Statt einer Jahreslieblingsliste

Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.

Statt einer Jahreslieblingsliste

Beitragvon Eike » Mittwoch 24. Dezember 2014, 04:17

Ich könnte keine zehn Alben des Jahres 2014 nennen. Weder zehn Alben, die ich dieses Jahr gekauft und dauerhaft in heavy rotation aufgenommen hätte (egal wann erschienen); noch zehn dieses Jahr erschienene Alben, die ich ausgiebig gehört und auch nur annähernd für unverzichtbar halten würde. Vor allem habe ich aus 2014 kein einziges Album mitgenommen, von dem ich guten Gewissens sagen könnte: "Was zum Geier war das denn Geiles! Sowas von dieser Art habe ich ja noch nie gehört, und es wurde höchste Zeit, dass das wer erfindet!" Das beste und dabei auch noch am ehesten als kreativ bis innovativ zu bezeichnende Album dieses Jahres, an das ich mich auch spontan gerade erinnern kann, ist für mich "SLK" von STAM1NA - immerhin eine 8,5 / 10 in meinem Buch. Ansonsten fand ich die stilistisch mehr oder weniger unspektakulären bis nachgerade angestaubten Alben von FLYING COLORS, PRIMORDIAL, STALLION und WOLF echt solide. Im Hip Hop habe ich neben Uraltsachen noch was halbwegs Aktuelles aus dem Vorjahr nachgekauft, "Stracciatella Now" von MUSO, das ist frischer als das Meiste aus diesem Genre, aber halt auch keine totale Soundinnovation, eher ein geschickter Trans-Genre-Import in puncto Beats und ein endlich mal etwas eigenwilligerer Rapstil, kein überragender Flow, der schwer beeindruckt, aber ein durchweg souveräner Umgang mit Zunge und Worten, was unterm Strich dann in genau dieser künstlerischen Kombination doch wieder punktet. Auch da heißt Überdurchschnittlichkeit also keineswegs gleich Riesen-Innovation oder gar Revolution. Insgesamt wirft das kein gutes Licht auf mein Musikjahr, aber irgendwie bin ich dennoch zufrieden, da ich noch soviel alte Erwerbungen habe, die es noch ausgiebig zu hören und teils auch immer noch neu zu erkunden, zum anderen aber auch wiederzuentdecken gilt. Wenn also wer meint, es gäbe noch typische Eike-Alben, die ich verpasst habe und unbedingt noch antesten müsse, sind mir derlei Empfehlungen willkommen, und wenn nicht, ist das auch nicht schlimm. Es soll nur niemand denken, ich hätte komplett das Interesse verloren, bloß weil ich dieses Jahr keine Liste einreichen kann.
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Re: Statt einer Jahreslieblingsliste

Beitragvon Feamorn » Mittwoch 24. Dezember 2014, 12:07

Dieses Jahr war bei mir auch eher mager. Habe gestern nach geschaut und das Jahr 2014 taucht gerade acht Mal in meiner Sammlung auf. Und die acht Alben habe ich auch größtenteils bisher kaum gehört. Für Devin Townsend und den Jazz/Metal-Bastard von Trioscape hatte ich einfach noch keine Zeit und Geduld. Wirklich gehört habe ich bisher nur Bloodbath und Slough Feg, die sind auch sehr schön, aber wenn ich meine beiden letztjährigen Lieblinge von Blood Ceremony und Steven Wilson dagegen stelle doch eher kein "Album des Jahres"-Material. Meine "Alben des Jahres" dürften daher alle von The Black Dahlia Murder kommen (ich schreibe da die freien Tage auch noch etwas zu), so einen "muss ich immer wieder hören"-Flash hatte ich das letzte Mal wohl mit Ayreon und davor auch eher selten. So schnell habe ich jedenfalls noch keine andere Band mit einem Katalog von mehr als zwei, drei Alben komplettiert, auch Blind Guardian, Iced Earth und Ayreon nicht (wobei die aktuelle Preisgestaltung da auch mit geholfen hat).
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Re: Statt einer Jahreslieblingsliste

Beitragvon Raphael Paebst » Mittwoch 24. Dezember 2014, 12:36

Hmm, das kann ich nicht nachvollziehen. Ich brauche ehrlich gesagt keine alles überragenden Alben, um glücklich zu sein, es reicht einfach ein Album, das mir Freude macht. Ich höre gerne Musik und dabei ist mir dann egal, ob es ein Album von 2014 oder 1974 ist. Insofern war 2014 für mich ein sehr gutes Jahr, ich habe eine ganze Reihe von Alben gekauft und gehört, die ich immer wieder gerne auflege und denen ich auch ältere Alben nicht unbedingt vorzeiehen würde. Diese Alben sind nicht unbedingt besonders innovativ, sondern einfach gut und davon gibt es für mein Empfinden in jedem Jahr etwa gleich viele. Das Verhältnis von toller zu verzichtbarer Musik hat sich nie groß geändert und letztendlich ist mir auch die kurzlebige Freude über ein Album, das ich zwei Wochen lang höre und danach für Jahre vergesse sehr lieb. Immerhin habe ich dann zwei Wochen Freude an einem Album, eine Freude, die mir in diesem Moment auch kein "Seventh Son of a Seventh Son" oder "Thick As A Brick" hätte geben können. Musik muss mich berühren, unterhalten und begeister, ob sie das für immer tut oder nur für einen Moment, ist mir in diesem Moment egal.
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Re: Statt einer Jahreslieblingsliste

Beitragvon Pillamyd » Donnerstag 25. Dezember 2014, 13:00

Ich bin auch noch am Überlegen ob ich eine neue Jahresliste anlege. Ein paar Sachen werden so gut wie keinen Interessieren. Und wie ich den Rest zuordnen soll habe ich auch noch keinen schimmer....
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Re: Statt einer Jahreslieblingsliste

Beitragvon Nils Macher » Donnerstag 25. Dezember 2014, 13:05

Pillamyd hat geschrieben:Ein paar Sachen werden so gut wie keinen Interessieren. Und wie ich den Rest zuordnen soll habe ich auch noch keinen schimmer....


Och sag das nicht. Nimm keine Rücksicht auf Scheuklappen, vielleicht entdeckt man ja so das ein oder andere Schmankerl ;-)
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Re: Statt einer Jahreslieblingsliste

Beitragvon Permafrost » Donnerstag 25. Dezember 2014, 17:04

Bei mir reichts auch nicht auf eine wirklich ernste Jahresliste. Schon gar keine, die reine Metal Alben beinhaltet. Vor allem in der zweiten Jahreshälfte habe ich fast gar keine CDs mehr gekauft.
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Re: Statt einer Jahreslieblingsliste

Beitragvon Eike » Samstag 27. Dezember 2014, 13:31

Ich glaube, von HAIL SPIRIT NOIR das vorletzte Album hatte ich mir auch 2014 zugelegt. Das sei also noch erwähnt. Und dann passt hier noch rein, was im "Was hört Ihr gerade?"-Faden geschrieben ward:

Jakob hat geschrieben:
Eike hat geschrieben:Joah, geht. Dieser moderne Metal klingt für mich im Kern ja meistens eh nach Metalcore plus Popmelodik, einer seltsamen Mischung, und einfach nicht meiner Welt, und ob da jetzt noch Prog, Death, Djent oder Thrash beigemengt wird, ändert da auch nicht mehr viel dran, dass mich das emotional seltenst anspricht. Aber ist schon okay gemacht. [...]


Das PERIPHERY-Album (aus dem der Song ist) ist aber auch als Konzept aufgebaut, einzelne Songs funktionieren nicht wirklich. Metalcore ist das aber nicht, dafür ists zu komplex :P
Klar, es wird immer schwerer heutzutage was wirklich innovatives zu machen. Trotzdem gibt es auch dieses Jahr im Metal-Bereich mit (spontane Einfälle) THE ALGORITHM oder INCURA Veröffentlichungen von Bands, die sehr innovativ sind. Für dich müsste man ja neue Musikinstrumente und Tonskalen entwickeln, damit du zufrieden bist :D

np: MESHUGGAH - "Obzen" DAS ist auch sehr innovativ :grins:
"Obzen" habe ich mir damals in Auszügen angehört, das fand ich auch schon beeindruckend. Nicht ganz meine Baustelle, aber sehr gut gemacht, eigen und ansatzweise atemberaubend komponiert.

salisbury hat geschrieben:Jemand, der geschmacklich so breit aufgestellt ist wie Du, lieber Eike, ist wohl tatsächlich sehr schwer mit etwas Neuem beizukommen. Und vielleicht gibt es ja auch genau deshalb auch keinen Bedarf mehr. Ich als immer eher optimistisch eingestelltes Tier glaube, wennimmer man etwas Neues finden WILL, wird man damit auch Erfolg haben. Das Musiversum ist unendlich. Mann kann ja auch in der Vergangheit suchen. Wie tief bist Du in klassischer Musik drin, Eike? Mein eigenes Wissen darum hört mit Malmsteen und Turilli-Soli schon auf. Und das ist ein Musikfundus, mit dem man sein ganzes Leben gefüttert werden kann...

Klassik ist bei mir extrem stark unterpräsent:
VIVALDI (inklusive dieses DAVE LOMBARDO-Projekt), SCHUBERT, SMETANA, LISZT, CHOPIN, MAHLER ganz oberflächlich mit wenigen Werken oder Auszügen daraus - ansonsten gähnende Leere.
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Re: Statt einer Jahreslieblingsliste

Beitragvon Permafrost » Samstag 27. Dezember 2014, 13:59

Mit Klassik habe ich auch nichts am Hut. Ich wüsste gar nicht, wo ich das in mein tägliches Leben reinpacken soll, es gibt nie ein Situation in der Klassik angebracht wäre. :grins:
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Re: Statt einer Jahreslieblingsliste

Beitragvon Raphael Paebst » Montag 29. Dezember 2014, 12:09

Permafrost hat geschrieben:Mit Klassik habe ich auch nichts am Hut. Ich wüsste gar nicht, wo ich das in mein tägliches Leben reinpacken soll, es gibt nie ein Situation in der Klassik angebracht wäre. :grins:

Dann hörst du die falsche Klassik. Je mehr du davon hörst, desto häufiger merkst du, wo sich wieder mal ein Pop- oder Metal-Musiker bedient hat. Ein paar spontane Beispiele:

Antonin Dvorak - Sinfonie Nr. 9 "Aus der neuen Welt"
Bekannt von RHAPSODYs "Rain Of A Thousand Flames"-EP.
Oder
Gustav Holst - "Die Planeten - Jupiter", auch bekannt als 'Hammerheart' von BATHORY oder auch 'I Vow To Thee, My Country' von DARK FORESTs "Defender"-EP, was der Sache noch am nächsten kommt, da hier ein altes englisches Lied von Holsst verarbeitet wwurde.

Das am häufigsten von Metal-Musikern verarbeitete Werk dürfte aber wohl Edvard Griegs "Peer Gynt Suite" sein, von der mir spontan direkt drei Stücke einfallen, nämlich
'Solveigs Lied' (KAMELOT 'Forever' von "Karma"),
'In der Halle des Bergkönigs' (SAVATAGE, HELLOWEEN und noch mindestens eine andere Band, die mir gerade nicht einfällt.) und
'Morgenstimmung' (ACCEPTs 'Final Journey')
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Re: Statt einer Jahreslieblingsliste

Beitragvon Nils Macher » Montag 29. Dezember 2014, 12:13

Dvorak kennt man doch vor allem vom allerkultigten aller kultigen Black-Metal-Videos ;)

Aber ich muss Raf absolut zustimmen: In der klassischen Musik wird sehr gerne geklaut. Leider auch auf der aktuellen DREAM THEATER ...
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