Treppchen 2011

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Re: Treppchen 2011

Beitragvon enemy-of-reality » Freitag 6. Januar 2012, 19:31

Oh Mann, Rüdiger, mit dieser Art von Argumentation kann man im Prinzip jede Aussage zerlegen und anzweifeln. (Ich würd mal sagen, man merkt dir deinen Beruf manchmal schon etwas an ;-) ) Eine Diskussion dieser Art könnte man ewig weiterführen, ohne jemals zu einem Ergebniss zu kommen. (Am Ende würde man vermutlich bei der Frage aller Fragen landen und wir alle wissen, dass diese nicht beantwortbar ist). Darauf hab ich ehrlich gesagt keinen Bock, sorry.

Kurz und knapp gesagt liegen unsere Definitionen von anspruchsvoller Musik wohl sehr weit auseinander. Für dich ist Musik anspruchsvoll, wenn sie dich mitreisst. Damit komm ich persönlich nicht klar, weil nach dieser Definition z.B. auch AC/DC's "You Shook Me All Night Long" anspruchsvolle Musik wäre und das ist in meinem Universum nun so ziemlich das genaue Gegenteil von anspruchsvoller Musik. Für mich hat "anspruchsvoll" eigentlich nix mit gut oder schlecht zu tun. Auch Musik, die mir nicht gefällt, kann anspruchsvoll sein. Wie schon gesagt, steht der Begriff bei mir eben für Musik, die dem Hörer etwas abverlangt, die man sich erarbeiten muss, die sich einem nicht sofort erschliesst. Warum das so ist, ob das jetzt an extremen Gefrickel liegt, ob die Musik extrem verschachtelt ist , ob die Songstrukturen ungewöhnlich sind oder die Musik gar mit sämtlichen musikalischen Regeln und Konventionen bricht (wie z.B. im Free Jazz), ist dann schon wieder zweitrangig.
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Re: Treppchen 2011

Beitragvon Rüdiger Stehle » Freitag 6. Januar 2012, 19:45

enemy-of-reality hat geschrieben:Oh Mann, Rüdiger, mit dieser Art von Argumentation kann man im Prinzip jede Aussage zerlegen und anzweifeln. (Ich würd mal sagen, man merkt dir deinen Beruf manchmal schon etwas an ;-) )

Ich hoffe, dass das nichts mit dem Beruf zu tun hat.

Eine Diskussion dieser Art könnte man ewig weiterführen, ohne jemals zu einem Ergebniss zu kommen. (Am Ende würde man vermutlich bei der Frage aller Fragen landen und wir alle wissen, dass diese nicht beantwortbar ist). Darauf hab ich ehrlich gesagt keinen Bock, sorry.

Bild
:grins:

Kurz und knapp gesagt liegen unsere Definitionen von anspruchsvoller Musik wohl sehr weit auseinander. Für dich ist Musik anspruchsvoll, wenn sie dich mitreisst. Damit komm ich persönlich nicht klar, weil nach dieser Definition z.B. auch AC/DC's "You Shook Me All Night Long" anspruchsvolle Musik wäre und das ist in meinem Universum nun so ziemlich das genaue Gegenteil von anspruchsvoller Musik. Für mich hat "anspruchsvoll" eigentlich nix mit gut oder schlecht zu tun. Auch Musik, die mir nicht gefällt, kann anspruchsvoll sein. Wie schon gesagt, steht der Begriff bei mir eben für Musik, die dem Hörer etwas abverlangt, die man sich erarbeiten muss, die sich einem nicht sofort erschliesst. Warum das so ist, ob das jetzt an extremen Gefrickel liegt, ob die Musik extrem verschachtelt ist , ob die Songstrukturen ungewöhnlich sind oder die Musik gar mit sämtlichen musikalischen Regeln und Konventionen bricht (wie z.B. im Free Jazz), ist dann schon wieder zweitrangig.

Wir sind uns an sich völlig einig, was die Definition von anspruchsvoll angeht. Auch ich halte weder "Breaking The Law" noch "TNT" für anspruchsvolle Kompositionen. Nur hat das rein gar nichts mit der Frage zu tun, ob etwas Prog oder traditioneller Metal ist. Es gibt genug "Genreprog" der vielleicht instrumental/technisch anspruchsvoll ist, aber kompositorisch so lauwarm und abgestanden wie ein Fußbad nach ner halben Stunde. Andererseits gibt es Metal der traditionellen Genres, der extrem anspruchsvoll ist, so dass ich einfach die Aussage, dass "Prog" (was immer das sein mag) anspruchsvoller sei als traditioneller Metal, nicht akzeptieren kann. Für mich sind auch Watchtower und Emperor Metalbands im traditionellen Sinne, und die sind ja wohl anspruchsvoller als 20 gleich klingende und von alten Dream Theater beeinflusste Melo-Progger zusammen.
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Re: Treppchen 2011

Beitragvon enemy-of-reality » Freitag 6. Januar 2012, 19:57

Rüdiger Stehle hat geschrieben:Wir sind uns an sich völlig einig, was die Definition von anspruchsvoll angeht. Auch ich halte weder "Breaking The Law" noch "TNT" für anspruchsvolle Kompositionen. Nur hat das rein gar nichts mit der Frage zu tun, ob etwas Prog oder traditioneller Metal ist. Es gibt genug "Genreprog" der vielleicht instrumental/technisch anspruchsvoll ist, aber kompositorisch so lauwarm und abgestanden wie ein Fußbad nach ner halben Stunde. Andererseits gibt es Metal der traditionellen Genres, der extrem anspruchsvoll ist, so dass ich einfach die Aussage, dass "Prog" (was immer das sein mag) anspruchsvoller sei als traditioneller Metal, nicht akzeptieren kann. Für mich sind auch Watchtower und Emperor Metalbands im traditionellen Sinne, und die sind ja wohl anspruchsvoller als 20 gleich klingende und von alten Dream Theater beeinflusste Melo-Progger zusammen.

Ja, OK, ich denke, das ist der kleinste gemeinsame Nenner auf den wir uns einigen können, also belassen wir's dabei. Wobei, Watchtower traditioneller Metal? Hm, ist halt letztlich alles Definitionsfrage :grins:


Rüdiger Stehle hat geschrieben:
Eine Diskussion dieser Art könnte man ewig weiterführen, ohne jemals zu einem Ergebniss zu kommen. (Am Ende würde man vermutlich bei der Frage aller Fragen landen und wir alle wissen, dass diese nicht beantwortbar ist). Darauf hab ich ehrlich gesagt keinen Bock, sorry.

Bild
:grins:

Uhhm, irgendwie steh ich anscheinend gerade auf der Leitung :? Das ist die rumänische Flagge, oder?
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Re: Treppchen 2011

Beitragvon Jesus » Freitag 6. Januar 2012, 20:25

Das ist die Flagge des Tschad und Rüdiger wollte damit ausdrücken, dass... ähm... äääh... :hmmm:
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Re: Treppchen 2011

Beitragvon Falkner » Freitag 6. Januar 2012, 20:32

Vielleicht findet er es tschade? ^.-
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Re: Treppchen 2011

Beitragvon enemy-of-reality » Freitag 6. Januar 2012, 20:35

Hm, möglich. Vielleicht steckt da aber auch noch mehr dahinter, die Flagge stammt ja immerhin von dieser Seite hier: http://www.virtuousplanet.com

Rüdiger, erleuchte uns :grins:
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Re: Treppchen 2011

Beitragvon Frozen » Freitag 6. Januar 2012, 20:36

enemy-of-reality hat geschrieben:... Für dich ist Musik anspruchsvoll, wenn sie dich mitreisst...


Ehrlich gesagt definierst du damit für mich auch viele Prog Songs/Alben/Artisten. Tatsächlich finde ich die Diskussion sowieso absurd, da auch Traditionalisten etwas mit Prog anfangen können, wenn er ihnen gefällt, und umgekehrt.

Und am Ende macht es auch eine Mischung. Savatage's Gutter Ballet ist ein starker Mix aus traditionellem Stahl und progressivem, extrem hochstehendem Songwriting. Da kommt es dann zur Schau, was du ansprichst, ich habe "When the Crowds are Gone" tausendmal gehört, es fallen mir immer neue finessen auf und immer neue philosophien dazu ein. Trotzdem ist er auch beim ersten Mal schon eingängig wie der beste, britische Stahl von Priest.

An dem Beispiel sieht man doch, dass sich die beiden Arten nicht ausschliessen. Ich habe bestimmt mehr traditionellen Metal in meiner Sammlung als Prog, erst Recht wenn wir deine und meine Favorisierung von Prog genauer anschauen, aber daraus jetzt zu schliessen dass ich NUR traditionell höre oder KEIN Prog, ist zu schwarz-weiss gedacht.

Letzten Herbst war ich bei Appearance of Nothing und kam jubelnd nach Hause. Morgen gehe ich an Grand Magus, Bullet, Steelwing und Skull Fist - und werde mich aller Voraussicht und Julians Bericht zufolge nicht weniger amüsieren.

Meine Frage der Fragen ist also, warum man nicht beides sein kann, beides lieben kann: Tradition und Progressivität?
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Re: Treppchen 2011

Beitragvon enemy-of-reality » Freitag 6. Januar 2012, 20:58

Frozen, ich hab da absolut kein Problem mit, unter meinen Lieblingsalben findest du aus jedem Bereich der härteren Musik etwas, von Rock und Hard-Rock über Sleaze, Prog und traditionelle Metal bis hin zu Thrash und Black Metal. Ausserdem noch Jazz, Americana und Hip Hop. Ich bin grundsätzlich KEINEM Genre gegenüber abgeneigt, gute Musik ist gute Musik ist gute Musik.
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Re: Treppchen 2011

Beitragvon Frozen » Freitag 6. Januar 2012, 21:04

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Re: Treppchen 2011

Beitragvon Drumtier » Freitag 6. Januar 2012, 21:55

Süß, da diskutieren Proggies und Traditionalisten über anspruchsvolle Musik und keiner hat recht, aber dafür gibts ja mich:

Wahrhaft anspruchsvoll ist es einen 10 Minuten Dream Theater Epos in 3 Minuten durchzuprügeln und so eingängig zu machen wie Breaking The Law --> Logischerweise ist deshalb Origin auf meinem Platz 4:

1. 40 Watt Sun - The Inside Room
2. Unexpect - Fables Of The Sleepless Empire
3. Cynic - Carbon-Based Anatomy
4. Origin - Entity
5. Dornenreich - Flammentriebe
6. Primordial - Redemption At The Puritan's Hand
7. Esoteric - Paragon Of Dissonance
8. Nocte Obducta - Verderbnis (Der Schnitter kratzt an jeder Tür)
9. Iced Earth - Dystopia
10. In Flames - Sounds Of A Playground Fading

Nein, war natürlich nur ein Scherz und eine Einleitung zu meiner Top 10, wie man erkennt werde auch ich erwachsen: Nur mehr zwei Death Metal Bands unter den besten 10 Scheiben eines Jahres?! O_o
Aber dafür dreimal Black Metal?? Ich versteh die Welt nicht mehr, aber bin trotzdem jetzt sehr zufrieden mit meiner Reihung!
Also wenn ihr noch eine dritte Partei in eurer Anspruchsdiskussion wollt, dann macht einfach weiter, ich steig ein ;-)
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