Eurovision Contest

Pop, Jazz, Elektronika, Rap, Volksmusik...

Re: Eurovision Contest

Beitragvon Teichfrosch » Montag 31. Mai 2010, 19:40

Feamorn hat geschrieben:
Teichfrosch hat geschrieben:Gut, ob man das jetzt in einem Metalforum diskutieren muss ist tatsächlich die große Frage, ich erkenne meinen Irrtum, Asche auf mein Haupt :grins:


Gerade, dass man sowas hier diskutieren kann, ohne, dass es gleich mit Verweis auf die Position ausserhalb des Tellers dicht gemacht wird, ist ein Grund, warum ich mich hier herumtreibe. Hier finde ich Leute, die musikalisch ähnlich ticken wie ich, aber auch mal über Sachen "von draussen" reden können, ohne in stereotypes Gebashe etc. zu verfallen. Bei SpON oder in Nicht-Metallischen-Musikforen brauche ich nicht über Lena zu reden, aber was andere Leute zu sagen haben, die meine musikalische Heimat teilen, interessiert mich. Ein Metalforum, in dem ich auch Tipps für Pop. Elektro und weiß der Geier was sonst noch bekomme, ist, für mich persönlich, nicht mit Gold aufzuwiegen. Zudem beweißt das wieder, dass hier Musikfreunde schreiben, keine ideologisch verblendeten Geschmacksfaschisten.

Wollte ich nur nochmal loswerden. :)


Erstmal: toller Beitrag, dem kann ich mich komplett anschließen. Dass es aber dennoch der ein oder andere für nötig befindet nochmal mit der "Pop is doof und Hype und überhaupt Kommerz"-Leier ankommt beweist: auch das toleranteste Forum ist nur so tolerant wie die Summe seiner Mitglieder, aber Ausreißer nach oben oder unten gibt's immer wieder ^^
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Re: Eurovision Contest

Beitragvon Jesus » Montag 31. Mai 2010, 20:01

Teichfrosch hat geschrieben:Dass es aber dennoch der ein oder andere für nötig befindet nochmal mit der "Pop is doof und Hype und überhaupt Kommerz"-Leier ankommt beweist: auch das toleranteste Forum ist nur so tolerant wie die Summe seiner Mitglieder, aber Ausreißer nach oben oder unten gibt's immer wieder ^^


Solche Kommentare haben nicht unbedingt etwas mit einer Abneigung gegen Popmusik zu tun. Hier geht das wohl eher gegen das Konzept dieses Wettbewerbs. In unserem Fall präsentiert also eine Schülerin, die nicht überragend gut singen kann und steif und ungelenk tanzt, einen Song von einem Dänen und einer Amerikanerin, beide professionelle Songwriter. Keine Musiker, die irgendetwas mit Herzblut schreiben, sondern die professionell kommerzielle Hits schreiben. Das Stück selbst ist okay, da gibt's nicht viel zu meckern.

Jetzt präsentiert besagte Sängerin dieses nicht von ihr geschriebene Stück mit ein bisschen Playback. Dazu kommt noch die zeitliche Beschränkung von 3 Minuten, was es unmöglich macht, dem Stück noch irgendwie einen interessanten Anstrich zu verpassen. Nun waren da im Finale vielleicht 5 oder 6 Interpreten (Künstler kann man ja zumeist nicht sagen) und damit war dieses Spektakel kürzer als die meisten Konzerte. Da wird Unmengen Geld reingepumpt von allen Staaten in etwas, bei dem ich erwarten würde, daß Marijke Amado auf die Bühne geht, den Kandidaten den Kopf tätschelt und in breitesten holländischem Akzent lobt. "Das hat die kleine Lena fein gemacht und nun dürfen die Großen daheim am Bildschirm abstimmen."

Ich habe nichts gegen das Mädel oder den Song, den haben die Songwriter ganz ordentlich hinbekommen und die Lena ist ja recht niedlich. Mein Problem liegt einfach in der Natur dieses Spektakels. Es ist kein richtiger Wettbewerb. Es ist gar nichts. Die Idee eines europäischen Liederwettbewerbs ist ja ganz nett, aber die Ausführung ist mehr als nur arm und sinnlos. Und der Medienhype, dieser nervige und vor allem allgegenwärtige Rummel steht der Qualität indirekt proportional gegenüber.

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Re: Eurovision Contest

Beitragvon Feamorn » Montag 31. Mai 2010, 20:23

Ich bin grad auch was genervt, das TV Total Spezial sprengt mir gerade meinen, ansonsten, fein austarierten montaglichen Fernsehabend. ;) (Fringe, Supernatural, Boston Legal, die letzten beiden fahren heute aber parallel...)
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Re: Eurovision Contest

Beitragvon Mr. Know-It-All » Montag 31. Mai 2010, 23:31

Feamorn hat geschrieben:
Teichfrosch hat geschrieben:Gut, ob man das jetzt in einem Metalforum diskutieren muss ist tatsächlich die große Frage, ich erkenne meinen Irrtum, Asche auf mein Haupt :grins:


Gerade, dass man sowas hier diskutieren kann, ohne, dass es gleich mit Verweis auf die Position ausserhalb des Tellers dicht gemacht wird, ist ein Grund, warum ich mich hier herumtreibe. Hier finde ich Leute, die musikalisch ähnlich ticken wie ich, aber auch mal über Sachen "von draussen" reden können, ohne in stereotypes Gebashe etc. zu verfallen. Bei SpON oder in Nicht-Metallischen-Musikforen brauche ich nicht über Lena zu reden, aber was andere Leute zu sagen haben, die meine musikalische Heimat teilen, interessiert mich. Ein Metalforum, in dem ich auch Tipps für Pop. Elektro und weiß der Geier was sonst noch bekomme, ist, für mich persönlich, nicht mit Gold aufzuwiegen. Zudem beweißt das wieder, dass hier Musikfreunde schreiben, keine ideologisch verblendeten Geschmacksfaschisten.

Wollte ich nur nochmal loswerden. :)


Danke! Könnte ich selbst nicht besser sagen.
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Re: Eurovision Contest

Beitragvon Teichfrosch » Dienstag 1. Juni 2010, 00:14

Nun, Jesus, es ist nichts Neues dass Pop sehr oft mit professionellem Songwriting zu tun hat ;) Und ebenso verhält es sich mit Hype, Medienrummel, Personenkult usw... Man sollte darüber im übrigen auch nicht vergessen dass selbst solche in ihrem Spätwerk vielbeachteten Bands wie THE BEATLES mit ihren Anfängen eben diese "Spielregeln" des Pop mit kreiert haben. Selbstverständlich möchte ich hier nicht Lena mit den Beatles gleichsetzen, aber was ich sagen möchte ist: nur weils Pop ist, nur weil die Lieder nur 3 Minuten lang sind (nur mal so am Rande, es gibt viele Lieder die ich gut finde, die nichts mit Pop zu tun haben, und die trotzdem die 3 Minuten Marke nicht überschreiten), nur weil der Hype, der Rummel und das Medienecho groß sind und gleichzeitig der eigentliche künstlerische Gehalt gering ist muss es nicht schlecht sein. Und schon garnicht muss es deswegen jeglichem Unterhaltungswert entbehren, und genau darum geht es doch im Endeffekt... um Unterhaltung. Ich jedenfalls hab mich gut unterhalten gefühlt ;) Auch wenns natürlich künstlich wie nur was war usw., aber ich kann auch Marquez lesen und danach Two and a half men schauen und fühl mich dabei keineswegs "doppelmoralisch" oder was auch immer man hier reininterpretieren möchte.

Oder anders gesagt, ich verstehe was du sagst und kann deinen Prämissen sogar zustimmen, deine Schlussfolgerung, das Ganze nämlich konsequent zu boykottieren, kann ich aber nicht ziehen. Der Grund weshalb so wenig qualitativ hochwertige Beiträge dabei sind liegt u.a. auch daran, dass sich Bands, welche sich selbst als künstlerisch hochwertiger betrachten, bei der Veranstaltung erst garnicht mitmachen ;) Der Contest hat ein Image und wirds so leicht nicht los... Man muss aber dennoch sagen: manche der Teilnehmer die dieses Jahr dabei waren konnten durchaus gut oder sehr gut singen, insofern ...
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Re: Eurovision Contest

Beitragvon Mr. Know-It-All » Dienstag 1. Juni 2010, 00:45

Und wenn man es genau betrachtet, dann handelt es sich beim ESC auch nicht um einen Musik- oder Lied-Wettbewerb, sondern um einen Gesangs-Wettbewerb. Jedenfalls ursprünglich. (Grand Prix Eurovision de la Chanson)
So betrachtet, sieht das ganze noch ein wenig anders aus, finde ich. (Gerade im Bezug auf Komponisten usw.)

PS: Allerdings muss ich sagen, dass ich nicht verstehe, warum die Komponisten die Trophähe erhalten, wenn es laut dem urprünglichen Titel des Contests ja um den Gesang geht. Nicht, dass die Komponisten das nicht verdient hätten, aber rein logisch ...
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Re: Eurovision Contest

Beitragvon Chavo89 » Dienstag 1. Juni 2010, 08:23

Mr. Know-It-All hat geschrieben:Und wenn man es genau betrachtet, dann handelt es sich beim ESC auch nicht um einen Musik- oder Lied-Wettbewerb, sondern um einen Gesangs-Wettbewerb. Jedenfalls ursprünglich. (Grand Prix Eurovision de la Chanson)
So betrachtet, sieht das ganze noch ein wenig anders aus, finde ich. (Gerade im Bezug auf Komponisten usw.)

PS: Allerdings muss ich sagen, dass ich nicht verstehe, warum die Komponisten die Trophähe erhalten, wenn es laut dem urprünglichen Titel des Contests ja um den Gesang geht. Nicht, dass die Komponisten das nicht verdient hätten, aber rein logisch ...


Leider bedeutet Chanson aber nicht Gesang, sondern einfach nur Lied! Es ist also sehr wohl ein Wettstreit der Lieder...deshalb ja auch Song-Contest!

Naja, ich habe mich jedenfalls auch einen ganzen Abend(!) unterhalten gefühlt und da wir das sowieso jedes Jahr schauen, wird das auch weiterhin so bleiben, egal, wie viele das lächerlich finden. Ich finde die meisten Beiträge beim Wettbewerb grauenhaft und widerlich, aber sich darüber zu ärgern macht doch gerade auch Spaß :grins:
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Re: Eurovision Contest

Beitragvon Jesus » Dienstag 1. Juni 2010, 09:03

Chavo89 hat geschrieben:Ich finde die meisten Beiträge beim Wettbewerb grauenhaft und widerlich, aber sich darüber zu ärgern macht doch gerade auch Spaß :grins:


Genau da haben wir das Problem. ESC ist eine Freakshow, die von den Medien mit einer unvergleichbaren Ernsthaftigkeit und Wichtigkeit behandelt wird. Es mag für den einen oder anderen sicherlich unterhaltsam sein, aber jene Elemente, aus denen die Unterhaltung bezogen wird, unterminieren das Prinzip eines Liederwettbewerbs. Aber würde man es ehrlicherweise als Eurovision Singing Freak Show betiteln, könnte natürlich der Geldfluss schwinden.

Teichfrosch hat geschrieben:nur weil die Lieder nur 3 Minuten lang sind (nur mal so am Rande, es gibt viele Lieder die ich gut finde, die nichts mit Pop zu tun haben, und die trotzdem die 3 Minuten Marke nicht überschreiten),


Nehmen wir an, Du bist ein begnadeter Songwriter und hast einen supertollen Popsong geschrieben und möchtest mit ihm an dem Song Contest teilnehmen. Doch leider ist Dein großartiger Song von Weltformat 45 Sekunden zu lang und um das Strophe-Refrain-Prinzip zu erhalten, musst Du leider den besten Teil des Stücks weglassen... ;-)

So, genug davon. Gestern abend kam ja im Fernsehen nichts anderes mehr. Lena, ESC, mehr Lena, Lena, Lena, Lena, Lena... bla.
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Re: Eurovision Contest

Beitragvon Drumtier » Mittwoch 2. Juni 2010, 01:28

Ganz Europa ist vom ESC besetzt... Ganz Europa? Nein, ein kleines Dorf leistet nach wie vor Widerstand!
Das seht ihrs wieder mal, wir sind musikalisch halt einfach so viel besser als der Rest, wir machen bei sowas gar nicht erst mit und belächeln Resteuropa dafür einfach :grins:
Obwohl Alf Poier (kennt man den?) vor ein paar Jahren ganz witzig war und mit nem "deutschen" Text sogar Sechster oder so geworden ist und obwohl die Lena ja wirklich süß ist und ich mir ziemlich sicher war, dass die gewinnen würde und obwohl der Grund für unser Antreten ja jetzt nicht wirklich unsere musikalische Überlegenheit, sondern vielmehr irgendeine Streiterei zwischen den Machern und dem ORF oder so ist...
Aber trotzdem, wir sind halt einfach viel zu gut für den ganzen Hype und diese musikalische Farce :grins:
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Re: Eurovision Contest

Beitragvon Dekalog der Elemente » Mittwoch 2. Juni 2010, 16:11

Jhonny hat geschrieben:so oft nicht... aber... Rammstein... ne... da höre ich lieber Atomic Kitten :grins:


wie wäre es beides zu mischen? Atomic Rammstein Kittens oder so...

was den Grand Prix angeht....über die ganze länge kann ich mir das nicht geben (zumindest nicht mit Ton), dazu ist dann doch einfach zu viel Schrott dabei. Ernstnehmen kann ich diesen Wettbewerb ebenfalls nicht, da er dafür im Regelfall doch einfach zu flach und zu wenig angezogen ist und ich immer den Eindruck bekomme es geht eigentlich nicht wirklich um die Musik...Pop muss sicher nicht automatisch schlecht sein, aber wirklich guten Pop findet man imho nicht in solchen Shows.

Was Lena betrifft...ich würd sie ja durchaus knattern ansonsten ist sie mir aber ziemlich egal.
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Grundsätzlich ist Mettwurst wie Paprika, nur in einem anderen Härtegrad.
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