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von Pillamyd » Donnerstag 5. Januar 2023, 16:37
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Bei neueren Bands ist es ja nicht so, dass ich da generell ablehnend wäre.
Nein, nein! Um Gottes willen, so war das jetzt auch nicht von mir aufgenommen. Ich weiß ja, wie du das meinst. Aber überraschend ist es trotzdem. Auch klar, dass das eine andere Schiene ist, wenn man eine Band auch noch live irgendwo kennenlernt. Da bleibt man auch gelegentlich mal kleben. Kenne ich auch. Rüdiger Stehle hat geschrieben:Macht ja nichts. 2005 passt genau. UNDERTOW ist auch eine Band, die ich mehr zufällig als Vorgruppe von Stormwitch beim Konzert in HDH-Sachsenhausen kennengerlernt habe. Ist auch bald 18 Jahre her, 27.08.2005. Damals war der Sound sogar recht aktuell und angesagt. Dass die zweite Welle eines 30 Jahre alten Trends oft angestaubter wirken kann, als die Trendsetter selbst, das kann ich durchaus nachempfinden. Mit Undertow geht's mir aber nicht so. Ich finde, dass gerade Joschi ein toller und sehr vielseitiger Sänger ist, der eben mehr zu bieten hat als nur den Aggro-Screamo-Stil des Pantera-Lagers, aber auch mehr als den allzu gepressten Sludge-Weltschmerz des Crowbar-Lagers, auch wenn beide Bands sicher zu den großen Einflüssen von Undertow gehören.
Ja, ich hatte da jetzt tatsächlich gesangstechnisch auch eher an Kirk als an Anselmo oder gar Robb gedacht. Etwas melodischer auf jeden Fall. Ich denke halt direkt an die Zeit, weil da viele Bands mit den Klang um die Ecke kamen. Aber ja. Ich will da der Band aber auch nicht zu nahetreten. Ich kann immerhin schon verstehen, wenn das einem gefällt. Ich komme nicht so ganz klar mit, aber ich weiß, die Band hat viele Fans und immerhin gibt es die Band nicht seit 30 Jahren, weil ihr keiner zuhört. Ich bin ehrlich gespannt was hier noch so auftauchen wird. Und das ohne Reihenfolge, habe ich auch schonmal gemacht und nur die Alben vorgestellt, die was hinterlassen haben. Da war ich auch bei bestimmt 30 + Alben. Das hat mir vor ein paar Jahren sehr viel spaß gemacht, weil es ungezwungen war und ich mir zu viel Kopf über die Platzierung gemacht habe. Wenn man sich da nicht sicher ist, finde ich ist das die beste Möglichkeit, wenn man sich um seine liebsten Alben aus einem Jahr austauschen will. Cool, dass du das jetzt so machst! 
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von Rüdiger Stehle » Donnerstag 5. Januar 2023, 16:40
Ich könnte ja ein Ranking machen, während ich hier die Alben vorstelle, also immer eingedenk der Tatsache, dass ich nur Scheiben vorstellen werde, die toll sind, eine Livetabelle machen und jedes neue Album on the fly irgendwo einsortieren. Ist aber nicht so wichtig. Wichtig ist das Besprechen, nicht das Ranking.
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von Pillamyd » Donnerstag 5. Januar 2023, 16:59
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Ich könnte ja ein Ranking machen, während ich hier die Alben vorstelle, also immer eingedenk der Tatsache, dass ich nur Scheiben vorstellen werde, die toll sind, eine Livetabelle machen und jedes neue Album on the fly irgendwo einsortieren. Ist aber nicht so wichtig. Wichtig ist das Besprechen, nicht das Ranking.
Eben. Das finde ich auch! Wie gesagt, mir hat das damals großen spaß gemacht. Und mir die Scheiben nochmal näher gebracht. Wäre ich nicht so verdammt sicher mit meiner Top 10 dieses Jahr, wäre es vielleicht genauso gekommen.
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von Rüdiger Stehle » Donnerstag 5. Januar 2023, 19:44
Ich mache dann einfach mal weiter mit einer weiteren Überraschung im Newcomer-Segment, weil ich es gerade recht erfrischend finde, dass mir einige junge Band früher einfallen, wenn es um meine Jahreshighlights geht, als die alten, etablierten Recken. FIREPHOENIX "Firephoenix"FIREPHOENIX ist eine noch sehr junge und ganz frische, 2019 gegründete Band aus Göppingen, die vor ein paar Monaten ihr selbstbetiteltes Debütalbum als Eigenpressung vorgelegt hat. Auf dem Schirm hatte ich sie schon eine Weile, weil ihr Gitarrist Nick Berger auch schon für Stormwitch und Palace in die Saiten gegriffen hat. So richtig in den Fokus geraten sind die Jungs allerdings dadurch, dass sie bei unserem "Gas Gäba!"-Festival im September dankenswerter Weise sehr kurzfristig für eine krankheitsbedingt abgesagte Band eingesprungen sind. Das Faszinierende an der Sache war und ist, dass die bis dahin quasi völlig unbekannte Band mit ihrer Spielfreude, ihrer spielerischen Klasse und mit ihren eingängigen, hymnischen Songs das Publikum aus dem Stand heraus komplett überzeugt hat, und wirklich viele unserer Gäste am Ende überzeugt waren, dass FIREPHOENIX ihre Band des Tages gewesen ist. Diese Livequalität sehe ich auch, und ich finde auch, dass sie auf Platte verdammt überzeugend eingefangen wurde, obwohl das Debütalbum eine Eigenpressung ist. Was ist geboten? Nun, sehr melodischer, kräftig nach vorne preschender, leicht speediger Power Metal mit Einflüssen aus der NWoBHM, Danish Dynamite und dem Teutonenstahl. Besondere Stärke sind die zweistimmigen Leadgitarren von Nick und Frontmann André Grabner, der zudem ein überzeugendes, voluminöses Goldkehlchen in mittleren Tonlagen zu bieten hat. Die Rhythmusfraktion ist sehr tight und auch im Albummix ist der Bass sehr präsent und schön verspielt gestaltet. Vor allem Blitzkrieg, frühe Pretty Maids, Diamond Head, das sind so die ersten Referenzen, die mir einfallen, aber auch Accept, Judas Priest, Paradox oder Perzonal War. Die Bandhymne ist ein völliger Ohrwurm, und bei Weitem nicht der einzige auf der Scheibe. Markante Hooks sind neben dem Gitarrenfeuerwerk eine echte Stärke der Band. Hörproben: https://www.youtube.com/watch?v=EI6nx8htTVc - 'Firephoenix' https://www.youtube.com/watch?v=oXPcvJEFOfk - 'Lost In Life'
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von Pillamyd » Donnerstag 5. Januar 2023, 20:08
Bis jetzt hatte ich nur den ersten Song gehört. Aber "Lost In Fire" steht dem in nichts nach. Das klingt alles ganz schön fett und frisch. Tolle Songs! Bonus natürlich, dass die daherkommen wo ich herkomme Ich hoffe auf viele Gigs und hoffe dass ich die CD noch irgendwo abgreifen kann. Hätte ich das Gravestone Konzert nicht verpasst, hätte ich davon schon früher Wind bekommen. Euer Festival konnte ich aus Zeitgründen ja auch nicht besuchen. Verdammt... Jetzt läuft der Titelsong gleich nochmal. Mehr als gut!
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von Rüdiger Stehle » Donnerstag 5. Januar 2023, 20:13
Kannst wegen der CD ja mal den Niklas Berger anschreiben. Mailadresse findet sich bei Facebook und Metal Archives. Die ganze Platte ist super. Abwechslungsreiches Songwriting, kompetent dargeboten.
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von Pillamyd » Donnerstag 5. Januar 2023, 20:22
Habe ich mir schon notiert 
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von Rüdiger Stehle » Donnerstag 5. Januar 2023, 22:13
Es wären nicht meine Federn, wenn sie nicht auch ein wenig schwarz wären, oder? Daher nun ein Stilwechsel, ein Wechsel des Bekanntheitsgrades und ein Wechsel auf der Landkarte, erstmals in diesem Thread weg aus Deutschland, ein gutes Stück gen Osten: DRUDKH "Всі Належать Ночі (All Belong To The Night)"Ein durchaus großes Interesse an Black Metal aus der Ukraine habe ich ja schon seit langer Zeit, doch mit der Omnipräsenz des Krieges in unserem medialen Alltag hat sich dieses Interesse nochmals ein gutes Stück verstärkt, zumal auch einige Bands und Labels von dorten Teile des Erlöses ihrer Werke spenden wollten. Doch hier geht's nicht primär um den fürchterlichen Krieg, sondern um die Musik, und die stammt in diesem Fall aus Kharkiw. DRUDKH gehört zweifelsohne zu den führenden Black-Metal-Bands der Ukraine, ist seit gut zwanzig Jahren am Start, und mit "Всі Належать Ночі (All Belong To The Night)" legte die Band vergangenes Jahr ihr zwölftes Studioalbum vor. Das Nachtalbum hat vier Tracks mit durchschnittlich zehn Minuten Spielzeit, und das ist bereits ein klarer Fingerzeig in die stilistische Richtung, welche die Urkainer einschlagen. Seit jeher, mag man sagen, denn atmosphärischer, eskapistischer, mantrischer Black Metal war es schon immer, der DRUDKH ausgezeichnet hat. Ganz oben unter den musikalischen Einflüssen steht, wie immer bei Bands dieser Spielart, natürlich Burzum, doch würde man auch den Ukrainern nicht gerecht, würde man sie darauf reduzieren, denn natürlich findet sich viel mehr und auch vieles anders als beim Begründer der Spielart. Das fängt schon damit an, dass DRUDKH an allen Fronten viel verspielter, viel produzierter, viel progressiver, viel technischer agiert. Die Band präsentiert nicht die ungestüme, wahnhafte Verzweiflung die seinerzeit Burzum auszeichnete, sondern sie zelebriert reife, durchdachte, ausgefeilte Musik. Zu den stilprägenden, flirrenden Strumming-Gitarrenriffs, kommt ein unheimlich präsentes, verspieltes Bassspiel, ein natürlich klingender, teils triballastiger Drumsound und Drumbeat, schwelgerische, ätherische Leadgitarren, auch mal rockige, mal folkige Riffs, welche für einen mantrischen Groove sorgen. Immer wieder werden auch folkloristische Chöre eingesetzt, allerdings nicht fröhlich oder schunkelbar, sondern ernst und würdevoll, etwa zur Vertonung der Gedichte von Lyrikern des ukrainischen Frühlings des ersten Drittels des 20. Jahrhunderts wie Yakiv Savchenko, Stepan Ben und Antin Pavlyuk, die allesamt unter Stalin 1937 vom NKWD deportiert und ermordet wurden. Alle Lyrics dieses Albums und generell sehr viele Texte im Schaffen von DRUDKH sind Vertonungen alter ukrainischer Lyriker. Durch und durch melancholischer Stoff zwischen bitterer Härte, grimmiger Kälte und romantischer Anmut; musikalisch und produktionstechnisch recht vollendet dargeboten und sicherlich einer der aktuellen Standards für Freunde des melancholisch-atmosphärischen Black Metals. Hörproben: https://www.youtube.com/watch?v=U9CcjznLS54 - 'November' https://www.youtube.com/watch?v=CCSgsTC7vE4 - 'The Nocturnal One'
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von Nils Macher » Donnerstag 5. Januar 2023, 22:21
Die DRUDKH habe ich letztes Jahr komplett verpasst, das werde ich nachholen.
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von Rüdiger Stehle » Donnerstag 5. Januar 2023, 22:32
Nils Macher hat geschrieben:Die DRUDKH habe ich letztes Jahr komplett verpasst, das werde ich nachholen. Da machst du nichts falsch. Ich habe letztes Jahr neben dem neuen Album auch noch die verbliebenen Lücken geschlossen und mir die beiden Compilations ("Eastern Frontiers In Flames" und "A Few Lines In Ancient Ukrainian"), auf denen die ganzen Singles verbraten worden sind, sowie den SOM-Labelsampler ("One And All, Together, For Home") mit einigem rarem Material etlicher guter Bands geholt. So bin ich songtechnisch jetzt tatsächlich komplett in Sachen DRUDKH. Schöne Sache, da eine wirklich tolle Band.
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