Dead_Guy hat geschrieben:Das klingt spannend, also quasi deutsches Herr Der Ringe, ne, im Ernst, bin interessiert. Das Gedicht wird morgen in Ruhe gelesen, freu mir drauf.
Würde ich sagen, dass Tolkien kein Einfluss ist, wäre es glatt gelogen. Aber es gibt schon sehr deutliche Unterschiede. Einerseits sind tatsächlich die originalen Überlieferungen (die Eddas, Sagas, Merseburger Zaubersprüche, Beowulf, Nibelungenlied, skaldische Dichtung, mittelalterliche Sagen und Märchen) noch deutlich größere Einflüsse, und andererseits denke ich, dass ich dergestalt "realistischer" bzw. "zurückhaltender" bin, als Magie eine wesentlich geringere Rolle spielt, und auch der Gut/Böse-Dualismus deutlich weniger klar ist. Am Ende ist es ein Tribut an eine Welt, die nicht werden sollte, weil ihr zuerst das Imperium Romanum, und dann die Christianisierung dazwischen kamen. Der Fantasy-Aspekt ist letztlich einfach die Prämisse, dass die anderweltlichen Wesen (Asen, Thursen, Alben...), an deren Existenz die heidnischen Germanen glaubten, auch wirklich existieren. Ich versuche allerdings, sie nicht so einzusetzen, dass sie wie Marvel-Superhelden oder Superschurken sind, und massiv handelnd in die Szenerie eingreifen, sondern so, wie ich mir vorstelle, dass die Menschen geglaubt haben könnten, dass sie (jedenfalls die Asen und die Thursen) in ihrem Leben wirken: Als Erscheinung in Träumen, in Naturereignissen, in rätselhaft handlenden anderen Menschen, als Irrlicht im Moor... Die Alben indes sind einfach eine andere Spezies mit eigenen Fähigkeiten und Wesenszügen, aber nicht völlig übermächtig oder unverwundbar. Die Stories sind dichter an den "kleineren Dingen" des menschlichen Seins, als am Retten der Welt.
Bin gespannt, wie dir die kleinen Gedichte gefallen.
