hölg reist ins Jahr 1982

Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.

Re: hölg reist ins Jahr 1982

Beitragvon Holger Andrae » Mittwoch 9. November 2022, 23:59

Verweilen wir in England, wechseln aber das Genre. Eine Band, die ich auch erst retrospektiv entdeckt habe, dann aber sehr schnell sehr tief in mein Herz geschlossen habe. Die Rede ist von der Prog-Institution TWELFTH NIGHT. Die Band um Sänger Geoff Mann hatte in England sehr schnell eine fanatische Anhägerschar, da sie mit ihrer extrem innovativen und gleichzeitig tiefsinnig-verwirrenden Art zu Musizieren, die wahren Musikliebhaber schnell begeistern konnte.
Der Sound der Band ist natürlich an britische Prog-Urgesteine angelehnt, hat aber so viele Facetten und so tiefsinnge Lyrics, die sozialkritisch und schwarz-humorisch daher kommen, dass man sie einfach lieb haben muss.
Ich hatte es am Chart Abend so umschrieben." Das ist wie DEEP SWITCH ohne Metal." Rüdiger konnte das sofort machvollziehen und Rüdiger liebet DEEP SWITCH. Ich übrigens auch. Aber das gehört hier nur am Rande hin.

Der Song für meine Charts heißt 'We Are Sane' und gespielt habe ich die Live-Version, da ich das gesprochene Intro so toll finde. Frank hatte unabgesprochen den anderen Longtrack 'Creepshow' in seiner Liste. Wer die kuschelige Seite der Band kennenlernen möchte, höre in 'Love Song hinein.

Bild


'We Are Sane'
https://www.youtube.com/watch?v=_9H5Tfdvfq4
'Creepshow'
https://www.youtube.com/watch?v=q-slLePuaQM
'Love Song'
https://www.youtube.com/watch?v=eEk64Sjce3Q
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Re: hölg reist ins Jahr 1982

Beitragvon Holger Andrae » Donnerstag 17. November 2022, 23:01

Jetzt kam ganz spontan das Leben dazwischen. Aber hier hetzt ja niemand. Very nice.
Es folgt tatsächlich eine französische Band. Da ich aber noch immer kein Freund der französischen Singsprache im Heavy Metal bin - ich weiß, für viele Fans mach genau dies den Charme aus - bin ich mir hier treu geblieben und habe natürlich nur die englischsprachige Version in der Sammlung stehen. Die Rede ist von der wohl bekanntesten französischen Metalband:Trust. "Marche Ou Creve" ist der Originaltitel der Scheibe, meine heißt "Savage". Der ausgewählte Song 'The Junta' dreht sich, man ahnt es schon, um Militärjunta. Der Text ist gewohnt sozialkritisch und auch recht heftig in der Wortwahl. Das hat mich damals sofort angesprochen und der Song ist für mich bis heute sehr intensiv. Ich liebe die Stimme und ärgere mich fast selbst ein bisschen, dass ich das im Original nicht so genießen kann. Bei Trust ist das aber nicht ganz so schlimm, da es fast alles auch in Englisch gibt. Da sollte ich mal nachrüsten.

Bild
https://www.youtube.com/watch?v=AQLAym_Q7lU
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Re: hölg reist ins Jahr 1982

Beitragvon Holger Andrae » Donnerstag 17. November 2022, 23:21

Wenn ich einmal dabei bin, kann ich auch gleich noch einen hinterher schieben. Es folgt ein Song einer ewigen Lieblingsband. Das ist eine der ganz wenigen Truppen, die ich seit damals zu meinen Lieblingen zähle, wenn auch mit Einschränkungen. Es ist die erste Band, die ich damals postalisch kontaktiert habe und eine von zwei Bands, in deren offiziellem Fan Club ich war. Urkunde und Fan Mags are still in the house!
Die Rede ist natürlich von TANK, dem britischen Trio infernale, welches mit "Filth Hounds Of Hades" für mich einen unverwüstlichen Meilenstein in Sachen Rumpelcharme veröffentlicht hat. Die Scheibe läuft noch immer regelmäßig, steht in drei Versionen in der Sammlung und will noch immer gefallen. Da war es schwer einen Lieblingssong zu benennen, aber am Ende des Geröchels ist es dann doch die epische Baumaschinen-Nummer 'T.W.'D.A.M.O.' . Vielleicht der am wenigsten typische Song des Albums, da länger und melodischer. Der gewohnt schlüpfrige Text war mir damals inhaltlich noch gar nicht so klar, vielleicht auch, weil ich nicht wusste, was der Titel in lang heißen sollte.
Die ersten fünf Tank-Scheiben bilden für mich eine 10er-Kette, die nicht viele Bands auf die Kette bekommen haben. Danach war ja erstmal Schicht im Schacht und seit es zwei Mal Tank gibt, ist meine Meinung eher ambivalent. Aber das habe ich bestimmt schon anderswo hier auf diesen Seiten geschrieben und ich möchte Euch hier nicht langweilen.

Allein dieses Artwork, welches der erste Backpatch meiner ersten Kutte war, zeigt doch schon, dass man das lieb haben muss, oder?

Bild

https://www.youtube.com/watch?v=iVU04ZcaPsU
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Re: hölg reist ins Jahr 1982

Beitragvon Loomis » Donnerstag 17. November 2022, 23:22

Ich habe von Trust diese 11-CD-Box, in der ist das Album in beiden Versionen auch drin. Aber ich habe die schon länger nicht mehr gehört und somit leider auch nicht mehr im Kopf...
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Re: hölg reist ins Jahr 1982

Beitragvon Holger Andrae » Donnerstag 17. November 2022, 23:25

Loomis hat geschrieben:Ich habe von Trust diese 11-CD-Box, in der ist das Album in beiden Versionen auch drin. Aber ich habe die schon länger nicht mehr gehört und somit leider auch nicht mehr im Kopf...



Kann ich nur empfehlen.

"In the hands of exiled SS old and new
The past and the future trapped by four walls of blood
Talk democracy speak of ways of life
In front of the gunrunners who come bearing arms
American, Swiss, French or Soviets
They'll leave the poor only what’s left
Conquests gained in jails of the state
Will win decoration regardless of fate
Glory fed tears and misery
Only a painful death can set free
It's up to you to keep that cadence
Give yourself a clear conscience
Going abroad being received
Friends of the statesman and dictator"
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Re: hölg reist ins Jahr 1982

Beitragvon Loomis » Donnerstag 17. November 2022, 23:28

Habe den Song gerade angehört. War gut. Da sollte ich das ganze Album wohl auch mal wieder auflegen! :dafuer:
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Re: hölg reist ins Jahr 1982

Beitragvon Holger Andrae » Donnerstag 17. November 2022, 23:35

Loomis hat geschrieben:Habe den Song gerade angehört. War gut. Da sollte ich das ganze Album wohl auch mal wieder auflegen! :dafuer:

:dafuer:
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Re: hölg reist ins Jahr 1982

Beitragvon Pillamyd » Freitag 18. November 2022, 10:01

„Fire Raiser“…

…kenne ich nicht. Der Anfang mit dem Schlagzeug von „Beyond“ hat mich zunächst auf irrwegen geführt, weil ich dachte, da kommt jetzt irgendwie Melodic Rock , irgendwas seichtes (was ja nicht schlecht gewesen wäre), aber nach ca. 10 Sekunden setzen die bratenden Gitarren ein und die Überraschung ist groß. Mag ich. „Pain“ fängt dann sogar noch ruhiger an. Aber die Gitarren überzeugen mich. Das klingt einfach so wie man es sich bei manch einer anderen Bands heutzutage wünscht. Hat der Gesang einen Effekt drauf? Zumindest klingt es etwas halliger. Stört aber nur minimal. Doch, etwas das ich noch nicht kannte und von Anfang an überzeugt. Danke dafür!

„No Point Running“…

…ist dann einer der nicht so softeren Songs? Der Soundvergleich mit Satan triggert mich natürlich. Ja, das gefällt mir recht gut. Gutes Solo, das da gerade läuft. Schöne Länge. Ich mag das Riff, hat vielleicht auch ein bisschen was von den „Scorpions“. Zumindest fühlt es sich gerade so an. Müsste ich noch mehr hören. Schöner Rocker, der hier gerne laufen darf.

„Fact And Fiction“…

…ist wieder etwas, dass ich nicht kenne. Ich schätze der Thread wird eine Goldgrube sein. Oh jee..
Zwei von drei Songs sind ja Longtracks. Das wird eine Weile brauchen, aber ich bin nicht abgeneigt. Mich hätte zwar auch die Studioversion interessiert. Aber Live ist hat das schon echt Power. In den Passagen, in denen der Sänger mit seiner Stimmen nach den Höhen greift, wirkt das teilweise wie ein Theaterstück, ohne das abwertend zu meinen, aber das klingt nach großer Inszenierung des Sängers auf der Bühne. Ich bin da übrigens gerade bei „We Are Sane“. Die Stelle so ab 8:30 ist dann total atmosphärisch und wird für so manch einen späteren Prog Song der Neuzeit Pate gestanden haben.
„Creepshow“ scheint etwas konventioneller zu sein und gefällt mir ebenfalls sehr gut. In der Studioversion sticht dann auch der Klangteppich heraus. Toll! Und die Stelle ab 5:45 ist auch sehr interessant, als sein eine Gitarre einmal quer durch ein Ventilator gezogen worden. Total interessanter Sound und ja schon fast tanzbar.
Leider eine kostspielige Angelegenheit hier. Gemein!

„Savage“…

…ist wohl eines der Alben einer Band, die auf der Einkaufsliste steht. Aber halt wieder immens teuer. Mir gefallen die englisch gesungenen Versionen der Songs auch besser. Vor allem weil es halt von der Aussprache her „härter“ ist und für mich besser zur Musik passt. Tolle Band, dieser smoothe gitarrenerzeugende Groove. Schmackofatz!


„Filth Hounds Of Hades“…

…zaubert mir immer ein lächeln ins Gesicht. Dieses Jahr wurde ein kleines Träumchen erfüllt und die Scheiben wurden re-released. Habe ich mir dieses Jahr auch schon einen Teil davon in die Sammlung gestellt. Der nächste Schwung wartet schon darauf, dass ich bestelle. Ganz, ganz großartig!
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Re: hölg reist ins Jahr 1982

Beitragvon Holger Andrae » Freitag 18. November 2022, 11:35

Ich glaube, da kommen jetzt fats nur noch große Namen in meiner Liste. Von daher musst Du nicht befürchten, dass Deine Einkaufsliste noch viel länger wird.

Schon der nächste Interpret ist eine altbekannte Größe in unserer Musik. Die Band war ein Vorreiter der Speed-Metal-Bewegung und bei mir auch ein wichtiger Eckpfeiler der Sozialisierung. Irgendwann setzte bei mir dann aber eine Übersättigung ein und auf der Suche nach neuen Bands und Sounds ist die Band bei mir irgendwann komplett aus dem Fokus geraten. Dabei sind die Alben zumeist gut bis sehr gut, aber in meinen Ohren auch highlightarm.

Die Rede ist von ANVIL. "Metal On Metal" ist unbestritten ein Klassiker-Album. Den Titelsong kennt jeder, der nicht unter einem plüschigen STein schläft. Mein Favorit auf der Scheibe ist aber seit jeher 'Mothra'. Eine extrem flinke Nummer mit einem coolen Text und einem noch tollerem Mittelpart. Das geht auch heute noch runter wie Öl.
Es wurde oft und lange diskutiert, wieso die Band heute nur den Status innehat, den sie halt hat. So sehr ich Lips und Robb größeren Erfolg gönnen würde und so sehr ich diesen unbeirrten musikalischen Weg, den sie stur beschreiten auch anerkennen kann, so sehr verstehe ich diesen Status. Selbst ich, der solche Sounds mag, finde Anvil heutzutage relativ langweilig. Sogar live, wo mich solche Musik immer abholt, gehe ich bei Anvil zumeist nach einigen Songs woanders hin. Die Showeinlage mit dem Dildo ist so ausgelutscht (entschuldigung) wie nur irgendwas und als ich bei der tollen "Juggernaut Of Justice" dachte, endlich gibt es minimale musikalische Innovationen, war danach davon wieder nichts mehr zu hören. Very schade.

Bild

https://www.youtube.com/watch?v=iw8_Dz4cI-k
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Re: hölg reist ins Jahr 1982

Beitragvon Peter Kubaschk » Freitag 18. November 2022, 11:49

Pillamyd hat geschrieben:„Fact And Fiction“…

…ist wieder etwas, dass ich nicht kenne. Ich schätze der Thread wird eine Goldgrube sein. Oh jee..
Zwei von drei Songs sind ja Longtracks. Das wird eine Weile brauchen, aber ich bin nicht abgeneigt. Mich hätte zwar auch die Studioversion interessiert. Aber Live ist hat das schon echt Power. In den Passagen, in denen der Sänger mit seiner Stimmen nach den Höhen greift, wirkt das teilweise wie ein Theaterstück, ohne das abwertend zu meinen, aber das klingt nach großer Inszenierung des Sängers auf der Bühne. Ich bin da übrigens gerade bei „We Are Sane“. Die Stelle so ab 8:30 ist dann total atmosphärisch und wird für so manch einen späteren Prog Song der Neuzeit Pate gestanden haben.
„Creepshow“ scheint etwas konventioneller zu sein und gefällt mir ebenfalls sehr gut. In der Studioversion sticht dann auch der Klangteppich heraus. Toll! Und die Stelle ab 5:45 ist auch sehr interessant, als sein eine Gitarre einmal quer durch ein Ventilator gezogen worden. Total interessanter Sound und ja schon fast tanzbar.
Leider eine kostspielige Angelegenheit hier. Gemein!


Die "Fact & Fiction" gibt es in einer tollen "definitive Edition" als 3-CD bei justforkicks. Mit 23,- EUR nicht ganz billig, aber das ist es absolut wert. Wenn deine Bestellung noch nicht versandt wurde, kannst du da noch mit den Jungs da reden. Die sind recht flexibel.
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