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Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.
von Rüdiger Stehle » Mittwoch 21. Dezember 2022, 23:41
Ich denke, dass ich auch wieder mitmachen werde, beim Reigen der Jahresbestenlisten für das Jahr 2022, auch wenn eben dieses Jahr 2022 für mich in musikalischer Hinsicht ein sehr bizarres war. Ich glaube, dass ich seit 1988 niemals weniger Musik gehört habe als 2022. Gerade in den letzten paar Monaten war es eine echte Wüste, in der ich teils wochenlang am Stück kein ganzes Album angehört habe, sondern allenfalls hier und da mal einen oder zwei Songs. Ich schaue gerade nach, wie sehr sich dieser musikalische Burn-out im Sammelverhalten bemerkbar gemacht hat; da ist es deutlich weniger krass, aber schon auch spürbar. Mit 66 (EDIT: es sind 72!) Neuerscheinungen aus dem Jahr 2022 haben bisher nur gut halb so viele aktuelle Tonträger den Weg in meine Sammlung gefunden wie 2021 (da waren es 111. Und auch das Sammlungswachstum insgesamt hat sich ein wenig eingebremst; das liegt für 2022 bei +222 im Vergleich zu +314 anno 2021. Am krassesten ist der Einbruch bei der Hörfrequenz, wo ich für 2022 gerade mal bei knapp 850 Spins liege, 2021 mit 1594 Spins noch fast doppelt so hoch. Mutiere ich vom Musikfan zum reinen Sammler? Man weiß es nicht... So viel zum Drumherum. Entsprechend fällt es mir gerade irre schwer, meine 66 gesammelten 2022er-Alben in eine vernünftige Reihenfolge zu bringen. Mir fällt aktuell noch nicht einmal ein wirklich zwingender Kandidat fürs Album des Jahres ein. Heftige Kiste, richtig heftig. Steht am Ende das Udo-Coveralbum auf der 1, weil ich mich da wenigstens an die Songs erinnern kann? Demnächst mehr in diesem Theater... 
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von Nils Macher » Donnerstag 22. Dezember 2022, 08:19
Ich kann dich da sehr gut verstehen. Mir ging es im ersten Halbjahr auch so. Kaum neue Musik gekauft, gehört oder hier aktiv gewesen bedingt durch Umzug und Nachwuchs.
Die Begeisterung kam zwar wieder, aber 2022 war im Vergleich zu anderen Jahrgängen auch einfach verhältnismäßig schwach.
Würde mich aber über einen Jahresrückblick deinerseits freuen. Daraus ergeben sich für mich meist noch einige Anspielkandidaten.
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von Pillamyd » Donnerstag 22. Dezember 2022, 10:35
Auch ich kann das gut verstehen. Gerade bei mir bricht komischerweise immer irgendwann der Kauf der Neuveröffentlichungen ein. Da werde ich dann oft auch zur Mitte des Jahres ziemlich faul. Obwohl mich die Alben interessieren. Aber ich entdecke halt auch gern ziemlich gern und ziemlich viel altes. Das hat dann Vorrang. Trotzdem würde ich mich sehr freuen von dir und deine liebsten Alben zu lesen. Wenn dir eine Rangliste schwer fällt, mach das doch ganz unbeschwert und zunächst ohne Rangliste. Das Ranking kann doch auch zum Schluss gepostet werden 
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von Havoc » Donnerstag 22. Dezember 2022, 20:27
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Gerade in den letzten paar Monaten war es eine echte Wüste, in der ich teils wochenlang am Stück kein ganzes Album angehört habe, sondern allenfalls hier und da mal einen oder zwei Songs. Das ist schon echt krass. Ich würde ja eigentlich auch gerne noch viel mehr hören. Aber wenn ich dann Zeit habe, dann nutze ich diese immer gerne für Musik. Auch wenn aktuell natürlich so viel Verrücktes in der Welt passiert. Ich habe in diesem Jahr auch mehr Polit- und Talksendungen angesehen als jemals zuvor. Mutiere ich vom Musikfan zum reinen Sammler? Man weiß es nicht...
Wenn man deine trotzdem noch hohe Zahl an Einkäufen deiner Aussage entgegenstellt, dann könnte man das tatsächlich fast vermuten. 
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von Rüdiger Stehle » Donnerstag 29. Dezember 2022, 20:35
Unbeschwert und unsortiert? Ja, gute Idee. Ich denke, dass ich nach und nach immer wieder eines der Alben posten werde, während ich sie rekapituliere und nochmal höre. Denn immer wieder hab ich dann doch Lust darauf, Musik zu hören. Seit ich diesen Thread eröffnet habe, liefen tatsächlich schon ein paar 2022er-Werke zwecks passage en revue. Auffällig ist dabei, dass dieses Jahr vor allem Dinge in den Player zu streben scheinen, die ich in den meisten Jahren eher unter ferner liefen einsortieren würde. Mit einem solchen Beispiel will ich die Rückschau auch beginnen: GRAVE DIGGER "Symbol Of Eternity"Jau, den Reigen eröffnet der Onkel Reaper mit seinen Grabschauflern, und so sehr ich die Band schätze, so selten war sie am Ende eines Jahres in meinem Top-20 oder gar Top-10 vertreten. Zuletzt wohl anno 2001, also vor mehr als 20 Jahren, und so ist auch "Symbol of Eternity" sicher kein völliger Überflieger. Neun oder zehn Punkte kann ich dafür nicht vergeben, als "soon to be classic" kann ich es erst recht nicht einordnen, und ich denke sicherlich nicht, dass die Band damit "Tunes Of War", "Heavy Metal Breakdown" oder auch meinen persönlichen Geheimtipp "The Grave Digger" übertreffen oder egalisieren würde. Ich habe aber beim Hören zum damaligen Soundcheck 08/2022 unmittelbar festgestellt, dass diese spezielle Scheibe öfters zurück in den Player strebte als die beiden Scheiben jenes Monats, die ich höher bewertet habe (Sigh und Blind Guardian). Sie läuft mir einfach gut herein, und ich mag die Refrains sehr gerne. Natürlich kann man sicherlich über den einen oder anderen Punkt berechtigt streiten, wie etwa die lyrische Konzeptwiederholung um das Templerthema, die Produktion, die Lyrics bzw. deren Aussprache. Das ist alles richtig. Trotzdem hat mich die Scheibe mehr gepackt als die letzten zwei oder drei Alben. Das kann zum Teil auch an der momentanen Stimmung liegen, die etwas mehr in Richtung Teutonenstampfeuphorie geht, als dies in anderen Jahren der Fall war, doch ich finde, dass die Stimmung, der Sound und das lyrische Konzept hier ganz gut zusammenpassen, was für mich in Summe zu einem Album führt, das etwa im Mittelfeld Grave Digger'schen Werkelns anzusiedeln ist. Deutlich hinter den besten Alben, aber absolut auf Augenhöhe mit den meisten, und auch vor dem einen oder anderen. Für 2022 habe ich es tatsächlich als eines der unterhaltsameren Alben im Kopf. https://www.youtube.com/watch?v=ZeKI2cDM23o - Hell Is My Purgatory https://www.youtube.com/watch?v=WAvZkNGTU3M - King Of The Kings
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von Pillamyd » Donnerstag 29. Dezember 2022, 23:51
Der Bass im ersten Song mag ich unheimlich. Den hast du schon einmal gepostet. Find ich gut. Die Band war allgemein bei mir in diesem Jahr ein großes Thema, weil ich mir ein paar Alben in die Sammlung gestellt hab. Und ich mag die Band wirklich. Das neuere Zeugs kenn ich noch nicht. Aber wenn ich schon wieder lese, dass es Kritik an der Aussprache gibt, dann frage ich mich wirklich ob es keine andere Argumente für eine Kritik gibt. Ich mein, die Aussprache des Sängers, ist doch hinlänglich bekannt und ein alter Hut und hat früher doch auch nicht die Stimmung auf den Alben verdorben. Na ja, egal. Wie gesagt, der erste Song läuft mir gut rein. Bin sehr gespannt, was ich hier noch lesen darf... 
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von Rüdiger Stehle » Donnerstag 5. Januar 2023, 02:02
Danke dir für das Feedbeck. Freut mich immer, wenn was zurück kommt. Gerade bei Grave Digger weiß ich ja, dass gerne mal Leute mit den Augen rollen, aber für mich ist und bleibt das eine so originelle wie gute Band. Klingt halt wie keine andere, und unkreativer als viele andere finde ich sie auch nicht. Dass ein wenig Schema-F einreißt, ist bei Bands dieser Releasefrequenz und dieser Lebensleistung ja leider normal, aber auch kaum vermeidbar. Noch lange nicht so altgedient, und daher sicher auch noch deutlich frischer ist meine nächste Nominierung: SPITFIRE "Nightmares"Ich habe ja gesagt, dass ich gar keine Ahnung habe, was meine Highlights des Jahres 2022 sein könnten. Das war ein kleiner Schnellschuss, denn ganz weit oben im Ranking wird ganz sicher dieses Album hier sein. Gut, ein ganz kleines bisschen voreingenommen bin ich, so lange, wie ich die Jungs aus Karlsruhe schon verfolge, und sie konnten mich immer abholen, aber ohne Wenn und Aber: "Nightmares" ist ein echter Brecher. Ich finde, dass man traditionellen 80er-Style Speed/Thrash einfach nicht besser und frischer machen kann. Der Stil birgt immer die Gefahr, dass man ein Album eintütet, das 10 Songs im gleichen Upspeed-Tempo und räudigem Sound aufbietet, die sich stilistisch irgendwo zwischen Exciter, frühen Metallica und frühen Running Wild einsortieren lassen. Diese Einflüsse gibt es natürlich auch bei SPITFIRE, doch mit "Nightmares" machen die Jungs so vieles so viel besser. Besser als sie selbst auf den bisherigen Scheiben, aber eben auch besser als die meisten Mitanbieter, weil man einfach die typischen Fettnäpfchen vermeidet, die einen zum hundertsten guten aber generischen Speed-Geschwader machen. Das gelingt dadurch, dass die Band a) genug veschiedene Einflüsse, Songtypen, Stimmungen und Tempi aufbietet, um dafür zu sorgen, dass eben nicht 9x "der schnelle Song" auf der Scheibe ist, sondern 9 individuelle Tracks mit eigenem Chrakter. Außerdem ist b) der Sound transparent, differenziert und dynamisch, sowie die Band c) so tight eingespielt, dass man dem Album einen ausgeprägten Livecharakter abnimmt. Hier hat man einfach seine Hausaufgaben gemacht und abgeliefert. Für mich jedenfalls bisher einer der Topkandidaten auf mein Jahrestreppchen. Mein (Sehr-)Langform-Review findet ihr hier: https://powermetal.de/review/review-Spi ... 39746.htmlUnd die Hörproben hier: https://www.youtube.com/watch?v=I5Kba2Rp2ug - 'Nightmare' (feat. Francis Tobolsky of WUCAN) https://www.youtube.com/watch?v=UNLL2AbtNlo - 'To Take A Life'
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von Rüdiger Stehle » Donnerstag 5. Januar 2023, 02:51
UNDERTOW "Bipolar"Eine weitere Band, die leider viel zu wenig Beachtung findet, obwohl sie immer abliefert, ist UNDERTOW von der Schwäbischen Alb. Ihr Mix aus Doom, Sludgecore, Heavy Rawk und Groove Thrash ist vielleicht anno 2022 nicht mehr das heiße stilistische Eisen, das es vor 25 Jahren war, als die Band gegründet wurde, aber das ist gerade mal völlig wurstegal. Thomas, Joschi & ihre Mitstreiter haben einfach Spirit und einen langen Atem, und mit El Puerto haben sie auch ein cooles Label im Rücken, so dass etwas mehr Aufmerksamkeit eigentlich nichts im Wege stehen sollt. "Bipolar" ist wie schon seine acht Vorgängeralben ein sehr intensiver, gefühlvoller Trip in menschliche Gefühls- und Bewusstseinswelten, der die Schwere des Gemüts ebenso intensiv bebildert wie das Schweben des Geistes. Marternde, schwermütige, zermalmende Parts wechseln sich dramaturgisch sehr gelungen mit ätherischen, schwelgerischen Passagen ab, und so wird das Albumkonzept sehr greifbar. Dabei könnte man nun die Karten der Referenzbands spielen, doch ich denke, dass man hiermit UNDERTOW nicht wirklich gerecht würde. Klar, hier erinnert man mal an CROWBAR, dort mal an DOWN, an PANTERA, an C.O.C., an DESPAIR, an GURD, an BLACK LABEL SOCIETY, aber all das macht UNDERTOW nicht vollständig aus, denn bei aller Schwermut, die hier thematisch und musikalisch aufgearbeitet wird, und bei aller musikalischer Heaviness hat die Band doch immer dieses besondere Leuchten und Strahlen, das auf den Hörer positiv wirkt, das sich in den Leadmelodien der Gitarren zeigt, in einigen clean gesungen Passagen, in einem spacigen, eskapistischen Element, das immer wieder zwischen den dräuenden Riffwänden hindurch blitzt, in einem Schuss Gothic hier, einer doomigen Erhabenheit dort. Dabei streift die Band auch immer wieder leicht balladeske Momente mit Singer-Songwriter-Touch, einen Hauch Southern Blues und Folk, wie etwa bei 'I Remain'. Tolle Platte! Hier die Hörproben, die wunderbar zeigen, wie vielseitig die Stimmungen sind: https://www.youtube.com/watch?v=eKkB7PtDJo8 - 'On Fire' https://www.youtube.com/watch?v=oLGzvqArPJo - 'Shadows' https://www.youtube.com/watch?v=mRzJgkv_QcQ - 'I Remain' Ach ja, und unser Tobi Dahs hat dazu ein wirklich tolles Review geschrieben, das mir aus der Seele spricht: https://www.powermetal.de/review/review ... 39198.html
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von Pillamyd » Donnerstag 5. Januar 2023, 15:35
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Danke dir für das Feedbeck. Freut mich immer, wenn was zurück kommt.
Ja gerne! Ein bisschen vermisse ich das ehrlich gesagt auch. Es hält mich jetzt nicht davon ab weiterzumachen. Aber ein bisschen Resonanz in dem Forum, würde das ganze nicht in so einen Monolog verkommen. Spitfire: Überrascht mich, dass eine eher neuere Band bei dir auftaucht. Ich mag das was ich gehört habe. Die Wucan Sängerin passt ausgezeichnet zu dem Song und zeigt auch mal eine etwas andere Seite. Finde ich ganz schön toll. Nachdem ersten Hören hatte ich eher das Gefühl, dass der zweite Song nicht ganz so gut ins Ohr geht. Aber das ist trotzdem sehr gut hörbar. Nimmt im Refrain etwas die Geschwindigkeit raus, wahrscheinlich will mir deshalb der Song nicht ganz so gut reinlaufen, wie der erste Song! Werde ich mir mal notieren. Undertow: Davor habe ich ein wenig angst. Alles was ich von der Band bis jetzt gehört habe, hat mir einfach nicht zugesagt. Das fängt beim Gesang an und hört bei diesem "modernen" und doch irgendwie angestaubten Soundbild auf. Das klingt mir zu gewollt und gezwungen. Und auch wenn ich jetzt "On Fire" höre, habe ich das Gefühl im Jahr 2005 zu sein. Das mag mir nicht munden. Sorry.
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von Rüdiger Stehle » Donnerstag 5. Januar 2023, 16:07
Pillamyd hat geschrieben:Ja gerne! Ein bisschen vermisse ich das ehrlich gesagt auch. Es hält mich jetzt nicht davon ab weiterzumachen. Aber ein bisschen Resonanz in dem Forum, würde das ganze nicht in so einen Monolog verkommen.
Ich werde bei dir auch nochmal hineinschauen und was schreiben, habe bloß am Wochenende Soundcheck-Abgabe und muss auch noch meine Jahresbesten sortieren, daher bin ich da etwas hinten dran. Ist aber nicht vergessen. Spitfire: Überrascht mich, dass eine eher neuere Band bei dir auftaucht. Ich mag das was ich gehört habe. Die Wucan Sängerin passt ausgezeichnet zu dem Song und zeigt auch mal eine etwas andere Seite. Finde ich ganz schön toll. Nachdem ersten Hören hatte ich eher das Gefühl, dass der zweite Song nicht ganz so gut ins Ohr geht. Aber das ist trotzdem sehr gut hörbar. Nimmt im Refrain etwas die Geschwindigkeit raus, wahrscheinlich will mir deshalb der Song nicht ganz so gut reinlaufen, wie der erste Song! Werde ich mir mal notieren.
Bei neueren Bands ist es ja nicht so, dass ich da generell ablehnend wäre. Das Problem ist eher, dass es so viele junge Bands gibt, und viele davon auch richtig gut sind, so dass das Ganze einfach zu unübersichtlich geworden ist, und ich selber - als der Komplettist, der ich bin - eben so sehr damit beschäftigt bin, bei den "Großen Alten" vollständig zu bleiben, dass für junge Bands zwar nicht das grundsätzliche Interesse fehlt, aber viel zu oft die Muse, die Zeit und die Aufmerksamkeit, um sie richtig kennen zu lernen. Da braucht's dann oft einen gewissen Trigger, der über das normale Promohandwerk und Veröffentlichungspläne hinaus geht, dass die Aufmerksamkeit auf eine solche Band gelenkt wird und sie so dann auch die Gelegenheit bekommt, zu wachsen, um letztlich auch in solchen Jahrescharts relevant zu werden. Bei Spitfire hat es damals, am 18.10.2014, eben gepasst, als die Jungs zusammen mit BLOOD FIRE DEATH und WITCHFINDER in Ulm im Hexenhaus gespielt haben. Seither hab ich die Band nimmer aus den Augen verloren und zuschauen können, wie sie immer besser wird. Sind ja auch entsprechend viele Artikel zu SPITFIRE bei uns online. Undertow: Davor habe ich ein wenig angst. Alles was ich von der Band bis jetzt gehört habe, hat mir einfach nicht zugesagt. Das fängt beim Gesang an und hört bei diesem "modernen" und doch irgendwie angestaubten Soundbild auf. Das klingt mir zu gewollt und gezwungen. Und auch wenn ich jetzt "On Fire" höre, habe ich das Gefühl im Jahr 2005 zu sein. Das mag mir nicht munden. Sorry.
Macht ja nichts. 2005 passt genau. UNDERTOW ist auch eine Band, die ich mehr zufällig als Vorgruppe von Stormwitch beim Konzert in HDH-Sachsenhausen kennengerlernt habe. Ist auch bald 18 Jahre her, 27.08.2005. Damals war der Sound sogar recht aktuell und angesagt. Dass die zweite Welle eines 30 Jahre alten Trends oft angestaubter wirken kann, als die Trendsetter selbst, das kann ich durchaus nachempfinden. Mit Undertow geht's mir aber nicht so. Ich finde, dass gerade Joschi ein toller und sehr vielseitiger Sänger ist, der eben mehr zu bieten hat als nur den Aggro-Screamo-Stil des Pantera-Lagers, aber auch mehr als den allzu gepressten Sludge-Weltschmerz des Crowbar-Lagers, auch wenn beide Bands sicher zu den großen Einflüssen von Undertow gehören.
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