Musikalische Erkenntnis des Tages

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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Christian Schwarzer » Mittwoch 17. Juli 2013, 08:00

Nils hat geschrieben:WATAIN ist mit großem Abstand die beste praktizierende Black-Metal-Band im "orthodoxen" Sektor.
Jesus hat geschrieben:Und natürlich hat Nils versehentlich DEATHSPELL OMEGA falsch geschrieben.

:grins:

Ich hab im obigen Post vergessen, das ein bisschen einzuschränken. Im orthodoxen Sektor hat WATAIN keinen so dermaßen großen Abstand, in meinen Augen, u.a. wegen diverser oben aufgezählten Bands (auch und vor allem DSO). Dafür kann man das dann aber auf BM an sich ausweiten und schon sinkt der allgemeine Schnitt und der Vorsprung ist gerettet. :D Das neue Album ist der Killer.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Jesus » Mittwoch 17. Juli 2013, 08:17

Christian Schwarzer hat geschrieben:Orthodox Black Metal ist streng genommen rein inhaltlich definiert (wobei es natürlich musikalisch schon irgendwie BM sein muss): Bands die religiösen Satanismus propagieren.


Satanismus allein macht noch keine BM-Band orthodox. Es sollte diese Sorte literarischer, (pseudo-)intellektueller Satanismus mit allerlei kabbalistischer Symbolik und Unmengen den Frühkulturen des Nahen Ostens und evtl. Indiens entsprungenen mythologischen und magischen Elementen sein. Einfach nur dem Gehörnten zu huldigen reicht da nicht, denn dann bräuchte man diese Beschreibung nicht ;) Ergo: MARDUK sind kein Orthodox BM, da sie nur wild "SATAN!" rumschreien, aber von Mortuus abgesehen wahrscheinlich nicht einmal des Lesens mächtig zu sein scheinen.

Christian Schwarzer hat geschrieben:DISSECTION


Die ersten beiden Alben haben mit Orthodox BM aber gar nichts zu tun. Mal ganz abgesehen davon, dass es den damals auch noch gar nicht gab. "Reinkaos" geht inhaltlich damit konform, enthielt dafür wiederum keinen Black Metal.


Christian Schwarzer hat geschrieben:Randbereich, weil musikalisch vollkommen anders: IN SOLITUDE, THE DEVILS BLOOD, JESS AND THE ANCIENT ONES, THERION, SATURNALIA TEMPLE


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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Christian Schwarzer » Mittwoch 17. Juli 2013, 08:34

Jesus hat geschrieben:
Ich hat geschrieben:Orthodox Black Metal ist streng genommen rein inhaltlich definiert (wobei es natürlich musikalisch schon irgendwie BM sein muss): Bands die religiösen Satanismus propagieren.
Satanismus allein macht noch keine BM-Band orthodox. Es sollte diese Sorte literarischer, (pseudo-)intellektueller Satanismus mit allerlei kabbalistischer Symbolik und Unmengen den Frühkulturen des Nahen Ostens und evtl. Indiens entsprungenen mythologischen und magischen Elementen sein. Einfach nur dem Gehörnten zu huldigen reicht da nicht, denn dann bräuchte man diese Beschreibung nicht ;) Ergo: MARDUK sind kein Orthodox BM, da sie nur wild "SATAN!" rumschreien, aber von Mortuus abgesehen wahrscheinlich nicht einmal des Lesens mächtig zu sein scheinen.

Sicherlich, ich wollte aber nicht, dass das jetzt in einen Vortrag darüber ausartet, mir ist das schon klar, welche Unterschiede es da gibt ("Das wieder ist ein sehr weitläufiges Thema..."). Zumal ich an keiner Stelle von "Satanismus allein" gesprochen habe, sondern von "religiösem Satanismus", was das ganze erheblich einschränkt. Was du mit "literarisch" meinst erschließt sich mir jedoch nicht ganz. Literarisch ist der Satanismus bei GORGOROTH oder DARK FORTRESS (und letztere verehre ich geradezu wegen ihrer Musik), aber sicherlich nicht bei WATAIN oder OFERMOD, "praktischer" geht es eigentlich garnicht. Was MARDUK angeht: Deswegen hab ichs ja auch eingeschränkt. Der Unterschied zwischen Prä-Mortuus und Mortuus-Ära ist bei MARDUK der zwischen zehn Metern Feldweg und der Bibel (ich weis, dass das für viele Menschen synonym verwendet werden kann und wir dann eine Art Tautologie hätten, aber das war mir sehr bewusst beim Schreiben. Im Übrigen meinte ich das nicht inhaltlich, sondern nur stilistisch.). Das beste MARDUK-Album ist sicherlich nicht die "Panzerdivision" o.ä.

Schaf hat geschrieben:
Ich hat geschrieben:DISSECTION

Die ersten beiden Alben haben mit Orthodox BM aber gar nichts zu tun. Mal ganz abgesehen davon, dass es den damals auch noch gar nicht gab. "Reinkaos" geht inhaltlich damit konform, enthielt dafür wiederum keinen Black Metal.

Das ist mir alles klar (der Begriff Orthodox BM ist schon 16 Jahre alt, btw). Nur sind DISSECTION inhaltlich am Ende derart im Zentrum angesiedelt gewesen und bestanden zur Hälfte aus jetzigen WATAIN-Mitgliedern, dass ich die Band unverschämter Weise einfach hier eingeordnet habe. :)

Wolltier hat geschrieben:
Ich hat geschrieben:Randbereich, weil musikalisch vollkommen anders: IN SOLITUDE, THE DEVILS BLOOD, JESS AND THE ANCIENT ONES, THERION, SATURNALIA TEMPLE

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Is aber so, muss man ja nicht mögen.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Jesus » Mittwoch 17. Juli 2013, 08:38

Beim letzten Kommentar ging es gar nicht darum, ob ich diese oder jene Band mag oder nicht. Nur als "Randbereich von Orthodox BM" war mir das ein klitzekleines bisschen zu weit über die Genregrenzen und Tellerränder geschaut ;)
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Christian Schwarzer » Mittwoch 17. Juli 2013, 08:41

Ja, kann ich schon nachvollziehen, würde ich auch nicht unter den Begriff fassen. Aber die Verbindungen, gerade bei den ersten zwei sind schon offensichtlich.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Nils Macher » Mittwoch 17. Juli 2013, 09:12

Was so ein kleines Wort bei alles auslösen kann ;-)

"The Wild Hunt" ist das beste BM-Album der letzten 3-4 Jahre. Punkt aus.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon the seeker » Mittwoch 17. Juli 2013, 10:04

Sollte der Rest tatsächlich besser als das dürftige "All that may bleed" sein? Da fehlt mir eindeutig das "Fiese", um wahrlicher Schwarzmetall zu sein.
Bin gespannt, aber unter den großen Namen muss es sich z.B. mit der letzten MARDUK messen ;)

werde mich mal mehr mit WATAIN beschäftigen...
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Nils Macher » Mittwoch 17. Juli 2013, 10:06

the seeker hat geschrieben:Sollte der Rest tatsächlich besser als das dürftige "All that may bleed" sein? Da fehlt mir eindeutig das "Fiese", um wahrlicher Schwarzmetall zu sein.
Bin gespannt, aber unter den großen Namen muss es sich z.B. mit der letzten MARDUK messen ;)

werde mich mal mehr mit WATAIN beschäftigen...


1. Sind die anderen Songs besser als die Single-Auskopplung
2. Ist aber auch die nicht schlecht
3. Ist das eine ganz andere Hausnummer als die letzte MARDUK

8-)
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Christian Schwarzer » Mittwoch 17. Juli 2013, 10:18

Nils hat geschrieben:"The Wild Hunt" ist das beste BM-Album der letzten 3-4 Jahre. Punkt aus.

Wahrheit.

1. Sind die anderen Songs besser als die Single-Auskopplung

Geschmacksache, was für das Album spricht. Jeder Song ist besser als der andere.

2. Ist aber auch die nicht schlecht

Überragend, um genau zu sein.

3. Ist das eine ganz andere Hausnummer als die letzte MARDUK

Ich mag die "Serpent Sermon" schon sehr gerne, aber "The Wild Hunt" ist genau das, was der Titel impliziert: Der Wahnsinn.

Ich höre dieses Album seit mehr als drei Wochen fast jeden Tag, teilweise sogar dreimal am selben und würde es, hätte ich nicht Klausurphase und würde eine andere Band mich nicht noch ablenken, noch häufiger hören. Ich würde jetzt gerne eine ganze Thread-Seite vollschreiben, aber wie will ich eine derartige musikalische Explosion in Worte fassen (abgesehen davon, dass ich nicht meine Rezi vorwegnehmen will)?

WATAIN herrscht.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Rüdiger Stehle » Mittwoch 17. Juli 2013, 17:29

Also ich halte Watain ja durchaus in allen Ehren, aber dass sie aktuell die (auch noch mit Abstand) beste Black-Metal-Band seien, will ich so nicht unterschreiben. Dazu liegt mir dann doch Material wie die jeweils aktuellen Scheiben von TAAKE, ISVIND, GORGOROTH oder auch MAYHEM zu sehr am Herzen.

Wenn die Schubladisierung als "orthodox" nur dazu dienen soll, WATAIN als beste Band ihres eigenen Genres zu präsentieren, dann gut, meinetwegen. Aber das ist dann doch relativ substanzlos, oder? Und die Definitionsversuche zum "orthodoxen" Black Metal, die mir hier bisher so begegnet sind, finde ich doch eher erheiternd, sorry. Die MARDUK-Jungs können nicht lesen und sind deshalb nicht orthodox? Come on... wenn ich mir MARDUK-Booklets so anschaue, dann hat Mogge so ziemlich jedes Buch über den zweiten Weltkrieg und über Vlad Tepes und Elizabeth Báthory gelesen, das er bekommen konnte. Ist Orthodoxer Black Metal also Black Metal von chaosgnostischen MLO-Sympathisanten, oder nur, wenn er von eingetragenen Mitgliedern des MLO stammt? Da hat ja die Schublade "Kaskadischer Black Metal" noch etwas mehr Substanz.

Ist SATAN'S HOST orthodoxer Black Metal? Oder DEMONCY? ACHERON? Die ganzen LaVey-Anbeter der USBM-Szene?
alias Hugin der Rabe.
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