Diesen Thread möchte ich aufmachen, weil ich weiß, dass es hier ein paar Forianer gibt, die der Band nicht abgeneigt sind und vielleicht erweckt man bei dem ein oder anderen auch noch ein Interesse.
Sagen wir es mal so. Die Band hatte mich nie sonderlich gecatcht. Das fand ich immer seltsam minimalistisch, mit gewöhnungsbedürftigen Gesang. Sven Regener kannte ich schon vorher und seine Romane waren mir irgendwann auch ein Begriff. Die beiden Filme „Herr Lehmann“ und „Neuer Vahr Süd“ allerdings, habe ich gesehen und haben mir auch gut gefallen. Ersteres besser als letzteres. Trotzdem mochte die Musik nicht an mich ran, obwohl das schon irgendwie seinen Reiz hatte.
„Element Of Crime“ scheint mir aber im Hinterstübchen doch irgendwie klebengeblieben zu sein und so hörte ich vor ein paar Wochen über youtube zufällig ein paar Songs von „Weißes Papier“. Das passte so dermaßen zu meiner Grundstimmung (immer noch), dass ich beim Pauken tatsächlich den Zugang gefunden hab. Also habe ich mir schnell ein paar CDs rangeschafft.
Beim Durchstöbern und Recherchieren dieser Band ist mir erst einmal aufgefallen, dass die Band zu den Anfangszeiten auf englischsprachige Songs gesetzt hat. Da war ich natürlich gespannt, wie das klingt und habe auch mal in ein paar Songs aus der Zeit reingehört. Allerdings, na ja, wie soll man das sagen? Die englische Aussprache Regeners ist schon arg gewöhnungsbedürftig. „Don’t You Smile“ ist da so ein Song, bei dem ich mir dachte, ich bleib lieber bei den deutschsprachigen Sachen.
Jetzt habe ich mich intensiv mit den Alben „Damals Hinterm Mond“, „Weißes Papier“, „An Einem Sonntag Im April“ und „Die Schönen Rosen“ beschäftigt. Und das hat richtig Spaß gemacht. Irgendwo zwischen Singer/Songwriter, Chanson und Pop angesiedelte Musik mit Texten wie ich sie noch nie gelesen habe, zwischen Poesie und klarer Sprache. Zwischen eckigen Banalitäten und kantig-kryptischen Ausdruck. „Herr Lehmann“ vertont…sozusagen, irgendwie.
Das ist dann wahrscheinlich auch das, was mich packt. Und ich freue mich, die weiteren Alben danach zu entdecken. Die warten nämlich schon auf die ersten Umdrehungen bei mir.
Ich bin dann währenddessen zufällig auf den Podcast der Band gestoßen. „Narzissen Und Kakteen“ heißt dieser Podcast (verfügbar bei amazon music aber auch sonst gut zu finden), und ist für Fans als auch für Interessierte wirklich spannend anzuhören. Die Band hat es sich zur Aufgabe gemacht, jeder Folge einem Album zu widmen und nehmen den Zuhörern mit auf diese Rückschau mit witzigen und ernsten Anekdoten. Dabei kommen auch Sachen zu Tage, die die Band nicht einmal untereinander gewusst hat und das soll sogar noch spannender werden. Ich find diesen Podcast unglaublich bereichernd und spannend. Grandios. Man hat, wenn man sich Interviews vom Sänger ansieht, manchmal das Gefühl einer gewissen Distanz, die er sich wahrt. Das mag etwas arrogant und unterkühlt rüberkommen. Aber hier redet er tatsächlich wie ein Buch, ist sich nicht zu schade, auch Sachen zu kritisieren. Tatsächlich redet sich Regener manchmal so in Rage, dass man erstens genau hinhören muss, was er da gerade sagt. Aber wenn man sich darauf einlassen kann (vielleicht habe ich auch einfach schlechte Ohren) kommen da interessante Anekdoten an die Oberfläche, die selbst für Nicht-Fans ganz spannend sein kann. Eine Podcast-Biografie der Band…sozusagen.
Ich finde das gerade so grandios, weil ich neben dem entdecken der Alben, immer auch gleich eine Podcast Folge zur Verfügung habe, bei der es um die Alben geht. Das ist mal eine andere Art eine Band bzw. ein Album kennenzulernen. Macht großen spaß!
Sollten all diejenigen, die sich für die Band oder allgemein für Musik und Bandgefüge und ähnliches interessieren anhören. Auch wenn einem die Musik nicht ganz so gut schmecken sollte.
Ich werde mit der Eröffnung des Beitrags anfangen, nach und nach etwas zu den Alben zu schreiben.

