Musikalische Erkenntnis des Tages

Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.

Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Holger Andrae » Sonntag 5. Dezember 2021, 12:10

Ich merke wie ich in letzter Zeit immer weniger Interesse an Newcomern aus dem Bereich Art-und Neo-Prog habe und ich solche Bands, die ich vor einigen Jahren wohl noch toll gefunden hätte, heute eher stelzen-progig finde.Wenn es verschachtelt ist, brauche ich ein gewisses Feuer, eine Prise Hektik, einen ekstatischen Bassisten, einen Trommler, der aus der Reihe klöppelt und keine Auslegeware aus der Tastenabteilung, die versucht über Lasagne-Aufbauten, Spannung odr Atmosphäre zu erzeugen. Die bekannten Sache aus diese Genre - Neoprog aus den 90ern - läuft aber immer wieder gern, was etwas paradox ist, da die das ja kaum anders machen. Ich glaube fast, dass ich keine Muße finde, mich mit solcher Musik befassen zu wollen. Wenn ich neue Musik höre, brauche ich die oben gennanten Faktoren oder einschmeichelnde Meancholie/Lagerfeuerromantik oder Plüsch. Also Musik, die mich emotional schnell am Haken hat. Das können Rumpelstilzchen wie Bütcher und Indian Nightmare oder Volle-Kanne-Ins-Herz-Rabauke wie Mega Colossus oder Breitwand-Lagerfeuer-Entzünder wie VIC oder Kuschelbären wie Nestor sein. Früher hätte mich das zu Beispiel das Just For Kicks Programm komplett interessiert. Juckt mich heute leider nicht das Böhnchen. Spricht alles gegen de Behauptung, man hätte mit Mitte 30 spätestens seinen Musikgeschmack definiert. Kann aber auch daran liegen, dass die innere Ruhe für solche Notenanalysen fehlt und ich eher fix angefixt werden möchte oder ich lieber auch bekannte Wohlfühloasen zurückgreife und hier auch lange offen gebliebene Sammlungslücken schließe. Siehe Bloodlust. Nur als Tapekopien besessen, Jahrzenhte nicht angehört, jetzt die Rehe von Skol Records geholt und trotz des sehr regressivem Gerumpels und keiner direkten Bindung von damals instantly ins Herz geschlossen.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Rüdiger Stehle » Mittwoch 8. Dezember 2021, 22:26

Im Prog-Bereich brauche ich sowohl bei alten Hasen als auch bei neueren Bands irgend etwas, das ich gerne mal den "Freak Factor" nenne. Da muss etwas drin sein, das mir im Idealfall "wahnsinnig" vorkommt, oder um die Kirche im Dorf zu lassen, einfach etwas sehr eigenwilliges. Das ist im Regelfall die Stimme des Sängers, aber es kann natürlich auch in dodekaphonischen Elementen liegen wie bei Watchtower, oder in wie du sagst irren Bassläufen, oder auch manchmal in den Stories und Legenden. Bei Mechanical Poet hat mich beispielsweise die Stimme ebenso getriggert wie die Cartoons in den Artworks und die märchenhaften Stories. Bei Dante, die ja manchem gerne als recht generischer Prog gilt, hatte ich so ein Gefühl einer gläsernen Fragilität, die mich irgendwie an Tennessee Williams "The Glass Menagerie" erinnert hat. Keine Ahnung, das läuft auf einer komischen Ebene ab. Astråmera und Thought Factory sind weitere Beispiele, die nun nicht wirklich aus dem Genre-Prog-Raster heraus fallen, mich aber trotzdem auf einer Ebene angesprochen haben, die manch Standard der Progwelt wie Dream Theater, oder Vandenplas etc... nicht erreichen konnte.

Aber "auf die Fresse" funktioniert bei mir im Regelfall auch viel besser. Rumpelkram geht irgendwie fast immer.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Loomis » Mittwoch 8. Dezember 2021, 22:38

Astråmera hätten auf jeden Fall viel mehr Aufmerksamkeit verdient. Und das sage ich nicht nur, weil es zum Teil ehemalige Bandkollegen von mir sind, sondern weil sie einfach tatsächlich ziemlich gut sind!
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Rüdiger Stehle » Mittwoch 8. Dezember 2021, 22:57

Auf jeden Fall. Astråmera ist super. Ich mag es, dass in dem Prog-Konzept immer wieder Momente auftauchen, die mich auch an Epiker wie Virgin Steele oder Bathory erinnern. Das ist doch sehr speziell für eine progressive Band.

Meine Erkenntnis der letzten Wochen ist, dass ich immer öfters mal eine Band aus den Augen verliere, die ich bis dato komplett gehabt habe. Die letzten Wochen über habe ich einige Male ein Album eingetütet, das schon zwei oder drei Jahre oder sogar viel länger draußen ist, das ich aber komplett übersehen oder vergessen hatte. Zum Beispiel die aktuellen Alben von Waylander, von Crom, Hugsjá, Ereb Altor, Burning Saviours, Falconer, Carcass (die vorige) oder die letzten Sachen von Mekong Delta, die beiden Bludgeon-Werke.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Eike » Donnerstag 9. Dezember 2021, 21:55

Ich habe ja von meinem Paps einige Alben geerbt, und bin seltenst dazu gekommen oder war in der Stimmung, mich drauf einzulassen, aber derzeit höre ich mich nach und nach durch die Diskografie des (Proto-) Rock'n'Roll-Pioniers FATS DOMINO, der sehr abwechslungsreich unterwegs war. Da steckt so viel mehr hinter als der Revival-Hit, der durch die Werbung in den Neunzigern nochmal auch "uns Jungspunden" bekannt wurde, 'I'm Walking': Rhythm'n'Blues, dezente Swing-Einflüsse, Boogie, Soul, und und natürlich auch frühster Rock'n'Roll...

Erkenntnis:
Nach meinem (inzwischen erweiterten) Verständnis von Rock'n'Roll markiert sein viertes Album den Übergang zwischen rock'n'-roll-wegweisendem R'n'B und schippentief rhythm-and-blues-verwurzeltem R'n'R.

Zwar fand sich der auch schon auf früheren Alben, aber hier hält sich beides nahezu die Waage. Mit dem fünften Langspieler "This Is Fats" kam die R'n'R-Färbung dann noch deutlicher raus, wobei längst nicht alle Stücke nach heutigem Verständnis dazu zu zählen sind. Er blieb eben weiter seinem eigenen Stil treu, der wie oben beschrieben sehr vielfältig war.

Klar, 1957 waren die genreprägenden Artists schon etwas weiter darin, den heute klassischen Beat noch klarer voranzutreiben, die E-Gitarre stand da im Mittelpunkt; aber was zuvor ebendiesem Stil den Weg ebnete, das waren die eher jazzig instrumentierten Frühwerke, wie sie sich eben bei "Fats" finden. Super arrangiert, mehr beschwingt als fetzig, aber sehr reich und warm, und trotz GANZ stark mitschwingendem Blues ganz anders als der spätere (Blues-) Rock, eben viel smoother und, ja, rollender.

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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Pillamyd » Montag 13. Dezember 2021, 21:15

Für nächstes Jahr habe ich schon gleich in den ersten drei Monaten so einiges auf dem Schirm. Mal schauen ob mich neue Musik wieder mehr reizt als dieses Jahr.

Eins ist aber sicher. Die größte Vorfreude gilt der neuen "Voivod" im Februar.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Peter Kubaschk » Montag 13. Dezember 2021, 21:21

2022 wird auf jeden Fall super. Schon jetzt weiß ich von neuen Alben von Threshold, Brüdern, Karnivool, The Butterfly Effect, Toundra, Magnum, Giant... und das ist erst der Anfang.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Pillamyd » Montag 13. Dezember 2021, 21:32

Peter Kubaschk hat geschrieben:Threshold


Oooh ja. Das wird aber auch Zeit. Kaum zu Glauben, dass das letzte Album schon über vier Jahre her ist.

Magnum, Saxon, Scorpions, Voivod und Marillion sind vorbestellt.

Ebenso das Re-release von der "Graceful Inheritance" und die zwei "Savage Grace" Alben. Die Tony Martin Platte könnte knuffig werden.

Ansonsten kommt ja von Megadeth, Overkill, hoffentlich auch dann vom King bzw. Mercyful Fate was. Testament fangen an zu schreiben.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Rüdiger Stehle » Montag 13. Dezember 2021, 21:56

Mir reicht erst mal die vage Aussicht auf eine neue Manowar.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Eike » Sonntag 19. Dezember 2021, 03:54

Man findet mitnichten jeden Song frei zugänglich im Internet.
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