Watain

Re: Watain

Beitragvon Nils Macher » Montag 19. November 2012, 21:09

Ein paar Gestalten geben auch heute noch so gehaltvolle Interviews wie '94. Ich sollte "Until The Light Takes Us" mal wieder gucken.
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Re: Watain

Beitragvon Christian Schwarzer » Montag 19. November 2012, 21:36

:dafuer: hat ja keiner gesagt, dass man nicht drüber lachen darf :grins: Black Metal hat Humor.
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Re: Watain

Beitragvon Rüdiger Stehle » Montag 19. November 2012, 23:50

Christian Schwarzer hat geschrieben:Norwegen ´94 ist bei mir ein Synonym für das was klassischen "2nd Wave BM" ausmacht (Mayhem, Emperor, Ulver, Enslaved etc... mann mann mann, ne ganze Menge schönes Zeug in dem Jahr fällt mir grad wieder auf). Resultat daraus sind aber eben nicht nur ne Menge hochklassigen Liedgutes, sondern eben auch ne Menge grenzdebiler Interviews.

Jo. Mag sein, aber andererseits bin ich mir ziemlich sicher, dass diese Bands alleine mit der Musik nicht diese Welle auslösen hätten können. Das extreme Umfeld und die extremen Aussagen und Aktionen haben damals schon eine Wirkung auf die Fans gehabt, die man einfach so mit dieser Art von Musik nicht hätte haben können. Es fällt vielleicht schwer, das aus heutiger Sicht so richtig nachvollziehen zu können, aber für uns (als BM-Fans der ersten Hälfte der Neunziger) war das damals schon ein sehr ernst zu nehmende und auch ernst genommene Sache.
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Re: Watain

Beitragvon Christian Schwarzer » Dienstag 20. November 2012, 00:30

Da bin ich (insofern ich das als 93 geborener beurteilen kann) auch vollkommen deiner Meinung. Musik/ Text/ Interviews bedingen sich natürlich auch gegenseitig und nicht alles war überflüssiger Müll. Vielleicht kam ich auch etwas zu verallgemeinernd rüber bzw. hab zu ungenau formuliert, ich meine, ich hab ja auch viel für die Ästhetik übrig, die sicherlich nicht nur per Musik, sondern eben auch über Interviews etc. transportiert wurde. Und ich nehme Black Metal sehr ernst (s. meinen vorvorletzten Post). Gleichzeitig bin ich aber auch froh, dass wir, was das Genre angeht, mittlerweile in verschiedenster Hinsicht von einem neuen Level reden können. Und damit meine ich auch Watain (von wegen extremes Umfeld etc.).
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Re: Watain

Beitragvon Rüdiger Stehle » Dienstag 20. November 2012, 00:52

Ja. Es ist ja auch nicht so, dass ich persönlich jetzt damals alles gut gefunden hätte, was in diesen Kreisen gesagt und getan wurde. Das ist natürlich nicht der Fall. Aber die Art, wie diese Leute damals ihre Selbstverständnis gelebt haben, machte eben unmissverständlich klar, dass sie es im wahrsten Sinne des Wortes todernst meinen. Das hatte damals (ich bin Jahrgang 1975, war also 16, als es losging), schon eine mächtige Wirkung, und da spürte man tatsächlich eine Gänsehaut, wenn das Päckchen von Jon Metalion aus Norwegen kam und man mit zittrigen Fingern seine erste Burzum LP aus der Hülle zog. Nicht nur, weil man auf die Musik gespannt war, sondern weil das alles so unfassbar war. Musikalisch unfassbar, aber eben auch darüber hinaus unfassbar. Wahnsinn und Genialität eben. Das fühlte sich wirklich so an, als würde man hier allein durch das Auflegen der LP etwas Unkontrollierbares und Dämonisches entfesseln. Das ist letztlich auch der Grund, warum ich bis heute der Meinung bin, dass diese Phase des Black Metals die Essenz des Metals der Neunziger ist. Aber da bricht die Romantik mit mir durch...

Dein Beitrag war nicht zu verallgemeinernd, höchstens ein wenig gerafft. Ich wollte einfach nur genau wissen, auf was du hinaus wolltest, weil der 90er-Norge-BM halt mein absolutes Steckenpferd Nummer 1 ist.
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Re: Watain

Beitragvon Nils Macher » Dienstag 20. November 2012, 01:02

Rüdiger Stehle hat geschrieben:Ja. Es ist ja auch nicht so, dass ich persönlich jetzt damals alles gut gefunden hätte, was in diesen Kreisen gesagt und getan wurde. Das ist natürlich nicht der Fall. Aber die Art, wie diese Leute damals ihre Selbstverständnis gelebt haben, machte eben unmissverständlich klar, dass sie es im wahrsten Sinne des Wortes todernst meinen. Das hatte damals (ich bin Jahrgang 1975, war also 16, als es losging), schon eine mächtige Wirkung, und da spürte man tatsächlich eine Gänsehaut, wenn das Päckchen von Jon Metalion aus Norwegen kam und man mit zittrigen Fingern seine erste Burzum LP aus der Hülle zog. Nicht nur, weil man auf die Musik gespannt war, sondern weil das alles so unfassbar war. Musikalisch unfassbar, aber eben auch darüber hinaus unfassbar. Wahnsinn und Genialität eben. Das fühlte sich wirklich so an, als würde man hier allein durch das Auflegen der LP etwas Unkontrollierbares und Dämonisches entfesseln. Das ist letztlich auch der Grund, warum ich bis heute der Meinung bin, dass diese Phase des Black Metals die Essenz des Metals der Neunziger ist. Aber da bricht die Romantik mit mir durch...

Dein Beitrag war nicht zu verallgemeinernd, höchstens ein wenig gerafft. Ich wollte einfach nur genau wissen, auf was du hinaus wolltest, weil der 90er-Norge-BM halt mein absolutes Steckenpferd Nummer 1 ist.


Das kann ich aber auch als Jahrgang '86 sehr gut nachvollziehen und obwohl meine BM-Sozialisierung von hinten aufgerollt wurde. "Leider" ist somit alles an Musik bereits verfügbar und hat kaum noch diesen Zauber, aber hin und wieder, wenn ich viel Literatur zu dem Thema lese und meine häufig wiederkehrende BM-Phase habe, geschieht es ansatzweise. "Hvis Lyset Tar Oss" jagt mir immer noch einen Schauer über den Rücken.
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Beitragvon Rüdiger Stehle » Dienstag 20. November 2012, 01:16

Freut mich, dass du das nachempfinden kannst. Es ist ja letztlich Zufall, in welchem Alter man gerade ist, wenn eine solche musikalische Entwicklung einen erwischt, und bei mir wollte es der Zufall eben, dass ich mit 16 Jahren damit in Kontakt kam. Und das ist - denke ich - für die meisten Leute eine persönliche Entwicklungsphase, in der man besonders empfänglich für extreme Ausdrucksformen ist und solche Dinge sehr ernst nimmt. Die Kollegen hier, die vier oder fünf Jahre älter sind als ich, haben diesen Entwicklungsschritt sicher schon viel rationaler und distanzierter erlebt und somit nicht mehr den Zugang zum BM gefunden, den ich gefunden habe. Bei ihnen hatte diese Rolle dann eben die NWoBHM, oder der Bay-Area-Thrash etc... Und für die nächste "Generation" - also Leute in deinem Alter und jünger, lag die ganze Szene und BM-Geschichte dann ein Stück weit schon auf dem Silbertablett. Das Faszinosum ist dann schwerer zu erfassen, wenn man im Internet überall alles über die Geschichte lesen kann und weiß, was aus alledem wurde. Wir haben damals ja live mitspekuliert, wer wohl Euronymous auf dem Gewissen hatte.

Das schreibe ich jetzt übrigens nicht, weil es toll wäre "alt" zu sein. Mir geht's ja selber so, dass ich gerne die NWoBHM schon bewusst miterlebt, oder Touren wie "KING DIAMOND / SAVATAGE / CANDLEMASS" besucht hätte. Das bringt es so mit sich, dass jede Generation ihre First-Hand-Erlebnisse hat, die man einfach nur unvollkommen nacherleben kann. Deshalb freut es mich umso mehr, dass diese Explosion auch Jahre später noch Leute wie zum Beispiel dich so fesseln kann.
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Re: Watain

Beitragvon Drumtier » Dienstag 20. November 2012, 07:13

Yeah, der Zauber die erste Linkin Park CD in den Händen zu halten! Stinknormal im Laden gekauft. Auf MTV hundertmal gesehen. In der Bravo Starschnitte gesammelt. Was bin ich froh, dass ich in keiner der anderen langweiligen Generationen geboren bin...

Sorry, wollt euch net unterbrechen, macht weiter, ich les gespannt mit ;-)
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Re: Watain

Beitragvon Jhonny » Dienstag 20. November 2012, 10:07

Drumtier hat geschrieben:Yeah, der Zauber die erste Linkin Park CD in den Händen zu halten! Stinknormal im Laden gekauft. Auf MTV hundertmal gesehen. In der Bravo Starschnitte gesammelt. Was bin ich froh, dass ich in keiner der anderen langweiligen Generationen geboren bin...


wir hätten ja damals auch mit anderer Musik aufwachsen können... die Bravo hab ich mir nie gekauft, aber Linkin Park und MTV und gebrannte CDs, das war schon alles zusammen hängend. Stinknormal im Laden wurde aber schon die Ausnahme, die meisten haben damals angefangen, sich vieles zu saugen.
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Re: Watain

Beitragvon Christian Schwarzer » Dienstag 20. November 2012, 13:21

Es ist ja letztlich Zufall, in welchem Alter man gerade ist, wenn eine solche musikalische Entwicklung einen erwischt, und bei mir wollte es der Zufall eben, dass ich mit 16 Jahren damit in Kontakt kam. Und das ist - denke ich - für die meisten Leute eine persönliche Entwicklungsphase, in der man besonders empfänglich für extreme Ausdrucksformen ist und solche Dinge sehr ernst nimmt.


Diese Offenheit und Faszination kenn ich insofern sehr gut, als dass es bei mir auch mit 16, vielleicht sogar etwa früher, mit Black Metal anfing. Dementsprechend ernst wars auch mir. Hat wohl auch damit zu tun, dass ich nicht sooo viel Zugang zu jeder Info und jeder Platte hatte, da ich erst seit kurzem wirklich selber Internet habe, was wiederum am Elternaus liegt, welches selber wiederum das Ausbrechen in derartige musikalische Gefilde auch mitverschuldet hat (wenn man das denn so bescheuert formulieren will).

aber
...schon eine mächtige Wirkung, und da spürte man tatsächlich eine Gänsehaut, wenn das Päckchen von Jon Metalion aus Norwegen kam und man mit zittrigen Fingern seine erste Burzum LP aus der Hülle zog.

:dafuer: Neid ;-)

So kennt man das halt leider dann doch wieder nicht.
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