Metal Mirror

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Re: Metal Mirror

Beitragvon Nils Macher » Samstag 29. Juni 2013, 15:59

Eike hat geschrieben:
[Das Problem ist aber doch, dass man nicht mehr vernünftig diskutieren kann, ohne dass gleich wieder die PC-Debatte vorgeschoben wird. Damit wird sehr gerne abgelenkt...quote]Klar, sonst könnte man ja in Verlegenheit kommen, eine Meinung zu äußern und gegebenfalls sogar zu verteidigen. Da begibt man sich lieber in die Opferposition... *mimimimimi*


Was für eine Opferposition? Du machst dir hier aber auch einen zurecht ...

Ich antworte nachher mal ausführlich auf das Thema, wenn ich Zeit habe.
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Re: Metal Mirror

Beitragvon Eike » Samstag 29. Juni 2013, 16:15

Hey, nimm's nicht persönlich, war echt nicht an Dich gerichtet, mehr allgemein gesprochen. Egal, weg.
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Re: Metal Mirror

Beitragvon Holger Andrae » Sonntag 30. Juni 2013, 03:44

Chavo89 hat geschrieben:Das Problem ist aber doch, dass man nicht mehr vernünftig diskutieren kann, ohne dass gleich wieder die PC-Debatte vorgeschoben wird. Damit wird sehr gerne abgelenkt...

:dafuer:
Ich bin dann wohl manchmal lieber der PC-Spießer.
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Re: Metal Mirror

Beitragvon Rüdiger Stehle » Sonntag 30. Juni 2013, 04:13

Es wird sicher Leute geben, die sich - selbst angegriffen - darauf zurück ziehen, sich als Opfer einer PC-Kampagne zu sehen. Den Schuh ziehe ich mir aber persönlich nicht an. Ich bin doch ziemlich überzeugt davon, meine Meinung äußern und begründen zu können, ohne eine Opferrolle einzunehmen, und einer vernünftigen Diskussion habe ich mich auch noch nie entzogen. Ganz im Gegenteil. Daher nehme ich mir auch die Freiheit, das was ich für "Political Correctness" halte, von Grund auf albern zu finden.

Rein vorsorglich sei ergänzt, dass ich mich hier im Board noch nie mit Political Correctness konfrontiert gesehen habe, um der Gefahr vorzubeugen, dass sich jemand der Albernheit bezichtigt fühlt. Ich verweise auf meine obigen Beispiele: Wenn ein Vorstandmitglied meiner "Lieblingspartei" (der Name soll ungenannt bleiben, denn es weiß eh jeder, wen ich meine), sich nicht entblödet, in einer 45-minütigen Rede, seine zuhörenden Parteigenossen ca. 100x mit "Liebe Freundinnen und Freunde" anzureden, dann darf ich das albern finden. Wenn unser Bürgermeister sogar noch "Mitgliederinnen" erfindet, um ja nichts falsch zu machen, dann ... ja dann... :grins: Wenn jemand die beiden "S" im (originalen) KISS-Logo bedenklich findet, dann muss ich das albern finden.

Für mich zählt die Maxime, dass ich die Ausdrucksform einer Person nur dann zu kritisieren habe, wenn sich herausstellt, dass eine anrüchige Gesinnung dahinter steckt. Die Wahl eines Symboles, eines Wortes usw... ist zunächst immer wertneutral, so lange der intendierte Sinn nicht klar hervor tritt. Erst, wenn die Intention feststeht, und zu missbilligen ist, dann habe ich mein Maul aufzumachen und zu missbilligen, nicht wegen eines Wortes, wegen eines Symbols, wegen einer Geste oder einem Outfit.

Daraus, dass ein Parteivorsitzender nur sagt "liebe Freunde", zu schließen, dass er frauenfeindlich ist, ist Bullshit. Allein daraus, dass jemand ein HK trägt, zu schließen, dass er ein Nazi ist, ist ebenso Bullshit (Lemmy, Sid Vicious, Hoest). Aus Cartoon-Horrorstories wie bei Cannibal Corpse Gewaltverherrlichung und Aufforderung zur Gewalt abzuleiten, ist Quark mit Soße... usw... usf...

Das verstehe ich unter "PC", und ja, der Teufel möge sie holen, die "PC". Das ist doch genau das, was den Menschen das Denken, das Hinterfragen und das Argumentieren und Diskutieren abnehmen soll. Das Sagen, Benutzen und Denken von "XY" ist TABU, das darf man nicht, das kann man nicht, das soll man nicht, ganz egal, was der Protagonist überhaupt damit sagen wollte. Gehirn abgeben und ja nicht aus der Spur laufen...

Nicht die Kritik an PC ist es, die sich der Diskussion und den Argumenten entzieht, sondern der einzige Sinn und Zweck der PC ist es, den Menschen das Denken abzunehmen und Diskussionen über Sinn und Unsinn der Formensprache zu unterbinden, indem sie postuliert, was man sagen darf, soll, muss. PC ist aus meiner Sicht die Definition des Totalitarismus.

Nochmal: Ich halte keine(n) der hier Beteiligten für eine(n) PC-Befürworter(in), auch diejenig(inn)en nicht, die hier ein gewisses Maß an PC befürwortet haben und der PC-Kritik entgegen getreten sind.

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Re: Metal Mirror

Beitragvon firestarter » Sonntag 30. Juni 2013, 07:23

Rüdiger Stehle hat geschrieben:Rein vorsorglich sei ergänzt, dass ich mich hier im Board noch nie mit Political Correctness konfrontiert gesehen habe, um der Gefahr vorzubeugen, dass sich jemand der Albernheit bezichtigt fühlt.


Warum so vorsichtig? Latenter Anflug von PC?
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Re: Metal Mirror

Beitragvon Rüdiger Stehle » Sonntag 30. Juni 2013, 12:03

Nö. Überhaupt nicht. Ich will einfach, dass Holg, Chavo und Eike wissen, dass ich ihre Beiträge hier in diesem Zusammenhang nicht für albern halte und auch nicht für das, was meine negativ besetzte Vorstellung von "PC" ist.

Wenn du den Versuch, seine Formulierungen so zu wählen, dass sich durch einen Anwurf nicht die falschen Leute angesprochen fühlen, unter PC fasst, dann bin ich vermutlich einer der politisch korrektesten Menschen der Welt, weil ich das andauernd mache. :grins:

Mir geht's auch nicht um den Begriff der "PC", sondern um ein bestimmtes Phänomen, das ich oben ausführlich beschrieben habe. Ob dafür "PC" der richtige Begriff ist, und ob sich PC darin erschöpft, das kann ich nicht sagen. Es ist einfach das, was ich unter PC verstehe und warum ich diese Art von PC ablehne.
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Re: Metal Mirror

Beitragvon Holger Andrae » Sonntag 30. Juni 2013, 12:39

Rüdiger Stehle hat geschrieben:Für mich zählt die Maxime, dass ich die Ausdrucksform einer Person nur dann zu kritisieren habe, wenn sich herausstellt, dass eine anrüchige Gesinnung dahinter steckt. Die Wahl eines Symboles, eines Wortes usw... ist zunächst immer wertneutral, so lange der intendierte Sinn nicht klar hervor tritt. Erst, wenn die Intention feststeht, und zu missbilligen ist, dann habe ich mein Maul aufzumachen und zu missbilligen, nicht wegen eines Wortes, wegen eines Symbols, wegen einer Geste oder einem Outfit.


Ich habe mich von Dir, Rüdiger, zu keinerZeit angegiffen oder nicht ernt genommen gefüflt was diese Diskussion angeht. Deinen Standpunkt kann ich in großen Teilen so unterschreiben, zumindest in den angeführten Beispielen.
Nur einmal nachgefragt: Wäre es für Dich eine anrüchige Gesinnung, wenn jemand ganz bewusst mit Symbolen und Begriffen kokettiert, um daraus einen finanziellen Vorteil zu erwirtschaften?
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Re: Metal Mirror

Beitragvon Rüdiger Stehle » Sonntag 30. Juni 2013, 12:58

Wenn es jemand nur deshalb tut, um daraus einen finanziellen Vorteil zu erwirtschaften, dann würde ich das zumindest für zweifelhaft oder meinetwegen auch anrüchig halten, ja. Aber es ist halt schwer, hier eine Grenze zu ziehen, wann jemand das aus finanziellen Motiven tut, oder aber aus Gründen des Schockeffekts. Beides geht ja oft Hand in Hand: Ursprünglich ist Provokation und Schockeffekt das Ziel, es kommt der erwartete Aufschrei der Medien, und das zieht dann auch kommerzielle Vorteile nach sich. Siehe etwa Cannibal Corpse, Slaytanic Wehrmacht oder Lemmys HK. Wobei ich in all diesen Fälle nicht glaube, dass bei der initialen Entscheidung, diese Themen, Begriffe, Symbole zu wählen, primär der Gedanke leitend war, "Hey, wenn ich mir auf dem Promophoto ein HK umhänge, dann verkaufe ich bestimmt mehr Scheiben.", sondern eher "Hey, ich sammle ja eh WK2-Unformen, mal schauen, wie die Leute hier in England wie auch drüben in Deutschland darauf reagieren, wenn ich so etwas mal fürs Foto anziehe."


Fazit:
Ja, es ist immer ein wenig oder auch ein wenig mehr anrüchig, wenn ein Künstler etwas nur macht, um besser zu verkaufen. Und zwar nicht nur bei belasteten Symbolen oder problematischen Themen, sondern auch bei stilistischen Entscheidungen u.ä. Nur frage ich mich gerade wirklich ernsthaft, ob mir jetzt spontan Bands oder andere Künstler einfallen, bei denen ich den Eindruck hätte, dass sie eine bestimmte Attitüde nur oder primär als Verkaufsargument nutzen. Cannibal Corpse nehme ich ab, dass sie halt einfach Splatter-Filme mögen und das musikalische Äquivalent dazu liefern wollten. Leuten wie Lemmy, Hanneman oder Morgan Steinmayer von Marduk nehme ich ab, dass sie ihr WK2-Faible in die Musik tragen woll(t)en.

Am ehesten könnte ich mir momentan das "Selling Point"-Argument bei manchen Okkult-Bands dieser Tage vorstellen. Und natürlich auch bei einigen NSBM-Bands, bei denen ich durchaus glaube, dass sie weder provozieren wollen noch wirklich Nazis sind, sondern einfach wissen, dass es für ihre Schrammeldosen einen besonderen Markt gibt, wenn sie ein HK drauf malen und was vom Führer faseln.

Das ist ein schwieriges Feld, weil man eben so schwer in die Leute hinein sieht. Daher habe ich im Wesentlichen tatsächlich den oben von dir zitierten Grundsatz, dass ich grundsätzlich mal auch sehr negativ besetzte Dinge im Kunst-Kontext wertneutral betrachte, so lange mir nicht das anstößige Element in der Gesinnung offenbar wird. Erst wenn das passiert, stelle ich mir dann die Frage, ob und wie ich dann diese oder jene Band mit meinen moralischen Grundsätzen vereinbaren kann.
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Re: Metal Mirror

Beitragvon Dr. Best » Sonntag 30. Juni 2013, 13:28

Rüdiger Stehle hat geschrieben:Allein daraus, dass jemand ein HK trägt, zu schließen, dass er ein Nazi ist, ist ebenso Bullshit (Lemmy, Sid Vicious, Hoest). Aus Cartoon-Horrorstories wie bei Cannibal Corpse Gewaltverherrlichung und Aufforderung zur Gewalt abzuleiten, ist Quark mit Soße... usw... usf...

Da stellt sich aber die Frage, wo du die Grenze ziehen willst, beides ist in meinen Augen schon deutlicher Grauzonenbereich. Es besteht jedenfall sein großer Unterschied zwischen dem Interesse und meinetwegen sogar fanatischen Sammeln von WK2-Devotionalen und dem Kokettieren mit Symbolen und Tragen von deren Uniformen zum Spass. Ebenso halte ich es für naiv, Cannibal Corpse explizit keine Gewaltverherrlichung nachzusagen; es ist ein schmaler Grat, Titel wie "Fucked with a knife", bei dem eine eindeutige Vergewaltigungsszene mit Tötungsfolge beschieben wird, als Kunstwerk auszulegen. Die Erwartung, dass andere es auch so sehen werden wäre deutlich realitätsfern.

Rüdiger Stehle hat geschrieben:Cheers! Und Gute Nacht, Kameraden (und zwar beiderlei Geschlechts und Hermaphroditen)!

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Re: Metal Mirror

Beitragvon Dr. Best » Sonntag 30. Juni 2013, 13:29

Solltest du die Frage oben beantworten, brauchst du nicht mehr drauf eingehen. Muss jetzt erstmal weiter lernen, sorry.
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