Horizonterweiterung, oder: Eure ultimativen Songempfehlungen

Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.

Re: Horizonterweiterung, oder: Eure ultimativen Songempfehlu

Beitragvon Holger Andrae » Freitag 5. Januar 2024, 23:06

Timon Krause hat geschrieben:So, um mit Holgs Tipps endlich mal 'nen Abschluss zu finden:

10. Exodus – 'Strike Of The Beast'.

Kaum jemand dürfte es in dieser erlauchten Runde nachvollziehen können, aber tatsächlich rangierte Bay Area Thrash und seine nächsten Verwandten bei mir immer eher unter "ferner liefen". In diesem Fall ist es aber tatsächlich der Gesang, der mich stört. Instrumental ist das hier 'ne feine Sache, ich komme aber emotional nicht so richtig dabei an- so ging es mir auch mit den anderen Thrash-Legenden, und ja, steinigt mich, so sind beispielsweise meine METALLICA-Lieblingssongs weitgehend auf dem schwarzen Album, "Load" und "Garage Inc" zu finden und nicht auf den wegweisenden Ur-Werken.

Ich kann grundsätzlich verstehen, dass man das orgastische Gelalle von Paule nicht gut findet. Es mag eine Frage der Zeit sein, ob man damals dabei war als die Iron-Maiden-On-Speed Demos mit unterirdischem Klang ihre Runden drehten und man somit von Beginn an auf das Gesamtpaket geschaut hat. Da passte so ein Lallbolzen halt perfekt zu dem ultrabrutalen Geballer und als Kirk dann durch Rick ersetzt wurde und man noch mal zwei Gänge höher geschaltet hat war ein vermeintliches Ende der Geschwindigkeitsfahnenstange erreicht. Zumindest für uns.
Das Thema Bay Area ist ein Steckenpferd von mir, meine liebste Ecke wenn es um Thrash geht, eben weil es so vielschichtig und doch auch immer wieder typisch klingt. Außerdem liebe ich ja diese ganzen melting pot. Wer einmal "Murder In The Front Row" gesehen hat, wird es vielleicht ein bisschen verstehen.
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Re: Horizonterweiterung, oder: Eure ultimativen Songempfehlu

Beitragvon Timon Krause » Donnerstag 18. Januar 2024, 22:42

Ich komme weiterhin viel zu selten dazu, hier weiter zu ackern. Aber nichts wird vergessen, jeder Tipp wird angehört.

Weiter geht's mit Pillamyds Empfehlungen.

01. Jethro Tull – Minstrel In The Gallery

Zu JETHRO TULL (und ähnliche Kaliber) kann ich nur sagen, dass ich in Sachen Progressive wohl wirklich nur die seichtesten Stufen verarbeiten kann. :-P Anerkennung pur auch für dieses interessante Stück Musik, aber ich komme da einfach von der Tiefe nicht rein. Den Gesang finde ich übrigens großartig. ;)
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Re: Horizonterweiterung, oder: Eure ultimativen Songempfehlu

Beitragvon Pillamyd » Donnerstag 18. Januar 2024, 23:00

Es geht weiter!

Ich freue mich auf deine Eindrücke. Lass dir Zeit. Rennt ja nicht weg :)

Ich halte den Song für sehr zugänglich, was die Band betrifft. Der Zugang war hier aber tatsächlich der Gesang. Hat mir viel gebracht bei dem Song. Zählt zu meinen liebsten der Band. Ich weiß ja nicht ob du die Empfehlungen hier immer gleich ein paar mal hörst. Aber vielleicht wirds ja noch was. Aber hier geht es ja um Horizonterweiterung. Und das fängt ja schon beim Anhören an :)

Auch hier eine super Art sich musikalisch kennenzulernen :dafuer:
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Re: Horizonterweiterung, oder: Eure ultimativen Songempfehlu

Beitragvon Rüdiger Stehle » Donnerstag 18. Januar 2024, 23:04

Der Gesang ist für mich auch der Selling Point schlechthin für JETHRO TULL. Ich liebe dieses Bardenhafte im angelsächsischen und keltischen Folk ja immer ganz besonders.
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Re: Horizonterweiterung, oder: Eure ultimativen Songempfehlu

Beitragvon Holger Andrae » Donnerstag 18. Januar 2024, 23:06

Ja, Gesang UND Texte waren auch bei mir der Key zum einbeinigen Flöten-Tanz!
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Re: Horizonterweiterung, oder: Eure ultimativen Songempfehlu

Beitragvon Timon Krause » Freitag 19. Januar 2024, 22:48

02. Dødheimsgard - Interstellar Nexus

So, das ist jetzt mal etwas gänzlich Verblüffendes für mich. Ich gestehe dass ich um alles, was irgendwie mit "Black Metal" etikettiert wird, einen Bogen mache. Aber das höre ich bei 'Interstellar Nexus' nur sehr anteilig heraus. Mir taugt das moderne, aber sehr nüchterne Klangbild, die beinahe greifbare klanglich-räumliche Tiefe, der schleppend-proggige Groove am Anfang, der prägnante Bass, der klagende Gesang... Und dann folgen die Herausforderungen, die unerwarteten Sprünge. Sehr cool die Elektronika-Elemente. Und der treibende Takt dessen, was ich als "Mitte" des Stücks bezeichnen würde. Zu knabbern habe ich noch an den irren letzten Minuten.
Ich verstehe dass ein einzelner Song schwer für das Schaffen einer Band insgesamt stehen kann, aber würdest du sagen, dass es eine "typische" DøDHEIMSGARD-Nummer ist?

Ach, was ich dich noch fragen wollte: Wo genau ist denn "nähe Stuttgart?" Kommsch du au von do? 8-)
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Re: Horizonterweiterung, oder: Eure ultimativen Songempfehlu

Beitragvon Havoc » Freitag 19. Januar 2024, 23:16

Timon Krause hat geschrieben:02. Dødheimsgard - Interstellar Nexus
So, das ist jetzt mal etwas gänzlich Verblüffendes für mich. Ich gestehe dass ich um alles, was irgendwie mit "Black Metal" etikettiert wird, einen Bogen mache. Aber das höre ich bei 'Interstellar Nexus' nur sehr anteilig heraus. Mir taugt das moderne, aber sehr nüchterne Klangbild, die beinahe greifbare klanglich-räumliche Tiefe, der schleppend-proggige Groove am Anfang, der prägnante Bass, der klagende Gesang... Und dann folgen die Herausforderungen, die unerwarteten Sprünge. Sehr cool die Elektronika-Elemente. Und der treibende Takt dessen, was ich als "Mitte" des Stücks bezeichnen würde. Zu knabbern habe ich noch an den irren letzten Minuten.


Ja. Gute Zusammenfassung für folgende These..."Black Metal ist die innovatisvste und kreativste Sparte dieser Musikrichtung überhaupt" 8-) :D ;-) :grins:
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Re: Horizonterweiterung, oder: Eure ultimativen Songempfehlu

Beitragvon Pillamyd » Samstag 20. Januar 2024, 11:33

Timon Krause hat geschrieben:02. Dødheimsgard - Interstellar Nexus

So, das ist jetzt mal etwas gänzlich Verblüffendes für mich. Ich gestehe dass ich um alles, was irgendwie mit "Black Metal" etikettiert wird, einen Bogen mache. Aber das höre ich bei 'Interstellar Nexus' nur sehr anteilig heraus. Mir taugt das moderne, aber sehr nüchterne Klangbild, die beinahe greifbare klanglich-räumliche Tiefe, der schleppend-proggige Groove am Anfang, der prägnante Bass, der klagende Gesang... Und dann folgen die Herausforderungen, die unerwarteten Sprünge. Sehr cool die Elektronika-Elemente. Und der treibende Takt dessen, was ich als "Mitte" des Stücks bezeichnen würde. Zu knabbern habe ich noch an den irren letzten Minuten.
Ich verstehe dass ein einzelner Song schwer für das Schaffen einer Band insgesamt stehen kann, aber würdest du sagen, dass es eine "typische" DøDHEIMSGARD-Nummer ist?


Insgesamt war ich wohl am meisten gespannt gewesen, wie die Reaktion auf diesen Song ausfallen wird. Das Album beschäftigt mich schon eine ganze Weile. Schön, dass dir der Song gut gefällt. Du beschreibst das ziemlich gut.

Auf deine letzte Frage hin:
"Dødheimsgard" haben, glaube ich, kein Album ein zweites Mal aufgenommen, wenn du verstehst was ich meine. Ich kann das aber aber noch nicht vollumfänglich bezeugen, weil mir eine EP und zwei Alben noch fehlen. Von typischer Nummer würde ich daher also nicht sprechen. Eher würde mir dazu einfallen, dass da immer eine Extreme mitschwingt, die so eigentlich nur "Dødheimsgard" einfallen kann. Es ist etwas schwer zu erklären. Der "Dødheimsgard"-Geist (so nenne ich das jetzt einfach), der da mitschwingt, zeigt sich immer in einer etwas anderen Form, man kann ihn aber in Sekunden zuordnen. "A Umbra Omega" zum Beispiel, der Vorgänger, hat auch dieses abgründige, ist aber um einiges anstrengender, würde ich behaupten. Selbst bei den urigen Anfängen wie "Kronet Til Konge" und "Monumental Possession" spürt man das.
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Re: Horizonterweiterung, oder: Eure ultimativen Songempfehlu

Beitragvon Timon Krause » Montag 12. Februar 2024, 20:06

03. Flotsam And Jetsam – No Place For Disgrace

Cool! Thrash wie ich ihn liebe und aus unerklärlichen Gründen kaum höre. Unzweifelhaft bin ich einfach bei moderneren und in erster Linie corigen Klängen hängen geblieben. Aber das hier würde ich auch als Blaupause bezeichnen. Ach ja, ich kann leider in Sachen Produktion mit den 80ern einfach nichts anfangen, und zwar beinahe unabhängig vom jeweiligen Genre. Mir ist bewusst, dass eine Neueinspielung womöglich viel vom klanglichen Charakter des Songs verändern würde, aber das Teil hier würde ich tatsächlich gerne einmal aktualisiert hören. Vielleicht einfach nur in Nuancen mit etwas pfeffrigerem Schlagzeug und etwas weniger Hall. :)
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Re: Horizonterweiterung, oder: Eure ultimativen Songempfehlu

Beitragvon Pillamyd » Montag 12. Februar 2024, 20:12

Timon Krause hat geschrieben:Ach ja, ich kann leider in Sachen Produktion mit den 80ern einfach nichts anfangen, und zwar beinahe unabhängig vom jeweiligen Genre. Mir ist bewusst, dass eine Neueinspielung womöglich viel vom klanglichen Charakter des Songs verändern würde, aber das Teil hier würde ich tatsächlich gerne einmal aktualisiert hören. Vielleicht einfach nur in Nuancen mit etwas pfeffrigerem Schlagzeug und etwas weniger Hall. :)



Witzig, dass du das anschneidest. Die Band hat das Album tatsächlich vor 10 Jahren tatsächlich noch einmal aufgenommen:

https://www.youtube.com/watch?v=xLnX1EeboIM

Würde mich sehr interessieren, ob es dir in der Produktion besser reinläuft :)
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