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Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.
von Holger Andrae » Sonntag 15. März 2020, 01:16
Ich verstehe Havoc total, da ich es in den letzten Jahren auch total liebe, alte Diskografien zu vervollständigen oder alte Schätze neu zu entdecken. Gerade erst mit Legend, Randy, Damnakleez und Siren geschehen Bei richtigen Newcomern versuche ich aus den Unmengen an potentiellen Quellen, die für mich relevanten heraus zu filten. Da törnt mich die obligatorische Jubelgarde aus den kodex'schen Zirkeln meist eher ab. Habe da andere externe Ohren, denen ich mehr traue und suche immer mal wieder auch selbst. Das macht immer noch am meisten Spaß.
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Holger Andrae
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von Pillamyd » Sonntag 15. März 2020, 10:04
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Die Diskussion um "Neues entdecken" und "Altem treu bleiben" ist ja alt wie der Wald und jeder wird da irgendwie seinen individuellen Mittelweg finden.
Ist das so? Die Diskussionen habe ich wohl tatsächlich verpasst Havoc hat geschrieben:Aber es geht halt nicht alles.
Das verstehe ich natürlich auch. Ich sehe das ja auch, wenn der Rüdiger seinen Vervollständigungswahn packt. Das finde ich dann auch sehr spannend und cool. Ich habe natürlich auch Bands die ich unbedingt komplett will. Aber manchmal wird es einem da ja gar nicht so einfach gemacht. Wenn sich quasi die Situation ergibt, wird natürlich was eingesackt. Aber meistens muss ich ja echt auf Re-releases warten. Da habe ich dann aber auch meistens nicht so einen langen Atem für, muss ich auch gestehen. Ich bin da vielleicht auch nicht so "tief" drin wie ihr. Wenn ich mit einer neuen Band anfang, versuch ich tatsächlich so viel wie möglich auch einzusacken. Havoc hat geschrieben:Aber erst vor ein paar Monaten habe ich mir dann endlich mal ein Album (Rignir) zugelegt. Ist das dann noch eine Neuentdeckung in dem Sinne? 
Ich würde sagen, ja! In dem Sinne vielleicht nicht. Aber du hast ja doch was entdeckt. Und das darf gerne hier rein. Das was nämlich Holger sagt: Holger Andrae hat geschrieben:alte Diskografien zu vervollständigen oder alte Schätze neu zu entdecken
Ist doch auch eine Art zu entdecken. Ob jetzt alte oder neue Sachen. Das kann alles hier rein. Mir fällt gerade auf, dass das im Eröffnungsbeitrag vielleicht unglücklich beschrieben ist. Holger Andrae hat geschrieben:Da törnt mich die obligatorische Jubelgarde aus den kodex'schen Zirkeln meist eher ab. Habe da andere externe Ohren, denen ich mehr traue und suche immer mal wieder auch selbst. Das macht immer noch am meisten Spaß.
Die Diskussion habe ich aber mitbekommen Will da gar nicht wieder etwas entfachen. Mit etwas Abstand verstehe ich das etwas besser. Trotzdem halte ich das so wie du es im nächsten Satz schreibst. Ich höre auf gewisse Quellen und vor allem auf mich, wenn ich etwas komplett neues entdecke.
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von Pillamyd » Sonntag 15. März 2020, 10:20
Toller Beitrag, Rüdger! Nidaro-Szene....noch nie was von gehört. Vom Dom schon. Aber so wie du das umschreibst, muss mir das gefallen. Und tut es auch. Zumindest mal den Song den du verlinkt hast. Ich werde mich da heute weiter reinhören. Genug Beispiele hast du aufgezählt. Super!!! 
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von Rüdiger Stehle » Sonntag 15. März 2020, 11:18
Pillamyd hat geschrieben:Toller Beitrag, Rüdger! Nidaro-Szene....noch nie was von gehört. Vom Dom schon. Aber so wie du das umschreibst, muss mir das gefallen. Und tut es auch. Zumindest mal den Song den du verlinkt hast. Ich werde mich da heute weiter reinhören. Genug Beispiele hast du aufgezählt. Super!!! 
Oh, danke. Freut mich, dass du hier einen Zugang finden kannst. Nidaros ist der mittelalterliche Name von Trondheim, und die dortige Szene hat den Begriff "Nidrosian Black Metal" geprägt. Bin gespannt, was du für dich entdeckst. Sind wirklich fast ausnahmslos starke Bands dort, mit denen man viel Freude haben kann. Pillamyd hat geschrieben:Rüdiger Stehle hat geschrieben:Die Diskussion um "Neues entdecken" und "Altem treu bleiben" ist ja alt wie der Wald und jeder wird da irgendwie seinen individuellen Mittelweg finden.
Ist das so? Die Diskussionen habe ich wohl tatsächlich verpasst
Jo, das wird schon öfters mal thematisiert, und auch drum gestritten, insbesondere wenn Leute anderen Leuten vorhalten, dass sie doch lieber Mal einer "jungen, hungrigen Band" eine Chance geben sollen als immer an den Rockzipfeln ihrer alten, abgehalfterten Faves zu hängen, die vermeintlich seit drölfzig Jahren nur noch Stangenware abliefern, die doch "nur noch des Logos wegen" gekauft werde. Während die Gegenseite dann argumentiert, dass neue Bands nichts Eigenes mehr bringen würden, keine charismatischen Köpfe hätten, und nur zum x-ten Male das zitieren, was die Vorbilder seit dreißig Jahren besser machen. Das ist in der Szene schon öfters mal ein Zankapfel, wobei ich mich da nicht in die eine oder andere Richtung positionieren will, denn beide Sichtweisen sind manchmal wahr, manchmal nicht wahr. Wenn wir jetzt heuer die beiden (für mich) Comebacks des Jahres nehmen, Psychotic Waltz und Cirith Ungol, natürlich kauft man das zunächst mal des Namens wegen und auf manche tolle junge Band kommt man vielleicht gar nicht, weil der Name kein Glöckchen klingeln lässt. Auf der anderen Seite merkt man aber beiden Bands an, dass sie hier nach knapp 30 Jahren extrem kreativ unterwegs sind und es mit ihren neuen Werken wirklich wissen wollen und dabei nichts von ihrem Charisma verloren haben. Aber das funktioniert natürlich auch umgekehrt. Natürlich gibt es alte Bands, die seit Jahren nur noch Routine abspulen und nicht mehr kicken; und genauso gibt es aber auch lahme Nachwuchstalente, die echt nur Vorbilder kopieren und nichts haben, was sie besonders macht. Im Ergebnis kommt bei mir dann oft dennoch heraus, dass ich - wie gesagt - tendenziell eher damit beschäftigt bin, meine alten Diskographien komplett zu halten, als auf der Suche nach Unentdecktem zu sein, wobei Letzteres durchaus auch eine wichtige Sache ist. Als "Soundchecker" und Schreiberling hat man ja den Vorteil, dass man manchmal auch den Vorteil, direkt auf Dinge gestoßen zu werden, und durch den Forentalk natürlich auch. Dass eine neu entdeckte Band direkt in den Status einer Lieblingsband avanciert, passiert aber zugegebenermaßen bei mir auch recht selten, was aber nicht an der Qualität der Bands liegt, sondern halt vor allem an der eigenen Biographie. Nach über 30 Jahren Heavy Metal hat mal halt doch einerseits eine gewisse Prägung auf "seine" Bands und andererseits auch schon so viel gehört und gesehen, dass das "Einschlagen" einer neuen Band "wie eine Bombe" halt doch eher selten geworden ist und eher einem wohlwollenden Nicken weicht als blanker Euphorie.
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von Peter Kubaschk » Sonntag 15. März 2020, 11:47
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Dass eine neu entdeckte Band direkt in den Status einer Lieblingsband avanciert, passiert aber zugegebenermaßen bei mir auch recht selten, was aber nicht an der Qualität der Bands liegt, sondern halt vor allem an der eigenen Biographie. Nach über 30 Jahren Heavy Metal hat mal halt doch einerseits eine gewisse Prägung auf "seine" Bands und andererseits auch schon so viel gehört und gesehen, dass das "Einschlagen" einer neuen Band "wie eine Bombe" halt doch eher selten geworden ist und eher einem wohlwollenden Nicken weicht als blanker Euphorie.
Das ist bei mir glücklicherweise anders. Bands wie Cog, Biffy Clyro, Caligula's Horse oder die Von Hertzen Brothers haben bei mir einen ähnlichen Stellenwert wie die Glanztaten von Queensryche, Fates Warning, Armored Saint, Threshold oder Metallica. Aber gut, in dem Punkt spiegeln sich unsere unterschiedlichen Pesönlichkeiten ja auch schön wider.
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von Holger Andrae » Sonntag 15. März 2020, 12:02
Bei mir ist es wieder anders, da ich vielen alten Bands aufgrund von vermeintlich immer gleich klingenden Alben (oder sogar miesen VÖs) gar nicht unbedingt die Stange gehalten habe. Vieles, was ich ganz zu Beginn meiner aktiven Hörsucht toll fand, hat sich irgendwann totgelaufen. Bei manchen habe ich dann zwar aktuelle Scheiben noch geholt, aber in eine Liste der Lieblingsbands würde davon kaum noch eine Band kommen.
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von Pillamyd » Sonntag 15. März 2020, 12:59
Ja, jetzt wo ich das so lese, hab ich das doch schon einmal gehört. Aber über was man alles so nachdenken und diskutieren kann Wie gesagt, ich glaub das ich da ziemlich ausgeglichen bin. Wenn alte Helden neues rausbringen, freue ich mich auch wie bolle. Wenn ich was neues entdecke, weil ich wieder irgendetwas vorgeschlagen bekomme oder selber auf bandcamp rumschleiche, freue ich mich genauso wenn es mir dann gefällt. Vielleicht bin ich das ein oder andere Mal etwas zu euphorisch. Aber was ich eine Band wie "Idle Hands" oder "Indian Nightmare" rauf und runtergehört habe und dann auch noch in sehr kleinem Rahmen live sehen durfte. Ja, dann freu ich mich da genauso drüber. Etwas entdecken, toll finden, kaufen und weitersagen. So hat man das doch früher auch gemacht. Das ein bisschen nachzuempfinden ist vielleicht auch ein Grund warum mir das so viel freude bereitet.
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von Rüdiger Stehle » Sonntag 15. März 2020, 19:47
Peter Kubaschk hat geschrieben:Das ist bei mir glücklicherweise anders. Bands wie Cog, Biffy Clyro, Caligula's Horse oder die Von Hertzen Brothers haben bei mir einen ähnlichen Stellenwert wie die Glanztaten von Queensryche, Fates Warning, Armored Saint, Threshold oder Metallica. Aber gut, in dem Punkt spiegeln sich unsere unterschiedlichen Pesönlichkeiten ja auch schön wider.
Also ich hab eine Band, die nach 2000 debütiert hat, die ich ernsthaft zu meinen Lieblingsbands zählen würde, und das sind die russischen Progger MECHANICAL POET, die es allerdings auch schon wieder nimmer gibt. Denselben Stellenwert wie die großen Alten hatten die aber auch nie. Ich überlege gerade was die jüngste Band ist, die sich wirklich ganz nach vorne in meine Ruhmeshallen spielen konnte und die ich ernsthaft in einem Maße zu meinen Favoriten zählen würde, gleichauf mit meinen Helden der Siebziger und Achtziger, und ich glaube im Moment, dass das die Iren von CRUACHAN sind, die ich ca. 1994/1995 kennen gelernt habe, zusammen mit diversen 90er-Norwegen-Helden. Nach 1996 ist das dann doch recht konsequent nimmer passiert. Was natürlich mitnichten heißt, dass ich danach keine tollen Bands und Alben mehr kennen gelernt hätte. Alte Bands und neue Bands, alte Alben und neue Alben. Auch viele "10-Punkte-Alben", die das Hirn sicher genauso mag, wie meine persönlichen Klassiker. Aber das Herz hat sich dem später entdeckten nimmer in dem Maße geöffnet. Ausnahme sind ein paar Bands mit ganz besonderem Stellenwert der Leute wegen, die dort spielen, insbesondere die eine oder andere Band hier aus der Gegend. Daran ablesbare Persönlichkeiten? Mag sein. Dass ich mich immer in besonderem Maße an das Alte, das Meine, geklammert und nie davon abgelassen habe ist sicher prägend für mich, und ein Stück weit auch in meinem Umgang mit Musik und Bands wider. Wer nie den Wohnort gewechselt hat, nie den Verein, nie den Arbeitsplatz, nie sein privates Umfeld... warum sollte er seine Bands wechseln. 
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von Pillamyd » Sonntag 15. März 2020, 21:50
Ich freue mich gerade sehr darüber, dass da soviel bei rumkommt gerade. Das geschriebene von euch wird für mich immer nachvollziehbarer. Jetzt habe ich doch tatsächlich geschaut wo ich die "Whoredom Rife" Scheiben herbekomme. Natürlich gleich was gefunden. Meine Finger wollen drücken, meine Vernunft nicht (weil schon so viel bestellt) 
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von Rüdiger Stehle » Sonntag 15. März 2020, 21:58
Einen Tipp noch, wenn du in die Nidaros-Szene einsteigen willst: Nicht zu lange warten, wenn du eine Scheibe willst! Terratur Possessions ist ein kleines Label, das nicht mit großen Auflagen arbeitet. Sie legen zwar immer mal wieder nach und es ist nicht so, dass sie wie andere mit limitierten Auflagen und künstlicher Verknappung arbeiten. Dennoch kommt es immer wieder vor, dass eine Scheibe mal eine Weile nicht lieferbar ist. Will dich nicht zum Kaufen drängen, aber ich denke, dass ich's dir lieber gleich sage, bevor du dich irgendwann ärgerst. 
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