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Pop, Jazz, Elektronika, Rap, Volksmusik...
von Matthias Ehlert » Montag 12. Januar 2026, 12:04
Interessanter Thread @King Diamond (gar nicht gesehen, dass es hier so weiterging, gerade nachgelesen  ) Due 5. von Mahler hat ihn ja in D wieder bekannt gemacht (Visconti-Film "Tod in Venedig"), sie ist leichter zugänglich als die Symphonien davor. Die aber auch gut sind! Die späten sind aber auch grandios: Zum Beispiel die 10., die ich für mich die "Hitchcock-Symphonie" bezeichne, da sie mich irgendwie an "Vertigo" erinnert... Die Symphonien sind zum Zuhören, stellen hohe Ansprüche sozusagen, da sie sich als nicht so eingängig und leicht zugänglich erweisen bisweilen. Dir trau ich zu, dass sie dir rasch gefallen, da du sehr offen für progressive Klänge bist. Habe mir die Aufnahmen mit Bernard Haitinck, Bernstein und Simon Rattle gegönnt, aber auch welche mit Barenboim und Abbado 
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Matthias Ehlert
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von Dekalog der Elemente » Montag 12. Januar 2026, 20:51
Hoppala, da hab ich mit dem Thread ja was losgetreten.
Dann nutze ich das Ganze mal und frage mal in die Runde:
Ich mag Klassik, die knallt, die n bissl overwhelming ist und die auch gerne mal auf's Gemüt drücken darf. Habt ihr hier Empfehlungen für mich?
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Dekalog der Elemente
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von Pillamyd » Dienstag 13. Januar 2026, 10:11
Dekalog der Elemente hat geschrieben:Hoppala, da hab ich mit dem Thread ja was losgetreten.
Wir haben alle nur drauf gewartet. Zumindest bei mir hat sich dann schreibtechnisch was angestaut an Gedanken. Ist jetzt fast alles raus 
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von Pillamyd » Dienstag 3. Februar 2026, 15:50
Manchmal fällt einem als Klassik-Neuling etwas auf, das man so noch nie gehört hat – und plötzlich fragt man sich, ob man selbst oder die Aufnahme „schuld“ ist.
Bei Dvořáks 9. Sinfonie „Aus der neuen Welt“ ist mir genau das passiert: Manche Stellen sind so leise, dass ich zuerst unsicher war, ob das an der Aufnahme oder an der Wiedergabe liegt.
Zu der Version, die ich habe (EAN 028941011626), konnte ich online nichts Negatives finden – im Gegenteil, sie wird häufig gelobt. Deshalb habe ich schnell davon abgesehen zu vermuten, dass beim Rippen etwas kaputtgegangen ist.
Beim erneuten Hören wurde mir dann klar, dass diese Irritation wohl Teil der Musik selbst ist. Die Sinfonie lebt stark von extremen Laut-Leise-Kontrasten. Besonders der Anfang der zweiten Bewegung ist sehr zurückgenommen, fast flüsternd.
Bei mir zeigte sich das ganz praktisch: Ich habe bei den leisen Passagen instinktiv lauter gedreht, weil ich das Gefühl hatte, kaum etwas zu hören – und bei den nächsten lauten Stellen wieder zurückregeln müssen. Ich muss aber zugeben, meine ersten Eindrücke entstanden über Bluetooth-Boxen. Über Kopfhörer wirkt das Ganze schon anders, und über die Anlage würde sich der Eindruck vermutlich noch einmal verschieben.
Man kennt das ja auch von manchen 80er-Metal-Produktionen, aber da war es nie ganz still, haha!
Habt ihr denn schon einmal ähnliche Erfahrungen gemacht?
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von Eike » Dienstag 3. Februar 2026, 17:06
Klar. Klassik immer zu Zeiten hören, wo man voll aufdrehen darf. Lautleisedynamik ist oft Teil des Charmes.
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von Pillamyd » Dienstag 3. Februar 2026, 17:21
Entweder habe ich da nie so drauf geachtet, oder ich habe das echt noch nie so wahrgenommen, wie hier. Klassik spielt mit der Laut-Leise-Dynamik, klar - aber wenn man da nicht dran denkt, greift sofort die Panik, ob mit dem Exemplar alles in Ordnung ist, haha 
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von kingdiamond » Mittwoch 4. Februar 2026, 05:37
Pillamyd hat geschrieben: Habt ihr denn schon einmal ähnliche Erfahrungen gemacht?
JA!!! Und obwohl ich es weiß, geht es mir immer noch so, dass ich gleich instinktiv Richtung „Lauter-Knopf“ am Handy drücke. Dann denke ich wieder dran, dass die lauten Passagen dann „zu laut“ (geht das?) sein werden. Schwierig finde ich es, wenn ein Stück direkt von piano aufbauend mit einem Crescendo startet, dann muss man erstmal austarieren, wie denn die korrekte Lautstärke zu sein hat. Aber ja, diese Effekte sind wohl in der Klassik am meisten ausgeprägt und ein wichtiger Teil der Musik. Für Hobbymusiker im Blech sind ausgeprägte „piano-Stellen“ allerdings einer der Endgegner. Die meisten von uns mögen lieber „(mezzo)forte“ spielen - oder noch besser „fortissimo“ haha. Aber wenn man einen ordentlichen laut/leise-Kontrast hört, ist das schon auch cool. Für die Ausprägung von diesem ist der Dirigent enorm wichtig. Beim Metal hab ich sowas eher selten. Glaube bei TOOL war mir das mal aufgefallen, dass die Dynamik-Unterschiede haben. Kann aber auch sein, dass in den Stellen weniger Instrumente spielen. Das führt zwar auch zu einem Effekt, ist aber eigentlich nicht das gleiche…
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von Eike » Mittwoch 4. Februar 2026, 06:28
Deswegen finde ich den meisten Metal heute ziemlich kacke (vom Klang her), weil da einfach die Dynamik fehlt. Das klingt dann langweilig und nervig zugleich. Die besten Produktionen hatten die Siebziger und teilweise die Achtziger. Danach ging es bergab. TOOL ist eine der (zu) wenigen Ausnahmen.
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von Pillamyd » Sonntag 8. Februar 2026, 12:44
Haha, ja, solche "Laut/Leise"-Momente kenne ich bisher eigentlich nur vom Fernsehen - Filme leise, Werbung plötzlich ohrenbetäubend Ich fand es total spannend, wie du das beschreibst, king. Muss zugeben, dass ich bei "Mezzo forte" oder "fortissimo" noch blanke Thoerie-Folklore bin - keine Ahnung, was das genau heißt. Aber nachdem mir diese Dynamik aufgefallen war, habe ich die nächsten Hördurchläufe direkt unter Kopfhörern gestartet. Und wow...das hat echt viel Licht ins Dunkel gebracht! Plötzlich konnte ich hören, wie die leisen Stellen wirklich flüstern und die lauten Stellen sich richtig aufbäumen. Bei mir ging es natürlich trotzdem erst wieder auto magisch Richtung "laute Knopf" haha. Aber ich habe schnell gemerkt, wie extrem diese Kontraste wirken und es dann sein lassen. Ich glaube so ein Laut-Leise-Spiel ist auch ein riesiger Teil dessen, was Klassik so spannend macht. Ja, Keine neue Erkentnis. Aber hier einfach supertoll hörbar tastend. Auf das Stück selbst werde ich zu einem späteren Zeitpunkt noch eingehen, abervschon jetzt wirkt die Symphonie wie ein richtig beeindruckendes Bild - fast so, als würde sie eine ganze Landschaft vor den Augen ausbreiten.
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von kingdiamond » Dienstag 10. Februar 2026, 00:46
Haha, genau. Die laute TV-Werbung - wer kennt sie nicht. Du musst jetzt auch nicht tiefer in die Musik-Theorie einsteigen. Die von mir genannten Begriffe sind nur die Abstufungen der Lautstärke. Diese stehen als kleine Buchstaben an den jeweiligen „einzelnen Stimmen“ in den Noten, damit eine Stimmgruppe sich ggf. hervorheben/zurücknehmen soll (und die anderen gleichzeitig leiser/lauter werden) oder es gilt halt für alle, wenn das gesamte Orchester gleichzeitig laut, leise oder „mittellaut“ spielen soll. Die wichtigsten Abstufungen sind: pp - pianissimo (ganz leise) p - piano (leise) mf - mezzoforte (normal/mittellaut) f - forte (laut) ff - fortissimo (ganz laut) Mein erwähntes „Crescendo“ bedeutet, dass man allmählich (über eine gewisse Notenfolge) lauter werden soll, „Decrescendo“ entsprechend das Gegenteil. Wenn man diese Zeichen bei seinen Noten in der jeweiligen Stimme noch entsprechend berücksichtigt, ergibt sich eigentlich erst die richtige Musik. Natürlich muss man erstmal die Noten auch korrekt treffen, Pausen korrekt auszählen, Akzentuierungen spielen, Bindebögen berücksichtigen etc. Aber genau dazu sind dann auch die Dirigenten da, um an den Details zu feilen. Zumindest bei uns Hobby-Musikern. 
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