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von Jens Wilkens » Sonntag 5. Mai 2024, 16:03
von Pillamyd » 05 Mai 2024 13:57 Jens Wilkens hat geschrieben: Zwei meiner Meinung nach überbewertete Alben sind "Somewhere In Time" Um es mit deinen Worten zu sagen: Da "Somewhere In Time" mein Lieblingsalbum von "Iron Maiden" ist, kann ich bei "overrated" natürlich überhaupt nicht mitgehen. 
So geht es manchmal bei MAIDEN (es sei denn, man mag alles). 
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von Pillamyd » Sonntag 5. Mai 2024, 16:06
Jens Wilkens hat geschrieben:von Pillamyd » 05 Mai 2024 13:57 Jens Wilkens hat geschrieben: Zwei meiner Meinung nach überbewertete Alben sind "Somewhere In Time" Um es mit deinen Worten zu sagen: Da "Somewhere In Time" mein Lieblingsalbum von "Iron Maiden" ist, kann ich bei "overrated" natürlich überhaupt nicht mitgehen. 
So geht es manchmal bei MAIDEN (es sei denn, man mag alles). 
Ich muss aber auch zugeben, dass ich auch wahrnehme, dass die Verehrung dieses Albums deutlich zugenommen hat. Vielleicht liegt es aber auch an der letzten Tour (oh, der Gedanke daran schmerzt immer noch  ) und daran dass die Band das Album jahrelang so außen vor gelassen haben.
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von Jhonny » Montag 6. Mai 2024, 20:47
Also, ich könnte wirklich keins der ersten 7 MAIDEN-Alben irgendwo als "overrated" sehen. Das sind alles Gemmen, absolute Sternstunden des Metal.
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von Rüdiger Stehle » Mittwoch 8. Mai 2024, 21:54
Habe das Video noch nicht geschaut, weil am Sonntag Notenabgabe für den Soundcheck ist und ich gerade jedes Wochenende in rebus metallicis unterwegs bin. Aber ganz generell habe ich im Bereich der Musikrezeption mit dem Begriff "overrated" oder "überbewertet" ein ziemlich großes Problem. Bei seinem Gebrauch schwingt gerne mal eine gewisse Selbsterhöhung des Einordnenden aus, und zwar nicht seines Geschmackes wegen, sondern der Anmaßung wegen, dass jene, die besagtes Album eben hoch einschätzen, dies fälschlicherweise täten, weshalb es eine "Über-Bewertung" sei, "über" den vermeintlich wirklichen Wert hinaus, den natürlich der Äußernde zu kennen insinuiert. Außerdem nehme ich in derlei Listen gerne eine gewisse Missgunst sowohl wider den Künstler wie auch wider dessen Fans wahr, denen der Erfolg, der Ruf, der Status, letztlich die Freude an dem Werk missgönnt zu werden scheint. Daher für mich ein äußerst unschöner Begriff, den ich tatsächlich auch aus diesen Gründen nie in meinen eigenen Texten verwende, zumal er - subjektiv hinterlegt - ja keinen weiteren Aussagegehalt hat als "ich kann den Erfolg eines Albums persönlich nicht nachvollziehen". Somit erfolgt seine Verwendung oft nur zweckgerichtet auf sein Spaltpotential hin, statt einfach subjektives Unverständnis einzuräumen und zu versuchen zu ergründen, warum wider die eigene Wahrnehmung und das eigene Verständnis hinaus ein breiter Erfolg erzielt wurde. P.S.: In der Zeit, welche in die Abfassung dieses Beitrages gesteckt wurde, hätte ich ggf. auch den Link klicken und anschauen können. 
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von Havoc » Mittwoch 8. Mai 2024, 22:14
Ich sehe das auch ähnlich...noch vor Jahren hätte ich hier Alben von Maiden, Slayer und Metallica gelistet. Mittlerweile mag ich die ja aber auch und kann mehr als nachvollziehen, warum es solche Klassiker sind. Heute könnte ich vielleicht sowas wie Sabaton nennen. Aber wenn es Leuten eben total gefällt, dann ist es eigentlich auch nicht überbewertet. Oder Pink Floyd. Die habe ich auch nie so richtig verstanden. Wobei ich da noch zu wenig kenne. Genauso scheint es dem Mann in dem Video mit RUSH zu gehen. Er findet die "2112" überbewertet. Ich definitiv nicht. Lief die Tage...ein wunderbares Werk. Also eigentlich ist das doch alles Geschmackssache.
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von Rüdiger Stehle » Mittwoch 8. Mai 2024, 22:29
Ich meine, dass man ggf. dann von "überbewertet" sprechen könnte, wenn man die Gruppe der Bewertenden und deren Bezugsgröße nennt, und erklären kann, warum einigermaßen objektiv bewertet, eine Zuschreibung unzutreffend schmeichelhaft ist. Wenn man also beispielsweise einen in einem Magazin oder einer Sendung als Wundergitarristen gefeierten Musiker aufgrund evidenter technischer Schwächen des "Dochnichtsogutseins" überführen kann. Wenn man also nachvollziehbar erklären kann von wem und in welcher Hinsicht Musik "überbewertet" sein soll, dann mag es akzeptabel sein, das zu tun. Einfach so in den Raum gestellt, dass eine Band oder ein Album "überbewertet" sei, finde ich aber schwierig. Der verlinkte Kollege macht das im Übrigen - ich habe kurz hinein geschaut - schon angemessen zaghaft und nicht auf arrogante Weise, aber ja, ist halt ein Clickbait-Titel, der besser wirkt, als schriebe man "10 Alben, deren großen Erfolg und guten Ruf ich nicht nachvollziehen kann". So be it. 
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von Jens Wilkens » Donnerstag 9. Mai 2024, 09:50
Bei der Rezeption von Musik spielt das subjektive Empfinden natürlich eine sehr große Rolle. Wenn wir einen Diskografie-Check machen, müssen wir ja auch die einzelnen Alben miteinander vergleichen. Bei IRON MAIDEN lese ich häufiger, dass die ersten sieben Alben über jeden Zweifel erhaben seien, dass dort kein einziger schwacher Song vertreten sei und dergleichen mehr. Ich sehe das nicht so. Während mich die ersten drei Alben nach wie vor in jeder Hinsicht begeistern und "Piece of Mind" fasziniert, so stellt sich bei "Powerslave", "Somewhere In Time" und "Seventh Son Of A Seventh Son" diese Begeisterung eben nicht (mehr) ein. Dass die Alben ihre Qualitäten haben, steht außer Frage. "Somewhere In Time" habe ich, glaube ich, 1987 erworben und schon damals fehlte mir etwas. Nur 'Caught Somewhere In Time' konnte mich wirklich überzeugen, und so ist es bis heute geblieben. Die Produktion sagt mir auch nicht sonderlich zu. 'Heaven Can Wait' ging mir schon immer gegen den Strich. Den Refrain kann ich nicht gut vertragen. Bei "Seventh Son Of A Seventh Son", das ich bei Erscheinen noch abgefeiert habe und auch die Single-Auskopplungen erworben habe, hat sich erst nach und nach eine gewisse Ernüchterung eingestellt. Bei unserem 80er-Spiel musste ich letztens feststellen, dass einige Songs im Vergleich mit anderen in den jeweiligen Gruppen nicht so gut abschneiden. Auch das Mastering der Original-CD ist meiner Meinung nach problematisch, denn die Aufnahme ist so leise, dass man die Anlage schon ziemlich aufdrehen muss. Wenn jemand aber alle sieben Alben gleichermaßen verehrt, ist das toll. "Überbewertet" ist vielleicht ein etwas zu scharfes Wort, aber ich würde das auch eher so verstehen, dass man die Begeisterung anderer nicht ganz nachvollziehen kann. Über MAIDEN in den unterschiedlichen Phasen gibt es ja so viele unterschiedliche Meinungen. Eigentlich ist das doch interessant, wie unterschiedlich man die Alben hört. "Senjutsu" habe ich beispielsweise gar nicht erst in die Sammlung gestellt, während ich "The Book Of Souls" immer gerne auflege. Andere halten "The Book Of Souls" für ein eher schwächeres Album, mir gefällt es aber besser als "Somewhere In Time".
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von Pillamyd » Donnerstag 9. Mai 2024, 10:22
Ist es nicht genau das? Also, liegt da nicht der Unterschied zwischen der eigenen Meinung und den meist überhöhnten und mit Sarkasmus durchtriebenen abtun irgendwelcher Alben?
Ich denke wenn jemand sagt, dass die ersten sieben Alben das Maß aller Dinge ist, dann spielt da auch eine gewisse Romantik mit. Da geht es nicht um bis ins kleinste Detail ausgearbeitete Einzelheiten sondern das Gefühl das man erlebt hat, wenn man die Scheiben kennengelernt hat. Das sagt für mich mehr über die Leidenschaft einzelner Personen aus, als dieses draufkloppen.
Das würde ich niemals so hoch setzen, als dass ich mich da irgendwie dran aufhängen könnte. Andersherum gibt der Ton die Musik an und es kommt für mich persönlich immer darauf an wie sich so etwas anhört oder wie sich so etwas liest. Das mag dann vom Schreiber keine böswillige Absicht sein. Aber das kann man vom Leser wiederum nicht erwartet werden, dass das so ankommt.
Bin ich noch beim Thema?
Im Endeffekt ist es aber eine Form die solche Diskussionen füttern und die sind ja meist auch spannend zu lesen. Und deswegen absolut legitim. Ob das jetzt mit reißerischen Titeln versehen ist...wenn der Inhalt dann so ist, wie in dem Video, habe ich da kein Problem mit.
PS: Und trotzdem, will ich mich da gar nicht rausnehmen. Ist mir auch schon oft genug passiert.
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von Holger Andrae » Donnerstag 9. Mai 2024, 10:42
Oh, ein neuer Beitrag während ich das untere geschrieben habe.
Wir sind uns wohl in diesem kleinen Raum hier alle einig, dass der Begriff "überbewertet" schwierig ist. Das ist genau so ein problembehafteter Ausdruck wie "gehypt". Ohne das Video bisher gesehen zu haben, scheint es mir dort aber in erster Linie um Alben zu gehen, die a) den test of time bereits bestanden haben und die b) von einer breiteren Allgemeinheit goutiert werden. Von daher hat die allgemeine Bewertung schon eine gewisse Grundsubstanz, die uns bei der Verwendeung der beiden Begriffe bei aktuellen Alben zumeist fehlt. Sicherlich bleibt es immer noch eine Betrachtung aus sehr subjektiven Ohrwinkeln. "2112" würde mir zum Beispiel selbst bei einer diskograhieinternen Betrachtung von Rush nicht in den Sinn kommen. Weshalb nicht? Weil ich eher den Eindruck habe, dass es hier entweder die große Gruppe der 70er-Freaks gibt, die dann aber eher "Hemispheres" oder " A Farewell To Kings" nennen würde oder die Gruppe der 80er-Freunde, die dann wahlweise mit "Moving Pictures" oder "Grace Under Pressure" wählt. Von daher ist "2112" für mich kein Rush-Album, welches ich hier überhaupt in der Diskussion sehen würde. Dass es ganz toll für mich ist, steht dabei auf einem ganz anderen Blatt. Für mich wären immer die Dire Straits eine überbewertete Band, da ich den allseits so hoch gelobten Gitarrensound von Mark Knopfler ganz furchtbar steril und kalt empfinde. Bei anderen Interpreten, die ich nicht sonderlich gern mag, kann ich dagegen die allgemeine Begeisterung aber nachvollziehen. Nehmen wir Bruce Springsteen. Finde ich gut, aber die emotionale Komplett-Euphorie kommt nicht an. Vielleicht habe ich mich einfach auch noch nicht intensiv genug mit ihm beschäftigt. Oder Bob Dylan. Ich finde seine Stimme schlimm, erkenne aber sein musikhistorische Bedeutung an, wie auch zum Beispiel die der Rolling Stones, deren Musik mir zumeist auch wenig gibt. Bleiben wir in unserem Kosmos so ist Iron Maiden natürlich das perfekte Beispiel. Jens beschreibt es sehr gut. Das Heiligsprechen der ersten sieben Alben ist mir komplett fremd. Würde eine moderne "True" (Entschuldigung)-Heavy-Metal-Band heutzutage nach fünf lupenreinen Heavy-Metal-Album plötzlich mit Gitarrensynthies um die Ecke kommen, wäre des Genörgel aller Spandex-Metaller aber riesengroß, weil man das nicht machen darf. Ich betrachte das aus einem ganz anderen Winkel, denn grundsätzlich darf eine Band für mich musikalisch alles machen, was mir gefällt ... und sich "authentisch" anfühlt. So hat sich für mich jede musikalische Veränderung bei Voivod immer "richtig" angefühlt, weil ich die Songs immer grandios fand und sich die Band für mich nachvollziehbar entwickelt hat. Bei Maiden war es für mich irgendwann musikalischer Stillstand, da mir bei den Songs die Überraschungen und das Feuer fehlen. Ich könnte hier jetzt noch "Painkiller" einfügen, aber da verstehe ich die allgemeine Begeisterung, ohne sie zu teilen.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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von Havoc » Donnerstag 9. Mai 2024, 11:18
Holger Andrae hat geschrieben:"2112" würde mir zum Beispiel selbst bei einer diskograhieinternen Betrachtung von Rush nicht in den Sinn kommen. Weshalb nicht? Weil ich eher den Eindruck habe, dass es hier entweder die große Gruppe der 70er-Freaks gibt, die dann aber eher "Hemispheres" oder " A Farewell To Kings" nennen würde oder die Gruppe der 80er-Freunde, die dann wahlweise mit "Moving Pictures" oder "Grace Under Pressure" wählt. Von daher ist "2112" für mich kein Rush-Album, welches ich hier überhaupt in der Diskussion sehen würde. Dass es ganz toll für mich ist, steht dabei auf einem ganz anderen Blatt.
Oh. Diese Ansicht wundert mich gerade. Klar hat jedes Album bei Rush seine Fans, aber ich habe es eher immer so empfunden, dass gerade "2112" so als DER 70er Klassiker schlechthin gilt. Bei den 70er Alben wäre mir die Rush-intern als erstes in den Sinn gekommen. Bei den 80ern dann natürlich "Moving Pictures". Ansonsten sehe ich alles auch so wie ihr. Ein jeder hat so seine Bands, mit denen er irgendwie nicht so richtig warm wird. Bei mir steht und fällt das fast immer mit dem Gesang. Wenn mich der nicht anspricht, dann war es das schon. Beispiele wären hier bei mir Voivod und Atlantean Kodex.
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