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von Jhonny » Sonntag 16. Februar 2014, 00:35
Die letzte Running Wild fand ich gar nicht schlecht - aber die Blazon Stone Scheibe ist aus meiner Sicht besser. Rüdiger, das müsstest du eigentlich fast auch haben. Das klingt so krass nach Running Wild 1994, ich hatte beim Anhören ständig das Gefühl, eine mir noch unbekannte RW-Scheibe zu hören.
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von Rüdiger Stehle » Sonntag 16. Februar 2014, 00:46
Jhonny hat geschrieben:Die letzte Running Wild fand ich gar nicht schlecht - aber die Blazon Stone Scheibe ist aus meiner Sicht besser. Rüdiger, das müsstest du eigentlich fast auch haben. Das klingt so krass nach Running Wild 1994, ich hatte beim Anhören ständig das Gefühl, eine mir noch unbekannte RW-Scheibe zu hören.
Ich hab's mehrfach versucht, und ich finde den Sänger fürchterlich. Wenn ich RW-Riffs höre, dann will ich bitte auch den Rolfi singen hören. Außerdem muss ich ganz deutlich sagen, dass ich das auch in Sachen Riffing, Sound und Songwriting weder inspirierter, noch enthusiastischer oder spritziger finde als die letzten RW-Alben. Da war CAST IRON deutlich cooler. Klingt jetzt hart, aber ich kann echt nicht verstehen, wie man DAS als enttäuschter RW-Fan als taugliche Ersatzdroge nehmen kann. Damit meine ich jetzt nicht dich, Jhonny. Klar, wem's gefällt, bitte gerne, und wenn die Jungs Spaß dran haben, dann sei mir das recht, aber ich kann da nicht mal ansatzweise irgend etwas besser dran finden als an "Resilient".
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von Loomis » Sonntag 16. Februar 2014, 00:47
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Pillamyd hat geschrieben:Ich habe bloß viel über das letzte Album gelesen und fand das teilweise schon arg ins lächerliche gezogen. Man kann ja was nicht mögen, aber da ist teilweise schon krass was man da so allgemein lesen konnte.
Jo, das ist halt so eine Sache wie bei Manowar auch. Aufgrund dessen, was die Herren DeMaio und Kasparek schon so alles von sich gegeben haben, mag man es den Leuten ja teilweise nicht einmal übel nehmen, wenn da entsprechend Häme kommt, aber andererseits finde ich schon auch, dass da mitunter schon auch maßlos zu viel mit der groben Kelle ausgeteilt wird. Bei DeMaio habe ich da noch etwas mehr Verständnis dafür, weil der Stahlkönig ja selber auch gerne massiv austeilt und keine Gefangenen macht. Aber beim Rolf Kasparek geht mir der Spott bisweilen schon etwas zu weit. Der tut ja keinem was, hat sein ganz eigenes Bild von der Welt und hat ein paar alte Fans enttäuscht. Aber sonst? Nun ja, damit, dass in beiden Fällen der eine oder andere die Musik nimmer mag, kann ich ja echt gut leben, teils kann ich es sogar gut verstehen. Dass man aber in beiden Fällen oft kaum mehr die Bands beim Namen nennen kann, ohne dass es kübelweise Hohn und Spott hagelt, das ist schon ein bisschen traurig. Aber mit Beharrlichkeit lässt es sich besser ertragen. 
Außerdem hat es zumindest dein Eindruck, als würde Rolf wenigstens ein bisschen auf die Fans hören: Das Cover von Resilient ist wieder wesentlich besser als Shadowmaker und zeigt wieder das Bandmaskottchen. Klar könnte das Bild noch aufwendiger sein und mehr bieten, aber Ride The Lightning war ja eigentlich ganz ähnlich und da sind die Leute auch zufrieden. Zum Anderen hat Rolf ja laut Rüdigers Bericht auf unpassende Experimente (Me And The Boys) verzichtet und sich musikalisch und thematisch wieder an die alten Sachen angenähert. Ob man nun ein neues Album einer Band braucht, die einen stilistisch eng gesteckten Rahmen hat und schon rund ein Dutzend gute bis hervorragende Alben herausgebracht hat muss jeder für sich entscheiden, aber für mich klingt es nach den ersten Hörproben, als würde Rolf die Kurve kriegen und damit sollte - wie Rüdiger sagt - auch mal wieder gut sein mit dem Spott.
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von Rüdiger Stehle » Sonntag 16. Februar 2014, 01:19
Für mich steht halt das Coming-Home-Erlebnis im Vordergrund, und das ist hier wirklich bei RW genau dasselbe wie bei Manowar. "Kings Of Metal" war das Album, das mich 1988 im Alleingang zum Metal gebracht hat, und Running Wild war nach Manowar meine zweite Lieblingsband. Jetzt kommen die Amis anno 2014 mit einer Neueinspielung eben jenes Klassikers und der Hamburger mit einem neuen Album, das zwar nicht die Klassiker erreicht, aber eine steigende Formkurve darstellt.
Nun kann man das logischerweise nüchtern und kalt sehen, sich bei jeder Band auf die wirklich essentiellen Dinge konzentrieren und das alles doof oder unnötig finden. Oder man sitzt halt da, und freut sich, dass es Konstanten gibt, die für einen selbst nie alt werden. Wenn ich den Rolf singen und riffen und solieren höre, dann ist das halt ein Charakterkopf, der mich seit knapp 25 Jahren durch mein musikalisches Leben begleitet hat, und ich freue mich einfach, den noch auf neuen Alben und Songs hören zu dürfen. Auch wenn ich nicht unbedingt vor schierer Begeisterung ausflippe, dann ist das doch einfach ein gutes, heimeliges, beständig erfreuliches Gefühl. Ich steh da total drauf.
Bei der "Kings Of Metal MMXIV" ist es sogar noch extremer. Ich hab die Songs jetzt seit einer Woche, und das läuft wirklich dauernd, und es macht "generationenübergreifend" einfach Spaß, auch wenn klar ist, dass das Original unerreicht bleibt. Ich habe die neuen Versionen jetzt auch schon zusammen mit anderen Leuten angehört, im Alter von 17 über 28 bis 38, die allesamt ebenfalls das Original lieben und Note für Note auswendig können; und dann hört man das gemeinsam, und jeder fängt an mitzusingen, man tauscht sich über die kleinen Änderungen aus, die man wahrnimmt usw... Das sind Erlebnisse, die kann ich mit einem komplett neuen Album einer mir neuen Band nicht haben. Und wenn dann von kreativen Offenbarungseiden die Rede ist, ja, whatever, mag sein, mir schnurzpiepegal, denn wenn ich das anhöre, dann merke ich, dass auch die Band hier mit viel Liebe zum Detail kleine aber feine Änderungen eingeflochten hat, den Sound modernisiert aber nicht getötet hat, und sich einfach nochmal ganz tief in das eigene Werk hinein begeben hat, um das neu zu erleben. Ob man die Jungs mag oder nicht, ob man auf Neuauflagen steht oder nicht, das haben sie aus meiner Sicht einfach saucool gemacht.
Wobei ich die "braucht kein Mensch"-Perspektive schon auch verstehe. Bei anderen Alben, die ich zwar mag, die mir aber nie so viel bedeutet haben, wie ein "Kings Of Metal", da muss ich die Neuauflage auch beim besten Willen nicht haben (z.B. "Bonded By Blood", "Stay Hungry", "No Place For Disgrace"...). Von daher alles kein Dogma, sondern halt eine Befindlichkeit.
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von Rüdiger Stehle » Sonntag 16. Februar 2014, 03:38
Aber zurück zum eigentlichen Thema, hier kommt die erste Obskurität und auch die erste schwarzmetallische Scheibe meiner Charts; dass es nicht die letzte sein wird, das muss ich nicht extra erwähnen, oder? 12. NIGHT OF THE WORLD "Drive The Knife Deeper" Dass in Sachen archaischen Black Metals der alten, kompromisslosen Frühneunziger-Schule die Polen ganz weit vorne mitmischen, das haben neben den Veteranen von Graveland, alten Behemoth und Infernum inzwischen auch zahllose nachgewachsene Schwarzwurzler bewiesen. Mgla und Cultes Des Ghoules sind dafür höchst eindrucksvolle Beispiele, aber auch diese relativ junge Band hier, die aus dem Umfeld von Furia und Massemord stammt, hat es wirklich in sich. Am besten gefällt mir dabei der grandiose Gesang von Frontmann Namtar, der mich mehr als nur ein bisschen an einen meiner liebsten BM-Shouter überhaupt erinnert, namentlich an Björn Gjerde Dencker alias Draug Aldrahn von Dödheimsgard. Auch über den Gesang hinaus erinnert mich diese Debüt-EP sehr stark an eine etwas zeitgemäßer und druckvoller produzierte Version des Dödheimsgard-Debüts "Kronet Til Konge", das für mich bis heute eines der größten Kultalben der zweiten Welle ist. Weniger schwarzheimelig angestrichene Zeitgenossen können die Faszination vielleicht nicht ganz so gut teilen, aber für mich ist NIGHT OF THE WORLD nicht nur in den Top-20 vertreten, sondern auch einer meiner beiden Newcomer des Jahres. Hörprobe: http://www.youtube.com/watch?v=CZJToCdcKPY - 'The Substance Of Radical Negativity'
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von Pillamyd » Sonntag 16. Februar 2014, 10:17
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Jau, gibt's. Für das Frühwerk ist "Gates To Purgatory" (1984) die Referenzscheibe, für die Hochphase der Band entweder "Port Royal" (1988), "Death Or Glory" (1989) oder mein persönlicher Favorit "Pile Of Skulls" (1992)
Dankeschön Rüdiger Stehle hat geschrieben:Pillamyd hat geschrieben:Ich habe bloß viel über das letzte Album gelesen und fand das teilweise schon arg ins lächerliche gezogen. Man kann ja was nicht mögen, aber da ist teilweise schon krass was man da so allgemein lesen konnte.
Jo, das ist halt so eine Sache wie bei Manowar auch. Aufgrund dessen, was die Herren DeMaio und Kasparek schon so alles von sich gegeben haben, mag man es den Leuten ja teilweise nicht einmal übel nehmen, wenn da entsprechend Häme kommt, aber andererseits finde ich schon auch, dass da mitunter schon auch maßlos zu viel mit der groben Kelle ausgeteilt wird. Bei DeMaio habe ich da noch etwas mehr Verständnis dafür, weil der Stahlkönig ja selber auch gerne massiv austeilt und keine Gefangenen macht. Aber beim Rolf Kasparek geht mir der Spott bisweilen schon etwas zu weit. Der tut ja keinem was, hat sein ganz eigenes Bild von der Welt und hat ein paar alte Fans enttäuscht. Aber sonst? Nun ja, damit, dass in beiden Fällen der eine oder andere die Musik nimmer mag, kann ich ja echt gut leben, teils kann ich es sogar gut verstehen. Dass man aber in beiden Fällen oft kaum mehr die Bands beim Namen nennen kann, ohne dass es kübelweise Hohn und Spott hagelt, das ist schon ein bisschen traurig. Aber mit Beharrlichkeit lässt es sich besser ertragen. 
Da bin ich komplett bei dir. Gut, ich kenne jetzt keine Einzelheiten über Rolf und seiner Band. Aber, das ist mir allgemein auch bei vielen Bands einfach zuviel. Dann finde ich Diskussionen über Stiländerungen und Peinlichkeiten oder sonstiges einfach unnötig. Vor allem dann, wenn das selbstgeschriebene selber dahin abdriftet...
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von salisbury » Dienstag 18. Februar 2014, 13:10
RUNNING WILD. War ja auch im Soundcheck und in der Gruppentherapie. Hier habe ich meine Note im Vergleich zur Frechheit "Shadowmaker" glatt verdoppelt. Ich mochte die Mucke im Prinzip, einige Songs sind spaßig, großer Freund von Rolfs Gesang werde ich aber nie werden.
NIGHT OF THE WORLD. Hmm, das gibt mir jetzt überhaupt nix. Nein, das nervt sogar kolossal. Das Schlagzeug. Der viel zu laute Gesang. Neee, das ist kein Blautier-Blackmetal.
Vielleicht bin ich hier noch strikter Norwegen-fixiert als der Rabe selber. Hier ist zuviel Gebolze und Gegrunze, zu wenig Melodie und diese typischen traurig-morbiden Akkorde fehlen auch.
Ich erinner mich, DÖDHEIMSGARD hat mir auch nicht gefallen.
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von salisbury » Dienstag 18. Februar 2014, 13:12
Für mich ist also MOTÖRHEAD hier bislang mit Riesenvorsprung vorne. Lemmy rulez! 
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von Holger Andrae » Freitag 21. Februar 2014, 01:26
Hm, mit "Soldiers Of Fortune" hat Rüdiger natürlich treffsicher den besten song der Running-Wild-Scheieb velinkt. Der ist tatsächlich recht gut, wie ich auch damals schon in der GT schrob. 'Bloody Island' finde ich noch immer viel zu lang und inhaltslos. Über die Pappdeckelproduktion will ich mich gar nicht auslassen. Nee, damit werde ich nicht mehr warm.
das Geprügel hingegen vermag mir kurzweilige Unterhaltung zu bieten. Das ist jetzt nichts, was ich zwingend kaufen und in die Sammlung stellen müsste, aber für den Moment des Anhörens hier, versprüht es herrlich viel Energie. Genau hier unterscheidet sich die Musik auch von Rock'n'Wild. Hier hör eich Herzblut, hier kann ich auch die Emotionen spüren, obwohl mich die Musik nicht komplett begeistern kann. Die grundsätzliche Intention hinter solch' krassen Klängen, kann ich aber meist sehr gut nach empfinden.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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von Rüdiger Stehle » Freitag 21. Februar 2014, 02:55
11. ARMORY "Empyrean Realms" Es kommt ja wirklich nur noch all Schaltjahr vor, dass mich eine junge Band aus dem Melodic-Speed-Sektor total begeistert, doch bei ARMORY hat dann die ganz alte, durchaus etwas eingerostete Liebe, mal wieder zugeschlagen. Habe ja im "Tralala"-Thread und in der Besprechung schon einiges dazu geschrieben. Hier begeistert mich der bestechende Sound, die tolle instrumentale Leistung und auch der Gesang. Dass ich in der Rezi "nur" 8 Punkte gegeben habe, ist zwar sachlich nach wie vor vertretbar, weil's halt doch irgendwie sehr generisch ist, aber die Tatsache, dass die Scheibe wirklich sehr oft lief und dabei doch noch mehr Spaß gemacht hat, als dies beim Verfassen der Rezi ansehbar war, haben das Album dann doch in die Top-20 gehievt. Für Genrefans der Schule HELLOWEEN, VIPER BRAZIL, STRATOVARIUS auf jeden Fall ein gefundenes Fressen auf höchstem Qualitätsniveau und auch lange nicht so kitschig wie viele Genrekollegen. Da macht sich die US-Herkunft und entsprechende musikalische Sozialisation wohl doch etwas bemerkbar. Ach ja, schönes Artwork auch mal wieder. http://www.youtube.com/watch?v=tDOylB4YVTAhttp://www.youtube.com/watch?v=aSSBU5WR7m0http://www.youtube.com/watch?v=f8RmHQyAMUghttp://powermetal.de/review/review-Armo ... 23363.htmlviewtopic.php?f=31&t=2959&hilit=armory
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