Eure letzten Live-Erlebnisse

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Re: Eure letzten Live-Erlebnisse

Beitragvon Pillamyd » Montag 4. November 2024, 19:09

Ich hab mit dem Begriff Gothic wirklich gar kein Problem. Ich habe es nur bei metal-archives gelesen. Dass das nicht das Hauptding in Sachen Sound ist, ist mir bewusst. Man kann sowas ja auch in einem ziemlich weitläufigen Kontext nennen. Aber ich sehe da das Potenzial drin, den Einstieg für mich finden zu können. Wenn es denn so ist. Das gilt es rauszufinden. Alben habe ich mir mal notiert. Aber das wird so ein Song Ding und daraus dann ein eventuell zu kaufendes Album :)
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Re: Eure letzten Live-Erlebnisse

Beitragvon Jhonny » Dienstag 5. November 2024, 16:06

NESTOR gestern in München - tatsächlich wirklich grandios!

Hat mich auch sehr gefreut, dass der Saal im Backstage ausverkauft war.
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Re: Eure letzten Live-Erlebnisse

Beitragvon Jens Wilkens » Samstag 9. November 2024, 15:07

NESTOR würde ich auch sehr gerne einmal live erleben. Steht ganz oben auf meiner Liste!

Gestern: TANITH, THE NIGHT ETERNAL, LUCIFER (Kulturfabrik Löseke, Hildesheim)

Da meine neue Heimatstadt anscheinend keine tollen Metal-Konzerte zu bieten hat, jedenfalls keine, die meinem Geschmack entsprechen würden, muss man den Radius etwas erweitern. Dieser Dreier in Hildesheim klingt einfach zu attraktiv, als dass man ihn verpassen sollte. Sehr faire 25 Euro im Vorverkauf machen die Entscheidung noch leichter. Die Kulturfabrik ist nicht ganz zu zwei Dritteln gefüllt, würde ich sagen. Am Merchstand erwarten einen stilecht ein Ziegenschädel und ein brennender Kandelaber. THE NIGHT ETERNAL hat nur Shirts und Patches dabei, Tonträger gibt es von den Essenern keine. Toll ist das Tourposter von LUCIFER, für es heute der Tourauftakt ist.

Es geht los mit TANITH, die ich lange einmal live sehen wollte. Wie schon in Holgs Interview mit Russ erwähnt, hilft Dino Destroyer an der zweiten Gitarre aus. Da er mich ein wenig an Fast Eddie erinnert, ist er mir gleich sympathisch, und er harmoniert sehr gut mit Russ. Besonders gut gefällt mir das Gitarrenduell in 'Snow Tiger', ohnehin mein Liebling auf "Voyage". Die Band hat sichtlich Spaß und kommt auch gut beim Publikum an, bei dem zu erkennen ist, dass alle drei Bands ihre Fans mobilisiert haben. Gesanglich ist nicht alles perfekt, aber TANITH macht das durch die sympathische Art und die Begeisterung für die eigene Musik wieder mehr als wett. Nach dem Gig ist die Band praktisch die ganze Zeit in der Nähe des Merchstandes anzutreffen. Das nenne ich mal Fanbetreuung!

THE NIGHT ETERNAL sagt mir instrumental auf Platte schon sehr zu, nur mit dem Gesang hadere ich immer noch. Das ändert sich auch heute nicht, aber Ricardo ist ein sehr energetischer Frontmann, der alles auf der Bühne gibt. Insgesamt ein schöner Auftritt mit einer gelungenen Songauswahl, wobei vor allem 'Take Me Over' das Publikum begeistert. TANITH und THE NIGHT ETERNAL haben einen mäßigen Sound heute Abend. Das ist ein bisschen schade.

LUCIFER ist die Band, die mich eigentlich im Vorfeld am wenigsten interessiert hat. Umso überraschter bin, dass sie mir heute Abend am besten gefällt. Der Sound ist besser, wenn auch im Gesang zu laut. Da muss ich nach einigen Songs etwas weiter nach hinten gehen. Die beiden Gitarren sind sogar noch besser als bei den anderen beiden Bands. Das hätte ich wirklich nicht gedacht! Sängerin Johanna macht ihre Sache auch sehr gut. Sie hinterlässt den stärksten Eindruck von allen Vokalisten. Sie ist auch ständig in Bewegung, und es gefällt mir, wie die Windmaschine die blonden Haare flattern lässt. Den vielleicht größten Unterschied zu den anderen beiden Bands macht meiner Meinung nach aber Nicke Andersson am Drumkit.
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Re: Eure letzten Live-Erlebnisse

Beitragvon kingdiamond » Samstag 9. November 2024, 17:12

Jens Wilkens hat geschrieben:Nach dem Gig ist die Band praktisch die ganze Zeit in der Nähe des Merchstandes anzutreffen. Das nenne ich mal Fanbetreuung!



Cool, danke für den Bericht!

Ich war grad echt verwundert, dass TANITH nur 2. Vorband war… :?
So viel haben TNE ja auch noch nicht zu bieten.

Das mit der „Fannähe“ kann ich vom Hammer of Doom bestätigen. Da hab ich ein echt cooles Foto mit denen bekommen. Sehr nette Truppe. :dafuer:
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Re: Eure letzten Live-Erlebnisse

Beitragvon Jens Wilkens » Samstag 9. November 2024, 17:14

Ich denke, das könnte daran liegen, dass TNE auf der ganzen Tour dabei ist.
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Re: Eure letzten Live-Erlebnisse

Beitragvon kingdiamond » Samstag 9. November 2024, 17:23

Achso, hier nur zusätzlich die Zeit sinnvoll genutzt. Ok.

Wer zieht denn um und legt nicht die Priorität 1 auf: „Stadt mit coolen Metalkonzerten“?! :grins:
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Re: Eure letzten Live-Erlebnisse

Beitragvon Jens Wilkens » Samstag 9. November 2024, 17:26

Wäre eigentlich eine coole Prio 1, ist aber vielleicht das Alter, dass Metal nicht auf dem ersten Platz rangiert.
Dann müsste ich nach NRW oder in den Süden ziehen. :grins:
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Re: Eure letzten Live-Erlebnisse

Beitragvon Pillamyd » Donnerstag 21. November 2024, 15:17

Dream Theater
40th Anniversary Tour
Stuttgart – Liederhalle | Beethovensaal
20. November 2024

Hier im Forum dürfte es keine Neuigkeit sein, dass dieses Konzert für mich das erste mit Mike Portnoy ist. Natürlich war die Spannung dadurch immens und die Wartezeit auf den gestrigen Tag ziemlich lang.

Aber dann war es endlich so weit. Ich bin wie immer mit der Bahn angereist und hatte keinerlei Probleme. Ich wollte zwar einen Zug früher nehmen, dass war aber leider doch nicht möglich. Bis zur Liederhalle sind es vom Stuttgarter Hbf 2 Minuten U-Bahn fahrt. Weitere 2 Minuten und ich stand in der Schlange. Später hätte ich nicht kommen dürfen, denn der Platz und die Schlange füllte sich immens schnell. Aber die Menschen haben sich schön brav eingereiht. Tatsächlich ging es dann auch zügig rein. Kurz beim Merchstand vorbeigeschneit, weil ich auf ein Poster gehofft habe. Gab es aber leider nicht. Ein Kaltgetränk und dann bin ich in den wunderschönen Beethovensaal gestiefelt. Und so habe ich einen Stehplatz ganz vorne, ein Stück weit rechts von Petrucci ergattern können.

Die Wartezeiten bei 3 Stunden + Konzerte von „Dream Theater“ halten sich ja tatsächlich in Grenzen. Bis ich an meinem Platz war habe ich keine 45 Minuten warten müssen. Und dann ging das Licht aus. Die Band kam auf die Bühne und der Banner viel zu Boden: Da ist er also! Mike Portnoy! Endlich! Dass ich das Erleben würde, hätte ich nicht mehr zu träumen (haha) gewagt, vor allem weil er sich ja abseits von „Dream Theater“ kaum hat in Stuttgart blicken lassen. Dass die Wahl des Openers auf diesen einen Song viel fand ich ziemlich cool. Direkt auf die Zwölf, keine halben Sachen. Und so begann das klassische Material ein ums andere Mal mir eine Gänsehaut auf die Haut zu zaubern.

Mike Portnoy wurde mit heftigen „Mike, Mike, Mike!“ rufen willkommen geheißen. Und das zu Recht. Alles, was ich von dem Herren bis jetzt gehört habe, auf Konzertaufzeichnungen schon bewundert habe, fand jetzt nur ein paar Meter von mir entfernt statt. Sein Spiel genau in der Manier, wie man es kannte. Komischerweise hatte ich während des Konzertes (bis auf zwei Ausnahmen) das Gefühl, dass er nie weggewesen war.

Und dann fing ich auch noch, zum zweiten Mal, in meiner Laufbahn als Konzertbesucher dieser Band, das Plektrum von John Petrucci. Und wenn ich das Ding so vergleiche mit dem Plektrum das eingerahmt an der Wand hängt, dann frage ich mich schon, warum er denn überhaupt noch eins braucht, haha!

Mit freudestrahlendem Gesicht, einer absoluten Tiefenentspannung und Glückseligkeit habe ich jeden Moment aufgesogen wie einen Schwamm. Das ist einfach meine Band!

Dann folgte nach einer Pause. Das Videomaterial, dass die Band dabei hatte fand ich ziemlich gelungen. Ich dachte erst man würde so einen NOMAC jetzt von Innen sehen. Aber dem war wohl nicht so. Man hörte immer wieder Ausschnitte von Songs in einem etwas anderen Gewand. Die Band hatte öfters mal Intros parat, die wirklich stimmig und toll waren. Wenn man gedacht hat, es könnte jetzt Song X kommen, dann konnte man doch noch überrascht werden.

Das zweite Set begann mit dem brandneuen Song „Night Terror“. Und Wow!!!, hat der Song live gedrückt. Himmelherrgott!
Super Riffs, geiles Drumming. Die Band legt alles rein. Und mir gefällts. Ich bin wahnsinnig gespannt auf das neue Album und ab heute beginnt das Zählen der Tage bis zum 7. Februar.

Etwas am Anfang des Konzertes konnte man LaBrie beobachten, wie ihm wohl die Gehörgänge zu zertrümmern drohte, weil das Schlagzeug wohl zu laut war. Seine Gestiken dazu waren ziemlich deutlich. Aber mit was für einer unfassbar guten Laune er auf der Bühne agierte. Hinzukommt, dass ich das Gefühl hatte, dass er mit jedem Song besser wurde. Absolutes Highlight war dann der Longtracks meines ersten gekauften Albums der Band. Ich bin vor Freude fast aus den latschen gekippt, als Jordan zum Song ansetzte. Wenn ich nur dran denke, wird mir wohlig warm ums Herz. Unfassbar geile Performance. Wenn Nils sagt, dass das mit Portnoy noch einmal ein ganz anderes Erlebnis ist, dann kann ich dem nur zustimmen. Die Band super aufgelegt, eine familiäre Atmosphäre auf der Bühne. Viel Connection zum Publikum. Mike Portnoy ist der Meister darin. Aber wenn man als Fan vor der Bühne das Gefühl hat, dass gerade ein kurzer Augenkontakt besteht und man wirklich zusammen genießt und den Song gemeinsam mit jeder einzelnen Faser fühlt, dann ist das eben ein unvergleichliches. Dafür sind Konzerte geschaffen.

Die Songs, die aus der Zeit ohne Portnoy gespielt wurden, passten ziemlich gut in die Setlist. Allerdings habe zumindest ich schon ein wenig auf andere Songs aus der Zeit gehofft. Mir sind jetzt auch keine großartig andere Interpretationen von Mike aufgefallen in Bezug auf diese Songs. Da war ja die Spannung auch recht groß bei vielen.
Bei dem ein oder anderen Stück hatte ich wirklich feuchte Augen und konnte mich gerade noch so zusammenreißen.

Der Sound übrigens war mächtig, manchmal mir dann etwas zu mächtig. Zeitweise dachte ich tatsächlich sie wollen „Manowar“ Konkurrenz machen. Aber das Schlagzeug hatte so einen rattenscharfen Klang. Der Bass war nicht nur hörbar, sondern auch spürbar. Und James hörte man von Anfang zu jeder Sekunde sehr gut raus. Aber alles in allem ein dicker Sound in dem kein Instrument, kein Gesang in irgendeiner Form unterging. Richtig gut.

Für mich bleibt nur noch die Frage, wo ich die Band im nächsten Jahr sehen möchte. Dass ich mir die Tour nochmal anschaue, ist aber ziemlich sicher, nachdem gestrigen Abend. Und hätte ich diese Kurzweiligkeit einschätzen können, dann hätte ich vielleicht zusätzlich noch München oder Frankfurt mitnehmen sollen. Hinterher ist man immer schlauer.

Das tatsächlich Songs aus 3 Alben keinen Platz in der Setlist gefunden haben hat mich zunächst etwas überrascht. Ich hoffe dahingehend echt auf eine weitere "An Evening..." Reihe mit den etwas unbekannteren Sachen.

Ich bin aufgeladen bis in die Haarspitzen. Die Möglichkeit gehabt zu haben, die Band in ihrer Form zu sehen, wie ich sie kennengelernt habe. Ich bin der Band so wahnsinnig dankbar dafür und wie das manchmal so ist, nach solch einem Abend, weiß ich wieder, warum diese Band meine absolute Lieblingsband ist. Ich freue mich auf alles, was da noch kommen mag. Und ich bin kurz davor einen ähnlichen Pakt zu schließen wie Rüdiger mit den Konzerten von „Manowar“, keine Tour mehr auslassen zu wollen.

Jetzt bleibt mir zu hoffen, dass ihr es bis hierhin ausgehalten habt.
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Re: Eure letzten Live-Erlebnisse

Beitragvon kingdiamond » Donnerstag 21. November 2024, 18:46

Pillamyd hat geschrieben:
Jetzt bleibt mir zu hoffen, dass ihr es bis hierhin ausgehalten habt.


Definitiv! Ein toller Bericht. Man merkt in jeder Zeile, wie sehr es dir gefallen hat.
Freut mich, dass sich das warten so gelohnt hat. Ich werde es dann kommendes Jahr wohl auch mal wieder erleben (müssen).

Cool! 8-)
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Re: Eure letzten Live-Erlebnisse

Beitragvon Havoc » Donnerstag 21. November 2024, 18:49

Das klingt sehr gut. Freut mich für Dich. :) :dafuer:
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