
Ich gebe zu, dass ich diesen Thread nicht ganz ohne Hintergedanke eröffne. Meines Erachtens ist bzw. war die Band eine der interessaten Acts im schwedischen Death Metal. Auch wenn ich mir den Misgunst von Rüdiger und Germon einhandle, gar deutlich interessanter als Unleashed (die ich doch eher nur in kleinen Dosen vertrage). Jedenfalls, besitze ich nur drei Alben. Um diesen Umstand zu verändern, erhoffe ich mir von diesem Thread etwas eingehendere Betrachtungen der älteren Alben um Inspirationen holen zu können.
Generell muss ich sagen, dass ich großer Fan von der Arbeit von Dan Swanö bin. Sowohl seine musikalische Aktivitäten (EoS, Katatonia, Diabolical Masquerade, etc. pp.) als auch seine Arbeiten als Produzent zeugen von höchster Kompotenz und lassen solche Suppenkasper wie Steven Wilson ganz schön blass aussehen.

Wenn man bedenkt, dass "Purgatory Afterglow" 1994 erschienen ist, kann man nur den Hut vor der visionären Kraft der Band ziehen. Zu einer Zeit, bei der Opeth noch in der Babywiege lagen, trümmerten die Männer um Dan Swanö hier ein Album, das Hit an Hit reiht und durch begnadete musikalische Fähigkeiten besticht. Schon der Opener 'Twilight' verbindet gekonnt melodischen Death Metal mit progressiven Anleihen und der Swanöschen Genialität, sodass man nur vor der Anlage niederknien kann. Messerscharfe Gitarrenriffs, unsterbliche Methoden und das mächtige Organ Swanös machen schnell klar, dass es sich um eine besondere Band handelt, die aber ihr Magnus Opus (meines Erachtens) noch vor sich hat.
Weitere Hörbeispiele:
Elegy
Song Of Sirens (wahrscheinlich die Urform des Metalcores)

Hinter dem etwas hässlichen Cover versteckt sich ein einzelner Song von 40 Minuten Länge. Ich weiß gar nicht, wie man diesen beschreiben kann. Progressiv wie nie zuvor, wechselt die Musik zwischen heftigen Attacken, balladesken und ruhigen Momenten und hymnenhaften Passagen, dass es eine wahre Wonne ist. Das Wort Gesamtkunstwerk macht natürlich hier mehr Sinn denn je.
Die ersten 10 Minuten von "Crimson"

Das ist das letzte Album und Dan Swanö beendet das Kapitel EDGE OF SANITY mit einem Knaller. Nachdem die Band mit "Cryptic" ein Album ohne ihn gemacht hat, dreht er einfach den Spieß um und spielt "Crimson II" allein mit Gastmusikern ein. Die Story wird diesmal von Chris Nolan (Arena, Pendragon, etc.) geschrieben und rundet das epische und stimmige Gesamtkunstwerk ab. Abermals ist das Stück im Prinzip ein einziger langer Song, der in 9 Kapitel aufgeteilt wurde, welche abermals in mehrere Movements gespaltet sind. Besonders genial sind die Zitate aus dem ersten Crimson-Album. Ein fast perfektes Album.
Hörbeispiele: Die ersten 10 Minuten von "Crimson II"
So... kennt ihr weitere Alben der Band? Welche könnt ihr empfehlen?






