Mein musikalisches Jahr im Rückblick

Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.

Re: Mein musikalisches Jahr im Rückblick

Beitragvon Pillamyd » Mittwoch 24. Dezember 2025, 09:58

Platz 08:
AFI | Silver Bleeds The Black Sun...


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Ein Album, dass ich spät im Jahr für mich entdeckt habe und die vor allem wegen ihrer Wandelbarkeit bei mir für aufsehen gesorgt hat. Als Hardcore/Punk Band gestartet, hat die Band zumindest die Parallele, dass wohl kein Album dem vorherigen ähnelt, ähnlich wie bei einer Band Namens „The Damned“. Mir fehlen die Vergleiche noch, dass liegt aber allein daran, dass ich von diesem Album einfach nicht loskommen will, um tiefer einzusteigen.

Trotz allem zeigt dieses Album in sich eine famose Wandelbarkeit. Dass offenbaren Songs wie der Opener und „Spear Of Truth“ die fast gefühlt mit einer Spiritualität daherkommen, dass die Friedenspfeife glüht. Hier und da habe hier auch etwas TRIBE AFTER TRIBE-Vibes. Was völlig abstrus erscheinen mag, aber hier und da immer wieder aufblitzen. Ob gewollt oder nicht. Daneben gesellen sich wunderbare Smasher wie „Holy Vision“ und „Ash Speck In A Green Eye“, die den 80er Sound mit voller Hingabe frönen. Eine Mischung aus THE CURE, SISTERS OF MERCY, New Wave/Synth, Gothic und Post Punk, sind hier das Augenmerk.

Ich bin ja seit geraumer Zeit fasziniert von dieser Art der Musik. Und mit AFI und diesem Album, habe ich das Gefühl, ein neues Kapitel in dem Genre aufgeschlagen zu haben, denn es kommt mit einer Moderne aus, die frischen Wind verbreitet, seine Wurzeln aber nicht unterschlagen.

„Silver Bleeds The Black Sun…“ wirkt in seinen 33 Minuten doch recht knapp, auf den ersten Blick. Doch trügt der Schein, dass man hier nur wenig geboten bekommt. Ich finde eher, dass es sich hierbei um ein Album handelt – und das ist das faszinierende daran – dass nach Rastlosigkeit klingt, nach der Sehnsucht nach neuen Gefilden, die Band aber zielstrebig agiert und genau weiß, wo sie hinwollen. Diese Rastlosigkeit ist auch zum großen Teil dem Gesang zuzuschreiben. Diese Tragik besticht dadurch, dass in der Monotonie, die dem Genre gern einmal als negativen Aspekt zugeschrieben wird, immer wieder spannungsvolle Bögen hinzugeführt wird und ich schätze, dass das der Herangehensweise an dieses Album geschuldet ist, eben nicht nur als emotionales Nervenbündel zu agieren, sondern aus eigener Kraft als Summe aus Positivität und Negativität, mit dem im Klammern eingeführten Abwegen dessen als Ergebnis eines Befreiungsschlag gleichkommt.

Ein wunderbares Album, dass mir wieder vor Augen führt, auch öfters mal über den Tellerrand zu schauen. Denn dann kann es passieren, die Ernüchterung wieder in Begeisterung umzukehren. Und das ist das spannendste, was mir in der Musik passieren kann.

The Birds Of Prey
Holy Vision
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Re: Mein musikalisches Jahr im Rückblick

Beitragvon frankjaeger » Mittwoch 24. Dezember 2025, 10:29

Oh. Das kenne ich gar nicht, aber das Album ist wirkluch stark. Ich werfe als Referenz noch etwas YOUNG GODS in den Raum und setze das Ding mal direkt auf meine Liste. Super!
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Re: Mein musikalisches Jahr im Rückblick

Beitragvon Kenneth Thiessen » Mittwoch 24. Dezember 2025, 12:23

Cool, dass du hier wieder deine Jahres-Top-10 veröffentlichst. Es ist immer interessant zu sehen, was die anderen Forumsbewohner das Jahr über begeistert hat. Ich überlege auch noch, ob ich eine Top 10 oder eine Top 5 oder ähnliches poste.
Bei den ZIG ZAGS habe ich in 'Altered States' reingehört und fand' den auch super, ich glaube ich muss mir mal das ganze Album geben. Der Song versprühte eine tolle Energie, hoffentlich gehts auch sonst auf dem Album so slayerig zu.
Der Beschreibung nach treffen SPECIES und AFI nicht ganz so meine Ohren, mal schauen ob auf den vorderen Plätzen bei dir noch Alben landen, die mir vom Stil mehr zusagen.
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Re: Mein musikalisches Jahr im Rückblick

Beitragvon Pillamyd » Donnerstag 25. Dezember 2025, 10:59

frankjaeger hat geschrieben:Oh. Das kenne ich gar nicht, aber das Album ist wirkluch stark. Ich werfe als Referenz noch etwas YOUNG GODS in den Raum und setze das Ding mal direkt auf meine Liste. Super!



Einkaufsliste also 3/3 :grins:

Finde ich super, dass dir das gefällt. In die Referenz werde ich mal ein Ohr riskieren, die Tage :)
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Re: Mein musikalisches Jahr im Rückblick

Beitragvon Pillamyd » Donnerstag 25. Dezember 2025, 15:57

Platz 07
Pagan Altar | Never Quite Dead


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Ein Album mit dem ich nicht gerechnet habe. In vielerlei Hinsicht nicht. Es hat mich interessiert, war aber kein direkter Kaufkandidat. Der Hinweis, dass ich das brauche, hat mich dann aber doch zum Kauf verleitet. Dass es dann einen Platz in der Top 10 ergattern würde, damit habe ich wirklich nicht gerechnet.

Mir selbst ist die Band seit Jahren ein Begriff, aber ich habe es nie geschafft, mich mit der Band zu beschäftigen. Den Sänger kannte ich von MAGIC CIRCLE, was ich ebenfalls gar nicht auf dem Schirm hatte, wohl aber das Interesse nochmal verstärkt hat.

Ich war mit den ersten Tönen direkt hin und weg von dem Sound der Scheibe und gleichzeitig der direkte Türöffner für diese wundervollen Kompositionen dieses Albums. Dass das Material schon ein paar km auf dem Tacho hat, tut dem ganzen keinen Abbruch.

„Never Quite Dead“ hat ganz klar den 70er Rock Sound im Visier, wirkt aber alles andere als ein plumper Retroabklatsch. Eher hat man das Gefühl, die Band weiß, wovon sie spielen. Musikalisch ist das mit so einer Schönheit durchzogen, dass man gar nicht von loskommt. Egal ob das die mal lauten, mal leisen, mal die bluesigen, mal die schroffen Gitarren sind. Der vielseitige Gesang, der durch seine nasale Art, etwas an Shelton erinnert aber durch seine Klangfarbe aber wesentlich freier agieren kann. Ich mag vor allem die seichte Art dessen. Ein Song wie „Liston Chruch“, um ein Beispiel zu nennen - könnte ich immer und immer wieder hören. Ich werde regelrecht elektrisiert und stehe unter Hochspannung, die sich dann im unglaublichen Solo entlädt.

Völlig versunken bin ich dann, als ich „Never Quite Dead“ dann zum ersten Mal unter Kopfhörern gehört habe. Man spürte förmlich die steigende Ummantelung um sich herum. Den schützenden Bereich in eine Klangwelt einzutauchen, die so vollbepackt ist von der Herrlichkeit dessen, was sich alles darin verbirgt. Denn das wirkt in der Tiefe noch einmal detailreicher. Mit dem ersten einsetzenden Gesang öffnen sich die Pforten zu einer Welt, die einzigartig scheint, bei der man bei der Begehung direkt zu staunen beginnt, die Magie und die Mystik einen fest in den Bann hält und erst nach „Kismet“ loslässt. Aber mit vielen Eindrücken. Und was für welche.

Liston Church
Well Of Despair
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Re: Mein musikalisches Jahr im Rückblick

Beitragvon Kenneth Thiessen » Donnerstag 25. Dezember 2025, 16:15

Also 'Liston Church' habe ich mir jetzt gerade mal angehört und das ist großartig. Ich werde mir das gesamte Album die Tage auf jeden Fall anhören!

Zu ZIG ZAGS:
"Deadbeat At Dawn" lief gestern und war gut, konnte mich aber nicht vollends überzeugen. Der Groove war in einigen Songs ziemlich gut, die Energie, die rüberkam, auch, aber mir hat die slayerige Geschwindigkeit an manchen Stellen etwas gefehlt.
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Re: Mein musikalisches Jahr im Rückblick

Beitragvon Pillamyd » Donnerstag 25. Dezember 2025, 16:29

Es ging auch nie über Geschwindigkeig sondern um das Riffing und ich bin froh, dass die Geschwindigkeit nicht zum tragen kommt, sondern vielmehr der Punk und der freche Rock N Roll ;-)

100 prozentige Slayerkopien braucht es einfach nicht.
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Re: Mein musikalisches Jahr im Rückblick

Beitragvon Kenneth Thiessen » Donnerstag 25. Dezember 2025, 21:34

Den Gedankengang kann ich tatsächlich nachvollziehen. Das Riffing ist stellenweise ziemlich stark und die Attitüde passt auch. Frech klingts allemal.

Zu PAGAN ALTAR:
Das Album läuft und gefällt mir sehr, sehr gut. Ich denke, ich muss mich da mal durch die Diskographie graben, denn das ist mein Erstkontakt mit der Band. Die Produktion ist wirklich gelungen, das klingt alles noch so schön natürlich, trotz Veröffentlichung 2025.
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Re: Mein musikalisches Jahr im Rückblick

Beitragvon salisbury » Donnerstag 25. Dezember 2025, 23:29

Großer Beifall für PAGAN ALTAR. Ich werde das Album auch in meinem ersten Perlenartikel seit 2020 erwähnen. Deine Worte dazu sind berührend.
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Re: Mein musikalisches Jahr im Rückblick

Beitragvon Havoc » Freitag 26. Dezember 2025, 01:18

Da sollte ich dann wohl auch mal reinhören. Auch wenn ich nicht wirklich weiß, ob das meine Baustelle ist. Werde es demnächst noch mal antesten.
Das Album kam ja fast überall ziemlich gut weg.
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