Atmosphärischer Black Metal

Re: Atmosphärischer Black Metal

Beitragvon enemy-of-reality » Montag 19. August 2013, 11:55

Jesus hat geschrieben:
enemy-of-reality hat geschrieben:Worum zum Geier geht's hier eigentlich? :?


Auch wenn der Thread durch Rüdigers Einwurf in eine äußerst unerwartete und unvorhersehbare Richtung abdriftete, musst Du doch gestehen, dass diese Diskussion sehr amüsant geworden ist. Besser als 10 Seiten über die vermeintlich aufgeblasenen Egos von Prog-Musikern und unverdiente DT-Euphorie zu diskutieren, was dann eh nur von Kubi zur "sinnlosesten Diskussion aller Zeiten" gekrönt wird ;)

Naja, die Frage war schon durchaus ernst gemeint. Ich hab das bisher noch nicht gelesen (faul halt :grins: ) sondern nur so schnell üerflogen und hab den Eindruck, dass es sich grösstenteils mal wieder um eine "welche Band zählt zu welchem Genre"-Diskussion handelt, für die ich mich aber in der Regel nicht sonderlich begeistern kann.
What if there is nothing more
What if there is only emptiness
What if there is nothing more
Beyond the code of deliverance


Meine Sammlung
Ranking 2014
Benutzeravatar
enemy-of-reality
Kuttenträger
 
Beiträge: 4092
Registriert: Sonntag 7. Februar 2010, 11:57

Re: Atmosphärischer Black Metal

Beitragvon Rüdiger Stehle » Montag 19. August 2013, 12:06

Nein, im Kern ging es eher darum, wie sehr sich alte Genregänger darüber ereifern können, wenn plötzlich Leute kommen, die Black Metal gar nicht mögen oder bisher nie mochten, und so tun, als wäre eine Handvoll Bands aus einem Randgenre des Black Metals das Tollste und Beste, was dieses Genre jemals hervor gebracht hat.
alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet.
Háv. 38
Benutzeravatar
Rüdiger Stehle
Musikredaktion
 
Beiträge: 35285
Registriert: Samstag 6. Februar 2010, 22:52
Wohnort: Schwabenland

Re: Atmosphärischer Black Metal

Beitragvon Nils Macher » Montag 19. August 2013, 12:56

Rüdiger Stehle hat geschrieben:
Mein Aha-Erlebnis bezog sich aber auf ein Forum, in dem es bis vor nicht allzu langer Zeit fast noch verpönt war, überhaupt von Black Metal zu reden, in dem es dann vor gut drei Jahren endlich einen BM-Thread gab (mit der Androhung eröffnet, dass er wieder geschlossen würde, wenn man über die falschen Bands rede), und in dem heute immer mal wieder zu lesen ist, dass so Sachen wie WITTR, DEAFHEAVEN oder RUINS OF BEVERAST die besten Blackies überhaupt seien. Das finde ich halt irgendwie... seltsam...? Nicht, weil die entsprechenden Leute die Mucke toll finden, denn das ist sie zum Teil ja wirklich, sondern weil es von Leuten kommt, die an sich nicht viel von BM zu halten scheinen.


Bei WITTR kann ich das Kritisieren des Hipster-Gehabes nachvollziehen, auch in entsprechenden Foren oder Seiten, die man per Schneeballprinzip halt so liest. Aber RUINS OF BEVERAST? Da ist es mir halt noch nie so aufgefallen. Aber als Quasi-NAGELFAR-Nachfahren kann man dem Projekt eine gewisse Relevanz kaum absprechen. Und da bei diesem Beispiel auch jegliche "Post"-Bezüge fehlen, ist das doch ein ganz anderer Spielplatz, nicht?
Benutzeravatar
Nils Macher
Musikredaktion
 
Beiträge: 12983
Registriert: Dienstag 17. Juli 2012, 18:40
Wohnort: Bergkamen

Re: Atmosphärischer Black Metal

Beitragvon Rüdiger Stehle » Montag 19. August 2013, 13:02

Nils Macher hat geschrieben:
Rüdiger Stehle hat geschrieben:
Mein Aha-Erlebnis bezog sich aber auf ein Forum, in dem es bis vor nicht allzu langer Zeit fast noch verpönt war, überhaupt von Black Metal zu reden, in dem es dann vor gut drei Jahren endlich einen BM-Thread gab (mit der Androhung eröffnet, dass er wieder geschlossen würde, wenn man über die falschen Bands rede), und in dem heute immer mal wieder zu lesen ist, dass so Sachen wie WITTR, DEAFHEAVEN oder RUINS OF BEVERAST die besten Blackies überhaupt seien. Das finde ich halt irgendwie... seltsam...? Nicht, weil die entsprechenden Leute die Mucke toll finden, denn das ist sie zum Teil ja wirklich, sondern weil es von Leuten kommt, die an sich nicht viel von BM zu halten scheinen.


Bei WITTR kann ich das Kritisieren des Hipster-Gehabes nachvollziehen, auch in entsprechenden Foren oder Seiten, die man per Schneeballprinzip halt so liest. Aber RUINS OF BEVERAST? Da ist es mir halt noch nie so aufgefallen. Aber als Quasi-NAGELFAR-Nachfahren kann man dem Projekt eine gewisse Relevanz kaum absprechen. Und da bei diesem Beispiel auch jegliche "Post"-Bezüge fehlen, ist das doch ein ganz anderer Spielplatz, nicht?


Ich spreche weder WITTR noch RUINS eine gewisse Relevanz ab. Das sind beides tolle Bands. Mir ging es wirklich ausschließlich darum, dass mir beide Bands - und dazu auch noch DEAFHEAVEN - von Leuten als "beste BM-Releases der letzten Zeit" angepriesen wurden, deren BM-Horizont ich für eher überschaubar halte, und bei denen ich eben denke: "Die mögen das nicht, WEIL es Black Metal ist, sondern eher OBWOHL es Black Metal ist." - Das ist alles. Nichts gegen die genannten Bands, nur ein kleiner Ärger-Anfall betreffend Leute, die sich berufen fühlen, öffentlich von besten BM-Alben zu sprechen, obwohl sie mit BM eigentlich nichts am Hut haben.
alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet.
Háv. 38
Benutzeravatar
Rüdiger Stehle
Musikredaktion
 
Beiträge: 35285
Registriert: Samstag 6. Februar 2010, 22:52
Wohnort: Schwabenland

Re: Atmosphärischer Black Metal

Beitragvon Nils Macher » Montag 19. August 2013, 13:08

Ah jetzt habe ich auch den "Amtlich"-Artikel zu den Ruinen gelesen und verstehe, worauf du hinauswolltest. Die Besprechungen bei "Amtlich" sind eh so eine Sache für sich ... das ist so typische Feuilleton-Masturbation, die im Zweifel ständig nach irgendwelchen tiefgründigen Bedeutungen schürft, anstatt einfach mal Mucke geil zu finden. Das wurde durch den Einstieg Boris Kaisers auch nicht besser.
Benutzeravatar
Nils Macher
Musikredaktion
 
Beiträge: 12983
Registriert: Dienstag 17. Juli 2012, 18:40
Wohnort: Bergkamen

Re: Atmosphärischer Black Metal

Beitragvon enemy-of-reality » Montag 19. August 2013, 16:11

Rüdiger Stehle hat geschrieben:Nein, im Kern ging es eher darum, wie sehr sich alte Genregänger darüber ereifern können, wenn plötzlich Leute kommen, die Black Metal gar nicht mögen oder bisher nie mochten, und so tun, als wäre eine Handvoll Bands aus einem Randgenre des Black Metals das Tollste und Beste, was dieses Genre jemals hervor gebracht hat.

Ja, ok, ich kann das schon irgendwo nachvollziehen, hab früher mal ja auch so gedacht. Heute ist mir das alles mehr oder weniger egal. Was interessiert mich z.B., ob DEAFHEAVEN Blackmetal mit Postrock- und Shoegazing-Elementen, Postrock mit Black Metal- und Shoegazing-Elementen oder Shoegaze mit Black Metal- und Postrock-Elementen spielen? Im Endefeekt zählt für mich nur, dass mir die Mucke gefällt. Und obwohl ich durchaus leicht beeinflussbar bin und gerne mal darauf anspringe, wenn Scheiben irgendwo abgefeiert werden, ist es mir letztlich egal, ob das nun der Wigger ist, der das Teil abfeiert, ob ihr das seit oder die Leute aus dem RH-Forum. Würd ich neuer Mucke nicht zumindest eine Chance geben, bloss weil mir die Leute, die das abfeiern nicht "true" genug sind, würd ich mich doch selbst schon wieder massiv einschränken und wahrscheinlich viel geiles Zeugs verpassen.
What if there is nothing more
What if there is only emptiness
What if there is nothing more
Beyond the code of deliverance


Meine Sammlung
Ranking 2014
Benutzeravatar
enemy-of-reality
Kuttenträger
 
Beiträge: 4092
Registriert: Sonntag 7. Februar 2010, 11:57

Re: Atmosphärischer Black Metal

Beitragvon Rüdiger Stehle » Montag 19. August 2013, 16:24

Jo. Da hast du ja auch Recht. Ich hab ja auch gar nichts gegen DEAFHEAVEN, WITTR oder AGALLOCH. Von den Letzteren habe ich drei Alben, von den Mittleren werde ich mir bei Gelegenheit welche holen - und gut, die Ersteren brauche ich echt nicht. Es ist auch nicht so, dass ich den Bands gegenüber Vorbehalte hätte, weil die "falschen Leute" sie gut finden. Ich muss mir nur nicht von solchen Leuten erzählen lassen, was die vermeintlich beste BM-Scheibe des Jahres ist. Das ist im Prinzip alles, worum es ging. Markige Sprüche von Leute, die sich allenfalls marginal mit der Materie befassen und die damit eben mal 95% eines Genres links liegen lassen, sich aber anmaßen, die Welt wissen zu lassen, was der beste Black Metal ist.

Mir ist jedenfalls persönlich auch völlig egal, welchen Stil eine Band spielt und in welche Schublade sie gehört oder nicht gehört. Wichtig ist, dass sie mir gefällt. Aber es ist mir nicht egal, wenn die Leute großspurige Ansagen machen, die ja nicht nur etwas über die gelobte Band aussagen, sondern auch über das vermeintlich davon abgesehen nicht so spannende Genre. Sei's drum, ich glaube es ist klar geworden, was ich meine.

:grins:
alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet.
Háv. 38
Benutzeravatar
Rüdiger Stehle
Musikredaktion
 
Beiträge: 35285
Registriert: Samstag 6. Februar 2010, 22:52
Wohnort: Schwabenland

Re: Atmosphärischer Black Metal

Beitragvon enemy-of-reality » Montag 19. August 2013, 16:41

Dann sind wir uns ja grösstenteils eh einig :bier:

Und Idioten und Besserwisser gibt's natürlich immer und überall. Einfach ignorieren. Wenn jemand tatsächlich glaubt, dass "Sunbather" das beste BM-Album des Jahres ist, dann lass ihn halt. Solche Leute sind meist eh unbelehrbar. Und wenn's tatsächlich für ihn persönlich "sein" BM-Album des Jahres ist, dann ist das auch ok. (IMO ist das nichtmal BM, aber das geht schon wieder in Richtung Genre-Diskussion und daher will ich das gar nicht weiter ausführen).
What if there is nothing more
What if there is only emptiness
What if there is nothing more
Beyond the code of deliverance


Meine Sammlung
Ranking 2014
Benutzeravatar
enemy-of-reality
Kuttenträger
 
Beiträge: 4092
Registriert: Sonntag 7. Februar 2010, 11:57

Re: Atmosphärischer Black Metal

Beitragvon Eike » Mittwoch 21. August 2013, 20:52

Rüdiger Stehle hat geschrieben:Die Frage ging mehr dahin, warum man etwas Post Metal nennt, wenn es gar kein Metal ist und auch keiner sein will. Mir erschließt sich das ganze Post-Zeug in Sachen Definition einfach nicht.
[a] Will man den Metal überwinden?
[b] Oder weiterentwickeln?
[c] Sich davon abgrenzen?
[d] Oder Bands, die mal dort her kamen und sich dann entschieden haben, doch etwas anderes zu machen.
[e] Ich habe halt einfach den Eindruck, dass alles, was von den Medien gemeinhin als "Post..." bezeichnet wird, etwas ist, das genau DAS nicht ist, was dem "Post" folgt.

[a] Jein. Vermutlich in erster Linie dessen Erstarrung.
[b] Ja.
[c] Vielleicht. Jedenfalls gegenüber ungeschriebenen Gesetzen, die zu einem engen Korsett zu werden drohen.
[d] Jawollja!
[e] Schon, aber nicht einfach nur dagegen ist, sondern Wurzeln darin hat. Auch wenn die Zweige sich weit davon entfernt haben, ihre Samen sonstwohin wehen lassen...

Das Album "Black Sabbath" hätte man damals als Post-Bluesrock bezeichnen können, "In Rock" als Post-Hardrock.


Loenz hat geschrieben:Aber ist doch toll, wenn sich eine Szene ständig weiter entwickelt und da ist der Black Metal anderen Szenen in einigen vorraus.
In den letzten Jahren auf jeden Fall. Gerade diesen Einfluss von Post-Punk/Post-Rock finde auch ich da sehr erfrischend; ebenso den Mut, sich wieder auf frühere Metal-Wurzeln mit Klargesang und klaren Soli zu besinnen (siehe <CODE> beim zweiten Album).
Music is the only religion that delivers the goods.
(Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)
Benutzeravatar
Eike
Metaller mit zu viel Zeit
 
Beiträge: 24502
Registriert: Montag 1. März 2010, 16:30

Re: Atmosphärischer Black Metal

Beitragvon Martin van der Laan » Freitag 20. September 2013, 17:07

Das passt wohl am besten in diesen Thread... Kennt jemand die russische Band ELDERWIND und hat eine Meinung zu der?? Ich habe deren Album "The Magic Of Nature" gehört und war recht angetan. Kann das Gehörte aber nicht so richtig einordnen, weil ich mich in dem Genre nicht so gut auskenne. Mein Eindruck war: Wer die ruhigen Momente auf BURZUM-Platten mag, könnte ELDERWIND toll finden.
668 - Neighbor of the Beast
Benutzeravatar
Martin van der Laan
Musikredaktion
 
Beiträge: 7658
Registriert: Sonntag 21. Februar 2010, 21:41

VorherigeNächste

Zurück zu Thrash / Death / Black Metal

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 6 Gäste