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Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.
von Rüdiger Stehle » Mittwoch 11. Januar 2023, 23:12
Bei mir liegt Suomi mit 258 Tonträgern auf Platz 6 in der Liste, hinter den obligatorischen USA, DE, GB, NOR und SWE, wobei der Abstand zu Schweden (809) schon mächtig ist. Für ein Land, das so viele prägende Bands hervorgebracht hat, ist das fast ein bisschen wenig, finde ich. Höher als Platz 6 ist für Finnland zwar sicherlich nicht drin, aber die Kluft zu Schweden und Norwegen ist schon bemerkenswert groß, wie ich finde. Ich glaube, dass es ganz allgemein eine finnische Eigenart ist, Musik melodisch, melancholisch, schwelgerisch zu gestalten. Das zieht sich ja nicht nur durch den finnischen Black Metal, sondern auch durch den dortigen Death Metal, den Gothic Metal, den Power Metal. Viel Melodie, manchmal zu viel Melodie, aber immer auch mit melancholischer Note. Es gibt ja schon eine riesige Latte an richtig bekannten Bands aus Finnland, welche diese Kriterien erfüllen würden: Stratovarius, Nightwish, Amorphis, Sentenced, Sonata Arctica, Children Of Bodom, Wintersun. Dazu kommt dann die folkige Ecke mit Korpiklaani oder Finntroll bzw. im ernsthaften Kontext Tenhi, Häive etc... Aber es gibt natürlich auch richtig garstigen Black Metal aus Finnland, alte Schule... Beherit, Belial, Impaled Nazarene, Archgoat, Crucifixion, Horna, S.W. etc... Darkwoods My Betrothed wäre irgendwo zwischen den beiden Finnen, äh... Polen. Nils Macher hat geschrieben:Pillamyd hat geschrieben:Ist das eigentlich eine finnische Eigenart, Black Metal so melodisch zu komponieren?
Dazu sagt der Finne: Tol Cormpt Norz Norz Norz...
Jau, das war die Kurzform meines letzten Absatzes.
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von Pillamyd » Mittwoch 11. Januar 2023, 23:34
Kurzform welchen Absatzes? Welchen Beitrags? Diesen oder deinen davor? Soll das ein Verweis zu "Impaled Nazarene" sein. Wenn ja, was soll das bedeuten? Das es auch anders geht? Ich steh wohl etwas auf dem Schlauch.
Anhand der 19 Alben kann man festmachen, dass das ein noch weitgehend unerforschtes Land für mich ist. Die Frage war eigentlich als kleine Erinnerung an mich gedacht, den ich eigentlich wieder rauslöschen wollte um das bei bester Gelegenheit zu prüfen.
Aber eigentlich hast du ja jetzt dann doch alles beantwortet, was Melodie, Finnland und (Black) Metal anbelangt.
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von Nils Macher » Mittwoch 11. Januar 2023, 23:43
Rüdiger meint den Absatz seines letzten Posts. Genau, das IMPALED NAZARENE-Album war gemeint. Ich habe bei Finnland und Black Metal fast nur Geballer im Kopf, siehe Bandaufzählung von Rüdiger.
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von Rüdiger Stehle » Mittwoch 11. Januar 2023, 23:44
Pillamyd hat geschrieben:Kurzform welchen Absatzes? Welchen Beitrags? Diesen oder deinen davor? Soll das ein Verweis zu "Impaled Nazarene" sein. Wenn ja, was soll das bedeuten? Das es auch anders geht? Ich steh wohl etwas auf dem Schlauch.
Jo, Nils wollte darauf hinweisen, dass die Finnland-Blackies schon auch anders können, wie das ImpNaz-Debüt zeigt. Genau das, was ich halt mit dem letzten Absatz meines Finnland-Exkurses auch angedeutet habe. Pillamyd hat geschrieben:Anhand der 19 Alben kann man festmachen, dass das ein noch weitgehend unerforschtes Land für mich ist. Die Frage war eigentlich als kleine Erinnerung an mich gedacht, den ich eigentlich wieder rauslöschen wollte um das bei bester Gelegenheit zu prüfen.
Aber eigentlich hast du ja jetzt dann doch alles beantwortet, was Melodie, Finnland und (Black) Metal anbelangt.
Jo, Finnland ist durchaus spannend, weil es immer wieder Facetten offenbart, die man anderswo nicht in der Form bekommt. Daher gibt es auch viele durchaus aufregende und eigenständige Bands dort. Nicht alle treffen meinen Nerv so sehr wie die Kollegen aus Schweden und vor allem Norwegen, aber je nach Präferenz gehört es schon auch zu den wichtigsten Metal-Ländern. Auch die öffentliche Rezeption von Metal ist in Finnland sehr mächtig.
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von Pillamyd » Donnerstag 12. Januar 2023, 00:06
Alles klar! Haha...manchmal sollte man einfach alles nochmal durchlesen, dann kapiert man es auch Da könnte man fast einen ganz neuen Beitrag zu machen.
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von Kenneth Thiessen » Donnerstag 12. Januar 2023, 00:20
@Rüdiger: Bei den ganzen tollen Sachen, die du über MOONLIGHT SORCERY so schreibst, muss ich da gleich mal reinhören!
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von Rüdiger Stehle » Donnerstag 12. Januar 2023, 00:32
Könnte mir vorstellen, dass es dir gefällt. Bin gespannt, was du sagen wirst. 
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von Rüdiger Stehle » Donnerstag 12. Januar 2023, 02:05
Eine Scheibe mache ich noch, bevor der gemütliche Teil des Abends beginnt, und das ist nun im Zweifel keine Überraschung, dass die hier auftaucht, denke ich, denn ich habe sie recht lobend erwähnt, als wir sie im Soundcheck hatten: WATAIN "The Agony & Ecstasy Of Watain"Wenn es so etwas wie die Big-4 des schwedischen Black Metals gibt, dann müssten wir im Zweifel bei Marduk anfangen, und über Dark Funeral und Dissection dann doch recht unzweifelhaft bei WATAIN landen. Das soll nun in keiner Weise die musikalische, künstlerische und historische Relevanz der zahllosen anderen tollen Bands aus Schweden schmälern, aber die allergrößten Namen im kommerziellen Sinne und in Sachen Öffentlichkeitswirkung sind damit ausgesprochen. Dissection ist längst Geschichte, die aktuelle Dark Funeral haben wir bereits besprochen, und von Marduk gab es 2022 keine neue Scheibe. Bleibt also die Agonie und die Ekstase von WATAIN, deren siebtes Studioalbum, und das ist einmal mehr ein sehr intensives, dabei aber auch eingängiges, songdienliches Album mit hohem Wiedererkennungswert, das für mich ganz sicher zu den Jahreshighlights gehört. Deshalb habe ich ihm auch in meinem Review eine 9,5 angedeihen lassen: https://www.powermetal.de/review/review ... 38893.htmlDa ich dort sehr ausführlich auf alle Details eingegangen bin, will ich hier nicht nochmal alles von vorne anfangen, sondern mich vor allem auf das beschränken, was am Ende vom Tage übrig bleibt, sprich auf die Langzeitwirkung nach einem Dreivierteljahr, und die kann sich sehen lassen. Auch wenn es gerade nicht läuft, sind mir gleich mehrere Songs direkt im Ohr geblieben, und ebenso ist mir in Erinnerung geblieben, dass die neue WATAIN einen wunderbaren Sound hat, sehr differenziert und weit weniger kalt, als man in Black Metal gerne mal hat. Daran merkt man, dass WATAIN eine echte Deibelsband ist, der das Höllenfeuer viel näher ist als Schnee und Eis der Nordlandfantasien diverser Mitanbieter. Das ist jetzt kein Scherz, ich finde, dass das fühlbar ist, dass es bei der neuen Watain um Blut, Feuer, Agonie und Ekstase geht. Dabei ist der Band ein Sound gelungen, den ich in etwa so beschreiben würde, dass man traditionellen, rohen Black Metal nicht nennenswert besser in Szene setzen kann. Das Bassspiel ist immer wieder ganz große Klasse, und wo kann man das im Black Metal schon wirklich gut heraushören? Außerdem schert sich die Band nach wie vor nicht um aktuelle Trends der Anonymous-BM-Bewegung mit durchnummerierten Songs, Kapuzen und postrockenden Klanglandschaften. Hier darf ein Song noch ein Song sein, hier gibt es noch mitreißende Refrains und eine Unmenge an melodischen, effektiven, packenden Gitarrensoli, und hier wird auch noch gerockt, gegroovt und der fucking Head gebängt. WATAIN hatte bei mir ganz persönlich zwar nie den riesigen Stellenwert, den die Band bei anderen Black-Metal-Fans einnimmt, aber mit diesem Album, wie auch schon vor einigen Jahren mit dem grandiosen Brecher "Lawless Darkness" (2010), reihen sich Erik, Håkan und Pelle dann doch richtig weit oben im Black-Metal-Pantheon ein. Der Test of Time? Nun, ich finde, dass "The Agony & Ecstasy Of Watain" im Laufe des Jahres eher noch gewonnen hat als verloren, und ich merke wie es auf meinem Jahresstockerl langsam richtig eng wird. Und gerade 'The Howling' ist ein Song, den ich mir auch in 10 Jahren noch wunderbar auf einer Samplerreihe mit den größten BM-Hymnen aller Zeiten vorstellen könnte. Hier die Hörproben in Form sehenswerter Videoclips (ich bemühe mich ja immer, auch fürs Auge zu liefern): https://www.youtube.com/watch?v=K_oPqu6xQDM - 'The Howling' => Was für eine Bridge, was für Refrain, was für ein Monstergroove, was für eine dichte Atmosphäre! https://www.youtube.com/watch?v=u-bNl58mAY8 - 'We Remain' (feat. Farida Lemouchi & Gottfrid Åhman) => Der eher doomige Ansatz. https://www.youtube.com/watch?v=VFm-ARerxbI - 'Serimosa' => Schleppend, hinterhältig. Sowie als Bonus noch ein Livevideo des rasenden Opers von der Tour zum Album: https://www.youtube.com/watch?v=kM1ojxuPc8k - 'Ecstasies In Night Infinite'
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von Pillamyd » Donnerstag 12. Januar 2023, 09:35
Die Scheibe hatte ich gar nicht auf dem Schirm. Die große Ankündigung erfolgte über das Deaf Forever, wenn ich mich richtig erinnere. Nach der "Lawless Darkness" war ich da auch irgendwie raus und ich habe die Band komplett aus den Augen verloren. Habe die Scheibe gar nicht mehr, fällt mir auf.
Dieses Album hier hat mich also weniger interessiert. Ich finde alle Songs, bis auf "We Remains" richtig gut. Das lässt mich zwar nicht aufspringen und durch die Bude hüpfen. Aber diese Atmosphäre hat etwas. Vor allem klingt es sogar noch etwas geradliniger als "Lawless Darkness". Eher so in die Richtung "Sworn To The Dark". Wobei ich das auch wieder irgendwie dementieren muss. Für ein richtiges Urteil, müsste ich wohl das komplette Album hören. Sind die Songs doch auch unterschiedlich im Vergleich. Puh...ich weiß nicht.
Warum mir "We Remains" nicht gefällt? Ich weiß es nicht, vielleicht liegt es an der Gastsängerin. Dieser hintergründige Gesang mit diesen "Aaaahaa"-Parts liegt mir nicht. Der Song ist mir zu entschleunigend.
Ob es reicht, mir das Teil irgendwann in die Sammlung zu stellen? Bis jetzt bezweifle ich es. Das Review ist aber, wie immer, sehr ausführlich und dir wirklich grandios gelungen.
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von Nils Macher » Donnerstag 12. Januar 2023, 10:09
Ich mag die WATAIN sehr. Nach zwei Alben, die ich mal als Kurssuche bezeichnen würde, ist das wieder der klassische WATAIN-Sound. Gerade 'We Remain' gefällt mir wegen des Gesangs von Farida Lemouchi sehr gut.
Insgesamt stelle ich fest, dass ich derzeit Alben deutlich besser finde, wenn die Produktion sehr gut ist. Ob es daran liegt, dass ich endlich wieder in anständiger Lautstärke auf meiner richtigen Stereoanlage hören kann? Jedenfalls ist, wie Rüdiger schon angemerkt hat, das Klangbild nicht unbedingt an jeder BM-Würstchenbude zu finden. Zusammen mit der IMHA TARIKAT und DØDSENGEL die für mich beste Black-Metal-Produktion des Jahres.
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Nils Macher
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