Musikalische Erkenntnis des Tages

Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.

Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Jesus » Freitag 14. Dezember 2012, 12:01

Christian Schwarzer hat geschrieben:Hinzu kommt natürlich der Grad der Verzerrung


Dubstep hat jeden Grad der Verzerrung schon durchprobiert.

Christian Schwarzer hat geschrieben:die Stimmung der Gitarren


Core-Genres haben so ziemlich jedes Tuning probiert. Slam-Death und Brutal Death haben ihre typischen Saitenstimmungen vom Grindcore, Djent vom Mathcore.

Christian Schwarzer hat geschrieben:Songsstrukturen


Irrelevant. Jede Pop- und Rock-Band kann die gleichen Strukturen verwenden wie jede Metalband.

Christian Schwarzer hat geschrieben:verwendete Motivik was Riffs und Melodien angeht


Ah, es wird wärmer.

Christian Schwarzer hat geschrieben:"Metalspezifische" Rhythmen, bestimmtes Schlagzeugspiel


Und wieder kalt. Metalspezifische Rhythmen? Wirklich? Sieht man davon ab, dass Metalbands wie Spastic Ink, Dream Theater, Meshuggah und Cryptopsy wahrscheinlich schon jeden möglichen Rhythmus gespielt haben, wurde jeder Rhythmus auch schon zuvor von klassischen Komponisten und Jazz-Musikern ausprobiert.

Was kommt als nächstes Argument? Chromatische Harmonien? Wie im New Wave? Palm-Muting? Wie im Ska? Tremolo-Picking? Wie im Surf Rock?

Nils Macher hat geschrieben:Das ist Schwachsinn, und du weißt es. Willkommen zurück, Polemik. Was ist denn an Black Sabbath "Metal"? Wenn du dich darauf beziehst, musst du ja die essentiellen Merkmale herausgestellt haben. Denn Freedom Call ungleich Black Sabbath; aber Black Sabbath ist Metal weil Black Sabbath = Black Sabbath wäre eine Tautologie.


Hah! Endlich hat es einer verstanden und ist mir auf die Schliche gekommen! Wurde auch Zeit. War aber lustig mit euch :grins:
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Christian Schwarzer » Freitag 14. Dezember 2012, 14:46

Nils Macher hat geschrieben:Das ist Schwachsinn, und du weißt es. Willkommen zurück, Polemik. Was ist denn an Black Sabbath "Metal"? Wenn du dich darauf beziehst, musst du ja die essentiellen Merkmale herausgestellt haben. Denn Freedom Call ungleich Black Sabbath; aber Black Sabbath ist Metal weil Black Sabbath = Black Sabbath wäre eine Tautologie.

sehr schön :dafuer:

Was des Schafes sonstige Argumentation gegen meine "Merkmale" angeht: Natürlich gibt es quais jedes dieser Merkmale auch anderswo. Aber ich habe auch nie behauptet, dass ein einziges dieser Merkmale ausreichen würde, um eine Band/ Künstler/ Interpreten/ Komponisten whatever zu metallisieren. Es handelt sich mMn. hierbei um einen Pool, aus dem vor mir Nils und ich dann einige wesentliche Merkmale genannt haben, wobei es noch mehr gibt und die genannten wesentlich ausdifferenziert werden könnten.

Jesus hat geschrieben:
Christian Schwarzer hat geschrieben:"Metalspezifische" Rhythmen, bestimmtes Schlagzeugspiel


Und wieder kalt. Metalspezifische Rhythmen? Wirklich? Sieht man davon ab, dass Metalbands wie Spastic Ink, Dream Theater, Meshuggah und Cryptopsy wahrscheinlich schon jeden möglichen Rhythmus gespielt haben, wurde jeder Rhythmus auch schon zuvor von klassischen Komponisten und Jazz-Musikern ausprobiert.


Das weis ich wohl, dass es diese ganzen Rhythmen auch woanders zu Hauf gibt. Muss mich auch für den Ausdruck "metalspezifisch" entschuldigen, der ist natürlich Blödsinn. Aber die wenigsten Genres verwenden Stücke, die aus einer Mischung von zB. Stakkato-Riffs + durchgehende Sechzehntel an anderer Stelle, gepielt mit E-Gitarre, Bass & Schlagzeug (welches meinetwegen entweder Doublebass oder Blastbeats spielt), etc. was ein Beispiel für eine Häufung von Merkmalen in Richtung Metal währe.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Christian Schwarzer » Freitag 14. Dezember 2012, 14:48

Ansonsten: schöne Diskussion. ;D
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Jesus » Freitag 14. Dezember 2012, 15:25

Du brauchst nicht mehr argumentieren, mein kleiner Jux wurde schon von Nils entlarvt. ich habe nur mal im Stil der Verteidiger der "wahren Lehre" :weihraucher: argumentiert, die gerne mal entscheiden, was Metal ist und was nicht. Nur halt von meiner Warte aus. Doch wenn wir das Ganze musikwissenschaftlich analysieren, ist das Debüt von BLACK SABBATH nur stark verzerrter Blues Rock und "Sad Wings of Destiny" ein verzerrterer Abklatsch von DEEP PURPLEs "In Rock". Man kann kein konkretes Metal-Merkmal festmachen, das ergibt sich aus der Verwandtschaft und Entwicklung. Denn phänotypisch haben CRYPTOPSY und KAMELOT nichts gemein.

Da ich bereits mit Begriffen der Kladistik herumgeworfen habe: Metal ist eher ein stark verzweigter, mehr oder weniger monophyletischer Stammbaum, der auch untrennbar mit dem Core-Stammbaum als Schwestergruppe zusammenhängt. Und nur weil EDGUY oder FREEDOM CALL in ihrer Herangehensweise eher HEINO oder DJ ÖTZI ähneln als SLAYER oder MORBID ANGEL, kann man ihre Verwandtschaft, ihren Ursprung aus dem Metal wohl schlecht abstreiten. Die Ähnlichkeit zum Nichtmetal ist nur homolog. Ebenso wenig wie die True Metal Warriors of Steel "modernen" oder (um wieder einen Evolutionsbegriff zu verwenden) "abgeleiteten" Metalbands bzw. Grenzfällen ihre "Metalness" streitig machen können. Das sollte nur ein kleines, zugegebenermaßen etwas aus dem Ruder geratenes Addendum zur Core-Diskussion sein.

Äquivalentes Beispiel aus der Evolution: Der Pfau, der Dodo, der Tyrannosaurus rex und der Carcharodontosaurus saharicus sind allesamt Theropoden. Unabhängig davon, dass 3 dieser 4 Spezies aufgrund externer Umstände ausgestorben sind: Nur zwei dieser vier Theropoden sind cool, die anderen beiden sind Lachnummern ;) Blauwale und Hamster sind Säugetiere, Hamster und Menschen sind beide Euarchontoglires. Wale sind keine Euarchontoglires, aber Menschen, Hamster und Wale sind allesamt Säugetiere. In diesem Sinne sind ENDSTILLE und AVANTASIA Metal und fallen dann wiederum mit DEVIL SOLD HIS SOUL und BOTCH in eine gemeinsame Klade, die wir der Einfachheit halber "Hartwurstmucke" oder "Post-70s-Hard-Rock" oder nach biologischem Vorbild "Metalliformes" nennen könnten.

Natürlich funktioniert die Evolutions-Analogie nicht, wenn eine Metalband das Genre wechselt, vollständig "auswimpt" oder einen komplett unmetallischen Sound annimmt. In dem Sinne wäre Metal natürlich wiederum paraphyletisch. Puh, Biologie und Musiktheorie passen nicht wirklich zusammen...

Christian Schwarzer hat geschrieben:Ansonsten: schöne Diskussion. ;D


Jein... aber amüsant.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon firestarter » Freitag 14. Dezember 2012, 19:41

Die ersten vier Twisted Sister Alben sind schon echt ne fuckin` Macht.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon NorthernGuy » Freitag 14. Dezember 2012, 21:54

firestarter hat geschrieben:Die ersten vier Twisted Sister Alben sind schon echt ne fuckin` Macht.


Yup!

Gleich mal 'What You Don't Know (Sure Can Hurt You)' hören :D
ATTENTION YOUNGER GENERATION! Behold REAL music played by fingers, brains and bodies... Enjoy, enhance and carry the torch onward!
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Holger Andrae » Freitag 14. Dezember 2012, 22:51

Schade, dass die "Diskussion" ein Ende hat. Ich wollte gerade noch näher auf Jhonny Schlussfolgerungene bezüglich Helloween, NWoBHM und so weiter eingehen. Na, dann weiter die neue Manila Road schönhören.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Jesus » Freitag 14. Dezember 2012, 22:55

Niemand hindert Dich daran, Deine Gedanken zu äußern. Lass es raus. Lass uns teilhaben an Deinem Innersten.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Holger Andrae » Freitag 14. Dezember 2012, 23:06

Du hast das schon super in der Abwesenheit der Altvorderen gemacht.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Jesus » Freitag 14. Dezember 2012, 23:11

Da ich nicht speziell auf Jhonnys Argumente eingegangen bin, sondern stattdessen meinem Bildungsauftrag nachkam und euch die Freuden der Evolutionsbiologie näher brachte, gibt es sicherlich noch die eine oder andere Erkenntnis, die Du aus seinem Beitrag entnehmen kannst.
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