Cryptopsy

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Beitragvon Regina Löwenstein » Samstag 20. Februar 2010, 19:13

Irgendwie habe ich immer Lust, gaaaanz viele Ausrufezeichen hinter diese geniale Band zu setzen.
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Re: Cryptopsy

Beitragvon Havoc » Samstag 20. Februar 2010, 19:24

Häh...ein Cryptopsy Thread wird eröffnet und es war nicht das Drumtier....irgendwas läuft hier falsch. :-)

Zur Band....habe bisher komischerweise noch nix von denen angehört.
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Re: Cryptopsy

Beitragvon Drumtier » Samstag 20. Februar 2010, 20:33

Ich hoffe ich werd deine Frage mit meiner Frage an die Threaderstellerin beantworten:
Weshalb?
Wenns aufgrund von Göttergaben wie der Blasphemy Made Flesh, der gottgleichen None So Vile oder auch dem unfassbar intensiven ...And Then You'l Beg liegt, okay. Die Neue is zwar gut gemachter Deathcore, aber eben Deathcore.....
Ich persönlich werd immer traurig wenn ich an diese einst so gute Band denke, irgendwie so wie wenn ein guter Freund aus der Stadt gezogen ist. Es gibt ihn zwar noch (die alten Alben) und man kann noch mit ihm reden (die alten Alben hören), aber es is einfach nicht mehr dasselbe (das neue Album)
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Re: Cryptopsy

Beitragvon Dekalog der Elemente » Samstag 20. Februar 2010, 23:17

von denen hab ich nur die None so Vile...aber scheint ja eh die wichtigste Platte zu sein :smile:
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Grundsätzlich ist Mettwurst wie Paprika, nur in einem anderen Härtegrad.
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Re: Cryptopsy

Beitragvon Drumtier » Montag 22. Februar 2010, 01:24

Die sollte eigentlich jeder zivilisierte Mensch haben, aber wenn sie dir gefällt würd ich dir durchaus auch den Vorgänger Blasphemy Made Flesh empfehlen. Die ist halt noch nicht ganz so extrem, aber auch mit den andern kannst prinzipiell nichts falsch machen. Die neue ist musikhistorisch interessant und natürlich empfehlenswert für jene die mit Backgroundwissen lästern wollen :grins:
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Re: Cryptopsy

Beitragvon Drumtier » Dienstag 13. April 2010, 20:01

Einer jener Threads bei dems 123_7 wohl zu Recht die Zehennägel aufrollt. Wenns mal bei einer der am kontrovers diskutiertesten Bands, die jede Diskussion um Bands wie Metallica zu einer kleinlichen Lappalie verkommen lässt, keine solche Diskussion geschweige denn eine Antwort der Threaderstellerin gibt, ja dann könnte man schon fast den Eindruck bekommen, dass hier Hopfen und Malz verloren ist. Insofern trifft es sich gut, dass ich vorige Woche plötzlich Lust bekommen hab, meine, leider unvollständige Cryptopsy-Sammlung mal wieder durchzuhören.

Blasphemy Made Flesh:
In fast durchgehend sauschnellem Tempo gehalten, nur unterbrochen von vereinzelten langsamen Grind-Passagen, uneingängig wie nur irgendwas, Tempo-/Riff- und Taktwechsel am laufendem Band, dazu ein nur mit höchster Konzentration mühsam verständlicher Sänger der jedem HNO-Arzt einen Herzinfarkt bescheren würd und die dazugehörigen teils schockierenden, aber meist ziemlich witzigen Texte.
Was für die einen klingt wie eine Zusammenstellung des Schlimmstes was je im Metal entstanden ist, lässt den anderen das Wasser im Mund zusammenlaufen. Starkes Album!

None So Vile:
Eines jener ganz, ganz seltenen Alben die jede 10-Punke-Wertung sprengen und überflüssig machen. None So Vile steht über den Dingen. None So Vile wird nicht bewertet. None So Vile bewertet selbst. Ist sie zu stark, bist du zu schwach. So oder so ähnlich könnte mans ausdrücken. Der Chuck Norris in der Musik. Und trotzdem bin ich einer gebührenden Beschreibung noch immer nicht nahe gekommen, lasst es mich versuchen:
Alles was auf dem Vorgänger gemacht wurde, wurde hier auf die Spitze des Möglichen getrieben und dann noch ein wenig darüberhinaus. Die Vertonung des "Zuviel". Reizüberflutung par excellence. None So Vile fängt da an, wo andere Bands aus Angst aufhören. Und doch, und jetzt kommt das Magische: None So Vile besteht aus Ohrwürmern, oder sagen wir Ohrriesenschlangen, Ohrtiefseemonstern, der Einzige Wurm hier ist der Sänger ;-)
Aber ganz im Ernst, ich habe Songs davon regelmäßig im Ohr und muss mich in Vorlesungen davon abhalten zu Songs zu headbangen die ich womöglich vor nem halben Jahr zum letzten Mal gehört hab. None So Vile groovt wenn es verlangt wird. None So Vile frickelt wenn es verlangt wird. None So Vile zerstört.

And Then You'll Beg:
Angesichts des geilen Titels mit dem 100%ig passendem Cover weiß man schon so ungefähr was einen erwartet. Kopfschmerz-Musik per definitionem. Ich weiß nicht genau ob Cryptopsy vor Erscheinen dieses Albums einen Vertrag mit diversen Pharma-Riesen abgeschlossen haben, wundern würde es mich nicht. Dieses Album tut weh. Hier aber noch im guten Sinn. Musikalisch zwar noch ähnlich zu den alten beiden, auch hier ist alles over-the-top und pervers schnell und technisch, das Kontroverse hier ist der Sänger. Am Anfang hab ich ihn auch überhaupt nicht ausgehalten, vorbei mit den wohlig tiefen Growls des Herrn Wurms, hier wird schon in "bester" Core-Manier gebrüllt, wenn auch nicht ganz so schlimm wie bei manch anderen Bands und mit auf jedem Fall erkennbaren Death Metal Hintergrund. Für mich gehörte er mit der Zeit einfach zu diesem Album dazu, wenn man sich an diesen Punkt gewöhnt hat steht einem uneingeschränktem Hörgenuss nichts mehr im Weg!

The Unspoken King:
Jaja, das ist es nun, eines der meisterwartetsten und meistdiskutiertesten Alben der Extremmetal-Geschichte. Und, wie soll ich sagen. Dieses Album tut weh. Im negativen Sinn. Mir kommen die Tränen wenn ich dieses Album höre, wenn ich weiß was diese Band unsterbliches geschaffen hat und wo sie hingelangt sind. Und das besonders tragische ist, dass das alles kein Hinterherlaufen eines Trends ist, die Sängerprobleme nur von den Fans als solche aufgefasst werden, die Band, besonders wohl leider Gottes Flo Mounier weiß ganz genau was sie tun und tun möchten. Klar, man kann sich dieses Album auch mit viel Geduld und gutem Willen schön hören und sich über die vermeintlichen Höhepunkt freuen die man irgendwo herausgehört zu glauben meint. Nicht falsch verstehen, es gibt tatsächlich eine gute Nummer und auch sonst vereinzelt gute Passagen, aber halt gut auf einer ganz anderen Ebene. Wenn man mal die Soli an einer Hand abzählen kann, dann sollte das einem Alex Auburn die Schmamesröte ins Gesicht treiben. Das hier ist kein gutes Cryptopsy-Album. Das hier ist ein vermutlich ganz gutes Deathcore-Album mit interessanten Ansätzen, einem guten wenn auch zu viel verwendetem Keyboard und einem im Klargesang katastrophalen Sänger.
Werd die wohl weiterhin nur zu Anlässen wie Cryptopsy-Wochen oder einem neuen Album hören, denn ja, ich befürchte ich werd wohl auch ein neues Album aus Interesse und Nostalgie weiterhin kaufen...
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Re: Cryptopsy

Beitragvon Hagen Kempf » Sonntag 18. April 2010, 01:09

also ich seh das mit unspoken king anders, aber das haben wir ja im alten forum schon diskutiert ;) ich find die platte echt gut, anders, aber gut. und deathcore ist das sicher nicht, das drumming ist doch viel zu arhythmisch und undurchsichtig. naja und soooo schlecht ist der sänger jetzt auch nicht. ich glaube, dass viele einfach aufgrund des stilwechsels und der enttäuschung darüber die platte viel schlechter beurteilen, als wenn nicht cryptopsy draufstehn würde.

irgendwie hat mich die scheibe an into eternity erinnert, nur in viel härter und ohne die ganz hohen gesangsparts. das find ich aber ziemlich gut eigentlich.
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Re: Cryptopsy

Beitragvon Drumtier » Montag 19. April 2010, 00:34

Hagen Kempf hat geschrieben:ich glaube, dass viele einfach aufgrund des stilwechsels und der enttäuschung darüber die platte viel schlechter beurteilen, als wenn nicht cryptopsy draufstehn würde.

Einziger Satz bei dem ich dir mit gutem Gewissen zustimmen kann (davon abgesehen, dass ich in diesem Fall wohl nie in Besitz der Scheibe gekommen wär). Natürlich seh ichs anders weil ich weiß, dass Cryptopsy draufsteht, natürlich seh ichs auch anders wenn Flos Drumming hier besser als auf anderen Metal-/Deathcore-Scheiben ist, weils trotzdem noch meilenweit davon entfernt is was er kann. Weil die ganze Band wie ich nur hoffen kann meilenweit davon entfernt ist. Okay, vielleicht bis auf den Sänger, da bin ich mir net so sicher.... ;-)
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Re: Cryptopsy

Beitragvon Drumtier » Sonntag 15. Juli 2012, 22:56

Sonderlich viele Interssierte gibts hier ja sowieso nicht und die potentiell interessierten wurden wahrscheinlich mit The Unspoken King vergrault, aber ich für meinen Teil bin noch nicht ganz vergrault.
Jedenfalls gibts Neuigkeiten zwecks neuem Album http://www.powermetal.de/news/news-CRYP ... 30604.html inklusive Album-Trailer http://www.youtube.com/watch?v=2pTvx9kNQEk
Was mich grundsätzlich eher hoffnungsvoll stimmt, ist die vierjährige Pause in der sie sich hoffentlich oft genug durch den Kopf gehen haben lassen, was sie mit dem letzten Album aufgeführt haben und, dass das Album schlicht Cryptopsy betitelt wird. Das kann darauf hindeuten, dass sie bewusst wieder einen Schritt zurück machen wollen, was in ihrem Fall ein riesiger Schritt vorwärts wäre. Andererseits ist das Risiko umso größer, denn wenn das jetzt wieder so ein Schmarrn ist, dann kann man sich wohl jede Hoffnung abschminken. Für einen ungehörten Fixkauf haben sie ihren Kredit verspielt, deswegen hör ich jetzt einmal auf gut Glück rein.

Hmm, naja, immerhin scheinen sie eine wichtige Lektion gelernt zu haben: Niemand will verdammte klare Vocals auf einem Album von CRYPTOPSY! Und Flo Mounier scheint sich zu erinnern, dass er ein wirklich verdammt guter Drummer ist. Auch an der Saitenfront dürfte das Gefrickel wieder zurück gekehrt zu sein. Sie dürften bei ihren Konzerten wohl bemerkt haben, dass bei den alten Songs mehr Stimmung war, als bei den neuen. Das führt aber schon zu einem großen Problem. Diesem verdammten Sänger! Nur weil er mangels Alternativen auch ihre alten Songs growlen musste, dürfte er sich durch die berühmten "breebree"-Vocals einzureden versuchen, dass er auch ein Death-Metal-Sänger ist, nun, ist er nicht. Das klingt scheiße. Himmelherrgott, besser als das Emo-Geweine von TUK, aber immer noch scheiße.

Aber ich betätige mich kurz als Prophet: Sie haben bemerkt, dass ihr Experiment mit dem letzten Album gründlich schief gegangen ist. Sie wollen mehr zu ihrem alten Stil zurückkehren. Sie haben aber an Altlasten immer noch denselben Sänger dabei. Das aktuelle Album wird wieder besser ankommen. Sie schmeißen den Sänger raus und werden wieder zu einer respektablen und angesehenen Death-Metal-Band. Oder sie behalten den Sänger und den neuen Mischmasch-Stil und machen weiter so wie es METALLICA machen, also indem sie versuchen so zu klingen wie früher, das zwar nicht schaffen, aber dabei trotzdem immer noch besser klingen, als was sie sonst schon so verbrochen haben.

Also kaufen werd ich das wohl müssen, aber skeptisch bin ich schon noch!
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Re: Cryptopsy

Beitragvon Jesus » Sonntag 15. Juli 2012, 23:02

Es kann sicherlich nicht schaden, dass Jon zurück ist und die Schnipsel klingen auch wesentlich mehr nach "Whisper Supremacy" als nach dem Album, dessen Namen man nicht nennen darf; doch Hoffnung auf ein zweites "None So Vile" oder "Blasphemy Made Flesh" sollte man sich nicht machen. Der Zug ist abgefahren...
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