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von Alex » Montag 5. September 2011, 21:30
Hallo Musikfreunde,
wie steht ihr zu "Re-remastered" und " Japan-Import". Will der "Echte Musikfreak" nicht auch die Originale haben? Ist "Japan- Import" den teuren Preis wert? Was würdet ihr für ein Original ausgeben?
Was ich dazu meine: Irgendwo will ich schon das Original haben, vor Allem, wenn es für mich ein "must have" ist. Was ich dafür ausgeben würde, hat letzlich damit zu tun, was mein Geldbeutel hergibt und was Sammlerbörsen aussagen. Bevor ich mir eine "Japan-Import" CD kaufe, versuche ich es erstmal günstiger zu bekommen. Mit der Klangqualität der "Re-remastered" war ich immer zufreiden. Ob ich aber mehrere Hundert Euro für ein Original ausgeben würde, das stelle ich für mich generell in Frage.
Was meint ihr?
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von Falkner » Montag 5. September 2011, 21:41
Ich mach es in der Regel so, dass ich versuche, die bestklingende Version günstig aufzutreiben. Wenn das nicht gelingt, wird einfach gekauft, was verfügbar ist, und die Variante für Audiophile lade ich mir dann im Netz. Dass kommt günstiger und letzendlich unterstütze ich die Band damit mehr, als wenn ich eine speziell abgemischte Sammlervariante aus zweiter Hand kaufe. Was die Klangqualität angeht, ist man mit Erstpressungen oft sogar besser dran, als mit Remasterten Versionen, da die in der Regel nur lauter abgemischt und angefettet werden, was die Teile für mich in der Regel unhörbar macht. Von daher bin ich bei Neuauflagen normalerweise skeptisch.
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von 123_7 » Montag 5. September 2011, 22:04
Hallo Alex. Ein spannendes Thema, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich dich richtig verstehe. Differenziert du zwischen Erstauflage, Remaster und Japan-Import? Interessanterweise gibt es im seltensten Falle bei der von mir begehrten Musik Japan-Importe, deswegen lasse ich die aussen vor. Und selbst wenn, sind diese für mich nicht wirklich interessant. Meistens enthalten Sie zwar Bonustracks, aber wenn ich diese zumindest mal im Internet gegenhören kann, reicht mir das. Wenn ich merke, dass ich tatsächlich Killermaterial verpasse, würde ich wohl auch nach dem Japan-Import Ausschau halten. Sonst muss ich zwischen CD und Vinyl unterscheiden. Bei Vinyl vertrete ich mittlweile die Erstauflagen-Meinung. Diese klingt in meinen Ohren einfach besser. Ich habe selten eine wirklich gut klingende Vinyl-Neuauflage gehört, auch wenn hier Ausnahmen die Regeln bestätigen. Bei CDs suche ich möglichst nach einer Version, die nicht remastered worden ist. Die bedeutet im Regelfall leider nur, dass das Material durch einen Kompressor gejagt wurde und somit lauter und "drückender" wird, aber so ein Sound verursacht bei mir Kopfschmerzen. Auch hier bestätigen Ausnahmen die Regel (Cynic-Focus z.B.). Ob der gesuchte Tonträger dann die Erstauflage oder eine spätere Wiederveröffentlichung ist, ist mir herzlich egal, solange kein Soundlegastheniker meint, mit seinen Griffel in das Mastering reinzufingern  Ist kein preislich vertretbarer Nicht-Remaster erhältlich, aber dafür ein günstiger Remaster, findet der auch mal den Weg in meinen Schrank, aber ich versuche es zu vermeiden. Ein Re-Remaster ist übrigens ein bereits dreimal neu gemastertes Produkt. Das möchte ich dann wirklich nicht mehr hören; Shit in, Shit out-Prinzip  Aber das nur am Rande.
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von Alex » Montag 5. September 2011, 22:23
Hallo, ja, ich differenziere rein sachlich! Mit "Japan-Import" habe ich keine (besseren) Erfahrungen gemacht, ausser, das der Preis höher ist. Dass Re-Remastered 3-mal- durch den Rechner gejagt wurden, wusste ich nicht (obwohl es auf der Hand liegt). Danke für den Tipp! Mit "Remastered" habe ich die Erfahrung gemacht, dass sie schon etwas besser klingen und auch Bonustracks drauf sind, das mitunter auch bei "Re-remastered". Alex
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von Falkner » Montag 5. September 2011, 22:30
Durch die erhöhte Lautstärke klingen Remasterte Versionen auf den ersten Hör tatsächlich besser, vor allem, wenn man sie auf nicht-audiophilem Equipment hört (Ipod mit mitgelieferten Kopfhörern). Wenn man dann allerdings die Lautstärke anpasst und alt und neu vergleicht, merkt man, wie viel da teilweise verloren geht. Die von 123_7 erwähnten Kopfschmerzen durch fetten, komprimierten Sound kann ich bestätigen. Da verlier ich oft die Lust, überhaupt die Musik zu hören.
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von Rüdiger Stehle » Montag 5. September 2011, 22:49
Zunächst einmal vorab: Ich bin kein Soundfetischist und habe weder ein absolutes noch ein audiophiles Gehör. Das heißt, dass meine Soundempfindlichkeit relativ gering ist und ich das meiste nach kurzer Eingewöhnung sehr gut erträglich finde.
Was deine Sammleroptionen angeht:
1. Japan-Import: Einen Klangunterschied per se gibt es da ja nicht. Der Import ist einfach nur teurer, hat einen Obi (den Papprücken an der CD) und meistens einen oder zwei Bonustracks. Da ich bei den Bands, die ich wirklich toll finde, gerne alle Songs auf offiziellen Tonträgern hätte, kann ich da schwach werden, aber den doppelten Preis zahle ich in aller Regel dann doch nicht. Günstig mal second hand, kann es aber schon auch sein, dass ich mir mal eine Japan-CD hole. Oder eben CDs, die nur in Japan erschienen sind, was im Melodic Rock und AOR, oder natürlich bei japanischen Bands öfters mal vorkommt.
2. Remasters: Ein Remaster allein ist für mich niemals ein Grund, eine CD nochmals zu kaufen, die ich schon habe. Die bei Remasters oft beigefügten Bonustracks allerdings schon. Deshalb habe ich mir beispielsweise die ganzen Alben von Judas Priest, Saxon, Motörhead u.a. nochmal gekauft. Allerdings immer erst, wenn sie im Sonderangebot waren. Das allerdings nicht wegen eines vermeintlich besseren - weil remasterten - Sounds, sondern nur wegen der Bonustracks oder der fetteren Booklets mit Linernotes, Fotos, Texten u.a.
3. Original vs. Remaster Wenn ich ein Album noch nicht habe und der Remaster keinen Bonustrack hat, dann würde ich im Zweifel - wie 123=7 - auch immer die Originalauflage wählen. Zum einen ist der Sound oft authentischer. Dass er leiser ist, stört mich nicht, weil ich ja die Anlage lauter machen kann. Zum anderen fühlt sich das Original irgendwie besser an ("Relikt der Zeit") und hat fast immer die bessere Druckqualität beim Artwork, weil die Rereleases oft nur ein eingescanntes Cover der alten Auflage verwenden und nicht die originalen Druckvorlagen. Gerade bei LP-Rereleases fällt das oft massiv auf. Oft sind die Rereleases sogar offensichtlich verschwommen, verpixelt, detailärmer oder in den Farben verzerrt.
4. Vinyl: Ich liebe Vinyl, kaufe es aber nur noch selten, weil ich einfach zu wenig dazu komme, Musik an einem anderen Ort als am Computer oder im Auto zu hören. Das ist leider einfach ein Zeitproblem. Bei alten Alben, die ursprünglich analog aufgenommen worden sind - also insbesondere solchen aus den 70ern und 80ern - ist es übrigens in der Tat manchmal hörbar, dass der Sound deutlich differenzierter ist und mehr Details offenbart, als die digitalisierten CD-Neuauflagen. Ein Album, das im Original bereits digital aufgenommen worden ist, kann indes auf Vinyl kaum besser klingen als auf CD.
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von Falkner » Montag 5. September 2011, 23:31
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Ein Album, das im Original bereits digital aufgenommen worden ist, kann indes auf Vinyl kaum besser klingen als auf CD.
Da muss ich widersprechen. Auch wenn die CD natürlich technisch überlegen ist und eigentlich besser klingen sollte, werden Alben auf Vinyl oft anders abgemischt als auf CD. Ich habe zwar selber noch keine Vergleiche anstellen können, habe aber gelesen, dass die Vinylfassung von 'Stadium Arcadium' von den Red Hot Chili Peppers deutlich besser und ausgewogener klingen soll als die laute und stark komprimierte CD-Version. Das wird gemacht, da man mit den digitalen Veröffentlichungen eben den Low-Fi Markt ansprechen kann, also Radio und die Ausrüstung der meisten Otto-Normal-Hörer, während Vinyl vorwiegend von Liebhabern und Audiophilen gekauft wird, welche auf guten Klang hohen Wert legen. Zumal auch die meisten Soundmischer und Produzenten gerne gut klingende Musik produzieren, aber von Bands und Labels für die Digitalversionen oft zur Überkompression gezwungen werden.
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von Rüdiger Stehle » Montag 5. September 2011, 23:42
Gut, wenn ein spezieller LP-Mix gefertigt wird, kann das natürlich sein. Ich ging bei meiner Aussage vom selben Mix auf unterschiedlichen Medien aus. Wenn ich einen analogen Mix auf CD presse geht naturgemäß etwas verloren, wenn ich einen digitalen Mix auf LP presse, dann kann er nichts gewinnen. Wenn die Band verschiedene Mixes machen lässt, dann kann natürlich ein Unterschied bestehen, keine Frage.
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von Jhonny » Dienstag 6. September 2011, 00:23
Ich kauf ne günstige Fassung ... Im Ernst - manche Remasters haben einen guten Sound (die Maiden-Remasters z.B.), der das Original nicht kaputt macht. Maiden-Original klingen für mich aber in keinster Weise schlechter. Beides hat seinen Reiz - im Zweifelsfall spare ich mir lieber 2, 3 Euro. Aus Japan importiere ich nix - die Bonustracks gibts notfalls mal auf irgendeiner B-Seiten-Compilation.
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von 123_7 » Dienstag 6. September 2011, 11:03
Alex hat geschrieben:Dass Re-Remastered 3-mal- durch den Rechner gejagt wurden, wusste ich nicht (obwohl es auf der Hand liegt). Danke für den Tipp!
Hihi, da hast du mich falsch verstanden. Ich persönliche kenne nämlich gar keine Re-Remasters. Das würde ja bedeuteten, dass der Remaster remastered wurde. Ich denke bzw. hoffe, dass es sowas nicht gibt  Aber ich bin halt auch ein ewiger Korinthenkac... zähler. Rüdiger, da Vinyl ja nur verzerrt auf Platte gepresst wird um Platz zu sparen, muss wohl jede Platte vorher bearbeitet werden, bevor sie ins Presswerk geht. Deswegen kann man schon davon ausgehen, dass Vinyl mitunter eine andere Klangcharakteristik aufweist. Hinzu kommt, dass der Klang mindestens durch den Phonoverstärker noch weiter verändert/verschönert/verschlechert wird. Das hängt dann von der verwendeten Komponente und dem eigenen Geschmack ab. Aber natürlich hast du recht, dass die fehlenden Informationen einer digitalen Aufnahme nicht durch Vinyl wieder hergezaubert werden. Aber gerade bei den 70er/80er Aufnahmen merkt man, wie die Musik durch das analoge Format gewinnt, finde ich.
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