April 2022, 10:21
SLAYER - "Show No Mercy"  Bei vielen meiner Schulkameraden war Heavy Metal sehr früh populär. Ich denke, es startete mit HELLOWEEN - "Keeper Of The Seven Keys", das vor allem bei den Commdore und Amiga-Gamern eingeschlagen hat. Ich fand das alles erst ein wenig affig, aber als Rockfan kam ich schnell auch zu dieser Musik. Etwas später war auch der Schritt zu SLAYER getan und ich erinnere mich noch lebhaft daran, wie viele Jungs (und Mädels!) mit ihren "Slaytanic Wehrmacht"-T Shirts durch die Gänge sprangen und "Die By The Sword" schrieen. Unsere Eltern mussten uns eines Tages zum "Clash Of The Titans" nach Stuttgart fahren, wo fast die halbe Klasse war. Mein erstes "richtiges" Metal-Konzert. Die Wiederentdeckung von "Show No Mercy" war für mich ein Fest. Neben den Erinnerungen geht für mich mehr als je zuvor eine Faszination von diesem rohen Ur-Thrash-Bolzen aus. "Räudiger" Thrash ist ja ganz selten mein Ding, aber "Show No Mercy" hat so viel Leben in der Musik, vor allem die Gitarrenarbeit ist einfach gigantisch. Unsterbliche Riffs wurden hier geschaffen, King/Hannemann spielen schnell aber extrem präzise, aber auch Arayas spitze Schreie gehen ins Mark. Musik, die laut gehört werden muß. Nein, "Show No Mercy" ist für mehr als eine nostalgische Erinnerung, es ist für mich ein Meilenstein des Metal, jugendlich, explosiv, aggressiv und für den Stil ein frühes Referenzwerk. Das sahen wohl auch meine Sitzungskollegen ähnlich, sich pickten 'Evil Has No Boundaries', 'The Antichrist' und 'Die By The Sword'. Meine Picks waren das im Kontext sehr melodische Halb-Instrumental 'Metal Storm/Face the Slayer ' (Rang #11/25) und als Gegenpart das unvergleichlich fiese 'Black Magic' (#3/25). Bis auf 'Fight Till Death' finde ich aber jeden Song auf dem Album super, vor allem 'Tormentor' hätte ich mir in der Sitzung noch gewünscht. Face The SlayerBlack Magic
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von salisbury » Samstag 30. April 2022, 20:37
MÖTLEY CRÜE - Shout At The Devil  Browst man durch die Listen mit "wichtigen" Rock- und Metalalben (auch Pop-) aus dem Jahr '83, stößt man immer auf "Shout At The Devil". Ich hatte bislang immer einen Bogen um MÖTLEY CRÜE gemacht, fragt nicht warum. Vielleicht hatte ich was gegen das Poser-Rock-Image, gegen Skandalnudeln, und auch der bekanneste Song 'Girls Girls Girls' war nie so meins. Doch bei dieser Zeitreise gehe ich möglichst unvoreingenommen an alles ran, was potentiell von Bedeutung sein könnte. '82 tat ich dies mit KISS' 'Creatures Of The Night', die sich überraschend als sehr toll erwiesen. Und auch den Kauf von "Shout At The Devil" bereue ich nun zu keiner Minute. Erste Feststellung war: hört mal, das erinnert voll an GUNS 'N' ROSES. Ich liebe GUNS 'N' ROSES. Zweite Feststelling: das rockt ja mal gewaltig. 'Shout At The Devil', 'Looks That Kill', simple Musik, die voll in die Beine geht, ein Sänger, der sich voll ins Zeug legt, ein trockner, bratenden Gitarrensound. Wo waren meine Ohren all die Jahre? Dritte Feststellung: nach mehreren Spins offenbart das Album verschiedenste Facetten und es entfalten sich 'hidden gems'. Z. B. 'Danger' ganz am Ende. Stand jetzt ist dies für mich der beste unter vielen wirklich richtig guten Songs. Manchmal wird es auch so richtig schnell und metallisch. Nein, "Shout At The Devil" ist weit entfernt von einem Weichspüler und entpuppt sich für mich als wichtiger Baustein meiner '83-Sammlung. Leider hat es nicht für eine Einzelsong-Nennung unter den Top25 gereicht, dennoch wurde das Album in der Runde gespielt. Und zwar mit 'Too Young To Fall In Love'. Zweimal hören und man bekommt den Song nicht mehr aus dem Kopf. Shouut At The DevilDangerToo Young To Fall In Love
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von Peter Kubaschk » Samstag 30. April 2022, 20:55
Wunderbarer Thread, vielen Dank.
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von salisbury » Samstag 30. April 2022, 20:56
ASHBURY - Endless Skies  ASHBURY - Endless Skies Das Album habe ich mir geholt, weil es hier des öfteren erwähnt wurde. Mir war, als hätte Frank das auch in seinem Shop gehabt, ich kann mich aber auch irren. Man kann es eigentlich überall problemlos kaufen. Wir hören schönen, eher soften Rock, der mich hin und wieder mal an JETHRO TULL, stellenweise aber auch an DIRE STRAITS erinnert. Ein ganz leichter 70ies-Prog-Touch - eingehüllt in eine Wolke sanfter Meloncholie - liegt auch drüber, Es ist alles sehr gefällig, stimmig, aber über kurz oder lang kam es für mich nicht an die 83'er Highlights ran. Der Gesang ist recht unspektakulär, versprüht keine großen Funken. Es gibt aber immer wieder schöne Akustikpassagen, auch der Gitarrensound inclusive Leads gefällt mir gut, so daß ich insgesamt von einem guten Kauf sprechen kann. Die Songs 'Vengeance' and 'Endless Skies' kamen in die erweiterte Auswahl, waren aber dann doch weit an den Top25 weg. Das sahen meine Kollegen offenbar ähnlich, das Album wurde auf der Sitzung nämlich nicht aufgelegt. Endless SkiesVengeance
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von Peter Kubaschk » Samstag 30. April 2022, 20:58
Ah, die hast du sogar. Hatte ich eigentlich erwartet, dass dir das besser gefällt. Bei mir war 'Mystery Man' in der näheren Auswahl, aber gereicht hat es, wie von dir erwähnt, nicht.
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von salisbury » Samstag 30. April 2022, 21:07
Peter Kubaschk hat geschrieben:Ah, die hast du sogar. Hatte ich eigentlich erwartet, dass dir das besser gefällt. Bei mir war 'Mystery Man' in der näheren Auswahl, aber gereicht hat es, wie von dir erwähnt, nicht.
Na, ja "besser gefällt" ist relativ. Mir gefällt das Album, es läuft grad und es fühlt sich wunderbar warm an. Aber es hab halt noch mehr Zeug mit etwas mehr Überzeugungskraft 
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von salisbury » Samstag 30. April 2022, 21:41
RIOT - Born In America  RIOT ist eine Band, die bei mir sehr viel durch diese Zeitreise gewonnen hat. Ich hatte damals (früher, in den 90igern) nur eine RIOT-Schallplatte, die mir gar nicht gefallen hat, und manchmal hab ich mich auch über diese Band lustig gemacht. Via Powermetal.de habe ich dann aber doch hin und wieder ganz coole Songs entdeckt. So richtig Feuer habe ich aber erst bei der intensiven Beschäftigung mit "Fire Down Under" gefangen. Ja, da ist 'Sword & Tequila' drauf, den ich nach wie vor nicht so wirklich auf meine Liebesliste bekomme, aber es gibt mindestens 5 oder 6 andere richtige Metalbomben auf der Scheibe, die große Freude bereiten. Seitdem ist RIOT in jedem folgenden Jahr ein ungehörter Pflichtkauf. Kenner würden da sicher eine Warnung aussprechen, denn die Band ist musikalisch und auch auf dem Sangesposten sehr, ähem, unkonstant. Ich mochte aber trotz der hardrockigen Ausrichtung "Restless Breed" noch. Der Titelsong und das bluesige 'Showdown' sind z.B. super. Aber "Born In America"? Also, ich bin da die meiste Zeit etwas gelangweilt. Die Musik ist schon okay, aber so richtig wollte sich da kein Song festsetzen und über die volle Länge bestand immer der Drang, was anderes auszulegen, weil es nämlich auch ein paar echt schwache Songs auf dem Album gibt. Stand jetzt haben ich mit 'Running From The Law' und 'Where Soldiers Rule' nur zwei Songs rauspicken können, die ich wirklich gerne höre und mit der Zeit ist das Album auch etwas gewachsen. Von "Fire Down Under" aber meilenweit entfernt. Hab ich wieder komische Ohren oder sehr ihr das ähnlich? Running From The LawWhere Soldiers Rule
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von salisbury » Samstag 30. April 2022, 22:46
MOTÖRHEAD - Another Perfect Day  Jetzt wieder ein Schwergewicht, das ja 1980 mit "Ace Of Space" eine Sternstunde mit jeder Menge Klassikersongs feierte. Meine generelle Einstellung zu MOTÖHEAD ist positiv, ich habe damals immer brav Lemmy als "Persönlichkeit des Jahres" gewählt obwohl ich kaum Ahnung von seiner Persönlichkeit hatte. Und die Musik fand ich immer cool, vor allem die bekannten Songs aus den 70ern. Doch ein großer MOTÖRHEAD-Fanboy erwuchs aus mir nie. So sind die Alben nach 1980 zu großem Teil Erstkontakt. "Iron Fist" aus '82 hatte es nach 'Ace Of Spades' bei mir schwer, vor allem weil es nicht so richtig satt klang. Von 'Another Perfect Day' kannte ich im Vorfeld keinen einzigen Song. Schnell merke ich aber, dass das Klang-"Problem" gelöst ist, denn gleich 'Back At The Bunny Farm' brettet satt in mit voller 'Ace-Of-Spades'-Breitseite aus den Boxen. Ein andere naive Feststellung ist, dass die Gitarren ganz anders sind und es hin und wieder gar richtige Soli gibt. Tja, das liegt wohl daran, dass Fast Eddy durch Brian Robertson ersetzt wurde, und das war wohl auch eine einmalige Angelegenheit. Rüdiger erklärte mir, dass Her Robertson nicht sehr gemocht wurde. Nun, ich mag dieses MOTÖRHEAD-Album vielleicht sogar deswegen sehr. Das melodischere Spiel verleiht der Mucke einen besonderen Flair. Ganz schnell manifestiert sich auch eine Lieblingsnummer, die es dann auch in die schwer zu erstellende Top25-Liste schafft: 'One Track Mind' (Platz 24/25). Und das war auch noch eine Überschneidung. Das heißt aber nicht, dass der Rest verzichtbar wäre. Das Album lässt sich prima durchhören und hat auch ganz am Schluß mit 'Turn You Round Again' noch ein Highlight. One Track MindBack At The Bunny FarmTurn You Round Again
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von Havoc » Samstag 30. April 2022, 22:55
1983? Da war ich bestenfalls gerade 4 Jahre alt. Viele Alben aus dem Jahrgang werde ich sicher nicht haben. Auf die Schnelle fallen mir da gerade nur "Crystal Logic" von MANILLA ROAD und "Into Glory Ride" von MANOWAR ein. Zu den bisher aufgezählten kann ich leider nicht viel sagen. Außer vielleicht, dass ich kein einziges Motörhead Album besitze. Aber es spricht ja schon auch ein wenig Bände für den Kult um Lemmy, wenn Sally sagt, dass er ihn als Persönlichkeit des Jahres gewählt hat.....naja.....
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