Des Scheuklappenträgers 25 bittersüße 14er Melodien

Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.

Re: Des Scheuklappenträgers 25 bittersüße 14er Melodien

Beitragvon salisbury » Sonntag 4. Januar 2015, 01:27

Rüdiger Stehle hat geschrieben:
salisbury hat geschrieben:Was sind denn "leftfield artists" ?

http://en.wikipedia.org/wiki/Leftfield_%28genre%29


Oh! Ich hatte befürchtet, es wäre irgendwas politisches, aber das klingt ja nach etwas, nach dem ich suche. Letzt müsste man nur noch wissen, welche Bands hier Leftfield sind. Hab ich echt noch nie gehört, den Ausfdruck. Such mal morgen weiter... ;-)

(Sorry Siebi, for Thread-Pullution...)
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Re: Des Scheuklappenträgers 25 bittersüße 14er Melodien

Beitragvon Eike » Sonntag 4. Januar 2015, 01:42

leftfield ist schrägie.

Oder verschroben. Oder kauzig. Oder quaint. Oder eigenartig.
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Re: Des Scheuklappenträgers 25 bittersüße 14er Melodien

Beitragvon Siebi » Sonntag 4. Januar 2015, 12:50

Sehr schön, eine fruchtige Diskussion ist am Leben, tolle Eindrücke werden geschildert. Danke Rüdiger und Sally, das macht Laune, weiter so! Auch alle anderen, seid herzlich eingeladen und grämt nicht vor Tadel oder Lobgesängen. :)

Bevor ich gleich zum schwiegermütterlichen krustigen Schweinsbraten-mit-Knödel-Overkill enthusche, segeln wir spontan fröhlich verdoomt nach England, besser gesagt in den Nordwesten der Insel.

21. Unsilence - A Fire On The Sea (Nine Records)

Bild

Ur-britischer Doom offenbart ur-britischen Nasalgesang mit Zitaten der NWoBHM. Zerbrechlich weinerlich anmutend, setzt der Briten-Doom mit seiner manchmal windschiefen Charakteristik das i-Tüpfelchen auf die einwandfreie musikalische Darbietung der Instrumentalisten. Lange fünf Jahre hat es gedauert, bis die seit 1993 bestehende Formation mit ihrem zweiten Album aus den Startlöchern kam. Das Warten hat sich gelohnt. Wie auf dem Debüt „Under A Torn Sky“ treffen feine melancholische Gesangslinien auf dezent schwere Riffs, wie es hörbar wohl nur ein Insulaner Britanniens im Stande ist zu tun. Relaxed Doom at its best!

The Doorway
On Wild Fields
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Re: Des Scheuklappenträgers 25 bittersüße 14er Melodien

Beitragvon Permafrost » Sonntag 4. Januar 2015, 14:44

Siebi hat geschrieben:21. Unsilence - A Fire On The Sea (Nine Records)


Das ist gute "Im-wald-spazieren-geh"-Musik. :dafuer: Gefällt mir recht gut, für das, dass es Doom ist. Der Sänger hat eine sehr angenehme Stimme, hört sich fast schon poppig an, aber in Kombination mit der Musik macht sich das gut.
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Re: Des Scheuklappenträgers 25 bittersüße 14er Melodien

Beitragvon Eike » Sonntag 4. Januar 2015, 18:51

Die Hörbeispiele von UNSILENCE gefallen mir sehr!

'On Wild Fields' verbindet Trad.-Doom mit Neoromantik, Shoegaze mit Metal; das Ganze fließt wunderbar, ist dennoch heavy, doomt tiefgründig ohne zu erstarren; es muss nicht immer ganz langsam sein, solange die Trägheit der schweren Masse noch spürbar bleibt, darf gerne mal das Tempo anziehen; hier wird auch nicht pathetisch herumgekitscht, das ist im Rhythmusbereich grobkörnig genug, den ätherischen Gesang noch erden zu können; daraus entsteht Spannung, dennoch wirkt das Stück nicht zerrissen oder todesbleilastig, sondern eben traditionell doomig. Alles in Allem: Toll!

'The Doorway' hat eher konventionellen, eben sämigen Doomfluss; das ist auch kein Extremdoom, hat es einfach nicht nötig, die Sache auf ihren Kern zu konzentrieren, reduzieren; da darf auch mal mäandert werden, solange der rote Faden nicht verloren geht; da darf man am Wegesrand auch mal nach dem Blümchen schauen, ohne den Pfad der Schwere deswegen verlassen zu müssen; wolkig, aufquellend, hier ein wenig lichtdurchbrochen, dort etwas stürmischer, quer über die lehmige, tauschwere, noch nicht ganz gefrorene Ackerkrume hinweg, die herbstverbrannt und schneegestöbererwartend daliegt; und immer so fort, der Sound des Sichnichtunterkriegenlassens, melancholisch und schön...

Erhaben ge(n)ölter Nasalgesang kommt immer noch gut im Doom. Leider sind die meisten Sänger knapp dran vorbei und nerven dann nur noch oder lassen sich bestenfalls gerade so noch ignorieren. Der hier nicht. Der hat's drauf.
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Re: Des Scheuklappenträgers 25 bittersüße 14er Melodien

Beitragvon Schaf » Montag 5. Januar 2015, 09:29

Das Debüt von UNSILENCE war richtig stark. Habe wieder mal das Neueste verpasst, aber dafür sind ja diese Listen da. Ab damit auf die Einkaufsliste.
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Re: Des Scheuklappenträgers 25 bittersüße 14er Melodien

Beitragvon Siebi » Montag 5. Januar 2015, 11:47

Eike schildert blümant seine Eindrücke, das Schaf erweitert den Einkaufszettel, so soll es sein. Ein herzliches :dafuer: !

Kurzer Zwischenstand nach fünf Alben:
21. Unsilence - A Fire On The Sea
22. Freedom Call - Beyond
23. Lay Down Rotten - Deathspell Catharsis - Mors Semper Maior Est
24. Kuolemanlaakso - Tulijoutsen
25. Anubis Gate - Horizons


Übermorgen geht es weiter mit #20. Be prepared!
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Re: Des Scheuklappenträgers 25 bittersüße 14er Melodien

Beitragvon Chavo89 » Dienstag 6. Januar 2015, 16:17

Ja, FREEDOM CALL ist schon toll. Sehe ich auch so, auch wenn ich mit dem neueren Schaffen gar nicht mehr so beschäftigt habe. Man 'durfte' die ja früher nicht hören. Ist ja total uncool und peinlich und so weiter. Ich habe mich da mittlerweile emanzipiert und feiere zumindest die ersten Alben der Band sehr ab. Die anderen werden aber auch gekauft, wenn sie mir über den Weg laufen. 'Union Of The Strong' ist jedenfalls toll!

UNSILENCE habe ich auch mal angeklickt. Das war eine gute Entscheidung. Ich kann da gerade nicht viel zu schreiben, 'The Doorway' ist geil. Muss ich mir merken!
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Re: Des Scheuklappenträgers 25 bittersüße 14er Melodien

Beitragvon Nils Macher » Dienstag 6. Januar 2015, 16:43

UNSILENCE gefällt mir richtig gut. Das klingt so herrlich entspannt - eine Eigenschaft, die Doom-Bands ja gerne mal abgeht. Das wird auf jeden Fall notiert und demnächst mal bestellt.

Bei FREEDOM CALL geht es mir ähnlich wie Rüdiger, grundsätzlich mag ich das, kaufen tue ich es meistens nur in einer Phase.

Bin gespannt auf Platz 20!
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Re: Des Scheuklappenträgers 25 bittersüße 14er Melodien

Beitragvon Siebi » Dienstag 6. Januar 2015, 22:02

Unsilence bewegt die Forumsgemeinde, das freut mich riesig. Ging die Band und Scheibe im VÖ-freudigen letzten Jahr ziemlich unter.
Sodala, die liebsten 20 stehen an. Da ich morgen wohl nicht dazu komme, gibt es #20 als heutiges Betthupferl. Wir verlassen die britische Insel nach Osten und landen in Sverige, dem Land der Elche, Abbas, Volvos, Wallanders, Köttbullar und des M_E_T_A_L!

20. Wolf – Devil Seed (Century Media)

Bild

Das vierköpfige Metalkommando um das einzig verbliebene Ur-Mitglied und Mastermind Niklas „Stålvind“ Olsson feiert im Jahr 2015 sein 20-jähriges Jubiläum. Prosit und Skål! Bald spielen sie live in Tyskland zum Tanz auf, sowohl in München (mit Dead Lord) als auch am Metal Assault (mit dem gleichen Lord und vielen anderen) werde ich Zeuge einer fulminanten Show der für mich besten „Nachwuchsband“ aus dem klassischen Sektor werden. Ich spür's.

Mit „Devil Seed“ serviert man dem wolfsheulenden Hörer elf leckere, frisch zubereitete, Schwedenhappen ins rötlich erregte Lauschlappenpaar. Ob es beweglich nach vorne peitscht, bodenständig stampft oder etwas balladesk zwischenspielen darf, hier regiert classical Heavy Metal all the way. Songwriting, Instrumentenspiel, Gesang und Sound bilden ein unzerlegbares Viergestirn. Genau so will ich meinen Heavy Metal zwischen die Augen. Tempovariation, wertige Riffs, eingängige Melodien, hakenwerfende Fistraiserchorüsse, da lächelt der freudig erregte Siebibanger. Dazu ein Bier auf oder zwei, Pommesgabel links, Kumpel rechts in inniger Umarmung und im Duett das fuckin' Kopf gebangt. Nota bene sei erwähnt, dass die LP inklusive der CD (mit 2 Coverversionen als Bonustracks) kommt. So mag der oberbayerische Bub das. :)

Shark Attack
River Everlost
The Dark Passenger
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