Euer metallischer Lebenslauf

Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.

Re: Euer metallischer Lebenslauf

Beitragvon Holger Andrae » Sonntag 19. März 2017, 15:44

Rüdiger Stehle hat geschrieben:Ich stelle gerade fest, dass ich die Threadfrage ja noch gar nicht beantwortet habe...

Bei Dir ist das doch einfach: Du bist von einem Raben ins Nest geworfen worden, mit Bärenfell bekleidet als Kind durch die Ulmer Wälder gezogen und hast dann irgendwann Cirith Ungol gehört.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
Benutzeravatar
Holger Andrae
Musikredaktion
 
Beiträge: 26374
Registriert: Dienstag 5. Januar 2010, 02:44

Re: Euer metallischer Lebenslauf

Beitragvon Havoc » Sonntag 19. März 2017, 16:14

Holger Andrae hat geschrieben:
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Ich stelle gerade fest, dass ich die Threadfrage ja noch gar nicht beantwortet habe...

Bei Dir ist das doch einfach: Du bist von einem Raben ins Nest geworfen worden, mit Bärenfell bekleidet als Kind durch die Ulmer Wälder gezogen und hast dann irgendwann Cirith Ungol gehört.


Und seinen Urlaub hat er vermutlich in den Bergen Norwegens verbracht. ;-) :)
Benutzeravatar
Havoc
Metaller mit zu viel Zeit
 
Beiträge: 23746
Registriert: Sonntag 7. Februar 2010, 12:10

Re: Euer metallischer Lebenslauf

Beitragvon Rüdiger Stehle » Freitag 11. September 2020, 01:15

Die Antwort auf die Threadfrage bin ich immer noch schuldig, was?

1988 - 1989:
Vier damals relativ aktuelle Werke, natürlich stilecht auf Tape vom großen Bruder eines Freundes überspielt, wecken das erste Interesse an harter Musik bzw. an Musik als wesentlichen Inhalt des Lebens überhaupt: Helloween "Keeper 2", U.D.O. "Animal House", Axxis "Kingdom Of The Night" und am intensivsten und bis heute am Nachhaltigsten: Manowar "Kings Of Metal" - Manowars Diskographie wird dann auch mein erstes Komplettierungsprojekt, in Zeiten, in welchem man aus den Lyrics von "Blood Of The Kings" erahnen musste, dass es bereits mehr als nur vier Manowar-Scheiben gab.

1990-1991:
Ich tauche tiefer in die Welt von Accept und Helloween ein, die Local Heroes Stormwitch, Tyrant, Gravestone, es folgt (versehentlich) die erste Molly Hatchet (des Covers wegen), die ich damals natürlich todlangweilig fand, aber auch Judas Priest, Iron Maiden... Ein Klassenkamerad lief in Bathory- und Venom-Shirts herum, was dann diesen Kontakt herstellte und meine ersten Fühler gen schwarzen Stahl ausstrecken ließ, dazu passend dann auch die damals neue Slayer "Seasons" und Sodom mit "Agent Orange" und "Better Of Dead". Videojunkie auf MTV Headbangers Ball und Viva Metalla; ca. 100 VHS-Cassetten mit Clips vollgespielt. Cirith Ungol betritt mit einem Komplettdiskographieeinkauf bei einer Metalbörse in Memmingen meine Welt.

1991-1993:
Die Supernova. Der norwegische Black Metal erschüttert meine kleine Welt. Darkthrone auf einem Peaceville-Sampler, Immortal auf dem "Ich zahl nicht mehr!" von SPV, dann Burzum und Mayhem, die brennenden Kirchen und die Nächte der langen Messer. Es begann unwirklich zu werden und irre intensiv.

1994-1997:
Die BM-Wahn wurde intensiver, gleichzeitig kamen aber während meines Studiums dann die Zeiten, in welchen alle Leute ihre Platten billigst verschepperten und ich tonnenweise Second-Hand-Vinyl für 4,- DM pro Stück horten konnte; was gleichzeitig eine Rückbesinnung auf alte Stahlrösser mit sich brachte, weil man merkte, dass man von Priest, Maiden oder Saxon jeden Song nach 2 Sekunden erkannte, von manchen BM-Bands nach der kompletten Spielzeit aber die Band noch nicht benennen konnte. Ich hatte damals (1997) allein aus Norwegen Tonträger von über 70 verschiedenen BM-Bands. Da hörte ich dann erst einmal auf, mit neuen BM-Bands anzufangen. Die alten Helden wurden aber immer weiter verfolgt.

Durch Studium, Führerschein und erste echte Szenekontakte kamen dann auch die ersten Gigs in dieser Zeit dazu. Gamma Ray/Manowar 1994 war die Feuertaufe. Dann folgten rasch und bis heute faszinierend Sachen wie Savatage, Running Wild, GWAR, Dissection, Dismember, Immortal, Morbid Angel, Impaled Nazarene, Enslaved, Marduk, Moonspell und unzählige mehr. 1995 das unfassbare erste Folter Records Open Air und 1997 dann erstmals Wacken.

1996 fing ich mit dem Schreiben an, damals mit Markus Wosgien (heute bei Nuclear Blast) zusammen beim BM-Fanzine "Circle Of The Tyrants".

1997-1999:
Die schon angedeutete Verlagerung des Schwerpunkts zurück vom BM zum klassischen Metal verstärkte sich durch großartige Comebacks wie vor allem jenes von Jag Panzer mit Harry Conklin; meine ersten Priest- und Maiden-Gigs (mit den jeweils "falschen" Sängern).

ca. 2000:
Erstmals Internetzugang, tieferer Einstieg in die Helloween-Fanszene bis hin zum Mod und schließlich Admin im offiziellen Bandforum. Das Forum ist leider längst verblichen, aber einige Kontakte bestehen bis heute über Facebook. Dann auch sehr tief im Helloween-Kosmos, viele Konzerte der Band, viele Kontakte weltweit.

2001 hab ich mich dann bei Powermetal.de registriert und ca. 2004 wurde ich dann erstmals von Kollege Martin Schaich redaktionell eingeführt, als man fürs KIT unterbesetzt war und einen weiteren Schreiber brauchte. Also bald 20. Forenjubiläum und vergangenes Jahr 15. Redaxjubiläum.

2003-2006:
Die Szene um Keep It True, Bang Your Head, Headbangers Open Air, Doom Shall Rise, Sacred Metal Board, Metalbörsen etc... wird zum "Real-Life-Schwerpunkt" meines Metallerdaseins, in dem man viele langjährige und bis heute anhaltende Freundschaften findet. Deshalb ist Stand heute meine stilistische Heimat in Sachen Musikgeschmack, Sammlung etc... zwar gleichermaßen Black Metal und der traditionelle Stahl, in Sachen "Real Life Szeneleben" aber absolut 100% die traditionelle Ecke. Speziell in diesem Zeitfenster war auch die Doomphase ganz massiv, weil das DSR halt auch ein monumental großartiges Festival war.

Seit 2007...
... hat sich eigentlich nimmer viel verändert. Wir haben 2009 mit dem Soundchecken angefangen, seither meist dabei. Durch allerlei Verpflichtungen und System Overflow ist das Schreiben weniger frequent geworden, das Sammeln, das Hören und das auf Konzerte gehen an sich nicht. Bands oder Stile, die ich mal gemocht habe, mag ich alle immer noch, keine(r) hat mich als Anhänger verloren. Es ist aber breiter und tiefer geworden. Neben dem akuten Kernbereich kam viel Classic Hardrock dazu. Uriah Heep und Hawkwind avancierten noch so um 2010 herum zur Lieblingsband. 2020 noch Meat Loaf. =) Sogar ein wenig Alternative. Und jetzt, 2020 kommen sogar noch die Onkelz zu ihrem Recht, die mich als Landei natürlich seit den späten Achtzigern verfolgt haben, und die ich eigentlich nie wirklich gemocht habe. Hat sich die letzten Jahre grundlegend geändert. Fragt mich nicht warum. Inzwischen kauft der Rabe sogar ordentlich viele Country-Platten... Dinge passieren...
alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet.
Háv. 38
Benutzeravatar
Rüdiger Stehle
Musikredaktion
 
Beiträge: 35285
Registriert: Samstag 6. Februar 2010, 22:52
Wohnort: Schwabenland

Re: Euer metallischer Lebenslauf

Beitragvon Jhonny » Freitag 11. September 2020, 08:27

Super schön zu lesen Rüdiger, danke dir!
Auch wenn ich das meiste dank 16 Jahren gemeinsam im Forum und mittlerweile vielen Real-Life-Begegnungen auch so weiß.
Benutzeravatar
Jhonny
Musikredaktion
 
Beiträge: 36886
Registriert: Sonntag 7. Februar 2010, 16:48
Wohnort: Landshut

Re: Euer metallischer Lebenslauf

Beitragvon Peter Kubaschk » Freitag 11. September 2020, 10:55

Ja, schöner Lebenslauf. Bis auf den Abschnitt mit den Onkelz. Der ist verstörend.
Benutzeravatar
Peter Kubaschk
Metaller mit zu viel Zeit
 
Beiträge: 21958
Registriert: Dienstag 5. Januar 2010, 10:16

Re: Euer metallischer Lebenslauf

Beitragvon Rüdiger Stehle » Freitag 11. September 2020, 13:01

Ach ja, ich finde das irgendwie witzig. In den späten Achtzigern und frühen Neunzigern, als das halbe örtliche Umfeld Onkelz hörte, hab ich mich da immer verweigert; nicht weil ich ein Problem mit der Band an sich gehabt hätte, sondern weil ich die und ihre Anhänger halt für den eigenen Trueheitsmaßstab für nicht "Metal enough" gehalten habe; und man wollte sich ja schon irgendwie ein wenig vom Proletariat abgrenzen und war daher bei Manowar viel besser aufgehoben. ;-)

Trotzdem war es natürlich unvermeidbar, ob man wollte oder nicht, bis etwa Mitte der Neunziger doch irgendwie alle Onkelz-Scheiben zu kennen, weil die halt immer mal liefen, bei den Kumpels. Hat mich nie gestört, aber auch nie begeistert; gekauft habe ich lange Zeit nichts von der Band, weniger aus Abscheu oder auch nur Desinteresse als hauptsächlich deswegen, dass die Sachen, die ich am besten fand (also das Frühwerk) meist nur zu horrenden Preisen zu haben waren, die ich für diese Band dann doch nicht bereit war zu bezahlen.

Irgendwann war ich dann aber an dem Punkt, dass die alten Kumpels bei all ihren Grillfesten, zu denen sie laden, halt immer noch die guten alten Onkelz hören (nebst Maiden, Manowar, AC/DC, Helloween, Stormwitch, Slayer und Morbid Alcoholica versteht sich). Meistens ist dann so gegen Elf der Punkt, an dem die Anlage immer lauter, die Leute immer voller und die Onkelz immer mitgegrölter werden. Das ist dann der Moment, an dem der Rabe zum Heimflug ansetzt. Nicht der Onkelz wegen, sondern weil der Rabe keine Besoffenen um sich herum erträgt. Aber trotz allem stellt der Rabe jedes verdammte mal wieder fest, dass die Songs eigentlich schon ziemlich gut sind und in den über 30 Jahren, in denen man die Band kennt, sich schon sehr, sehr tief ins Hirn eingegraben haben.

Daher war und ist es konsequent, die Lücke jetzt zu schließen. Auf zwei Päckchen warte ich noch, dann ist die Historie bis zur ersten Bandauflösung erst einmal komplett.
alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet.
Háv. 38
Benutzeravatar
Rüdiger Stehle
Musikredaktion
 
Beiträge: 35285
Registriert: Samstag 6. Februar 2010, 22:52
Wohnort: Schwabenland

Re: Euer metallischer Lebenslauf

Beitragvon Drumtier » Freitag 11. September 2020, 19:06

2009 begann der Soundcheck auf powermetal.de? oO
Da wär ich jetzt aber weit daneben gelegen. Hätte auf ein paar Jahr geschätzt, 2015 vielleicht ... ^^
Benutzeravatar
Drumtier
Metalhead
 
Beiträge: 3315
Registriert: Sonntag 7. Februar 2010, 00:43

Re: Euer metallischer Lebenslauf

Beitragvon Havoc » Freitag 11. September 2020, 20:01

Peter Kubaschk hat geschrieben:Ja, schöner Lebenslauf. Bis auf den Abschnitt mit den Onkelz. Der ist verstörend.


Finde ich allerdings auch. Und ich hörte damals so ca. 1993 - 1995 selbst die Onkelz. Hatte 4 oder 5 CDs von denen. Habe ich alle verkauft. Ich will gar nicht sagen, dass das schlechte Musik ist, aber ich ertrage die kaum. Meine Frau hat eine Best Of von denen die sie manchmal auflegt...und ich ertrage das echt kaum. Das hat nichts mit Metallergehabe zu tun. Ich kann mir das echt nicht geben. Die beste CD der Herren war aber aus meiner Sicht immer die "Es ist soweit". Mehr habe ich zu den Onkelz nicht zu sagen.

Drumtier hat geschrieben:2009 begann der Soundcheck auf powermetal.de? oO
Da wär ich jetzt aber weit daneben gelegen. Hätte auf ein paar Jahr geschätzt, 2015 vielleicht ... ^^


Ja. Krass oder. Und wie wir alle wissen hieß der erste Sieger RIVERSIDE. Die junge aufstrebende Progband aus Polen. 8-)
Benutzeravatar
Havoc
Metaller mit zu viel Zeit
 
Beiträge: 23746
Registriert: Sonntag 7. Februar 2010, 12:10

Re: Euer metallischer Lebenslauf

Beitragvon Peter Kubaschk » Freitag 11. September 2020, 21:24

Ja, dass das schon über 11 Jahre sind, die wir Soundcheck machen, ist wirklich krass. Eigentlich wollte ich einen Artikel zum 10-jährigen Jubliäum mit ein bisschen Statistik und Anekdoten machen, aber da kam das Leben dazwischen.

Was glaubt ihr, wie viele Scheiben seit dem im SC waren? Wie viele Noten vergeben wurden, wer die meisten Soundchecks mitgecheckt hat und welche Scheibe(n) am höchsten bewerten wurden?
Benutzeravatar
Peter Kubaschk
Metaller mit zu viel Zeit
 
Beiträge: 21958
Registriert: Dienstag 5. Januar 2010, 10:16

Re: Euer metallischer Lebenslauf

Beitragvon Peter Kubaschk » Freitag 11. September 2020, 21:27

oh, und natürlich wie oft die 10.0 vergeben wurde und wie oft die 1.0?
Benutzeravatar
Peter Kubaschk
Metaller mit zu viel Zeit
 
Beiträge: 21958
Registriert: Dienstag 5. Januar 2010, 10:16

VorherigeNächste

Zurück zu Die Rockbar

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 33 Gäste