Musikzeitschriften

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Re: Musikzeitschriften

Beitragvon ishina » Montag 28. Januar 2013, 12:03

Das ECLIPSED ist wie ein Spiegel der Prog-Szene. Die darf sich das Attribut "analog" umheften - warm, weich, nicht auf Präzision und Schärfe getrimmt. Wenig Professionalismus, lieber ein wenig improvisieren.

Ich war die letzten beiden Jahre am "Night of the Prog"-Festival. Das ist interessant gewesen. Prog ist wie eine Musikrichtung, die sich geweigert hat, zu sterben. Die meisten Fans sind gehobenen Alters und kennen die Musik offensichtlich aus ihren jungen Jahren - und sind daran hängen geblieben. Man versucht gar nicht groß, sich zu wandeln, und hängt gerne der Romantik des Verblichenen nach. Es ist eine kauzige Szene, die auf den Außenseiter sicher etwas befremdlich wirkt. So, wie die Antithese zum "hip sein".

Ich möchte von keinem Prog-Veranstalter mehr hören, dass er es schade findet, dass sich keine Leute finden, die Veranstaltungen zu besuchen. Es wäre ja nicht so, als würde man überhaupt versuchen, den Zeitgeist zu treffen. Etwas lax organisierte und an musikalisch Gestrige gewandte Veranstaltungen werden keine Revolution unter Jüngeren mehr auslösen. So, wie man behauptet, dass Blogs nur von Leuten gelesen werden, die Blogs schreiben, so ist auch Prog Musik von Freunden für Freunde: Die Künstler sind Verehrer und Liebhaber der alten Klassiker und zitieren sie, um den konsumierenden Liebhabern der alten Zeit alten Wein in aufgefrischten Schläuchen präsentieren zu können.

Das ist kontrovers, das ist mir bewusst. Ende des Exkurses über die Prog-Szene.

Ich mag sie trotz allem gerne und bin weiter Stammgast auf der Loreley.
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Re: Musikzeitschriften

Beitragvon Nils Macher » Montag 28. Januar 2013, 12:14

Der Preis wird beim "Night of the Prog" auch eine kleine Rolle spielen. Ein tolles Festival, keine Frage. Ob es sich nur an "musikalisch Gestrige" richtet, mag ich mal bezweifeln. Klar, wenn es nach den meisten Besuchern geht dürfte Steve Hackett vermutlich jedes Jahr Headliner sein aber es sind immer wieder junge Bands vertreten wie auf anderen Festivals auch.

Woher du jetzt allerdings den Schluss mit der nicht-Wadlungsthese nimmst, ist mir etwas schleierhaft. Das gibt es in jeder Sparte, gerade im Metal hat sich alter Wein in neuen Schläuchen immer wieder bewährt. Das musikalische Rad lässt sich nunmal nicht neu erfinden. Zwölf Töne und ein paar harmonische Eigenschaften, die sie als Rockmusik identifizieren lassen...da ist der Spielraum nicht unermesslich groß;)
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Re: Musikzeitschriften

Beitragvon salisbury » Dienstag 29. Januar 2013, 21:35

Havoc hat geschrieben:
enemy-of-reality hat geschrieben:Das Eclipsed ist ein richtig gutes Heft, wundert mich jetzt eigentlich, dass du das zum ersten mal gekauft hast.


Um so mehr ich lese...umso mehr wundere ich mich nun auch, dass ich das Heft nicht schon längst mal gekauft hab. Wobei das auch damit zusammenhängen mag, dass es das Heft nicht gerade an jeder Ecke zu kaufen gibt. Doch. Das ist echt gut gemacht. Diesmal sind die besten 100 Alben aus dem Jahr 2012 aufgelistet. Cool. Da ist erstaunlich vieles drin was ich auch kenne. Ich vermisse nur die Katatonia. Und die Sachen auf der CD gefallen mir auch erstaunlich gut. Läuft mir wesentlich besser rein als die letzten Sampler vom Rock Hard. Da ist immer viel Grütze drauf.


Wundert mich jetzt auch, dass Du das Heftchen nicht schon früher gekauft hast. Ich lese es seit 2004 regelmäßig (Abo). Vorher war ich bei Rock Hard, das mir aber damals schon immer öfter ein Würgereiz auslöste. Das lag gar nicht mal sooo sehr an den musikalischen Themen. Warum ich das Heft nicht leiden kann, wird wieder bei der Dezember-Ausgabe deutlich: die hab ich mir auf der Zugfahrt zum Peter gekauft. Schon das Vorwort, wo es darum geht, ob FREIWILD Nazis sind. WHO CARES??? Es hat sich nix geändert. Und warum jede zeite Band "Rituale" oder "spirituelle Sitzungen" durchführen muss, ist mir auch völlig rätselhaft.

Ach, es ging ja ums ECLIPSED :) : Ich hab durch die so viel tolle Musik kennen gelernt, das "Album den Monats" kann ich mir immer fast blind kaufen, die Mischung zwischen alt und neu stimmt. Obwohl es da schreiberisch manchmal etwas "bunt" zugeht, lese ich's doch recht gerne und bei den Rezi weiss ich meist ganz genau, was mir gefallen wird und was nicht. Sogar ohne große Gebundenheit an einen bestimmten Rezensent. Für mich isses fast perfekt, das Heft.

Kann mir mal einer definieren, was er mit "anspruchsvollem" Schreiben meint?

Seitdem ich bei Powermetal mitmache, ist es schon häufiger vorgekommen, dass meine eigenen Rezis schon fertig waren, bevor ich die Rezi für dieselbe Scheibe im ECLIPSED lesen konnte. Meistens dachte ich mir beim Lesen: "WOOOW, das waren genau die Worte, nach denen ich gerungen habe...". Zumindest einige dort können Musik wirklich super gut beschreiben!
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Re: Musikzeitschriften

Beitragvon salisbury » Dienstag 29. Januar 2013, 21:38

ishina hat geschrieben:
Ich war die letzten beiden Jahre am "Night of the Prog"-Festival. Das ist interessant gewesen. Prog ist wie eine Musikrichtung, die sich geweigert hat, zu sterben. Die meisten Fans sind gehobenen Alters und kennen die Musik offensichtlich aus ihren jungen Jahren - und sind daran hängen geblieben. Man versucht gar nicht groß, sich zu wandeln, und hängt gerne der Romantik des Verblichenen nach. Es ist eine kauzige Szene, die auf den Außenseiter sicher etwas befremdlich wirkt. So, wie die Antithese zum "hip sein".



Du warst noch nie auf dem "Keep It True", oder?
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Re: Musikzeitschriften

Beitragvon ishina » Mittwoch 30. Januar 2013, 12:01

Das "anspruchsvolle Schreiben" vermag ich dir leider nicht zu definieren. Es bleibt bei einem schwammigen Bauchgefühl. Die Covergestaltung der gestern angekommenen Ausgabe (01/13) hat meine Meinung aber bestätigt. Zusammengewürfelt und überladen. Ich bin dennoch auf die Inhalte gespannt.

Das "Keep It True" kenne ich tatsächlich nicht. Ich glaube nicht, dass ich mich dort heimisch fühlen würde :-)
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Re: Musikzeitschriften

Beitragvon Peter Kubaschk » Mittwoch 30. Januar 2013, 13:03

ach, das Publikum beim KIT und beim NotP sind sich durchaus ähnlich. Tendenziell ältere in ihrem Genre fest verwurzelte Typen, die mit der "Moderne" wenig anfangen können. Bei den einen äußert sich das in Kutten, Strech-Hosen & Leopard-Leggings, bei den anderen einfach im völlig normal aussehen und 35++ Jahre alt sein. Klar ist, dass das NotP das zivilisierteste und anständigste Festivalpublikum hat, das ich bisher gesehen habe. Keine einzige Alkoholleiche am ganzen Wochende. Davon gibt es beim KIT schon am ersten Tag Mittags die ersten.
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Re: Musikzeitschriften

Beitragvon ishina » Mittwoch 30. Januar 2013, 14:03

Die Atmosphäre ist auf dem Night of the Prog sicher die Angenehmste, das kann ich bestätigen.

Ich bin schon immer wegen der Musik auf Festivals gegangen - das war bisher das einzige, wo das (fast) alle geteilt haben.
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Re: Musikzeitschriften

Beitragvon Peter Kubaschk » Mittwoch 30. Januar 2013, 14:19

Beim KIT kommen auch 95% in erster Linie wegen der Musik. Aber irgendwie gehören ja Heavy-Metal-Festivals/Konzerte und Saufen zusammen. Den Eindruck bekommt man bei vielen immer wieder. Ich bin froh, dass ich mich mit Leuten auf diesen Festivals umgebe, die auch das Ende eines jeden Tages in einem ansprechbaren Zustand mitbekommen. Und zu Prog passt saufen halt nicht. Da trinkt man höchstens gemütlich mal ein Bier. Den Unterschied merkt man schon sehr deutlich. Auch deshalb hat das NotP so viel Spaß gemacht.
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Re: Musikzeitschriften

Beitragvon Chavo89 » Mittwoch 30. Januar 2013, 15:48

SAUFEN! :bier2: Gut, dass ich kein Progger bin.
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Re: Musikzeitschriften

Beitragvon Holger Andrae » Mittwoch 30. Januar 2013, 16:05

Nichts gegen das eine oder andere Getränk bei so einer Festivität. Was mir aber partout nicht einleuchten will, ist die Tatsache, dass man schon deutlich vor dem Ende so einer einzigartigen Veranstaltung nicht mehr in der Lage ist, irgendetwas geradeaus zu formulieren und somit auch nicht in den völligen Genuss der eigentlichen Veranstaltung kommt.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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