Musikalische Erkenntnis des Tages

Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.

Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Chavo89 » Donnerstag 13. Dezember 2012, 04:01

Rüdiger Stehle hat geschrieben:Die einzige wichtige Unterscheidung, die man zwischen Fangruppen im Bereich der Rockmusik treffen kann, ist doch letztlich diejenige, die Sir Dr. Joey DeMaio in diesem Satz wunderbar zusammengefasst hat: "It takes a thousand fans from any other band to make one Manowarrior!"


:dafuer:

Ich kenne auch eine ganze Menge Metalcore-Fans, die ich einfach nicht als wirkliche Musikfans einstufen würde. Die werden irgendwann mit dem Thema abschließen und dann hat sich das. Und der Erfolg von Lady Gaga beruht auch auf guten Verkaufszahlen. Trotzdem rechnet wohl niemand damit, dass die in 10 Jahren noch erfolgreich ist...
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Jesus » Donnerstag 13. Dezember 2012, 10:48

The True Joey of Steel hat geschrieben:"It takes a thousand fans from any other band to make one Manowarrior!"


Ein Manowarrior ist demnach so schlimm wie tausend Fans von Florian Silbereisen und Die Atzen? Ja, das passt. Danke, Joey. Von nun an werde ich Dich immer wieder zitieren.

Chavo89 hat geschrieben:Ich kenne auch eine ganze Menge Metalcore-Fans, die ich einfach nicht als wirkliche Musikfans einstufen würde. Die werden irgendwann mit dem Thema abschließen und dann hat sich das.


Genauso wie jene Metalfans, die irgendwann mit Ende 30 meinen, sie seien zu erwachsen und reif dafür und ihre Sammlungen auflösen, um Platz für die Sachen ihrer Frau zu schaffen. Tut mal nicht so, als wäre jeder Metalhörer gleichzeitig ein passionierter Musiksammler. Da draußen gibt es reichlich Metal-Kiddies, die nur den ganzen Tag den neuesten Death und Black Metal saugen.

Klar, da gibt es eine Korrelation zwischen einem bestimmten Musikgeschmack und Sammelleidenschaft, keine Frage. Das zeigen ja z.B. auch die Statistiken auf Musik-Sammler. Aber gerade in der Hardcore-Szene ist die Unterstützung von Bands und der punkige DIY-Ethos auch weit verbreitet. Von Jazz- oder Klassik-Connoisseuren ganz zu schweigen, die mit ihren Obskuritätensammlungen so manchen Metalfan in die Tasche stecken.

Chavo89 hat geschrieben:Und der Erfolg von Lady Gaga beruht auch auf guten Verkaufszahlen. Trotzdem rechnet wohl niemand damit, dass die in 10 Jahren noch erfolgreich ist...


Da könnte man auch jeden Trend im Metal nennen, dem hunderte Bands entsprangen, von denen die meisten heute vergessen sind: Das Thrash-Revival Anfang des Jahrtausends, die NWoBHM, Flower Metal in den späten 90ern, poppiger Melodeath vor wenigen Jahren mit den letzten Atemzügen in diesen Tagen sowie der Djent heute. Auch hier verhält es sich im Metal nicht so viel anders als in anderer Musik. Es gibt Trends, Hypes und die großen Labels springen halt auf alles, was sich gerade verkauft. Zu glauben, dass ein Metal-Label wie Nuclear Blast oder Century Media weniger trendlastig ist als ein Hard-/Metalcore-Label wie Deathwish Inc. oder Alternative Tentacles, ist doch eher metallozentrisches Wunschdenken.

Kurzum: Hackt mal nicht so selbstgerecht auf dem Metalcore und seine Fans rum, dessen schlimmste Auswüchse stehen dem Metal-Mainstream in absolut gar nichts nichts nach.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Peter Kubaschk » Donnerstag 13. Dezember 2012, 11:20

Traditioneller Metal wie von ENFORCER oder HOLY GRAIL, die demnächst bei Nuclear Blast veröffentlichen, ist aber kein Trend, sondern eine lobenswerte Rückbesinnung auf die Wurzeln. Das ist etwas ganz anderes.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Jesus » Donnerstag 13. Dezember 2012, 11:31

Und ebenso könnte man argumentieren, dass sich das RockHard (um mal die andere DIskussion mit aufzugreifen) auf den traditionellen Mathcore der frühen 90er rückbesinnt, wenn sie DILLINGER ESCAPE PLAN oder von mir aus die neue CONVERGE rezensieren.

Und bei Nuclear Blast wird auch nur das unter Vertrag genommen, was sich gerade verkauft. Die waren die Speerspitze des Melodeath-Trends, haben diese Kuh trocken gemolken und sehen sich nun nach neuen Verdienstmöglichkeiten um. Und nach über 20 Jahren ist traditioneller Metal wieder im Kommen. Das ist also ein Trend. Gut für junge Bands wie die von Dir genannten, gut für Jhonny und seinesgleichen, gut fürs Donzdorfer Bankkonto. Solche Bands haben in den 90ern vergeblich nach Plattenverträgen gebettelt.

Wieso sind jetzt alle Metaller traditionsbewusst und ehrlich, aber die "Metalcore-Trottel" (Danke, Jhonny) allesamt reine Trendhoppser?
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Peter Kubaschk » Donnerstag 13. Dezember 2012, 11:42

Na, weil sie doch dem richtigen Trend folgen. Du musst zugeben, das ist schon ein gravierender Unterschied.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Jesus » Donnerstag 13. Dezember 2012, 11:43

Du verbringst offenbar viel Zeit mit Holger.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Peter Kubaschk » Donnerstag 13. Dezember 2012, 11:45

Nein. Viel zu wenig. Aber du kommst vom Thema ab.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Nils Macher » Donnerstag 13. Dezember 2012, 11:49

Jesus hat geschrieben:Und ebenso könnte man argumentieren, dass sich das RockHard (um mal die andere DIskussion mit aufzugreifen) auf den traditionellen Mathcore der frühen 90er rückbesinnt, wenn sie DILLINGER ESCAPE PLAN oder von mir aus die neue CONVERGE rezensieren.

Und bei Nuclear Blast wird auch nur das unter Vertrag genommen, was sich gerade verkauft. Die waren die Speerspitze des Melodeath-Trends, haben diese Kuh trocken gemolken und sehen sich nun nach neuen Verdienstmöglichkeiten um. Und nach über 20 Jahren ist traditioneller Metal wieder im Kommen. Das ist also ein Trend. Gut für junge Bands wie die von Dir genannten, gut für Jhonny und seinesgleichen, gut fürs Donzdorfer Bankkonto. Solche Bands haben in den 90ern vergeblich nach Plattenverträgen gebettelt.

Wieso sind jetzt alle Metaller traditionsbewusst und ehrlich, aber die "Metalcore-Trottel" (Danke, Jhonny) allesamt reine Trendhoppser?


Da hast du es gut auf den Punkt gebracht. Der Begriff des "Metallers" ist ohnehin sehr weit dehnbar und oftmals zu weit ausgereizt. Dass die Kiddies auf dem Wacken genau so Metaller sind wie der langjährige KIT-Besucher geht manchen Menschen ab. Deswegen kann ich auch das Gerede und die Berichterstattung über "die Szene" so langsam nicht mehr sehen, die Metal-Szene ist genau so heterogen, intolerant und mit spezifischen Codes durchsetzt wie jede andere.

So gerne ich auf der Musik Metalcore manchmal rumhacke, so wenig objektiv ist das und es lässt sich bestimmt nicht auf die Hörer eines Genres schließen. Es mag gut sein, dass mehrere Entwicklungen zur gleichen Zeit auftauchen oder eine gewisse Gruppe sich bei einem bestimmten Genre wohler fühlt, ein kausaler Zusammenhang muss noch lange nicht vorliegen. Es mag ein Metalcore-Fan jede neue Band in dem Metier geil finden wie ich es zurzeit auch bei den Hard-Rock-Kapellen tue, die allesamt in die gleiche Kerbe schlagen. Von daher ist es doch ziemlich schwierig, das ganze objektiv zu betrachten weil man sich als Fan nunmal dadurch auszeichnet, eine bewusst selektive Sicht auf die Dinge zu haben. Aber genau das ist doch auch das schöne daran.

Witzig übrigens, dass sich ein Teil der Diskussion auf die Causa Core bezieht, sich bisher niemand am Wörtchen "Prog" im Leserbrief hochgezogen hat :grins: RUSH, GENESIS und QUEEN werden im RH zurecht in den höchsten Tönen gelobt, da hat sich Jhonnys Meinung wohl geändert ;-)
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Jesus » Donnerstag 13. Dezember 2012, 11:58

Peter Kubaschk hat geschrieben:Nein. Viel zu wenig. Aber du kommst vom Thema ab.


Unabhängig von Deinem heute ungewohnt trockenen Humor ist das Folgen des "richtigen" Trends auch nur das Folgen eines Trends. Sind jetzt HOLY GRAIL und ENFORCER richtiger als NORTHLANE oder THE AIR I BREATHE? Oder die Fans der einen bessere Fans als die der anderen, selbst wenn beide Fangruppen die Alben ihrer Bands kaufen und zu deren Konzerten gehen?

Nils Macher hat geschrieben:Dass die Kiddies auf dem Wacken genau so Metaller sind wie der langjährige KIT-Besucher geht manchen Menschen ab.


Genau. Gerade wir elitären Metalfans machen uns gerne über die Kiddies lustig, die DRAGONFORCE und AMARANTHE für den härtesten und geilsten Scheiß aller Zeiten halten und 2010 erstmals vom WOA gehört haben. Aber wenn es darum geht, einem Metalcorefan eins auszuwischen, der vielleicht seit 30 Jahren Core-Scheiben sammelt von UNBROKEN über CAVE IN zu INTEGRITY, sind diese Kiddies plötzlich Teil der einzig wahren und homogenen Metal-Bewegung.

Nils Macher hat geschrieben:Witzig übrigens, dass sich ein Teil der Diskussion auf die Causa Core bezieht, sich bisher niemand am Wörtchen "Prog" im Leserbrief hochgezogen hat :grins: RUSH, GENESIS und QUEEN werden im RH zurecht in den höchsten Tönen gelobt, da hat sich Jhonnys Meinung wohl geändert ;-)


Alte Bands dürfen Prog sein. Solange sie sich nicht verändern. Und neue Prog-Bands müssen wie alte Prog-Bands klingen, um Prog zu sein. Andernfalls wären sie ja Avantgarde und Zeitgeist. Und das ist wiederum schlecht.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Peter Kubaschk » Donnerstag 13. Dezember 2012, 12:11

Jesus hat geschrieben:
Peter Kubaschk hat geschrieben:Nein. Viel zu wenig. Aber du kommst vom Thema ab.


Unabhängig von Deinem heute ungewohnt trockenen Humor ist das Folgen des "richtigen" Trends auch nur das Folgen eines Trends. Sind jetzt HOLY GRAIL und ENFORCER richtiger als NORTHLANE oder THE AIR I BREATHE? Oder die Fans der einen bessere Fans als die der anderen, selbst wenn beide Fangruppen die Alben ihrer Bands kaufen und zu deren Konzerten gehen?


Natürlich. Außerdem ist mein Humor doch immer trocken. Also meistens.

Jesus hat geschrieben:
Nils Macher hat geschrieben:Dass die Kiddies auf dem Wacken genau so Metaller sind wie der langjährige KIT-Besucher geht manchen Menschen ab.


Genau. Gerade wir elitären Metalfans machen uns gerne über die Kiddies lustig, die DRAGONFORCE und AMARANTHE für den härtesten und geilsten Scheiß aller Zeiten halten und 2010 erstmals vom WOA gehört haben. Aber wenn es darum geht, einem Metalcorefan eins auszuwischen, der vielleicht seit 30 Jahren Core-Scheiben sammelt von UNBROKEN über CAVE IN zu INTEGRITY, sind diese Kiddies plötzlich Teil der einzig wahren und homogenen Metal-Bewegung.


Das ist so nicht ganz korrekt. Echte Metaller gehen zum KIT. Möchtegern-Metaller gehen zum Wacken und Metalcoreler sind einfach immer doof. Unabhängig von allem anderen.

Jesus hat geschrieben:
Nils Macher hat geschrieben:Witzig übrigens, dass sich ein Teil der Diskussion auf die Causa Core bezieht, sich bisher niemand am Wörtchen "Prog" im Leserbrief hochgezogen hat :grins: RUSH, GENESIS und QUEEN werden im RH zurecht in den höchsten Tönen gelobt, da hat sich Jhonnys Meinung wohl geändert ;-)


Alte Bands dürfen Prog sein. Solange sie sich nicht verändern. Und neue Prog-Bands müssen wie alte Prog-Bands klingen, um Prog zu sein. Andernfalls wären sie ja Avantgarde und Zeitgeist. Und das ist wiederum schlecht.


Prog, der nicht wie Prog klingt, kann ja kein Prog sein. Heavy Metal, der nicht wie Heavy Metal klingt, ist ja auch kein Heavy Metal. Das ist vollkommen logisch.
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