Weyes Blood

Pop, Jazz, Elektronika, Rap, Volksmusik...

Weyes Blood

Beitragvon Eike » Mittwoch 18. Januar 2023, 19:15

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Kenneth Thiessen hat mich auf das WEYES BLOOD-Album "And In The Darkness, Hearts Aglow" der Singer/Songwriterin Natalie Mering aufmerksam gemacht, das auch anderweitig in der Musikpresse gut weg gekommen ist:
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Kenneth Thiessen @ Powermetal.de hat geschrieben:"
Vom extremen Metal geht es zu sehr atmosphärischem Pop. Mit dem unter dem sehr poetischen Titel "And In The Darkness, Hearts Aglow" veröffentlichten Album bietet die Künstlerin WEYES BLOOD Musik zum Versinken! Dies gelingt durch stimmungsvolle Klanglandschaften und einen gefühlvollen, manchmal flüsternden, manchmal recht emotional in Szene gesetzten Gesang. Ein Pluspunkt ist der Sound des Schlagzeugs, das nicht nach Drumcomputer klingt, sondern sogar recht organisch. Tracks wie 'God Turn Me Into A Flower' benötigen aber gar keine Perkussion, um ihre Wirkung zu entfalten.

"

[#13 / 20 Alben-Highlights des Jahres]


Alexander Kroll @ laut.de hat geschrieben:"
Seit ihrem Start vor zwanzig Jahren hat [Natalie] Mering [alias WEYES BLOOD] eine herausragende künstlerische Verwandlung und Verfeinerung vollzogen. Nach frühen Experimenten mit Noise-Rock-Bands und ausschweifenden Psych-Folk-Klanglandschaften auf ihren ersten Alben, präsentierte sie 2019 auf ihrem vierten Erfolgsalbum "Titanic Rising" großes, klassisch orientiertes Folk-Songwriting über die Härten unserer Zeit. "And In The Darkness, Hearts Aglow" knüpft als zweiter Teil einer Weltschmerz-Trilogie nahtlos an "Titanic Rising" an und arrangiert die Themen noch drastischer und die Musik noch mächtiger.
[...]
Gegen die Dunkelheit modelliert Mering meisterlich mit Licht. Unter dem Brennglas der pandemischen Isolation verschmilzt die 34-jährige Kalifornierin persönliches und globales Leid zu zehn eindringlichen Elegien (bzw. acht, abzüglich der Intermezzi 'And in the Darkness' und 'In Holy Flux'). In Co-Produktion mit dem Multi-Instrumentalisten Jonathan Rado vom Indie-Rock-Duo FOXYGEN entwirft Merings nahe, warme Stimme im orchestral unterfütterten 70s-Folk- und Soft-Rock-Großformat eine sphärische, spirituelle Reflexion, die dem Bandnamen alle Ehre macht ("Weyes" ersetzt als Kunstwort den Begriff "Wise" aus einstiger Vorsicht vor Rechtsstreitigkeiten mit der 80er-Industrial-Band WISEBLOOD).
[...]
Mering hat bereits bestätigt, dass das letzte Album ihrer Trilogie von Hoffnung handeln wird. Bleibt nur die Frage: Wenn sich schon der Untergang so gut anhört, wie viel besser kann da Zuversicht noch klingen?


"

[5 / 5]


Viktor Fritzenkötter @ Plattentests.de hat geschrieben:"
WEYES BLOOD lädt zu einer unwirklichen Führung durch die Unterwelt, mit bald kaum noch glimmender Fackel und schützender musikalischer Opulenz. Aber auch das ist nur scheinbar.
[...]
Kaum jemand versteht es zurzeit, vordergründige Pop-Songs über einer solchen atmosphärischen Tiefe balancieren zu lassen; jeweils etwa sechs Minuten lassen sich die Stücke des Auftakttrios Zeit für ihre ausführlichen Erkundungen, die stets einen kleinen Lichtschimmer im Kern ihrer Niedergeschlagenheit erkennen wollen. Bis hierhin ähneln die Mittel noch großteils denen von "Titanic rising" – dann taumelt das Album weiter abwärts.
[...]
Daniel Lopatins (ONEOHTRIX POINT NEVER) sphärische Synthies locken ihre sonst so souveräne Alt-Stimme aus der Reserve, bis sie durch Mark und Bein geht [...]. Bevor Mering aus ihrer träumerischen Psychedelik wieder auftaucht [...] schwebt 'Hearts Aglow' durch Gewitterwolken, hofft mit bezaubernd-resignierten Melodien und an GEORGE HARRISON erinnernden Leads auf Erlösung. Ein kurzes Streicher-Interlude leitet weitere Experimente im WEYES BLOOD-Kontext ein: 'Twin Flame' klingt mit seinem Drum-Computer und dezent verhallten Gitarren wie durch Unterwasserwelten segelnder New-Wave-Pop. Merings Gesang schwingt sich in ungeahnte Höhen, ist von surrealer Schönheit durchtränkt. 'In Holy Flux' samplet Fragmente des Albums und erodiert sie in gespenstischer Weise, bis Assoziationen mit WILLIAM BASINSKIs "Disintegration Loops" nicht mehr weit scheinen. [...] Und beinahe beiläufig weisen 'The Worst Is Done' mit seinem beschwingten 70er-Jahre-Folk-Pop und die majestätische Klavierballade 'A Given Thing' Mering als eine der großen Klassizistinnen unserer Zeit aus.
[...]
Das Sehnen kann WEYES BLOOD anno 2022 [...] nicht lassen, doch tief unten, zwischen Tradition und Entrückung, findet es einen bemerkenswerten Ort. Und schließlich durfte ja einst auch Dante die Hölle wieder verlassen, um virtuos von ihr zu berichten.


"

[9 / 10]


Da will ich natürlich reinlauschen.
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Re: Weyes Blood

Beitragvon Kenneth Thiessen » Mittwoch 18. Januar 2023, 20:03

Schön, dass das Album auch an anderer Stelle so gut aufgenommen wurde. Ich wusste, für mich persönlich, nach dem ersten Hören, dass das Album in meine Jahrescharts kommen muss. Das hat mich auch emotional zutiefst berührt.

@Eike: Berichte mal nach dem Hören, ob du damit etwas anfangen kannst.
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Kenneth Thiessen
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