Euer metallischer Lebenslauf

Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.

Re: Euer metallischer Lebenslauf

Beitragvon Holger Andrae » Donnerstag 11. März 2010, 22:08

Ostern 1981 bekommt der kleine Holgi von seiner Tante die damals aktuelle Nummer Eins der deutschen Hitparade in Form einer Musikkassette geschenkt: AC/DC "Back In Black". Bis dahin hat mich Musik eigentich gar nicht interessiert. Das böse schwarze Ding ändert diesen Umstand schlagartig. Rauf und runter läuft es bis ich in meiner Klasse ein paar Kumpels finde, die das auch toll finden, die aber gleichzeitig noch mehr Musik in dieser Richtung kennen. Schnell wird "Killers" von IRON MAIDEN erworbeb ... und zum Kulturschock. Das war dann doch noch ein anderes Kaliber. Es ist um den kleinen Holgie geschehen.

Da es im Jugendzimmer aber nur einen Kassettenrekorder gibt, werden erst einmal die großen Bands eingesackt: JUDAS PRIEST, SCORPIONS, VAN HALEN, MOTÖRHEAD, WHITESNAKE, TRIUMPH, SAXON. Von den besagten Freunden gibt es aufgenommene Tapes mit seltsamen Bands der NWoBHM. Als irgendwann 'Insanity' von den TYGERS OF PAN TANG ertönt, ist es endgültig vorbei ... ein Plattenspieler wird gekauft ... zusammen mit "Wild Cat" und "One Vice At A Time" (Krokus). Nun steht mir die weite Vinylwelt endlich auch offen und das komplette Taschengeld wird investiert. Jede Beschenkoption wird von der Verwandtschaft mit weiteren galvanisierten Tonträgern ergänzt. Und es gibt ja so viel zu entdecken. Ein erster Metal Hammer erscheint nach der Rock/Pop in Concert Metal Show, die ich von meinem tragbaren Mono-Fernseher über Kopfhörer auf Tape ziehe.
Plötzlich gibt es Magazine wie das Aardshok oder das Rock Hard, in der die ganzen Newcomer besprochen werden. Kaufrausch galore. Speed und Thrash sind angesagt. Die großen Bands werden uncool, denn man kommt ja kaum hinterher die ganzen Import-Vinyls zu erwerben. tapetrading setzt ein und nimmt über mehrere Jahre meine komplette Freizeit in Anspruch. Jeden Tag trudeln tapes von Tauschpartnern ein, die auch wieder neues Futter von mir wollen.

Obendrein läuft auf dem britschen Sender BBC "The Monday Rock Show" und "HM Show", die ich jede Woche aufzeichne und danach meinen endlos langen Einkaufzettel ergänze. Erste Demos aus den Staaten werden bestellt (Legacy; Detente, Hades). Man ist Teil einer scheinbar riesigen Szene. Unter diesen Kontakten ist auch ein gewisser Stefan Glas, der irgendwann ein Magazin namens Underground Empier startet und der mich fargt, ob ich nicht daran mitarbeiten möchte. Natürlich möchte ich das und seither nerve ich die Umwelt mit meinem Geschreibsel.

Die musikalische Preferrenz leigt eindeutig beim US Metal mit progressivem Einschlag. Teutonen-Thrash und die ganzen großen Bands werden (auch aufgrund von Zeitmangel) zunehmend uninteressanter.

Mit meinem Zivildienst beginnt der kurze Eintritt in ein Paralleluniversum statt: Ich höre Deutschpunk, Neubauten, Spermbird, Discharge etc. Könnte am politschen Umfeld (Hafenstrasse) liegen.

Mit dem Beginn meiner Lehre bei WOM 1990 öffnet sich schnell mein musikalischer Horizont in Richtung alte Helden, Frauenstimmen und Kauzigem. Kansas, Rush, Jethro Tull, Thin Lizzy, Kate Bush , Tori Amos, Loreena McKennitt, Faith No More, Last Crack, Tribe After Tribe, Ministry, Primus kommen hinzu.

Man reist durch die halbe Republik, um Bands zu sehen, geht auf die ersten Wacken Festivals, fährt sogar einmal zu Dynamo (1991), weil die Besetzung einfach unschlagbar ist (ARmored Saint, Psychotoc Waltz, Primus, Metal Church, Morbid ANgel, Saigon Kick) und schreibt für verschiedene Print Magazine. Es gibt eine kurze Phase, in ich sogar Grunge ganz gut fand. Der unglaublichen Bühnenpräsenz eines Chris Cornell im klitzekleinen Logo in Hamburg kann man sich aber auch einfach nicht entziehen.

Weitere Stationen kann ich ab da kaum noch ausmachen. Ich mutiere für ein paar Jahre zum totale Tori Amos und Psychotic Waltz Fanboy und reise durch halb Deutschland, um diese Interpreten andauernd zu sehen.

2000 habe ich meinen ersten privaten Internetzugang und der Briefverkehr in die Staaten läuft euf einmal per Knopfdruck ab. Der Inforamtiosnfluss ist auf einmal immens. Beängstigend, denn das Aufregende geht ein wenig verloren. Es wird unpersönlicher. Aber man lernt auch Menschen kennen, die den eigenen Geschmack sehr detailliert teilen und ihn ergänzen können. Einer von ihnen hört auf den Namen Peter Kubaschk. Dieser Musikverrückte fängt im Jahr 2001 bei Powermetal.de als Schreiber an und fragt mich kurz darauf, ob ich nicht auch Lust dazu hätte.

Den Rest kennt ihr.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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Re: Euer metallischer Lebenslauf

Beitragvon trent » Donnerstag 11. März 2010, 22:56

Keine Ahnung, ob ich das im alten Forum schon mal geschrieben hatte. Hier mal ein kleiner Abriss von mir:

Im Frühjahr 1999 spielte mir ein Kumpel den Song "Stolzes Herz" von Lacrimosa vor. Ich mochte es zunächst überhaupt nicht. Nachdem ich aber das dazugehörige Album "Stille" mehrmals hörte, begann ich doch es zu mögen. Somit war Lacrimosa mein Einstieg in die Metalwelt. Als nächstes kamen da zunächst Rammstein, Marilyn Manson und J.B.O. dazu, später dann auch noch Apocalyptica und Metallica, daneben auch ein paar New Metal Bands wie Korn und Linkin Park. Außerdem Muse. So richtig ins Rollen kam es dann so 2003, als mein Geschmack immer weiter zu härterem Metal tendierte. Hier waren
Soulfly und Sepultura die Auslöser.
Sommer 2004 kam dann der Einstieg in den Black Metal, zunächst mit Dimmu Borgir und Cradle of Filth (von letzteren hatte ich bereits 2000 den Song "Her Ghost in the Fog" gehört, der mir zwar gefallen hat, dennoch hab ich mich da noch nicht weiter mit der Band beschäftigt), kurz darauf dann auch Mayhem, Emperor, Immortal und Satyricon. Gleichzeitig beschäftigte ich mich auch mit den Standard-Mittelalterbands, In Extremo und Subway to Sally. In den letzten Jahren kamen dann weitere BM-Bands hinzu (u.a. Dark Fortress, Shining, Geist, Nocte Obducta), sowie einige Death Metal-Bands auch auch Folk Metal-Bands wie Finntroll, Korpiklaani... to be continued... =)
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Re: Euer metallischer Lebenslauf

Beitragvon Mr. Know-It-All » Freitag 12. März 2010, 00:24

Ayyy, wenn ich heute Nacht langeweile bekomme, dann weiß ich, was ich mache. Bild

Lesen. Und schreiben vllt. ;-)
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Re: Euer metallischer Lebenslauf

Beitragvon Mr. Know-It-All » Freitag 12. März 2010, 02:57

So.

Ich nenne es mal "Musikalischer Lebenslauf", denn so richtig metallisch wird's erst gegen Ende.

1989
Der kleine Daniel erblickt das Licht der Welt. Schätzungsweise seit meiner Geburt war mein tägliches Umfeld geprägt von der Musik, die mein Vater hörte. (Meine Mutter durfte nicht Bild)
Ich hörte Jahrelang Zeugs wie Tangerine Dream, Klaus Schulze und Vangelis, aber auch Pink Floyd, Mike Oldfield ...

1995
Mit 6 Jahren bekam ich einen Kassettenrekorder inklusive einer Rolf-Zuckowski-Kassette. Ich weiß nicht, ob ich die einmal ganz durchgehört habe, ich weiß nur, dass ich diese Musik definitiv nicht mochte. Stattdessen habe ich mir lieber von meinem Vater Mixtapes machen lassen. Mit ganz viel Kraftwerk und Vangelis. Fand ich super; ich erinnere mich noch sehr gut, als die MC zu Bandsalat verarbeitet wurde und wie traurig ich darüber war. Die ganzen Jahre dominierte weiter die Musik meines Vaters, vornhemlich seinen Lieblings-Band Tangerine Dream (heute auch eine meiner Lieblings-Bands).

1998
Zu meinem 9. Geburtstag bekam ich von meiner damligen besten Freundin meine erste CD geschenkt. Das Debut-Album von ... Aaron Carter. Ja, dieser kleinen Bruder vom Backstreet-Boy Nick. Naja, sie mochte die Musik und ich musste ja zu ihr stehen und hab das Zeug halt auch mitgehört.
Mein Cousin spielte mir seine neueste CD vor: How much is the Fish? von Scooter. Nicht ohne Folgen, wie sich später herausstellen sollte.

1999
Ich hatte eigentlich nicht so richtig viel Interesse an Musik. Charts hörte ich, was halt so im Radio lief. Und diese Band Scooter ... die war ja auch ganz cool eigentlich.
Gleichzeitig lernte ich von meinem Cousin noch Rammstein kennen, die ich damals schon sehr cool fand; hatte aber leider selbst keinerlei Musik von den Jungs. Ich glaube, das war das erste Mal, dass ich "harte" Musik hörte und die fand ich auch sofort gut.

2000
Ich sah im Fernsehen eine Werbung für das neue Album von Scooter. Sofort bin ich mit meinem Opa eikaufen gefahren (ich hatte Angst, meine Eltern würden es mir verbieten) um mir die CD zu kaufen.

2000-2003
Bravo Hits CDs wurden gekauft. Und zwar alle. Ich kann heute nicht ansatzweise mehr verstehen, warum.
Ein erneutes Mal kam ich mit "härterer" Musik in Berührung. Mein Kumpel hörte den lieben langen Tag die Toten Hosen und wenn ich bei ihm war, bekam ich das natürlich mit. Ich fand die Musik total super. Das ganze hat sich aber auf das "Mithören" beim Kumpel beschränkt; CDs kaufen oder so war da noch nich. (Es ging ja auch das ganze Taschengeld für Bravo Hits drauf.)

Bis 2005
habe ich mir jedes Scooter-Album zugelegt, auch die, die vor meinem Einstieg erschienen waren. Das war meine Band, die fand ich super.

2004 / 2005
Es hörte ziemlich schnell mit Scooter auf, als ich meinen neuen Kumpel kennenlernte. Der hatte auch einen Kumpel (nennt sich hier im Forum Chavo). Und die haben Metal gehört. Ich bekam auf einer LAN-Party das erste Mal Musik von Manowar, Freedom Call und Hammerfall. Das war mein Einstieg in den Metal, denn ich fand alle drei Bands auf Anhieb supergeil (woran sich auch bis heute wenig geändert hat). Den ganzen Tag hab ich mir das angehört, von Freedom Call kann ich heute noch fast jeden Song mitsingen.

2006 (glaube ich ...)
Es kam Sonata Arctica zu den drei Bands hinzu, die habe ich auch über meinen Kumpel kennengelernt. Für ungefähr 2 Jahre sollten die vier Bands alles bleiben, was ich an Metal hörte (unglaublich). Ich erinnere mich an Nächte bei meinem Kumpel ... wir vorm Fernseher, Mario Party aufm Game Cube zocken und dazu Freedom Call in Endlosschleife. Bild

2007
Sonata Arctica mutierte zu meiner Lieblings-Band und mit ihrer neuen CD Unia wanderte die erste Metal-CD in mein Regal.
So langsam lernte ich auch meines Kumpels Kumpel (Chavo) besser kennen und bekam bei wochenendlichen Billard-Abenden dank seiner CDs mal endlich mehr metallisches auf die Ohren. Eine größere Rolle spielten hierbei auch Knorkator (R.I.P.).

2008
Es wanderten ein paar mehr CDs in meinen Besitz und so langsam wurde mir klar, dass es eine wunderbare Musikwelt gibt, die ich möglichst weit erkunden wollte. Beim Metal blieb es allerdings ersteinmal ausschließlich bei Power- und Heavy-Metal.
Außerdem: WACKÖÖN!

2009
Das Jahr der CD-Käufe. Ich schätze ich habe mir 75% meiner jetzigen Sammlung in diesem Jahr zugelegt. Gleichzeitig habe ich aber auch neben dem Metal viele andere Musik-Stile für mich (wieder-)entdeckt. Ich höre wieder die Musik, die ich bei meinem Vater früher gehört habe (Kraftwerk, Tangerine Dream), fahre auf einmal voll auf Nine Inch Nails und Apoptygma Berzerk ab und höre außerdem noch viel Rockmusik (Muse, Coldplay, The Hives, The White Stripes, Kasabian, ...).

Und ich stelle immer wieder fest: Es gibt viel zu viel gute Musik.
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Re: Euer metallischer Lebenslauf

Beitragvon Eike » Freitag 12. März 2010, 19:24

trent hat geschrieben:Im Frühjahr 1999 spielte mir ein Kumpel den Song "Stolzes Herz" von Lacrimosa vor. Ich mochte es zunächst überhaupt nicht. Nachdem ich aber das dazugehörige Album "Stille" mehrmals hörte, begann ich doch es zu mögen.
Ah, den Bereich hatte ich oben ausgespart; es müsste so '94/'95 herum gewesen sein, dass ich Lacrimosa zuerst zu hören begann, und so etwa '96 muss es dann losgegangen sein, dass ich mich allgemein mit gothic music zu beschäftigen begann. Das lief dann immer im Hintergrund mit, mal mehr, mal weniger, und hält bis heute an. Wobei ich mit dem ganzen langweiligen Kram, der von den einschlägigen 'schwarzen' Heften gehypet wird, in der Regel nix anzufangen weiß - Kommerzkacke. Aber die alten Sachen haben mir eine düstere Welt eröffnet, zu der ich heute eben auch großartige Werke wie CELTIC FROSTs "Monotheist" zähle.
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Re: Euer metallischer Lebenslauf

Beitragvon trent » Freitag 12. März 2010, 21:45

Eike hat geschrieben:
trent hat geschrieben:Im Frühjahr 1999 spielte mir ein Kumpel den Song "Stolzes Herz" von Lacrimosa vor. Ich mochte es zunächst überhaupt nicht. Nachdem ich aber das dazugehörige Album "Stille" mehrmals hörte, begann ich doch es zu mögen.
Ah, den Bereich hatte ich oben ausgespart; es müsste so '94/'95 herum gewesen sein, dass ich Lacrimosa zuerst zu hören begann, und so etwa '96 muss es dann losgegangen sein, dass ich mich allgemein mit gothic music zu beschäftigen begann. Das lief dann immer im Hintergrund mit, mal mehr, mal weniger, und hält bis heute an. Wobei ich mit dem ganzen langweiligen Kram, der von den einschlägigen 'schwarzen' Heften gehypet wird, in der Regel nix anzufangen weiß - Kommerzkacke. Aber die alten Sachen haben mir eine düstere Welt eröffnet, zu der ich heute eben auch großartige Werke wie CELTIC FROSTs "Monotheist" zähle.


Muss auch dazu sagen, dass ich die meisten Bands, die ich ab 1999 kennengelernt habe, immer noch ganz gut finde. Ok, die NuMetal-Bands lad ich mir nicht mehr auf den MP3-Player ^^, aber ich kann ganz gut damit leben, wenn's im Club läuft. Von Lacrimosa hab ich alle Alben und auch das letzte hab ich mir geholt, auch wenn's mich ziemlich enttäuscht hat.
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Re: Euer metallischer Lebenslauf

Beitragvon Eike » Samstag 13. März 2010, 16:48

Ich finde nicht alles großartig, was Lackiermichrosa gemacht hat, aber immerhin sind's keine Copycats. Und das scheint mittlerweile eine Seltenheit in dem Bereich zu sein. Leider. Ich hab's allerdings auch nicht mehr so im Auge, seit sich diese Gothicschiene mainstreaming immer mehr in Richtung Kirmeselectro verschoben hat. Wenn ich wo ein neueres LACRIMOSA-Album sehe, werde ich zumindest aus Interesse mal reinhören, auch wenn ich mit einem Kauf nicht rechne.
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Re: Euer metallischer Lebenslauf

Beitragvon Heydulf » Montag 5. April 2010, 08:52

Ui, das ist mal eine gute Gelegenheit, Revue passieren zu lassen. Mal sehen, ob ich das so zusammenbekomme.

1977-1987:
In meiner persönlichen Frühphase war kein ernsthaftes musikalisches Interesse vorhanden bzw. beschränkt sich auf Reinhard Mey und EAV (86-87).

1988-1991:
Mit dem Backkatalog der Beatles auf Tape beginnt die erste musikalische Abweichung von der Norm. Meine Klassenkameraden mögen Michael Jackson und hören Bad, ich höre Let it be.
Ausgehend von den Soloscheiben von George Harrison und John Lennon gesellen sich Pink Floyd dazu. Und sicher noch einiges anderes, aber das kriege ich im Detail nicht mehr hin.

1992:
Dieses Jahr verdient sicher besondere Aufmerksamkeit, da langsam die Haare länger werden, die Musik rockiger (Asia) und metallisch wird. AC/DC, Manowar, Iron Maiden und einiges mehr beginnen sich bei mir anzusammeln. Die CD-Sammelwut erfährt erste Auswüchse, auch wenn sie taschengeldbedingt noch in kleinem Rahmen bleibt. Mein erstes Konzert ist im Oktober Asia.

1993:
Zu meinem 16. Geburtstag bekomme ich die Venom - Welcome to Hell. Erste Metal-Konzerte (Manowar und vmtl. Blind Guardian stehen an.

1994:
Ein glücklicher Zufall bringt mir von Bolt Thrower die For Victory und von Amorphis die Tales. Bolt Thrower sehe ich live zusammen mit Cemetary (sehr geil) und Brutality (verzichtbar). Mit Impaled Nazarene mache ich den ersten Schritt Richtung Black Metal.

1995-2000:
Das Interesse in Richtung Black wächst und gedeiht. Ancient's Canian Chronicle kickt mich für einige Zeit. Ebenso Stormblast von Dimmu Borgir und Hiltia von Adorned Brood.
Nach meinem Abi 1997 steht Zivi an und nicht-mehr-ganz-so-klein-Heydulf verdient ein wenig Geld. Bis 1998 (Ende des Zivis) verdoppelt sich die CD-Sammlung von ca. 300 auf über 600.
Wacken 1997 bis 2000 sind geeignete Festivalerfahrungen mit einem Haufen spannender Geschichten (Rage mit Orchester, Dimmu Borgir im Nachmittagprogramm "We hate it to play in daylight", Venom, Mayhem und gefühlte tausende mehr).
Ebenso wird im Jahr 1997 im Rahmen einer persönlichen Krise Hvis Lyset Tar Oss von Burzum mein persönliches Antidepressivum. Vorher habe ich durchaus schon Burzum gehört, aber ab diesem Zeitpunkt möchte ich durchaus von einem gewissen Fanatismus sprechen.
Ab 2000 ist neben den üblichen Gebraucht- und Mailordershops Ebay mein Geldgrab Nummer 1 und ich bekomme auf einmal Zeug in die Finger, von denen ich nicht mal wusste, dass es das gibt.
Das Amok (nette Metal-Kneipe in München, RIP) wird mein zweites Wohnzimmer.
Ich sehe Pink Floyd auf der Division Bell Tour live im Münchner Olympiastadion, das ich sonst nur aus der Südkurvenperspektive kannte ("Bayern!").

2000:
Ein Jahr mit ein paar Zäsuren. Ich muss mir eine persönliche Distanz zum Metal und seinen Fans schaffen. Meine Haarlänge verringert sich um 50 cm. Die Playlist sieht deutlich mehr King Crimson als King Diamond.

2001:
Metal ist einfach eine Droge. Die Playlist bewegt sich wieder zurück wie in alten Tagen. Die Haare wachsen wieder.

2002-2010:
Eine gewisse Übersättigung ist zumindest im Bereich Black Metal erreicht. Bei manchen Bands schon einige Zeit früher. Viele haben eine Entwicklung gemacht, die ich nicht mitgehen will.
Wenig neues erscheint in diesem Bereich, das mich noch ausreichend kickt und das ich nicht in ganz ähnlicher Form schon 100 Mal im Schrank stehen habe.
Neuentdeckung der Bereich Neofolk/Industrial/Martial Industrial bringen mich auf spannende Reisen und erweitern meinen Horizont in Richtung elektronischer Musik.
Wegbereiter dafür waren unter anderem die Sideprojekte von Summoning "Kreuzweg Ost" und "Ice Ages".
"Das Schachbrett..." von Angizia wird nach Jahren des Staubsammelns im Plattenschrank entdeckt und geht in Ultra-Heavy-Rotation.
"The first Possession" von Warloghe ist eines der wenigen Black Alben, das mich lange beeindruckt.

TBC

(Zumindest für mich) eine spannende Zeitreise. Danke für diesen Thread.
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Re: Euer metallischer Lebenslauf

Beitragvon Loenz » Samstag 15. Mai 2010, 14:41

So dann mal zu meinen Musikalischen Werdegang

von 1-10 Lebensjahr war dieser geprägt von den üblichen Radiohits also nichts besonderes und auch könnte ich jetzt nichts nennen was besonders in Erinnerung blieb.

Danach folgte eine Phase bis 13-14 wo ich relativ viel Hip Hop gehört habe, also so Kram wie Curse, Wu Tang – Clan, King Kool Savas usw das war wohl das erste mal das ich mich wirklich zeitaufwending mit Musik beschäftigt habe und nicht nur Viva und 1Live als Quellen verwendet habe.

Mit 14 hab ich dann einen Kumpel wieder kennen gelernt muss ich dazu sagen wir kannten uns schon aus der Grundschule aber hatten uns aus den Augen verloren, welcher mich in Kontakt mit diversen Grunge und Nu Metal Bands brachte, wie die Smashing Pumpkins, Nirvana, Slipknot, Korn etc. Ich fand diese Musik Richtung dann relativ schnell ganz knorke und entwickelte mich in diese Richtung erstmal weiter und hab angefangen mir dann auch den Metal Hammer oder halt das Rock Hard zu kaufen. Wo mich dann relativ schnell auch andere Bands in ihren Bann zogen. Wie zum Beispiel Slayer, Blind Guardian etc. Diese wurden dann angehört.

Eine kurze Zeit später hab ich dann das chatten angefangen und mir wurde die Band Pain of Salvation von einer Frau namens Skoogie empfohlen. Ich ging also in den Plattenladen und habe mir die Remedy Lane von denen gekauft. Das war dann wohl der große Startschuß zu meiner Progressiven Rock und Metal Leidenschaft die bis heute anhält.

Dazu kommen natürlich immer noch die Bands die ich früher schon gehört habe. Wie Slayer und diversen anderen Thrash Kram und halt einiges quer und bunt gestreut durch den Metal von Power Metal bis hin zu Death Metal.
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Re: Euer metallischer Lebenslauf

Beitragvon Peter Kubaschk » Samstag 15. Mai 2010, 14:58

skoogie hatte immer einen hervorragenden Geschmack. Wo die bloss abgeblieben ist?
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