Platz 26
Iron Maiden | The Book Of SoulsGenre: NWOBHM
VÖ: 04. September 2015
Vor einer gewissen Zeit habe ich mir die Mühe gemacht die ganze Diskographie der Band durchzuhören und Noten zu vergeben, um mal zu sehen, in welcher Reihenfolge die Alben für mich stehen, wenn ich nur nach Bewertung gehe und mein persönliches Empfinden mal außen vor lasse.
Als das Album angekündigt worden ist, hat es noch gefühlt Jahrzehnte bis zum ersten gehörten Ton gedauert. Anders als zuletzt vor 5 ½ Jahren zu „The Final Frontier“. Zur Veröffentlichung der Scheibe hat mir das Teil sehr gut gefallen und ist in meiner Gunst auch nicht wirklich gefallen. Das Album klang frisch und angebliche Lustlosigkeit, falsche Taktfolgen habe ich nicht gefunden oder gehört.
Dann kam also „The Book Of Souls“ bei mir sogar einen Tag früher an und ich konnte mir das Album ausgiebig anhören. Also, was habt ihr drauß gemacht, ihr Eiserenen Jungfrauen?
Iron Maiden wagen den Schritt, den viele Bands schon schlechte Kritiken eingefahren haben. Ein Doppelalbum. Es braucht ungefähr 3 Durchläufe bis mich das Album einfängt. Was mir sofort auffällt ist der Groove, den die Band in die Songs zu legen wagt. Das mag vorher auch schon der Fall gewesen sein. Aber hier auf dem Album ist es schon sehr auffällig. „The Great Unknown“ oder
„When The River Runs Deep“ wären da so Kandidaten. Letzteres hat einen grandiosen verschleppten, (wie gesagt) groovigen Refrain, der erste Song der mir auffiel und mir auch Spaß bereitet hat.
Auf CD 1 gibt es gleich 2 der Ellenlangen Songs der Band. Wobei mir hier
„The Book Of Souls“ besser gefällt als „“The Red And The Black“. Ersteres ist für meinen Geschmack viel abwechslungsreicher.
CD 2 wird von „Death Or Glory“ eröffnet, der für mich der unauffälligste Song der Scheibe ist. Zwar kurz und knapp, wie viele Fans es sich von der Band gewünscht hat. Geht aber meiner bescheidenen Meinung nach unter den ganzen langen Songs irgendwie unter.
Die Starken Momente auf CD 2 finden sich meiner Meinung nach in den letzten 3 Songs. Das dem Robin Williams gewidmete
„Tears Of A Clown“ packt mich ungemein. Auch weil es ein sehr kompakter auf den Punkt kommender Song ist. Wenn kurze Songs von Maiden dann bitte genau so!
„The Man Of Sorrow“ brilliert durch seine wundervollen Gitarren und Herr Dickinsons singt absolut fabelhaft.
Ja und nun kommt tatsächlich das, was es bei Harris, Dickinson & Co. noch in keinster Weise gab. Ein 18 minütiges Epos, geschrieben und komponiert von Dickinson höchstpersönlich. Nachdem ich „The Red And The Black“ zum ersten Mal gehört habe, war ich schon sehr besorgt gegenüber
„Empire Of The Clouds“ und ich hoffte der Song würde nicht so langatmig sein und zu Punkt kommen. Was man an „Empire Of The Clouds“ kritisieren könnte, wäre vielleicht der Klang des Tasteninstrumentes. Ein echtes Piano hätte dem Song sehr gut gestanden und die eine oder andere Länge hätte man sich vielleicht sparen können. Trotz allem muss man aber auch sagen, was da in den letzten Minuten abgezogen wird ist schon pures Gold.
Fazit: Die Band überrascht wohl viele mit einem starken Album. Durch das Doppelalbum gehen Songs wie „Death Or Glory“ oder auch „Speed Of Light“ gerne mal unter. Iron Maiden versuchen einen Ausgleich zwischen langen und kurzen Songs zu schaffen. Aber gerade wegen der Masse an Songs und vor allem an Läng habe ich das Gefühl, das genau das ein bisschen untergeht. Trotzdem besinnt sich die Band zum Wohle der Fans ein Stück zurück. Und der Band gelingt das auch irgendwie.