Eure letzten Live-Erlebnisse

Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.

Re: Eure letzten Live-Erlebnisse

Beitragvon Loenz » Freitag 26. November 2010, 16:14

Ist morgen jemand beim Thrashfest in Oberhausen?
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Re: Eure letzten Live-Erlebnisse

Beitragvon Frozen » Sonntag 28. November 2010, 23:09

Gibts noch einen der am Dienstag (30.11.) im Z7 Pratteln den Auftakt der AVANTASIA Tour ansieht?

Muss aber noch den Rückweg arrangieren, ich hab kein Auto, Zug wird in Olten aufhören, mein Dad kann nicht fahren, nach Basel komm ich zwar, weiss aber nicht wo man dort zwischen Mitternacht und 6 Uhr Morgens die Zeit totschlagen / totsaufen kann ^^
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Re: Eure letzten Live-Erlebnisse

Beitragvon Frozen » Mittwoch 1. Dezember 2010, 02:40

So, zurück von AVANTASIA - und mein Standesgemässes Review wenn der Eindruck noch frisch ist.

Durch Eiseskälte, verspätete Zugverbindungen und eine Mehrheit italienischer und französischer Fans musste ich mich kämpfen, ehe ich im Z7 Pratteln war - die paar Deutschen, mit denen ich die Wartezeit überbrücken konnten, waren schon die mit einzigen deutschsprachigen, die ich fand. Und die Wartezeit war länger als befürchtet, mit 20 Minuten verspätung erklingt das Riff zu "Twisted Mind", gespielt von Olli Hartmann und etwas zu leise auch von Sascha Paeth. Und spätestens als Jorn Lande die Bühne betritt und Tobi bei der "Scarecrow" und dem anschliessenden "Promised Land" beisteht, passt die Stimmung. Nach und nach werden anschliessend auch die anderen, hochkarätigen Sänger eingebunden. Dabei werden die Gesangsrollen innerhalb der Songs oft leicht abgeändert, so liefern sich Kiske und Tobi schon mal ein sehr abwechslungsreiches Duett, auch wenn sie sich nicht immer ganz einig sind, wer denn jetzt gerade dran ist.

Vor allem am Anfang merkt man noch, dass die Tour erst am Anfang steht. Textunsicherheiten, z.B. bei Kai Hansens Einstieg mit "Death is just a Feeling" sowie hie und da Abstimmungsschwierigkeiten wie die oben erwähnten gehörten in der ersten Hälfte dazu. Doch es ist beileibe nicht alles Rost, was kurzfristig nicht zu glänzen im Stande ist: So drückt Jorn seinen Auftritten von Anfang an seinen Stempel auf und bringt allein durch seine Präsenz mehr Power in die Songs, ganz zu schweigen von seiner überragenden Stimme. Die Einsätze von Amanda Somerville lassen vor allem von Seiten des Männlichen Publikums tosenden Beifall ertönen - nicht nur (aber auch) wegen ihrem Gesang, den sie übrigens auch durch die ganze Show als Background Voice begleitet. Bob Catley brilliert vor allem bei emotionalen Passagen. Und trotz den anfänglichen Schwierigkeiten ist das Duo Tobi/Kiske überragend und harmoniert prächtig, die beiden haben einfach Spass. So machen sie auch "The Tower" zum mit besten Song des Abends, um Längen besser als die Album Version (die ja bereits Klasse war), und damit war die Initialzündung gegeben.

Was nach dem Turm kam, klappte, einzig Sascha's etwas zu leise Gitarre blieb bis zum Ende, dafür haute uns Olli umso härtere Riffs um die Ohren und glänzte auch mit Gesangseinlagen, die selbst angesichts der doch enormen Konkurrenz nicht abfielen. Respekt. Die ganze Entourage zeigte sich bester Laune, so führte ein auf die Bühne geworfener Hut eines Fans, den sich die Mitspieler gegenseitig aufsetzten, zu einem Kommentar von Amanda, dass ihr sonst Unterwäsche zugeworfen werde, worauf Tobi entsetzt entgegnete dass ihm dies in 18 Jahren Rockshows noch nie passiert sei. Als sich eine Zuschauerin erbarmte und ihm einen BH zuwarf, zog Tobi diesen grinsend an, und bemerkte es sei sogar die richtige Grösse. Die Stimmung packte auch das Publikum, je länger der Abend wurde, desto besser wurden auch die Darbietungen.

Leider war es mit der Bandhymne "Avantasia" und mit "Sign of the Cross" mit dem Chorus von 7 Angels als Abschluss dann auch schon zu Ende - nach rund 2 1/2 Stunden Spielzeit. Wohlgemerkt, das war immer noch ein Abendfüllendes Programm, und wäre eine Vorband dabei gewesen gäbe es hier überhaupt nichts auszusetzen, aber der Abend gehörte eben Avantasia.

Ich muss mein Lob für Tobis Projekt erneuern, was er hier auf die Beine stellt und die Songs die er schreibt, sind einfach wahnsinn. Einige der besten Rock und Metal Sänger zusammen auf einer Bühne, was kann es besseres geben? Ja, trotz einiger kleinigkeiten war der Abend durch und durch gelungen, und ich spiele sogar mit dem Gedanken, morgen/heute erneut hinzugehen, denn gegen Ende hauten die Songs uns einfach komplett um. Und ich bin der festen Überzeugung, dass die Auftritte noch besser werden, wenn sie erst einmal richtig im Blut sind. Was müssen das für Shows werden...

Pro: Jorn's Auftreten und Stimme, Tobi/Kiske als Duo, Olli Hartmann, Lockere Atmosphäre, Amanda's Stimme, "The Tower", "Shelter from the Rain", "Avantasia" und "Sign of the Cross / Seven Angels Chorus"

Con: Hie und da Abstimmungsschwierigkeiten, Sascha's zu leise Gitarre, einige "pflichtnummern" (Breaking away, Chalice of Agony, Angel of Babylon) fehlten, kaum "Metal Opera Vol II".

Fazit: Wer noch unentschlossen ist, ob er Avantasia live erleben will, dem kann ich guten gewissens dazu raten. Bei der individuellen Klasse kann man eh nichts falsch machen, und wenn die steigende Leistung anhält, dann erwarten uns noch geniale Shows - ich hoffe ja auch auf eine Live DVD, ist eigentlich Pflicht, das muss festgehalten werden ^^
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Re: Eure letzten Live-Erlebnisse

Beitragvon Rüdiger Stehle » Mittwoch 1. Dezember 2010, 03:00

Werde am Samstag hingehen und freue mich sehr darauf.
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Re: Eure letzten Live-Erlebnisse

Beitragvon Jhonny » Mittwoch 1. Dezember 2010, 09:24

Frozen hat geschrieben:Con: Hie und da Abstimmungsschwierigkeiten, Sascha's zu leise Gitarre, einige "pflichtnummern" (Breaking away, Chalice of Agony, Angel of Babylon) fehlten, kaum "Metal Opera Vol II".


schade eigentlich, Metal Opera II ist meine Lieblingsscheibe der gesamten Reihe.
Die ersten beiden Scheiben generell sind für mich Meilensteine des melodisch-europäischen Metals.
Zur Tour gehe ich aber natürlich so oder so nicht :grins:
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Re: Eure letzten Live-Erlebnisse

Beitragvon Frozen » Mittwoch 1. Dezember 2010, 12:56

Jhonny hat geschrieben:
Frozen hat geschrieben:Con: Hie und da Abstimmungsschwierigkeiten, Sascha's zu leise Gitarre, einige "pflichtnummern" (Breaking away, Chalice of Agony, Angel of Babylon) fehlten, kaum "Metal Opera Vol II".


schade eigentlich, Metal Opera II ist meine Lieblingsscheibe der gesamten Reihe.
Die ersten beiden Scheiben generell sind für mich Meilensteine des melodisch-europäischen Metals.


Agree zur 1, bei der II muss ich jedoch noch grössere Superlative auspacken. Nur eine Handvoll Alben kann sich bei mir überhaupt mit der messen, allein schon besagte "Chalice of Agony" und "The Seven Angels" sind genug, um das Album den meisten anderen überlegen zu machen.
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Re: Eure letzten Live-Erlebnisse

Beitragvon Drumtier » Mittwoch 1. Dezember 2010, 21:32

Letzten Freitag war ich nach langer Zeit auch wiedermal auf einem Konzert und zwar dem genialen Package aus Waking The Cadaver, Macabre, Immolation und Napalm Death. Von jeder der Bands kannte ich zumindest ein paar Songs, Napalm Death ein wenig besser, mein Hauptgrund waren aber natürlich Immolation. Aber der Reihe nach:

Waking The Cadaver:

Für die drei anderen mit denen ich dort war, waren die das Highlight des Abends. Der Höflichkeit halber hörte ich mir schon öfter was an und auch beim Hinfahren kam ich nicht umhin. Nicht sonderlich origineller Deathcore/Grindcore mit mal mehr oder weniger Death und meist leider mehr Hardcore. Auf Platte ganz okay, live hätt ich mir gedacht, dass es dann sicher ganz gut abgehen würd. Falsch gedacht^^
Vor der Show waren die Typen ja echt gemütlich und nett deswegen wollt ich auch mit unserem Sänger noch ein bisschen Stimmung machen. Aber schon beim ersten Song wurde mit klar, dass das nichts werden würde. Nicht nur, dass das Publikum bis auf ca 5 Leute generell nicht sehr motiviert war, so war auch die Musik geradezu kriminell schlecht. Hab mirs dann von der Seite angeschaut und so traurig ich es auch fand, dass sich die Band abrackerte und das Publikum kaum mitging, so sehr konnte ichs verstehen. Einfallsloser, lieblos um nicht zu sagen stümperhaft zusammengestoppelte Riffs, 2-3 uninspirierte Break Downs pro Song um nur ja recht was zu moshen zu bieten und auch an den Instrumenten zeigten sie jetzt nicht wirklich großes. Somit war ich enttäuscht weils ganz einfach ene schlechte Band war und die andern drei, weils Publikum so fad war. Naja...^^

Macabre:

Die Band die ich an dem Abend am schlechtesten kannte. Hab mir ein bisschen was angehört im Vorhinein und dachte, dass das echt was sein könnte für mich. Aber wieder getäuscht...
Durchaus interessanter Stilmix aus allem was sich so im Extrem Metal/Grind anbietet, aber nicht wirklich überzeugend durchgezogen. Auf Platte könnte das schon was sein, aber live passt das nicht. Is ja schön wenn der Sänger verschiedenste Stile mischt, wie gesagt bei dem was ich gehört habe war das eines der Sachen die mir besonders positiv auffielen aber wenn ers live nicht bringen kann, dann soll ers doch bitte lassen. Die hohen Screams brachte er nur mit Müh und Not heraus, da er dafür dementsprechend mehr Kraft und Luft brauchte waren sie auch viel lauter und ließen nicht nur die Growls unscheinbar erscheinen sondern waren auch im Gegensatz zur Musik ganz einfach viel zu laut. Insgesamt ergab das leider eine sehr ungute Mischung, die sich mit einem Bier im Nebenraum aber immerhin ertragen ließ.

Immolation:

Eine Band die ich schon relativ lange höre, die mich nicht nur musikalisch enorm beeinflusst hat und für mich dementsprechend wichtig ist. Aber auch eine Band die für mich einen Status wie Slayer oder Iron Maiden hat(te), also so groß und unantastbar, dass ich mir nie vorstellen konnte, die mal live zu sehen. Naja, heute kann ich sagen alle drei schonmal gesehen zu haben und unantastbar sind besonders Immolation ganz und gar nicht!
War ja eine relativ kleine Halle, wollte aber trotzdem von Anfang an vorn sein und hab mich deshalb gleich beim ersten Basszupfer beim Soundcheck auf den Weg gemacht und nach vorn gestellt. Aufgrund fehlender Konkurrenz platziere ich mich einfach mal direkt in der Mitte vorm Mikro und zittere fast vor Vorfreude. Und was macht der gute Ross Dolan? Spricht mich an, gibt mir die Hand und plaudert einfach mal freundlich mit mir?! Echt ein ziemlich netter Kerl, dem man die Freude an der Sache noch so richtig anmerkt, extrem sympathischer Eindruck! :subber:
Mit The Purge vom neuen Album gings gleich richtig los und die Nackenmuskeln wurden gefordert. Die hatten aber auch wirklich was zu tun, Samstag und Sonntag konnte ich sowieso nicht nach rechts oder links sehen ohne mich mit dem ganzen Körper zu drehen und obwohls mittlerweile schon geht spür ichs immer noch :grins:
Gespielt haben sie eigentlich eine ziemlich homogene Mischung, von der neuen 3 oder 4 und auch sonst durch den ganzen Backkatalog von allem etwas. Nachahmung durch andere Bands dringend empfohlen!
Und obwohls mit geradezu lächerlicher Leichtigkeit mein bestes Konzerterlebnis in diesem Jahr (und das trotz meiner Iron Maiden Entjungferung) war, wars wohl trotzdem nicht das perfekte Konzert. Warum ist aber auch leicht zu erklären, da hätten sie schon die gesamte Close To A World Below durchspielen müssen und das hätte ich auch nicht wirklich erwartet ;-)
Was ich mir aber gewünscht hätte wär Unpardonable Sin gewesen, einer der stärksten Songs im DM überhaupt. Der kam leider nicht, aber dafür schon ziemlich zu Beginn Father, You're Not A Father und das hat schon für ziemlich alles entschädigt! Dabei aus 30, 40 cm Entfernung von einem Sänger dem die Haare bis zu den Oberschenkeln gehen ins Gesicht gebrüllt zu bekommen, dass so manche "Väter" nicht dessen wirklicher Vater sind, diesen Text aus tiefster Seele mitzubrüllen und jedes Break mitzubangen, also, recht viel intensiver gehts kaum. Dunkel. Böse. Leidenschaftlich. Intensiv. Ganz große Klasse! Eins der besten Konzerte auf dem ich je war, ob es das beste war, muss wohl die Langzeiterinnerung zeigen, aber die werd ich unbedingt noch einmal sehen müssen!

Napalm Death:


Nach Immolation war ich ziemlich ausgepowert und war mir nicht sicher, ob ich mir jetzt ND auch noch ansehen sollte. Ließ mich aber dann doch noch überzeugen weil ich mir ihre Show besonders in so einem kleinen Klub recht intensiv vorstellte. Und das wars prinzipiell auch, der gute Barney springt von einem Eck der Bühne ins andere, gespielt werden sehr viele alte und lange nicht gehörte Sachen, aber so ganz geht das Publikum nicht mit. Aber auch ich hab mich nach zwei Songs in die letzte Reihe zurückgezogen und nach ca 2 weiteren bin ich ganz rausgegangen. Nicht weils so schlecht war, hätts mir echt gern noch länger angschaut, aber es war ganz einfach viel zu laut. Bin ja direkt von Graz gekommen, hab mich in Linz mit den anderen getroffen und von da aus sind wir dann weiter fast an die deutsche Grenze nach Tirol. Das soll jetzt keine österreichischer Geographieunterricht sein, sondern nur erklären warum ich keinen Gehörschutz bei mir hatte. Und weils auch dort keinen hatten, wars eben unerträglich laut und die Sache nicht wert. Wär aber sicher eine geile Show gewesen, traurig bin ich natürlich trotzdem nicht, eben wegen dem alles überstrahlenden Highlight namens IMMOLATION! Geil wars!
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Re: Eure letzten Live-Erlebnisse

Beitragvon hellknulf616 » Samstag 4. Dezember 2010, 17:10

Die letzten drei Konzerte:

Vor etwa 1 Woche: DER W... - haha, im Leben nicht! DER WEG EINER FREIHEIT, dazu CENTAURUS-A und zwei andere Bands. Weihnachtsmarktbedingt schon etwas angeschleudert, allerdings haben DWEF so richtig gut gezündet. Die Scheibe habe ich leider bisher nur 2-3mal gehört, die muss nach dem guten Konzert aber wohl her. Der Rest des Billings war dagegen unspektakulär: Etwas präzise getriggerter Death Metal, eine Prise präzise getriggerter Modern Prog Death, mag ich live so gar nicht. Eigentlich auch aus der Konserve nicht...
Es wird jedenfalls Zeit, dass sich die Veranstalter mal wieder auf zwei oder drei zusammenpassende Bands beschränken und diesen "8 Bands in 6 Stunden"-Wahn ad acta legen. Für mich aktuell die größte Seuche der Konzertkultur.

Vorgestern dann dreimal Hardcore mit NO TURNING BACK, BUILT ON TRUST und einer weiteren Band. Insgesamt recht unterhaltsames Geschrote, die initiale Straight Edge- Kante im Gesang etwas nervig, aber ansonsten geiler Oldschool-Knüppel. Witzig war dann die Ansage, dass der wahre Hardcore auf dieser Art von Konzerten lebe und nicht auf der Persistence-Tour - zustimmendes Gejohle von allen Anwesenden, obwohl geschätzte 75 Prozend der Markenklamotten-Kiddies in den nächsten Wochen genau bei besagter Persistence-Tour aufschlagen werden. Es gibt tatsächlich Szenen, die das Sich-selbst-bescheißen noch besser beherrschen... :grins:

Gestern schließlich Deathcore mit A TRAITOR LIKE JUDAS und drei weiteren Bands. Nicht unbedingt die Musik, die ich privat höre, dafür gab's im Separee noch 'ne Elektro-Party. Der interessante Effekt hierbei: Die einen hatten vielleicht was zu sagen, waren aber nicht zu verstehen (die Bands); die anderen hatten nix zu sagen und hielten es daher instrumental. Musikalisch für die beiden arg limitierten Genres trotzdem ganz okay, und solange es den zahlenden bzw. im Subgenre heimischen Gästen gefällt, bleibt dem Uneingeweihten zumindest der Trost einer breit gefächerten Kulturlandschaft.

Und heute Abend zu INTERMENT, URN und DIABOLICAL nach Bitterfeld - let the killing begin, wie DISMEMBER vielleicht sagen würden.
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Re: Eure letzten Live-Erlebnisse

Beitragvon Vaillant » Montag 13. Dezember 2010, 13:56

MONSTER MAGNET mit SEVENTH VOID in Berlin. Gutes Konzert, feine Stimmung, lässig "Crop Circle" aber auch gerade die neuen Tracks. Fein! Nur zu voll; einige konnten nicht in den Bühnenraum.Aber wie immer eine gute Liveband, MM ziehen immer dann an, wenn es nötig ist. Und es gab einige Ältere als mich :grins:
Und: das Konzert war NICHT zu laut.
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Re: Eure letzten Live-Erlebnisse

Beitragvon Rüdiger Stehle » Montag 13. Dezember 2010, 16:53

Frozen hat geschrieben:So, zurück von AVANTASIA - und mein Standesgemässes Review wenn der Eindruck noch frisch ist.

Durch Eiseskälte, verspätete Zugverbindungen und eine Mehrheit italienischer und französischer Fans musste ich mich kämpfen, ehe ich im Z7 Pratteln war - die paar Deutschen, mit denen ich die Wartezeit überbrücken konnten, waren schon die mit einzigen deutschsprachigen, die ich fand. Und die Wartezeit war länger als befürchtet, mit 20 Minuten verspätung erklingt das Riff zu "Twisted Mind", gespielt von Olli Hartmann und etwas zu leise auch von Sascha Paeth. Und spätestens als Jorn Lande die Bühne betritt und Tobi bei der "Scarecrow" und dem anschliessenden "Promised Land" beisteht, passt die Stimmung. Nach und nach werden anschliessend auch die anderen, hochkarätigen Sänger eingebunden. Dabei werden die Gesangsrollen innerhalb der Songs oft leicht abgeändert, so liefern sich Kiske und Tobi schon mal ein sehr abwechslungsreiches Duett, auch wenn sie sich nicht immer ganz einig sind, wer denn jetzt gerade dran ist.

Vor allem am Anfang merkt man noch, dass die Tour erst am Anfang steht. Textunsicherheiten, z.B. bei Kai Hansens Einstieg mit "Death is just a Feeling" sowie hie und da Abstimmungsschwierigkeiten wie die oben erwähnten gehörten in der ersten Hälfte dazu. Doch es ist beileibe nicht alles Rost, was kurzfristig nicht zu glänzen im Stande ist: So drückt Jorn seinen Auftritten von Anfang an seinen Stempel auf und bringt allein durch seine Präsenz mehr Power in die Songs, ganz zu schweigen von seiner überragenden Stimme. Die Einsätze von Amanda Somerville lassen vor allem von Seiten des Männlichen Publikums tosenden Beifall ertönen - nicht nur (aber auch) wegen ihrem Gesang, den sie übrigens auch durch die ganze Show als Background Voice begleitet. Bob Catley brilliert vor allem bei emotionalen Passagen. Und trotz den anfänglichen Schwierigkeiten ist das Duo Tobi/Kiske überragend und harmoniert prächtig, die beiden haben einfach Spass. So machen sie auch "The Tower" zum mit besten Song des Abends, um Längen besser als die Album Version (die ja bereits Klasse war), und damit war die Initialzündung gegeben.

Was nach dem Turm kam, klappte, einzig Sascha's etwas zu leise Gitarre blieb bis zum Ende, dafür haute uns Olli umso härtere Riffs um die Ohren und glänzte auch mit Gesangseinlagen, die selbst angesichts der doch enormen Konkurrenz nicht abfielen. Respekt. Die ganze Entourage zeigte sich bester Laune, so führte ein auf die Bühne geworfener Hut eines Fans, den sich die Mitspieler gegenseitig aufsetzten, zu einem Kommentar von Amanda, dass ihr sonst Unterwäsche zugeworfen werde, worauf Tobi entsetzt entgegnete dass ihm dies in 18 Jahren Rockshows noch nie passiert sei. Als sich eine Zuschauerin erbarmte und ihm einen BH zuwarf, zog Tobi diesen grinsend an, und bemerkte es sei sogar die richtige Grösse. Die Stimmung packte auch das Publikum, je länger der Abend wurde, desto besser wurden auch die Darbietungen.

Leider war es mit der Bandhymne "Avantasia" und mit "Sign of the Cross" mit dem Chorus von 7 Angels als Abschluss dann auch schon zu Ende - nach rund 2 1/2 Stunden Spielzeit. Wohlgemerkt, das war immer noch ein Abendfüllendes Programm, und wäre eine Vorband dabei gewesen gäbe es hier überhaupt nichts auszusetzen, aber der Abend gehörte eben Avantasia.

Ich muss mein Lob für Tobis Projekt erneuern, was er hier auf die Beine stellt und die Songs die er schreibt, sind einfach wahnsinn. Einige der besten Rock und Metal Sänger zusammen auf einer Bühne, was kann es besseres geben? Ja, trotz einiger kleinigkeiten war der Abend durch und durch gelungen, und ich spiele sogar mit dem Gedanken, morgen/heute erneut hinzugehen, denn gegen Ende hauten die Songs uns einfach komplett um. Und ich bin der festen Überzeugung, dass die Auftritte noch besser werden, wenn sie erst einmal richtig im Blut sind. Was müssen das für Shows werden...

Pro: Jorn's Auftreten und Stimme, Tobi/Kiske als Duo, Olli Hartmann, Lockere Atmosphäre, Amanda's Stimme, "The Tower", "Shelter from the Rain", "Avantasia" und "Sign of the Cross / Seven Angels Chorus"

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Fazit: Wer noch unentschlossen ist, ob er Avantasia live erleben will, dem kann ich guten gewissens dazu raten. Bei der individuellen Klasse kann man eh nichts falsch machen, und wenn die steigende Leistung anhält, dann erwarten uns noch geniale Shows - ich hoffe ja auch auf eine Live DVD, ist eigentlich Pflicht, das muss festgehalten werden ^^


Ich bin ja weit weniger Avantasia-FAN als du es bist, aber vom Liveauftritt her, kann ich das meiste von dem, was du schreibst, komplett unterschreiben. Und Martin sieht es im Wesentlichen genau gleich, was man unserem Livebericht entnehmen kann.

Die Präsenz der Herren Gastsänger war schon sehr groß. Vor allem Jörn Lande ist ein großartiger Entertainer. Aber letztlich war es für mich als 20+-Jahre-Helloweenfan natürlich in erster Linie das Live-Comeback des Herrn Kiske, das den ganz besonderen Reiz ausmachte. Und dann noch der Michi zusammen mit dem Kai auf einer Bühne, und das vor einem reinrassigen Melodic-Metal-Publikum. Man mag über Michael Kiske denken, was man will, und man mag vieles kritisieren, was er im Laufe der Jahre von sich gegeben hat, aber letztlich muss ich sagen, dass es mich sehr freut, dass er wieder da ist. Zum einen hat er nach wie vor eine riesige Stimme, zum anderen fand ich sein Auftreten am vergangenen Samstag auf tatsächlich sympathisch. Er wirkte nach "Spaß haben" und nicht nach "gut bezahlten Job verrichten", auch wenn ihm die Kritiker sicher Letzteres vorwerfen werden.

Was bei alledem erstaunlich ist: In der Halle schienen die über all die Jahre ausgehobenen Gräben zwischen Kiske und der Metalszene nie existiert zu haben. Selten habe ich ein Publikum einen Gastmusiker so uneingeschränkt abfeiern gesehen, wie hier.
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