Dabei fing das ganze gar nicht mal mit Metal an, sondern begann mit einem Spätwerk einer Legende:
DEEP PURPLE - Whoosh!

Bei diesem Album kann ich mit Sicherheit sagen, dass es das erste war, dass ich (für mich) komplett bewusst von vorne bis hinten durchgehört habe. Davor spielte das Beschäftigen mit Musik eine nebengeordnete Rolle in meinem Leben, obwohl (oder auch gerade weil) bei uns zuhause im Wohnzimmer eigentlich immer etwas lief - von christlicher Chormusik und klassischen Meistern , über Johnny Cash und Konsorten, zu christlicher softer Rockmusik mit russischsprachigen Texten. Für mich war selten etwas dabei, auch wenn ich das eine oder andere klassische Stück oder den ein oder anderen Song von Johnny Cash doch schon "abfeierte". So werden wohl 'Rock Island Line' (unbedingt anhören - https://www.youtube.com/watch?v=oU4FdHpjW0Q&ab_channel=CountryMusicExperience) und viele weitere Songs seiner Songs für immer einen Teil meines musikalischen Grundstocks bilden.
2020 als die Pandemie dann zuschlug waren wir ja alle gezwungen, etwas mehr Zeit als sonst zuhause zu verbringen. Für mich war das eigentlich kein großes Problem, denn als 14-Jähriger wünscht man sich oft, weniger Zeit in die Schule investieren zu müssen. Auch wenn die Schule dann immer wieder geschlossen wurde, mussten Aufgaben gemacht werden und danach hatte man mehr Zeit für die Hobbys, für die man (rückblickend) auch mit einem richtigen Schultag genug Zeit hätte. In der Zeit habe ich mich oft in den Keller zurückgezogen, wo ich dann in Ruhe dem Dartsport nachgehen konnte und "zufällig" stand auch ein PC im Zimmer und irgendwann fing ich dann an, mir neben dem Spielen noch Musik anzumachen. Damals hörte ich noch größtenteils über Youtube und wählte manuell immer wieder die Lieder an, die mich auch nach mehrmaligen Hören nicht loslassen wollte. Das waren zu der Zeit beispielsweise 'Back In Black', 'Shine On You Crazy Diamond' oder auch die ungarischen Tänze und die '1812 Overture'.
Irgendwann ging es dann mit Spotify los, wo ich aber lange Zeit kein Abo hatte und nur die kostenlose Version nutzte. Die erste Playlist, die ich laut dem Programm am 25.08.2020 erstellte, zeigt noch ganz deutlich, wo ich mich musikalisch damals befand. Vertreten waren JOHNNY CASH, NEIL DIAMOND, GUNS N ROSES, DIRE STRAITS, CHUCK BERRY, JERRY LEE LEWIS, BON JOVI, THE BEACH BOYS, PINK FLOYD, ERIC CLAPTON, NEIL YOUNG, WHITESNAKE, BILL HAILEY & HIS COMETS, WOODY GUTHRIE und ELVIS PRESLEY. Irgendwann in der Folgezeit muss ich dann "Whoosh" gehört haben, da das Album bei Spotify immer wieder beworben wurde. Im kurzen Werbespot dienten Ausschnitte aus "Throw My Bones" und "Nothing At All" als Appetizer und auch wenn ich diese anfangs nicht sonderlich mochte, fand ich die Ausschnitte irgendwann so gut, dass ich dann das Album in einer Sitzung dann durchhörte. Das Durchhören eines Albums allein war schon ein Erlebnis - irgendwie dachte ich, dadurch etwas geleistet zu haben. Viele Songs zündeten direkt, einige sorgten für anfängliches Staunen und Faszination, konnten aber über kurz oder lang auch ins Herz geschlossen werden. Zur ersten Gruppe gehörte beispielsweise 'Nothing At All', das mit seinem unglaublichen Keyboard-Solo sowieso über dem Rest des Albums steht, 'Throw My Bones' mit dem kraftvollen Refrain, Rock 'n' Roll in Reinform à la 'What The What' und das coole 'The Long Way Round'. Mit 'Step By Step' und 'Power Of The Moon' bin ich eingangs nicht wirklich warm geworden. Über die Zeit hat sich das aber gelegt und in seiner Gesamtheit betrachte ich "Whoosh" als Meisterwerk und für mich hat das Album sowieso einen Stellenwert, der wahrscheinlich nicht von vielen Alben erreicht werden kann.
