20 schwarze Federn aus des verblichnen Jahres Kleid

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Re: 20 schwarze Federn aus des verblichnen Jahres Kleid

Beitragvon Rüdiger Stehle » Mittwoch 12. Februar 2014, 02:42

17.
SATAN "Life Sentence"
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Holg wird euch da ja sicherlich an noch exponierterer Stelle noch einiges mehr dazu erzählen. Auch hier ein Soundcheck-Sieger (April), und auch dieser absolut verdient. Einmal mehr der von Freund Thommy verkannte Gottsänger Brian Ross am Mikro, und - das ist dann auch der Grund, warum SATAN bei mir knapp vor BLITZKRIEG liegt - dann eben auch mit Tippins und Ramsey ein Gitarrenduo, das ebenfalls in elysischen Sphären wandelt oder in Walhalla thront. Gerade Meister Tippins hat nicht umsonst den Spitznamen Tornado, denn einen ebensolchen entfacht die Band in so ziemlich jedem Song in Riffs und Leads, dass es einfach ein Traum ist. Dazu kommt eine Produktion, die perfekt passt, und eben auch eine stilistische Verortung, die zu 100% an das anknüpft, wofür das letzte Album dieses Line-ups "Court In The Act" (1985) stand. In der Form und Klasse hätte man sich in den kühnsten Träumen kaum erhoffen können. Herausragende Songs sind zum Beispiel der Derwisch 'Siege Mentality' oder auch 'Time To Die', doch hier könnten wir auch den Zufallsgenerator anwerfen, das Album ist rundum auf gleichbleibend hohem Niveau.

Wie bei den drei vorigen Genannten, so ist auch hier das Artwork der absolute Bringer, der die Historie der Band mehr als nur gelungen aufgreift.
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Re: 20 schwarze Federn aus des verblichnen Jahres Kleid

Beitragvon Holger Andrae » Mittwoch 12. Februar 2014, 09:01

Später mehr dazu.
Auf jeden Fall: :dafuer: :dafuer: :dafuer:
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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Re: 20 schwarze Federn aus des verblichnen Jahres Kleid

Beitragvon salisbury » Mittwoch 12. Februar 2014, 10:18

Gefällt mir um Längen besser als BLITZKRIEG; wegen der Gitarren ;-)
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Re: 20 schwarze Federn aus des verblichnen Jahres Kleid

Beitragvon Siebi » Mittwoch 12. Februar 2014, 11:08

Die Satan ist so gähnend langweilig, gibt mir gar nix, analog zur blutleeren Blitzkrieg. Der komprimierte Rhythmusgitarrensound tut in den Ohren weh. Wenn neue Scheiben alter NWoBHM-Säcke laufen, dann Tygers Of Pan Tang oder Persian Risk. Das Artwork ist klasse, da stimme ich zu.
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Re: 20 schwarze Federn aus des verblichnen Jahres Kleid

Beitragvon Jhonny » Mittwoch 12. Februar 2014, 11:11

So, Autopsy ist definitiv auch mein Fall. Könnte ich mir auch zulegen.

Blitzkrieg sind bestellt und kommen hoffentlich die Tage an.

Motörhead werden sicher mal günstig gekauft; da fehlen auch noch ein paar andere Scheiben, v.a. aus den 90ern.

Satan waren bei mir ja auf der 2.
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Re: 20 schwarze Federn aus des verblichnen Jahres Kleid

Beitragvon Rüdiger Stehle » Mittwoch 12. Februar 2014, 14:49

Siebi hat geschrieben:Die Satan ist so gähnend langweilig, gibt mir gar nix, analog zur blutleeren Blitzkrieg. Der komprimierte Rhythmusgitarrensound tut in den Ohren weh. Wenn neue Scheiben alter NWoBHM-Säcke laufen, dann Tygers Of Pan Tang oder Persian Risk. Das Artwork ist klasse, da stimme ich zu.

Das mit dem Sound höre ich zum Glück nicht. Dafür bin ich jeden Tag sehr dankbar, wenn ich lese, wie viele Leute dieses oder jenes Album wegen vermeintlicher Soundprobleme nicht mögen.

Die aktueleln Scheiben der Tygers und von Persian Risk finde ich schon auch sehr gut, aber das ist stilistisch etwas weniger meine Ecke. Die 70er-lastige, rock'n'rollig-hardockige Variante der NWoBHM spielte bei mir immer die zweite Geige hinter den Exponaten der NWoBHM, die sich eher im 80er-metallischen, thrashigen, epischen oder doomigen Bereich bewegen. Sprich, bei aller Liebe waren mir Jaguar, Persian Risk, Tygers Of Pan-Tang oder Savage oder Sweet Savage immer weitaus ferner als etwa Venom, Witchfynde, Satan, Pagan Altar, Blitzkrieg, Venom oder Atomkraft. Das zieht sich irgendwie bis heute durch, auch wenn ich - wie gesagt - die Rock'n'Roller unter den alten Briten schon auch ganz gerne habe.
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Re: 20 schwarze Federn aus des verblichnen Jahres Kleid

Beitragvon Klaus » Mittwoch 12. Februar 2014, 14:56

Siebi hat geschrieben:Die Satan ist so gähnend langweilig, gibt mir gar nix, analog zur blutleeren Blitzkrieg. Der komprimierte Rhythmusgitarrensound tut in den Ohren weh. Wenn neue Scheiben alter NWoBHM-Säcke laufen, dann Tygers Of Pan Tang oder Persian Risk. Das Artwork ist klasse, da stimme ich zu.


Hier muss ich leider dem guten Siebi recht geben. Die Satan macht mir eigentlich auch überhaupt keinen Spaß mehr und die Blitzkrieg werde ich mir gar nicht erst kaufen. Brian Ross enttäuscht auf ganzer Linie!

Ganz anders sieht es immer noch bei Persian Risk aus - ganz tolles Album.
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Re: 20 schwarze Federn aus des verblichnen Jahres Kleid

Beitragvon Siebi » Mittwoch 12. Februar 2014, 16:44

Rüdiger Stehle hat geschrieben:
Siebi hat geschrieben:Die Satan ist so gähnend langweilig, gibt mir gar nix, analog zur blutleeren Blitzkrieg. Der komprimierte Rhythmusgitarrensound tut in den Ohren weh. Wenn neue Scheiben alter NWoBHM-Säcke laufen, dann Tygers Of Pan Tang oder Persian Risk. Das Artwork ist klasse, da stimme ich zu.

Das mit dem Sound höre ich zum Glück nicht. Dafür bin ich jeden Tag sehr dankbar, wenn ich lese, wie viele Leute dieses oder jenes Album wegen vermeintlicher Soundprobleme nicht mögen.
...

Klingen für Dich alle Platten gleich? Kann doch nicht sein, oder? Ich kann das nicht glauben, dass man keine Soundunterschiede zwischen zwei Scheiben hört oder keine Soundvorlieben hat.
Um es noch einmal klarzustellen. Der Sound kommt nach den Songs, kann mir das Hörvergnügen durchaus vergällen, siehe "Sybling"-EP oder "Metal From Hell". Mich lassen in erster Linie die satanischen Songs kalt, ich warte bei jedem Durchlaufversuch auf das "Aha - so geil - Bier auf und abschädel"-Erlebnis. Das habe ich eben bei den aktuellen Platten von TOPT und Persian Risk.
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Re: 20 schwarze Federn aus des verblichnen Jahres Kleid

Beitragvon Rüdiger Stehle » Mittwoch 12. Februar 2014, 18:02

Siebi hat geschrieben:Klingen für Dich alle Platten gleich? Kann doch nicht sein, oder? Ich kann das nicht glauben, dass man keine Soundunterschiede zwischen zwei Scheiben hört oder keine Soundvorlieben hat.

Nein, es klingen natürlich nicht alle Scheiben gleich, und ich habe auch Platten, bei denen ich den Sound ganz besonders gerne mag, und manche, bei denen mich gewisse Dinge ein wenig stören. Ich liebe z.B. ganz dezidiert den Sound des JAG PANZER "Shadow Thief"-Rereleases oder von ANVILs "This is Thirteen", dagegen finde ich den Sound der vorletzten und vor-vorletzen Scheibe von MANILLA ROAD ziemlich dürftig.

Aber dass mir eine kompositorisch und stilistisch tolle Platte durch einen mir nicht so sehr zusagenden Sound komplett verleidet würde, das habe ich tatsächlich noch nie erlebt. Gerade die letzten Platten von Manilla Road hatten einen sehr seltsamen Sound, den ich auch sehr gerne anders hätte, aber das stört mich beim Hören tatsächlich maximal 3 Minuten lang, und dann habe ich mich dran gewöhnt und kann die Musik trotzdem vollauf genießen. Mich freut das sehr, weil es ja sehr schade wäre, wenn ich wegen solcher Nichtigkeiten Songs nicht würde hören wollen, die mir kompositorisch total gut gefallen.

Die einzigen Probleme mit Soundbezug, die mich wirklich nachhaltig und entscheidend stören, sind "objektive" Soundfehler, also Dinge, die nicht mit den vom Produzenten gewählten Sound-Stilelementen ("artistic choices") zusammenhängen, sondern die wirklich so geraten sind, weil es Band und/oder Studio nicht besser konnten. Sprich: Aufnahmen, die klingen wie mit dem eingebauten Mikro eines Cassettenrecorders aus den 80ern. Aufnahmen, bei denen es kackst, rauscht, knistert wie blöde, oder Aufnahmen, bei denen man den Gesang kaum hört, oder bei denen die Gitarre ausfällt, oder dergleichen halt. Ich habe da ein paar Demos, bei denen sogar mich der Sound so sehr stört, dass ich das nicht anhören mag. "Metal From Hell" ist da tatsächlich ein Grenzfall, weshalb ich mir da echt eine komplette Neueinspielung wünschen würde. Aber anhören kann ich mir das schon auch so.

Aber wenn die Leute dann mit so Zeug wie Loudness-War, Kompression, und so weiter ankommen, oder wie ein uns beiden foral bekannter High-End-Fanatiker aus dem SMB mit seinen Ausführungen zu gutem und schlechtem Sound, dann steige ich einfach aus. Das sind für mich böhmische Dörfer. Ich kann halt sagen, ob ich den Sound als erdig und warm, oder als kalt und steril empfinde, ob es rauscht und knaxt, oder ob es glasklar klingt, ob der Mix ausgewogen ist, oder ob mir irgendwelche Instrumente zu laut oder zu leise gemischt sind... Das höre ich natürlich alles. Aber dass die SATAN einen "komprimierten" Gitarrensound hätte? Beim besten Willen, mit der Aussage kann ich einfach nichts anfangen. Das höre ich nicht, und ich will's auch gar nicht hören.

In den vielen Jahren, in denen ich jetzt im Internet schon über Metal schreibe und lese, habe ich schon so oft lesen müssen, dass dieses oder jenes Album einen "schlechten Sound" hätte, und ich kann gar nimmer zählen, wie oft ich dann leicht konsterniert "Ach!?" gesagt oder gedacht habe. "Pink Bubbles Go Ape", "Battle Hymns", "Life Sentence", "Frost & Fire", RWs "Victory", "Kings Of Metal", sämtliche Bathory-Scheiben, das VENOM-Debüt... die Beispiele sind unzählig. Ich finde, dass die alle sehr cool klingen. Unterschiedlich natürlich, aber alle gut.


Um es noch einmal klarzustellen. Der Sound kommt nach den Songs, kann mir das Hörvergnügen durchaus vergällen, siehe "Sybling"-EP oder "Metal From Hell". Mich lassen in erster Linie die satanischen Songs kalt, ich warte bei jedem Durchlaufversuch auf das "Aha - so geil - Bier auf und abschädel"-Erlebnis. Das habe ich eben bei den aktuellen Platten von TOPT und Persian Risk.

Das ist bei mir der Grund, warum die SATAN ebenso wie die BLITZKRIEG nicht ganz weit vorne in meinen Top-20 sind. Ich liebe den Gesang, und ich verehre vor allem das Gitarrenspiel bei Satan, so dass sich direkt ein Wohlfühl-Erlebnis einstellt. Die Songs selber bleiben bei mir aber bisher eher bei Blitzkrieg hängen als bei Satan. Das "Aha - so geil - Bier auf und abschädel"-Erlebnis, ist mir eh ziemlich fremd geworden. Im Bezug aufs Bier sowieso schon immer, und aufs Abschädeln auch. "Aha - so geil" gibt's indes noch manchmal, aber ich bin in meiner Euphorie generell sehr gebremst, von daher erwarte ich selbst von einem Album, das ich total toll finde, keine derartig unkontrollierten Ausbrüche. Ich glaube, dass ich das in den letzten 15 Jahren nur einmal hatte, und das war bei "The Lord Of Steel". :grins:
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Re: 20 schwarze Federn aus des verblichnen Jahres Kleid

Beitragvon Pillamyd » Mittwoch 12. Februar 2014, 18:55

Hmm…ich höre gerade in „Siege Mentality“ rein. Also ich weiß auch nicht. Von der Produktions-Diskussion mal abgesehen. Das hätte natürlich ein bisschen knackiger produziert werden können.
Im Großen und ganzem bin ich da aber bei Rüdiger. Wenn Diskussionen über Sound und Produktion fallen klinke ich mich meistens aus. 1. Versteh ich da nur die Hälfte. Und 2. Habe ich da wohl nicht so die empfindlichen Ohren zu. Sprichm ich höre das meistens alles gar nicht und wenn dann ist es mir egal so lange ich die Platte bzw. die Songs gut finde.
Aber hier lässt mich der Song relativ kalt. Da finde ich „Time To Die“ wesentlich besser. Aber kaufen würde ich mir das wohl eher nicht.
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