Hier beginnt mein Lieblingsdoppel der Band - "Songs From The Wood" und "Heavy Horses" sind für mich zwei der schönsten Rock-Alben. Ja, aller Zeiten.
Natürlich liebe ich besonders das folkige Element.
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Jethro Tull - Meine Entdeckungsreise durch die DiskographieRe: Jethro Tull - Meine Entdeckungsreise durch die DiskograpHier beginnt mein Lieblingsdoppel der Band - "Songs From The Wood" und "Heavy Horses" sind für mich zwei der schönsten Rock-Alben. Ja, aller Zeiten.
Natürlich liebe ich besonders das folkige Element.
Re: Jethro Tull - Meine Entdeckungsreise durch die Diskograp
Danke! Der Link zieht die Thread Seite so in die Breite, weswegen ich das rausgelöscht habe.
Re: Jethro Tull - Meine Entdeckungsreise durch die Diskograp
Danke. Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
Re: Jethro Tull - Meine Entdeckungsreise durch die Diskograp
Nur beim Zitieren. Deinen Beitrag kann ich selbstverständlich nicht verändern.
Re: Jethro Tull - Meine Entdeckungsreise durch die Diskograp![]() HEAVY HORSES (1978) Tracklist: 01. And The Mouse Police Never Sleeps 02. Acres Wild 03. No Lullaby 04. Moths 05. Journeyman 06. Rover 07. One Brown Mouse 08. Heavy Horses 09. Weathercock 10. Living In These Hard Times (Bonus Track) 11. Broadford Bazaar (Bonus Track) Bei der Vielfalt, die mir die Band bis dahin geboten hat, löst es natürlich in meinem Naturell keine Verwunderung aus, wenn ich gespannt bin, wie dieses Album klingt. Wie die Band sich entwickelt hat, vor allem jetzt auch im Spektrum des Folk Rock. Wohin geht also die Reise? Mit dieser Frage im Hinterkopf höre ich dieses Album und bin ein ums andere Mal verwundert, wie die Band es schafft von der ausladendenden „Songs From The Woods“ zum straffen „Heavy Horses“ zu gelangen. Direkt beim ersten Hören habe ich das Gefühl, dass man "Songs From The Wood" durch ein Sieb gefiltert hat, das Konzentrat aufgefangen hat und mit dem Hintergedanken der früheren Alben eine gelungene Mischung zustandegebracht hat. Der Name „Heavy Horses“ steht direkt in der Verbindung zum Bandnamen „Jethro Tull“. Hat sich die Band doch nach Henry Jethro William Tull benannt. Der nicht zuletzt als Vater der Agrarwissenschaft bekannt ist. Unter anderem entwickelte er eine von „schweren Pferden“ gezogene Hacke, die die Arbeit auf dem Acker erleichtern sollte. Er bildete mit vielerlei Erleichterungen den Grundstock der heutigen Landwirtschaft. Die zunächst gegebene Ablehnung seiner umgesetzten Ideen ist vielleicht sogar die größte Parallele zur Musik von „Jethro Tull“. Genug von den Fakten, schwenke ich also direkt zur Musik über. Wenn man das Album natürlicherweise mit dem Vorgänger vergleicht, fällt einem nicht nur die Straffung im Gesamten auf. Das gesamte Album hat eine unfassbare Dichte, ist wie die Ackerarbeit, mit harter Arbeit umgesetzt. Das spiegelt sich nicht nur in dem rauen, knorrigen Gesang Ians wider. Der Kauz in seinem Element, quasi. Dabei lässt er die typischen Tull Gesangsmelodie in seiner Spannung nicht vermissen. Das und die Mischung aus beiden bringt eine Natürlichkeit zum Tragen, die mich aufwühlt. Für mich ist auf diesem Album eines der besten Gesangsleistungen Ians zu hören. Das Album kommt in meiner Betrachtung etwas mehr aus sich heraus. Teilweise klingt das so, als hätte man sich das Beste aus der Disco Musik der damaligen Zeit herausgezogen. Die Songs sind stark Rhythmusbetont, welches nicht zuletzt auch dem prägnanten Bass zu verdanken ist. Das ist manchmal schon fast tanzbar. Man muss nur einmal „Acres Wild“, „Moths“ oder auch „Journeyman“ hören. Der Höhepunkt dieses Albums breitet sich dann auch ziemlich schnell im Titelsong aus. Mit knapp 9 Minuten, vereint „Tull“ alles, wofür man die Band kennt. Abwechslungsreich, melancholisch, proggig, folkig, bejahend und doch verneinend. Das Aufgreifen der ersten Töne am Ende des Songs garantiert eine meterdicke Gänsehaut, die dir den angetrockneten Matsch wie von Geisterhand abblättern lässt. Für andere ist „Weathercock“ der Song des Albums. Verständlich. Hat hier doch auch die Flöte in der Waagerechten den Hauptteil an sich gerissen. Wunderschöner Song, der das Album großartig abschließt. Das Album hinterlässt den Eindruck der größeren Zufriedenheit. Die wilden, knackigen Rhythmuselemente lassen einen kaum ruhig dasitzen. Glascock nimmt einen sehr verspielten Raum ein, treibt die Songs an, wie kaum ein anderer. Wirkt wie der Animator der Band. Zupft immer zur passenden Zeit die dicken Saiten an, hat einfach eine großartige, magische Wirkung. Dieses Album kommt gekonnt auf den Punkt, lässt den Folk Rock weiter Blühen. Versöhnt die Fans der Prog Phase der Band, dass hier definitiv besser zur Geltung kommt als auf „Songs From The Wood“. Sie überzeugen mit der Schwere des gesamten Albums. Hinterlässt aber ein wunderbar landluftatmendes Gefühl, dass trotz der Dichte der Produktion genug Zeit ist, um über den stark benebelten Boden, der von Pferden bearbeitet wurde, ein Weitsicht genießen zu können. In verschiedenen Zeiten des Albums hat man einen kompletten Arbeitstag auf dem Feld hinter sich. Man ist danach nur nicht brotfertig. Agrarromantische, kunstvolle Vertonung auf allerhöchstem Niveau. 9/10
Re: Jethro Tull - Meine Entdeckungsreise durch die Diskograp![]() STORMWATCH (1979) Tracklist: 01. North Sea Oil 02. Orion 03. Home 04. Dark Ages 05. Warm Sporran 06. Something's On The Move 07. Old Ghosts 08. Dun Ringill 09. Flying Dutchman 10. Elegy 11. A StitchIn Time (Bonus Track) 12. Crossword (Bonus Track) 13. Kelpie (Bonus Track) 14. King Henry's Madrigal (Bonus Track) Wenn ich mich recht entsinne, dann hat mir das „Stormwatch“ Albumartwork schon immer ziemlich gut gefallen und hier habe ich auch begonnen die ersten Meinungen, Reviews etc. pp. zu lesen. Natürlich ohne einen Schimmer davon zu haben, was hier zu hören ist. Denn bis dahin waren mir nur die von mir hier ersten drei Alben bekannt. „Stormwatch“ gilt unter den Tull Kennern als Abschluss der Folk-Phase. Und das kann man gut und gerne auch als solches stehen lassen. Denn nach dem Album wurde so einiges unbeständiger im Bandgefüge und vor allem auch in der Musik. Denn bis auf Martin Barre trennte man sich von allen anderen Musiker. John Glascock leider auch deshalb, weil er schon während den Aufnahmen des Albums gesundheitliche Probleme hatte. Deshalb hört man auch den Großteil Ian am Bass zupfen. Aber fassen wir doch einmal diese Folk-Phase einmal zusammen: Wenn „Songs From The Wood“ sehr fröhlich, teilweise gewöhnungsbedürftig und kurios klingt, „Heavy Horses“ sich einen Schritt auf konventionelles, ja fast schon tanzbaren Songwriting öffnet, dann ist „Stormwatch“ so etwas wie der Hybrid aus beiden Alben würde ich sagen. Mit starker Tendenz zu dem nachdenklicher wirkenden „Songs From The Wood“. Und trotzdem schafft man es auf „Stormwatch“ einen eigenen Twist zu kreieren. Es ist um einiges düsterer, man fühlt sich eher an die Tiefen der Meere erinnert, starke Wellen, graue Umgebung, von schneebedeckten Berge. Der Horizont scheint unendlich. Die Songs haben wieder etwas Ausschweifendes an sich, verbinden dies mit klassischen Streicher Elementen, die sehr pompös erscheinen, ohne aber Gemütlichkeit dabei aufkommen zu lassen. Nein, das Album hat Ecken und Kanten. Und trotzdem schwingt da in der Tiefe etwas so souliges mit, dass ich dran kleben bleibe. Man höre nur „Home“ an und versteht, was ich meine. Dieser progressive Touch schwingt hier immer mit. Es gibt wieder Gitarrendominierende Songs, die man so nur von früheren Alben kennt. Und dadurch ist es vielleicht sogar das sperrige Album, von dem bei vielen die Rede ist. Man mag es denjenigen aber auch gar nicht mal so übelnehmen, dass dem so ist. Denn mitnichten würde ich sagen, dass der Zugang zu diesem Album ein leichter ist. Hier werden musikalische Landschaften gemalt, von denen man zunächst nicht auch nur einen Hauch einer Ahnung haben kann, dass dies möglich ist. Es wirkt alles sehr weit. Und damit vielleicht bei den ersten Durchläufen sogar etwas ziellos. Ich merke, dass das mit zig weiteren Durchläufen besser wird. Aber man muss da schon auch Lust darauf haben. Das knackig auf den Punkt gebrachte, wie es vor allem „Heavy Horses“ geschafft hat, sucht man hier vergebens. Selbst kurze Songs wie „Dun Ringill“, „Home“ oder „North Sea Oil“ wirken fast schon ungezügelt. Es dürfen natürlich Songs wie „Dark Ages“ und „Flying Dutchman“ nicht unerwähnt bleiben, zählen sie doch zu den Highlights auf diesem Album. Das interessante an diesem Album ist, wie ich finde, diese seriosität, die es an den Tag legt. Der Spielwitz im sarkastischen Unterton ist völlig abhandengekommen. Es ist bemerkenswert, dass mir das erst bei dem x-ten Durchlauf aufgefallen ist. Ob es ein Zeichen dafür ist, dass mir das überhaupt nicht fehlt? Vielleicht. Für mich zeigt es eher auf, dass „Jethro Tull“ versuchen etwas erwachsener zu klingen. Sie lassen die Songs treiben ohne ein Widerhaken nachdem anderen setzen zu müssen. Das ist für den ein oder anderen zu wenig, zu uninspiriert, zu wenig für eine Band wie „Jethro Tull“. Für mich trägt es dazu bei, „Stormwatch“ vor allem immer als Gesamtes zu sehen. So funktioniert das für mich. 8/10 Zuletzt geändert von Pillamyd am Mittwoch 17. Juli 2024, 10:00, insgesamt 1-mal geändert.
Re: Jethro Tull - Meine Entdeckungsreise durch die Diskograp
Ein Album, bei welchem ich lange den absoluten Ausnahmeszustand nicht ganz verstanden habe, was unter anderem daran liegt, dass ich mal wieder die beiden Hits eher unspektakulär fand. Ein Zustand, der sich bei 'Crossed-Eyed Mary' bis heute nicht geändert hat. Das ist für mich einfach ein weitere Jethro-Tull-Song. Gut, aber nicht besonders gut. 'Locomomotive Breath' funktioniert bei mir auch nur über den Text. Die Nummer hat für Tull einen ungewöhnlichen Drive, was ich recht gern mag, wird hier doch tatsächlich eine Dampflock simuliert. Gibt es hiervon auch eine Iron-Maiden-Vergewaltigung? Just kidding. Die Highlights sind für mich aber eigentlich alle anderen Nummern dieses Albums. Ausladend, mit leichten Folk-Anteilen, im Klang etwas kratzend, was wohl mein Hauptstörfaktor war. 'My God' ist über die Jahre an mein Herz gewachsen wie auch 'Wind-Up', welches ich sehr lange immer 'Wind Him Up' genannt habe. Dabei habe ich nie viel Saga gehört. Für mich ist "Aqualung" der Anfang meiner Tull-Begeisterung. Die Sachen davor sind charmant, aber natürlich deutlich reduzierter. Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
Re: Jethro Tull - Meine Entdeckungsreise durch die Diskograp
"Verkannt" ist wohl das beste Attribut, welches ich diesem Album anheften kann. Es zeigt, dass ich eigentlich kein Prog-Head bin, denn ich habe ein massives Problem mit der Tatsache, dass es sich hierbei eigentlich nur um einen Song handelt. Da gibt es einen inneren Monk, der das nicht vernünftig einordnen kann. Das ist schwer bis gar nicht erklärbar, aber die Scheibe läuft sehr selten. Wenn ich mich dann aber einmal dazu aufgerafft habe, läuft sie meist mehrfach in kurzer Zeit und ich bin jedes Mal komplett begeistert. Enis hat den lyrischen Geniestreich schon wunderbar beschrieben. Ich kann Euch hier nur mit einer Flohmarkt-Geschichte langweilen, die mir vor Jahren passiert ist. Ich kann nie an einem Vinyl-Kasten vorbei gehen, auch wenn es auf den ersten Blick nach den obligatorischen Peter Maffay und James Last Sammlungen aussieht. So auch bei diesem Kasten voller Vinyls. Die Scheiben sahen alle gut aus und so blättere ich leicht gelangweilt durch die Tanzkapellen., K-Tel-Sampler und Blas-Musik-Compilations. Der junge Mann hinter dem Stand daddelt auf seinem Handy rum, beachtet mich kaum. Mittendrin kommt dann eine Rainbow "Rising" (gatefold) zum Vorschein. Zustand des Albums:mint. Im Gegensatz zu meiner leicht abgenutzten Version. Okay, das Artwork nochmal in schön haben, hat was. Weiter geblättert und im Kopf schon mal die Finanzen durch gegangen. Ich habe einen 50er und Klimpergeld dabei. Passt. Einige Hansi-Schnipsefinger-Platten später trifft mich kurz der Donnerschlag: Jethro Tull "Thick As A Brick", die Zeitungsausgabe zum Auseinanderfalten! Herzstillstand, Fassung wiedergefunden, weiter geblättert. Nachdem ich dann durch war, ziehe ich die Rainbow raus und frage nach dem Preis. Ohne mich anzuschauen kommt die gelangweilte Antwort: "Steht doch da." "Alle Alben 3 Euro." "Und was ist mit der hier?" Ich zeige die Tull. "Okay, gib mir 5 für beide." Ich komme mir vor wie John Cusack in Hig Fidelity als sein innerer Gerechtigkeits-Nerd es nicht übers Herz bringt, der Frau die Beatles-Singles ihres zukünftigen Ex-Mannes für kleines Geld abzukaufen. Ich höre mich noch sagen "Die sind aber in sehr guten Zustand." Keine Reaktion. Ergo wühle ich in meinem SIlbergeld, gebe ihm 6 Euro. "Stimmt so." Ich bin ein schlechter Mensch ... Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
Re: Jethro Tull - Meine Entdeckungsreise durch die Diskograp
Das ist interessant! Würde das bedeuten, dass wenn "Fates Warning" ihr "A Pleasant Shade Of Gray" Album als ein Stück ohne zu skippen rausgebracht hätten, hättest du damit ein ähnliches Problem damit gehabt? Und zum fettgedruckten: Niemals langweilig".
Herrliche Geschichte. Die High Fidelity Erwähnung hat mich zum lachen gebracht. Und das so früh am Morgen. Man startet gleich besser in den Tag. Danke dafür! Aber mal ehrlich. Ein Buch voller solcher Geschichten. Ich würds kaufen... Seitdem ich den Text zu dem Album geschrieben habe, habe ich mich dazu entschlossen, irgendwann diese Ausgabe des Vinyls in die Sammlung aufzunehmen. Vielleicht habe ich ja auch mal so viel Glück, wie du ![]()
Re: Jethro Tull - Meine Entdeckungsreise durch die Diskograp
Ebenfalls sehr interessant! Vor allem weil ich mich frage, wie du zu dem ein oder anderem Album stehen wirst. Welche Songs dir da gefallen. Hier liegt die Vermutung nahe, dass dir die getrageneren Sachen meist besser gefallen dürften. Aber ich will da nichts vorwegnehmen und freue mich einfach, deine weitere Meinungen zu lesen. Mit deinem letzten Satz gehe ich wie im Text schon stehen müsste, natürlich konform.
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