Des Scheuklappenträgers 25 bittersüße 14er Melodien

Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.

Re: Des Scheuklappenträgers 25 bittersüße 14er Melodien

Beitragvon Siebi » Dienstag 30. Dezember 2014, 11:30

Nach drei Duchläufen hatten sie mich wieder. getsren wurden der Scheibe zwei Runden spendiert, einmal über Analge, einmal über Kopfhörer. Das ist schon detailreiches Ohrenkino ohne vordergründig überlastet zu sein. Formschöne Bassllinien, schreddernde wie sanfte Gitarren, pulsierende Synthie- und Keyboardspielereien, darunter einfallsreiches Drumming, endveredelt von Henriks Gesang. EInfach schön, hach.

Generell. Was mir gestern Abend einfiel, es wird über die 25 Top-Vorstellungen hinaus gehen, da es so viele wunderbare Scheiben für mich in diesem Jahr gab. Diese werden als schmackhafte Bonüsse Eingang finden. Platzierungen sind eigentlich Schall und Rauch, weil mir alle gekauften Scheiben etwas bedeuten. Vielleicht sogar die Mortalicum...

Gleich geht's weiter mit Nummero 24.
Benutzeravatar
Siebi
Luftgitarrespieler
 
Beiträge: 2714
Registriert: Sonntag 19. Februar 2012, 18:04

Re: Des Scheuklappenträgers 25 bittersüße 14er Melodien

Beitragvon Siebi » Dienstag 30. Dezember 2014, 11:49

24. Koulemanlaakso – Tulijoutsen (Svart)

Bild

Wir verlassen via dänischem Gatter unser nördliches Nachbarland und machen uns auf den Weg nach Nord-Nord-Ost. Finnland darf nun ran. Die Band mit dem Zungenverknotungsnamen schneidet auf ihrem zweiten Album tiefe melancholische Schneisen auf dem Weg in Hirn und Herz, ähnlich wie ihre Landsleute Swallow The Sun. Von denen hat sich Hauptsongwriter und Gitarrist Markus Laakso Sänger Mikko Kotamäki geschnappt. Der Mann kann eindringlich die poetisch-musikalischen Kleinode näher bringen. Vom stimmigen Cover über die raumgreifende wuchtige, aber nie aufdringliche, Produktion bis zur Anordnung der Songs, hier sitzt alles nahezu perfekt am richtigen Platz. Deathiger Doom oder doomiger Death mit Tiefgang, angeschwitzt mit finnischer Folklore und einer Prise sterbender Braut-Pathos angereichert, erfreut auf CD gute 57 Minuten und damit einen Song länger als auf Vinyl. Poetic Finnish Death-Doom Melancholy, so der Keywordpassus auf der Bandwebseite. Poetisch doomhaft schön!

Aarnivalkea
Arpeni
Benutzeravatar
Siebi
Luftgitarrespieler
 
Beiträge: 2714
Registriert: Sonntag 19. Februar 2012, 18:04

Re: Des Scheuklappenträgers 25 bittersüße 14er Melodien

Beitragvon Raphael Paebst » Dienstag 30. Dezember 2014, 12:01

Ja, die ist toll, neben den genannten Elementen hör ich da aber auch immer wieder ein paar 70er-Spurenelemente raus, die das ganze veredeln, z.B. in 'Glastonburyn Lehto'.
Ok, das könnte man sicher auch noch unter Folk-Einflüssen verorten, cool ist es aber auf jeden Fall.

Kennst du auch "Kadotetut" von VAINAJA, die ebenfalls bei Svart rauskam und in eine ähnliche Richtung mit etwas mehr Horror-elementen geht?
Raphael Paebst
Musikredaktion
 
Beiträge: 7781
Registriert: Dienstag 23. Oktober 2012, 23:55

Re: Des Scheuklappenträgers 25 bittersüße 14er Melodien

Beitragvon enemy-of-reality » Mittwoch 31. Dezember 2014, 15:36

Die ANUBIS GATE find ich zwar irgendwie ganz nett, mehr ist bislang aber nicht draus geworden. Und ja, ich hab ihr durchaus immer wieder mal 'ne Chance eingeräumt. Bei der starken Konkurrenz im Prog-Bereich ging sie aber wohl insgesamt ein wenig unter.
What if there is nothing more
What if there is only emptiness
What if there is nothing more
Beyond the code of deliverance


Meine Sammlung
Ranking 2014
Benutzeravatar
enemy-of-reality
Kuttenträger
 
Beiträge: 4092
Registriert: Sonntag 7. Februar 2010, 11:57

Re: Des Scheuklappenträgers 25 bittersüße 14er Melodien

Beitragvon salisbury » Donnerstag 1. Januar 2015, 20:26

Endlich kann ich wieder gscheid hören :subber: :subber: :subber:

Dass uns Siebi auf knackigen Progmetal steht, wissen wir ja nicht erst seit THRESHOLD und ANUBIS GATE klingt angenehm und kraftvoll. Aus dem Stehgreif begeistern tuts mich aber auch nicht, doch das ist bei Progmetal ja auch eher selten.

Die Finnen mit K taugen mir dann gleich noch mehr. Das ist ein sehr geiler Sound, klar und druckvoll. Ich mag, dass finnisch gesungen wird und der SWALLOW THE SUN-Typ ist einer, bei dem tiefes Gegrunze nicht nach Mülleimer klingt. Ich befürchte nur - so nach 2 Songs hören (Song 1 > Song 2) - dass das Grundmuster wohl auch bei den anderen Songs gleichbleibend sein wird und mich nach einer Weile doch langweilt. Oder nicht?
Realer Name: Thomas Becker
Benutzeravatar
salisbury
Musikredaktion
 
Beiträge: 22800
Registriert: Samstag 10. April 2010, 15:52
Wohnort: München

Re: Des Scheuklappenträgers 25 bittersüße 14er Melodien

Beitragvon Siebi » Freitag 2. Januar 2015, 11:14

Dein eventuelles Langweilen kann ich schlecht einschätzen, mir kommen die teils langen Kleinepen kurzweilig vor. Natürlich steht das songstrukturelle Grundmuster, Ausnahme der von Raf zitierte Song, der folkig klingt. Bei welcher Platte ist jeder Song wirklich anders aufgebaut? Auch Primus, die oft hochgelobten Crippled Black Phönixer oder ausgewiesene Jazzer musizieren nach einem Schema, das die Konstellation der Musiker hergibt. Nennt man Markenzeichen.
Benutzeravatar
Siebi
Luftgitarrespieler
 
Beiträge: 2714
Registriert: Sonntag 19. Februar 2012, 18:04

Re: Des Scheuklappenträgers 25 bittersüße 14er Melodien

Beitragvon Siebi » Freitag 2. Januar 2015, 11:19

Neues Jahr, weiter geht's mit dem Reigen bunter Grunzgurgel-Melodien des Jahres 2014!

23. Lay Down Rotten – Deathspell Catharsis – Mors Semper Maior Est (Apostasy)

Bild

Hessisch Metal of Death! Die Institution aus deutschen Landen schlägt mit ihrem siebten Album fulminant zurück. Sprechen wir von hiesigem teutonischen Death Metal, werden aktuell Bands des rührigen Labels FDA Rekotz hochgejubelt, andere integere Labels und Bands leider leicht vernachlässigt. Ebenso das fünfköpfige Herborner Metalkommando, das nach einigen Metal Blade-Jahren in Apostasy eine neue, ihre dritte, Heimat gefunden hat. Wer das Schaffen Lay Down Rottens bisher mochte, wird auch mit Deathspell nie enttäuscht. Die Mischung aus Blast, Groove, thrashigem Ufta-Getacker und simplen eingängigen Melodien regiert nach wie vor. Jost setzt analog zu Illdisposeds Frontgurgler Bo Summer stets seine markanten growligen Glanzpunkte, die Songs kommen astrein auf den Punkt. Gerne wieder live Jungs, Zeit wird‘s!

Deathspell Catharsis
The Fever
Benutzeravatar
Siebi
Luftgitarrespieler
 
Beiträge: 2714
Registriert: Sonntag 19. Februar 2012, 18:04

Re: Des Scheuklappenträgers 25 bittersüße 14er Melodien

Beitragvon salisbury » Freitag 2. Januar 2015, 12:21

Siebi hat geschrieben:Bei welcher Platte ist jeder Song wirklich anders aufgebaut? Auch Primus, die oft hochgelobten Crippled Black Phönixer oder ausgewiesene Jazzer musizieren nach einem Schema, das die Konstellation der Musiker hergibt.


Eh klar. Bei machen Bands sind mir die Songs aber doch ZU ähnlich.

Hmm, LAY DOWN ROTTEN gefällt mir jetzt von den dreien am wenigsten, vor allem wegen dem eintönigen Gesang.
Realer Name: Thomas Becker
Benutzeravatar
salisbury
Musikredaktion
 
Beiträge: 22800
Registriert: Samstag 10. April 2010, 15:52
Wohnort: München

Re: Des Scheuklappenträgers 25 bittersüße 14er Melodien

Beitragvon Siebi » Freitag 2. Januar 2015, 13:45

Oberflächlich gehört sind Lay Down Rotten nix besonderes, Standard Death Metal, diese Aussage hört man oft. Die Details offenbaren sich beim steten Lauschen und vor allem unterm Kopfhörer. Gerne hätte ich "Blood On Wooden Crosses" gewählt. Jedoch gibt es das scheinbar nur via Spotify, was ich nicht (mehr) nutze.
Benutzeravatar
Siebi
Luftgitarrespieler
 
Beiträge: 2714
Registriert: Sonntag 19. Februar 2012, 18:04

Re: Des Scheuklappenträgers 25 bittersüße 14er Melodien

Beitragvon salisbury » Freitag 2. Januar 2015, 14:00

Siebi hat geschrieben:Oberflächlich gehört sind Lay Down Rotten nix besonderes, Standard Death Metal, diese Aussage hört man oft. Die Details offenbaren sich beim steten Lauschen und vor allem unterm Kopfhörer.


Deswegen sind solche Kommentare nach kurzem Hören immer mit extremer Vorsicht zu geniessen. Aber lieber gar nix zu schreiben, ist auch blöd fürs Forenleben. Ich find toll, dass Leute so Listen machen, gar nicht mal, weil ich jetzt Riesenbedarf an neuer Musik hätte (Soundcheck 01/2015 ist ein Gewaltakt!), aber mitzubekommen und evtl nachzuvollziehen, was andere aus dem Riesenpool an Musik besonders antörnt, finde ich spannend.

LAY DOWN ROTTEN hatten wir mal im Soundcheck. Übrigens mein allererster, das war ne umwerfende Erfahrung. Relativ sicher habe ich mir die Musik sehr bewusst angehört, konnte mich aber leider nur noch dunkel erinnern, dass es mal im Soundcheck war. Platz25, ich gab 6,5 was keine schlechte Note ist und zeigt, dass mir da einiges gefallen haben muß.

http://powermetal.de/soundcheck/show-So ... 12,47.html
Realer Name: Thomas Becker
Benutzeravatar
salisbury
Musikredaktion
 
Beiträge: 22800
Registriert: Samstag 10. April 2010, 15:52
Wohnort: München

VorherigeNächste

Zurück zu Die Rockbar

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 71 Gäste