Ein paar Gedanken zur 2022er Musik

Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.

Re: Ein paar Gedanken zur 2022er Musik

Beitragvon Pillamyd » Montag 16. Januar 2023, 10:47

Feamorn hat geschrieben:Ja, ich weiß dass das etwas "schizophren" ist, aber ich hab mich hier quasi (freiwillig) "zwingen" lassen auch wirklich eine Top-10 aufzustellen, wenn man nur so sechzehn Alben des aktuellen Jahres gehört hat, und nur von einer handvoll wirklich begeistert ist, dann kommen halt solche Artikel/Listen wie meine zu Stande.


Wie gesagt, ich finde das höchst spannend, die herangehensweise. Ich hab das in ähnlicher Form vor ein paar Jahren aus so gehabt. Dann habe ich es mal in der Form von +/- Meinungen probiert.
Also alles gut! Ich lese es das sehr, sehr gerne!

Feamorn hat geschrieben:Und nochmal zur Blind Guardian Enttäuschungs-Schizophrenie: das geht mir bei der Band halt echt bei jedem Album nach der ANATO so. Ich kann die Jungs nicht schlecht finden, die Band IST meine musikalische DNA (zumindest das 90er-Material), und die ist eben auch in den 00er-Werken noch da. Gleichzeitig aber oft in einer Ausprägung, die ich so lieber nicht hätte.
BG haben sich nie so weit von "meinem" Kern wegbewegt, dass sie mich vollkommen verlieren würden (im Gegensatz etwa zu In Flames, das wird später nochmal Thema), aber eben doch außerhalb meines Sweetspots. Natürlich ist es auch ein Kokettieren von mir, die wiederholt als Enttäuschung auszuzeichnen, aber gerade diesmal haben sie es durch die Rolle Rückwärts eben auch provoziert. ;) Das letzte Album war für mich nicht die EdJ, meine ich.


Und das ist ein Punkt den ich sehr gut nachvollziehen kann. Man muss sich halt an deine Herangehensweise erst einmal gewöhnen. Wenn ich jetzt noch wüsste für was die Abkürzung EdJ steht, könnte ich drauf eingehen :grins:
Bei Herzensbands wie eben diese, macht man da schon einmal Ausnahmen und die Kluft, so groß sie auch sein mag, wird meist mit einem (Trost)pflaster fixiert. Wie gesagt, ich verstehe das. Lass dich nur nicht rausbringen ;-)

Feamorn hat geschrieben:PS: Loomis ist beim Songwriting, afaik, komplett aussen vor.


Das dachte ich mir. Deswegen auch meine Vermutung der Anpassung. Ich finde sowas eigentlich immer schade, wenn man so eine versierten Gitarristen hat, der sich dem Gesamtsound unterordnen muss. Na ja, eher einem Amott unterordnen muss. Andererseits wüsste ich auch nicht, was Loomis beisteuern könnte. Egal, es ist wie es ist.

Deine nächsten 3 Plätze werde ich im Laufe des Tages kommentieren.
Benutzeravatar
Pillamyd
Metaller mit zu viel Zeit
 
Beiträge: 14149
Registriert: Freitag 19. Februar 2010, 22:44

Re: Ein paar Gedanken zur 2022er Musik

Beitragvon Feamorn » Montag 16. Januar 2023, 11:10

Pillamyd hat geschrieben:Und das ist ein Punkt den ich sehr gut nachvollziehen kann. Man muss sich halt an deine Herangehensweise erst einmal gewöhnen. Wenn ich jetzt noch wüsste für was die Abkürzung EdJ steht, könnte ich drauf eingehen :grins:


Ups, wenn man zwischen Tür und Angel antwortet. Das war die Abkürzung für Enttäuschung des Jahres. :grins: (Also was ich sagen wollte war, dass ich die "Beyond The Red Mirror" glaube ich nicht damit "ausgezeichnet" habe. Was aber auch daran lag, dass ich nach "At The Edge Of Time" gar keine Erwartungen hatte, und dann positiv überrascht wurde. Wohingegen sich bei "The God Machine" eben doch eine gewisse Erwartung, bzw. eher Hoffnung, aufgebaut hatte, die das Album dann, bei mir, nicht einlösen konnte.)

Feamorn hat geschrieben:PS: Loomis ist beim Songwriting, afaik, komplett aussen vor.


Das dachte ich mir. Deswegen auch meine Vermutung der Anpassung. Ich finde sowas eigentlich immer schade, wenn man so eine versierten Gitarristen hat, der sich dem Gesamtsound unterordnen muss. Na ja, eher einem Amott unterordnen muss. Andererseits wüsste ich auch nicht, was Loomis beisteuern könnte. Egal, es ist wie es ist.


Ja, ich weiß bei sowas auch nie, was ich davon halten soll. Ich hatte da irgendwann was zu gelesen, das war wohl allen Beteiligten von Anfang an klar, Michael Amott schätzt halt Loomis komplett anderen Stil für Solos etc.pp. Die Frage, ob es okay ist, so einen Gitarristen auf so einer Stelle "versauern" zu lassen, drängt sich natürlich dennoch manchmal auf. Andererseits sollte Jeff die Situation für sich ja ändern können, wenn er wirklich will? (Ich meine, im Zweifel gehen und was eigenes machen.) Daher, solange alle so zufrieden sind... Arch Enemy bleiben bei mir in so einem komischen Limbo, im Grunde super sympathisch, aber irgendwie auch immer nicht ganz auf dem Level, um bei mir total abzugehen. Wie Du auch schon meintest, die Produktion wird da ihren nicht so kleinen Anteil haben.
Benutzeravatar
Feamorn
Vollblutmetaller
 
Beiträge: 7179
Registriert: Sonntag 7. Februar 2010, 13:00
Wohnort: Bergisch Gladbach

Re: Ein paar Gedanken zur 2022er Musik

Beitragvon Pillamyd » Montag 16. Januar 2023, 12:13

Feamorn hat geschrieben:Ups, wenn man zwischen Tür und Angel antwortet. Das war die Abkürzung für Enttäuschung des Jahres. (Also was ich sagen wollte war, dass ich die "Beyond The Red Mirror" glaube ich nicht damit "ausgezeichnet" habe. Was aber auch daran lag, dass ich nach "At The Edge Of Time" gar keine Erwartungen hatte, und dann positiv überrascht wurde. Wohingegen sich bei "The God Machine" eben doch eine gewisse Erwartung, bzw. eher Hoffnung, aufgebaut hatte, die das Album dann, bei mir, nicht einlösen konnte.)


Haha, ich hätte aber auch drauf kommen können :grins:
Hat dir die "At The Edge Of Time" nicht gefallen?
"Sacred Worlds" ist eines der wenigen Lieder die mir im Gedächtnis geblieben sind (in der gesamten Diskographie). Dieser Refrain, macht mich ja fertig.
Benutzeravatar
Pillamyd
Metaller mit zu viel Zeit
 
Beiträge: 14149
Registriert: Freitag 19. Februar 2010, 22:44

Re: Ein paar Gedanken zur 2022er Musik

Beitragvon Feamorn » Montag 16. Januar 2023, 13:00

Pillamyd hat geschrieben:
Feamorn hat geschrieben:Ups, wenn man zwischen Tür und Angel antwortet. Das war die Abkürzung für Enttäuschung des Jahres. (Also was ich sagen wollte war, dass ich die "Beyond The Red Mirror" glaube ich nicht damit "ausgezeichnet" habe. Was aber auch daran lag, dass ich nach "At The Edge Of Time" gar keine Erwartungen hatte, und dann positiv überrascht wurde. Wohingegen sich bei "The God Machine" eben doch eine gewisse Erwartung, bzw. eher Hoffnung, aufgebaut hatte, die das Album dann, bei mir, nicht einlösen konnte.)


Haha, ich hätte aber auch drauf kommen können :grins:
Hat dir die "At The Edge Of Time" nicht gefallen?
"Sacred Worlds" ist eines der wenigen Lieder die mir im Gedächtnis geblieben sind (in der gesamten Diskographie). Dieser Refrain, macht mich ja fertig.


Da stand ich damals ratlos vor, und bei jedem weiteren Versuch danach ebenfalls. Der Letzte ist jetzt allerdings eine Weile her. Ohne nochmal zu hören wäre das aber, Stand jetzt, die rote Laterne meiner Band-Liste. Das läuft effektiv an mir vorbei, ich hab auch spontan keinen Song davon im Ohr.
Benutzeravatar
Feamorn
Vollblutmetaller
 
Beiträge: 7179
Registriert: Sonntag 7. Februar 2010, 13:00
Wohnort: Bergisch Gladbach

Re: Ein paar Gedanken zur 2022er Musik

Beitragvon Pillamyd » Montag 16. Januar 2023, 21:40

Feamorn hat geschrieben:Da stand ich damals ratlos vor, und bei jedem weiteren Versuch danach ebenfalls. Der Letzte ist jetzt allerdings eine Weile her. Ohne nochmal zu hören wäre das aber, Stand jetzt, die rote Laterne meiner Band-Liste. Das läuft effektiv an mir vorbei, ich hab auch spontan keinen Song davon im Ohr.


Krass. Zumindest bei dem Song dachte ich, dass der Song (vor allem im Refrain) so catchy ist, dass er einfach hängenbleiben muss. Also mir geht es halt so.

So weiter geht es im Text mit...

...Sisters Of Suffocation:

Ich wusste...irgendwoher kenne ich die Band. Und jetzt nachdem ich die Band bei Metal-Archives gesucht habe, weiß ich auch woher. Deren Gitarristin hat einen eigenen Youtube Kanal und macht da ihre sogenannten Vlogs. Ganz entspannte Sache.
Die Songs die du hier verlinkt hast, gefallen mir sehr gut. Da werde ich wohl mal weiter reinhören müssen.

Arjen Anthony Lucassen's Star One:

Joa, das ist alles immer sehr gut gemacht. Aber mein Nerv trifft Arjen nur in sehr wenigen Fällen. Da bringen mir die ganz großen Namen des Metals dann halt leider auch nicht. Auch hier finde ich alles gut hörbar. Aber eine Minute später frage ich mich, was ich da gerade gehört habe. Es bleibt halt nichts hängen. Und die Songs sind jetzt nicht die komplizierteste Sorte. Aber ich muss auch sagen, ich habe mich viel zu wenig mit seinen Projekten auseinandergesetzt.

Der einzige Song der mir im Kopf bleibt ist "The Day That The World Breaks Down". Alle Sänger haben da so einen tollen Einsatz. Die Musik ist brutal, vor allem der Mittelteil, wenn es dann richtig smooth wird und die eingestreuten kleinen Frickelparts geben mir den Rest. Vor allem dann der überragende Russell Allen.
Aber das ist ja ein anderer Song, eines anderen Albums. Sorry....

The Halo Effect:

Habe ich ja schon beim Drumtier einiges geschrieben. Ich steck da zu wenig drin um die ganze Euphorie zu teilen. Den ersten verlinkten Song aus deinem Thread ist mir zum Beispiel zu dudelig. Vor allem im Refrain.
Das ist halt leider alles nicht so wirklich meins. Ich mag auch den Gesang nicht so wirklich. Aber freut mich für jeden einzelnen, dem dieses Album, das gibt, was seit Jahren wohl gefehlt hat.
Benutzeravatar
Pillamyd
Metaller mit zu viel Zeit
 
Beiträge: 14149
Registriert: Freitag 19. Februar 2010, 22:44

Re: Ein paar Gedanken zur 2022er Musik

Beitragvon Feamorn » Dienstag 17. Januar 2023, 01:57

Pillamyd hat geschrieben:
Krass. Zumindest bei dem Song dachte ich, dass der Song (vor allem im Refrain) so catchy ist, dass er einfach hängenbleiben muss. Also mir geht es halt so.



Das "Ratlos" war tatsächlich auch recht ernst gemeint. Ich konnte nie einen Finger darauf legen, warum ausgerechnet das Album nie funktioniert hat bei mir. Wäre auch nochmal Zeit, für ein Update. Vielleicht wird's ja irgendwann noch... Oo


...Sisters Of Suffocation:

Ich wusste...irgendwoher kenne ich die Band. Und jetzt nachdem ich die Band bei Metal-Archives gesucht habe, weiß ich auch woher. Deren Gitarristin hat einen eigenen Youtube Kanal und macht da ihre sogenannten Vlogs. Ganz entspannte Sache.
Die Songs die du hier verlinkt hast, gefallen mir sehr gut. Da werde ich wohl mal weiter reinhören müssen.


Jau, Emmelies Kanal Folge ich auch, seit ihrem Einstieg bei SoS damals. :) Die Band habe ich, glaube ich, über die andere Gitarristin/Gründerin Simone gefunden? Die hat mal bei Nervosa Prika Amaral bei der EU-Tour vertreten, als Fernanda Lira noch dabei war. Hatte die in 'nem Live-Video gesehen und geschaut, wer das ist. SoS mochte ich sofort lieber als Nervosa. 😅

Arjen Anthony Lucassen's Star One:
...


Falls Du es noch nicht kennst, bei Guilt Machine hat Arjen einen, für seine Verhältnisse, deutlich anderen Flavor als sonst. Allerdings eben eher melancholisch depressiv (für seine Verhältnisse). Star One war seit jeher eher das "Power Metal"-Projekt, wobei das neue Album schon proggiger ist, als die beiden davor.

The Halo Effect:

Habe ich ja schon beim Drumtier einiges geschrieben. Ich steck da zu wenig drin um die ganze Euphorie zu teilen. Den ersten verlinkten Song aus deinem Thread ist mir zum Beispiel zu dudelig. Vor allem im Refrain.
Das ist halt leider alles nicht so wirklich meins. Ich mag auch den Gesang nicht so wirklich. Aber freut mich für jeden einzelnen, dem dieses Album, das gibt, was seit Jahren wohl gefehlt hat.


Ich vermute stark, dass genau das "Dudelige" hier einer der Trademarks der "mittelalten" In Flames ist, den viele vermisst haben. :) Nur vielleicht zur Einordnungshilfe für dich. :)

Mal als Beispiel, was hier bei The Halo Effect zitiert wird: Embody The Invisible vom '99 Album Colony. Die Parallelen sind halt frappierend. :)
Oder auch Scorn (der war mein IF Erstkontakt damals, war auf der Beilagen-CD meiner ersten jemals gekauften Metal-Zeitschrift (der Hammer damals)). Wie gesagt, Nostalgie pur für mich. ☺️

PS: Drei von Fünf Musiker bei THE und Colony waren identisch.
Benutzeravatar
Feamorn
Vollblutmetaller
 
Beiträge: 7179
Registriert: Sonntag 7. Februar 2010, 13:00
Wohnort: Bergisch Gladbach

Re: Ein paar Gedanken zur 2022er Musik

Beitragvon Feamorn » Dienstag 17. Januar 2023, 02:02

Okay, Korrektur. Da war die Erinnerung etwas neblig. Es war auf meiner dritten Metal Hammer CD, und es war nicht Scorn, sondern Resin... 🙈
Benutzeravatar
Feamorn
Vollblutmetaller
 
Beiträge: 7179
Registriert: Sonntag 7. Februar 2010, 13:00
Wohnort: Bergisch Gladbach

Re: Ein paar Gedanken zur 2022er Musik

Beitragvon Feamorn » Dienstag 17. Januar 2023, 12:03

Platz 4
Bild
Satan - Earth Infernal

So, jetzt sind wir in der Top-4 und damit auch endlich bei den Alben, die bei mir tatsächlich richtig viel Wind gemacht haben. Satan waren eine Weile starker Treppchenkandidat, sind dann aber gegen Ende etwas verdrängt worden, aber jetzt im Abschluss kam ich eben auch absolut nicht dran vorbei.
Dabei war mein Weg hierhin gar nicht mal sooo gerade. Die Band der tausend Namen kenne ich theoretisch schon ewig, schließlich werken hier zwei meiner Jungendhelden, nämlich Steve Ramsey und Graeme English von Skyclad. Allerdings sind mir die Alben damals nie vor Nase gekommen, bis ich irgendwann (geschätzt vor 15-20 Jahren?) zufällig mal eines von Pariah im Laden entdeckt habe. Gekauft... und nicht gemocht. Das war es dann auch erstmal für mich. Ich hab dann die letzten Jahre seit der letzten Reunion immer wieder mitbekommen, dass die aktuellen Satan-Scheiben hier ziemlich gut weg kommen, wollte auch immer mal reinhören, das ist aber bis eben jetzt Earth Infernal irgendwie nie passiert. Ich werde jetzt wohl doch von hier mal Rückwärts forschen müssen, denn Earth Infernal trifft in Sachen traditioneller Metal bei mir echt in's Schwarze. Was mich angesichts der Tatsache, dass mir Tanith, mit dem anderen Gitarristen, Russ Tippins, derart gut rein lief, auch nicht groß verwundert. Wobei mir persönlich Tanith vermutlich noch einen Tick besser gefällt, als die aktuelle Satan.

Meine alte Pariah sollte ich wohl auch nochmal auspacken, schauen, was heutige Ohren dazu sagen... (The Kindred war's.)

Bei den Anspieltipps kam ich etwas in's Schwimmen, genau wie bei der Top-Song-Liste, da ich das Ding immer nur am Stück höre und alles gut fand, hatte ich quasi keine Titel vor Augen. Daher mehr oder minder ein zufälliger Griff in die Lostrommel.
Das Stück, das ich am Ende in meine Top-10-Songliste erkoren habe, Burning Portait, und dann einfach das andere Video, The Blood Ran Deep
Benutzeravatar
Feamorn
Vollblutmetaller
 
Beiträge: 7179
Registriert: Sonntag 7. Februar 2010, 13:00
Wohnort: Bergisch Gladbach

Re: Ein paar Gedanken zur 2022er Musik

Beitragvon Feamorn » Dienstag 17. Januar 2023, 12:06

Ach ja, ganz vergessen:

Rüdiger Stehle hat geschrieben:@Jesper: Jede Band, an der er mitgewirkt hat, war mit ihm besser als ohne ihn.


Ich nehme an, Du meinst Hammerfall? :grins: (Da würde ich wohl auch zustimmen. ;) )
Oder war da noch mehr?
Benutzeravatar
Feamorn
Vollblutmetaller
 
Beiträge: 7179
Registriert: Sonntag 7. Februar 2010, 13:00
Wohnort: Bergisch Gladbach

Re: Ein paar Gedanken zur 2022er Musik

Beitragvon Feamorn » Dienstag 17. Januar 2023, 13:08

Platz 3
Bild
Hammers Of Misfortune - Overtaker

Dieses Album ist Arbeit. Dieses Album ist Anstrengend. Dieses Album erfüllt mich.
Es sind eben die Hammers, und nicht nur das, sondern dazu noch zwei alte Namen, mit deren Rückkehr ich ehrlich gesagt niemals gerechnet hätte, und die bei mir schon fast wirken wie Katzenminze bei den läufigen Vierbeinern. Die Chance, dass ein HoM-Album MIT Jamie Myers UND John Scalzi bei mir durchfällt dürfte nahe Null liegen, egal, was sich John Cobbett auch für einen Wahnsinn ausdenkt. Zumal ich ja auch das Prä-HoM-Album "Unholy Cadaver" (selbstbetitelt, vor der Umbenennung nach Hammers Of Misfortune) mag, was ja auch schon echt chaotisch war, und auch Jamies ultra-rumpeligen "Like Flies On Flesh"-Demo-Kram. Das sind auch schon die relevanten Eckpunkte. Für mich ist Overtaker ein eindeutiges Gebräu aus eben jenen Elementen. Dazu ein Schuss von John und Sigrids VHOL-Nebenprojekt und unten raus kommt dieser leicht giftige Zaubertrank. Ich kann, zumindest ein Bisschen, nachvollziehen, warum das Ding an vielen hier in der Redaktion so abgeprallt ist, aber ganz ehrlich, die Hammers-DNA ist immer noch eindeutig zu erkennen, spätestens, wenn man die erste Schicht aus purem Schock über den ungewohnten Sound abgepellt hat.
Kommt es an die Großtaten der drei frühen Alben (unter HoM-Label) ran? Nein. Ich muss aber ganz ehrlich sein, ich vermute, dass das hier bei mir auch auf Dauer vor den beiden Vorgängern Platz nehmen wird, einfach weil ich mit Joe Huttons Stimme nie zu 100% warm wurde (ohne die Alben oder seine Fähigkeiten irgendwie schmälern zu wollen), ob es an Fields/Church Of Broken Glass vorbeikommt bezweifel ich noch, aber das wird die Zeit zeigen. Geiler Stoff ist das für mich eben schlicht alles.
Also, es bleibt, typische HoM-Kauzigkeit, diesmal mit einer ordentlichen Thrash(?)-, nein, Punk(?)-, oder... Wasauchimmer-Schlagseite, und eben oberflächlich sehr viel Chaos, mit dem man auch erstmal klar kommen muss. Aber die Beschäftigung lohnt sich, meines Erachtens nach. Ich bin gespannt, was hier in Zukunft noch so kommen wird. Wir scheinen ja nun endgültig im Projekt-Zeitalter angekommen sein, in dem John guckt, welcher seiner Bekannten und Freunde Bock auf die jüngsten Ideen hat. Ich hoffe erstmal, dass Jamie erstmal dabei bleibt, und vielleicht auch Mike wieder Gastauftritte hinlegt.

Achso, Coverartwork des Jahres natürlich.

Beispiele sind natürlich ob der beschriebenen Natur des Albums etwas diffizil, ich versuche es dennoch mal. Vielleicht einer der etwas "typischeren" Songs im Vergleich zum alten Material, Outside Our Minds, der mit dem bezaubernden Mittelteil, Orbweaver, und im Albumfinale die Regler auf 11, Name ist Programm, Aggressive Perfection

PS: Die Top-3 waren in unterschiedlichen Iterationen alle mal auf jedem der drei Plätze. Dass die Hammers hier am Samstag jetzt "nur" Bronze bekommen haben, ist fast Zufall.
Benutzeravatar
Feamorn
Vollblutmetaller
 
Beiträge: 7179
Registriert: Sonntag 7. Februar 2010, 13:00
Wohnort: Bergisch Gladbach

VorherigeNächste

Zurück zu Die Rockbar

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 13 Gäste