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von Drumtier » Donnerstag 6. Oktober 2011, 01:21
Richtig, das taten sie!
Aber 11 Jahre zuvor, klang das alles noch ganz anders. Wir beginnen mit "Scream Bloody Gore" und werden sehen wie lang ich brauche. Diskussionen und Meinungen erwünscht:
Dass ich mich eher in der technischen Ecke des Death Metals am wohlsten fühle, dürfte hinlänglich bekannt sein. Es hat deswegen auch beschämend lange gedauert bis ich mir auch die Frühwekre von DEATH im Original geholt habe. Das wirft natürlich die Frage auf ob jemand der sich (wie es bei einer Band wie DEATH die ein derartig großes musikalisches Spektrum abdeckt, schnell vorkommen kann) vor allem mit einer speziellen Phase angefreundet hat, auch den Rest "braucht". Nun, ich für mich habe diese Frage mit ja beantwortet und würde das auch jedem der mich fragt empfehlen. Denn Scream Bloody Gore ist ein richtig gutes Album, das genau in seine Zeit passt. Hätten sie damals schon mit TSOP angefangen wären sie vielleicht sang und klanglos untergegangen. So aber haben sie ein Album veröffentlicht, das eindeutig diesem neuen, frischen, bedrohlichen Etwas mit dem ermutigenden Namen Death Metal zuzuordnen ist. Es ist schnell, klingt roh, dreckig und überaus wütend. Was Slayer mit Reign In Blood gemacht haben wird hier durch den Death Metal Gesang noch brutaler gemacht, was Sepultura mit Morbid Visions gemacht haben wird hier noch durchdachter gemacht, was Possessed mit Seven Churches gemacht haben wird hier noch melodischer gemacht. Denn genau das ist DEATH anno 1987, Death Metal der ganz alten Schule aus dem Hause Florida, thrashig an allen Ecken und Enden, mit gequältem und quälendem Gesang, bösen Riffs und nackengefährdenden Drums. Aber eben auch den damals noch subtilen Einsprengseln von Melodien wie man sie auf den späteren Alben noch deutlicher findet, mit interessanten Rhythmuswechseln die das Hirn und Tempowechseln die die Nackenmuskeln bei Laune halten. Und falls das alles noch nichts nützen sollte, würde ich demjenigen der mir die eingangs erwähnte Frage stellt noch mit einem Argument kommen, das ich so ganz und gar nicht mag, aber hier leider wirklich einmal begründet verwendet werden darf. Dieses berühmte "muss-man-haben". Muss man natürlich nicht, aber es ist musikhistorisch wertvoll und noch viel mehr wenn man mit DEATH halbwegs was anfangen kann, weil man damit eben schön sieht, was der gute Chuck in seiner Jugend so gemacht hat. Wenn jetzt dieser jemand auf Symbolic, TSOP und vielleicht noch viel mehr auf Control Denied steht und sich dann nur damit er's hat Scream Bloody Gore besorgt, ohne sich damit auseinanderzusetzen wird bitter enttäuscht werden. Aber wenn man weiß was einen erwartet, man weiß was man will und man sich ein wenig in die Materie einhört sollte auch dieses Album eine überraschend hohe Zahl an Nicht-Deathern ansprechen. Eingefleischten Deathern ist es sowieso zu empfehlen, auch wenn sie, wie ich, in dieser alten, rohen Form nicht so zu Hause sein sollten.
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von Drumtier » Donnerstag 6. Oktober 2011, 22:07
Ich werd die Diskussion kurz unterbrechen mit meiner Meinung zum Nachfolger, dann kanns gleich wieder weitergehen. Weiß nämlich net wie lang es die Uni zulässt, dass ich einfach gemütlich dasitze und Death höre und nichts tu, deswegen schon jetzt
Leprosy: Mit neuen Mitstreitern ausgestattet machte sich der Held unserer Geschichte nur ein Jahr nach dem Debüt daran mit einem neuen Album den Death Metal in die richtige Richtung zu leiten. Auch er wurde von anderen Bands beeinflusst und hat wiederum mit seinen neuen Ideen viele andere beeinflusst. Ein Geben und Nehmen, schön. Und was waren jetzt seine neue Ideen? Sie sind vielfach zu hören auf einem Album das mir noch besser gefällt als die Gore. Was einem sofort auffällt, ist der etwas tiefere Gesang, der für mich gleich um einiges erträglicher ist. Und obwohl er eigentlich recht gut verständlich ist, klingt er trotzdem fast ein wenig dreckiger als zuvor. Aber auch die Instrumentalfraktion hat sich verändert, sie ist zwar nicht technischer oder sonst was aber es klingt doch ein wenig mehr auf den Punkt. Ein bisschen heftiger, durchdachter und auch immer noch schnell aber für mein Empfinden wirkt es nicht mehr so thrashig. Das liegt natürlich auch am Songwriting. Man hätte wahrscheinlich hier schon erkennen können wohin die Reise gehen wird. Melodien werden wunderschön in die Riffs eingebaut oder auch einfach nur simple Akkorde wirken gelassen, alles hat seinen Sinn und seine Wirkung. Songteile werden nicht ziellos aneinandergereiht sondern jeder dient dem anderen, kein Break steht für sich alleine, kein Chorus könnte seine Wirkung voll entfallen wäre man nicht vorher darauf vorbereitet geworden. Ein weiterer großer Fortschritt den Chuck auf der Gitarre zeigt sind neben den Riffs und Melodien die Soli, die so manchmal auch schon auf eine Human passen würden. Einfach etwas melodischer, Geschwindigkeit rausgenommen wenn das nötig ist oder auch beschleunigt. Auch das kein Album das ich wirklich oft höre oder ständig das Verlangen hätte es zu hören, aber wenn ichs höre könnt ich nichts daran aussetzen!
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von Rüdiger Stehle » Donnerstag 6. Oktober 2011, 22:23
Oh, da wollte ich ja auch mal noch weiter machen, mit meiner Entdeckungsreise. Wo ist die Zeit nur hin?
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von Drumtier » Donnerstag 6. Oktober 2011, 22:34
Ja ich weiß, deine Ankündigung war für mich auch der Anstoß, dass ich das angehe. Wenn ich was vergesse, falsch sehe oder du auch einfach nur Mitleid mit mir hast, freu ich mich über jeden Kommentar der Anlass für Diskussionen sein könnte Und ja, die Zeit ist ein Hund, da hast recht. "Wo sind die Stunden die verschwanden?!" Oh, falsche Band, aber auch geil... 
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von Rüdiger Stehle » Donnerstag 6. Oktober 2011, 22:57
Drumtier hat geschrieben:Aber 11 Jahre zuvor, klang das alles noch ganz anders. Wir beginnen mit "Scream Bloody Gore" und werden sehen wie lang ich brauche. Diskussionen und Meinungen erwünscht:
Das erschreckt mich jetzt gerade massiv. Sich zu vergegenwärtigen, dass dem guten Mann keine 15 Jahre gegönnt waren, in welchen er die Metalwelt mit seinen Alben bereichern konnte. Und doch hat er solch einen mächtigen, unvergesslichen Eindruck hinterlassen. Dass ich mich eher in der technischen Ecke des Death Metals am wohlsten fühle, dürfte hinlänglich bekannt sein. Es hat deswegen auch beschämend lange gedauert bis ich mir auch die Frühwekre von DEATH im Original geholt habe.
Auch wenn ich den ersten Satz nicht unterschreiben kann: Den zweiten dafür mit Blut! Das wirft natürlich die Frage auf ob jemand der sich (wie es bei einer Band wie DEATH die ein derartig großes musikalisches Spektrum abdeckt, schnell vorkommen kann) vor allem mit einer speziellen Phase angefreundet hat, auch den Rest "braucht". Nun, ich für mich habe diese Frage mit ja beantwortet und würde das auch jedem der mich fragt empfehlen.
Der für mich entscheidende Grund, mich mit DEATH zu befassen, ist, dass ich stilprägende, originelle, wegweisende Bands mit echten Charakterköpfen fast immer begeisternd finde. Der Einfluss von Chuck Schuldiner & Co. kann ja kaum hoch genug eingeschätzt werden, und die Klasse auch, und das kommt aus meiner Sicht bei jeder Scheibe voll durch. Denn Scream Bloody Gore ist ein richtig gutes Album, das genau in seine Zeit passt. Hätten sie damals schon mit TSOP angefangen wären sie vielleicht sang und klanglos untergegangen. So aber haben sie ein Album veröffentlicht, das eindeutig diesem neuen, frischen, bedrohlichen Etwas mit dem ermutigenden Namen Death Metal zuzuordnen ist. Es ist schnell, klingt roh, dreckig und überaus wütend. Was Slayer mit Reign In Blood gemacht haben wird hier durch den Death Metal Gesang noch brutaler gemacht, was Sepultura mit Morbid Visions gemacht haben wird hier noch durchdachter gemacht, was Possessed mit Seven Churches gemacht haben wird hier noch melodischer gemacht. Denn genau das ist DEATH anno 1987, Death Metal der ganz alten Schule aus dem Hause Florida, thrashig an allen Ecken und Enden, mit gequältem und quälendem Gesang, bösen Riffs und nackengefährdenden Drums. Aber eben auch den damals noch subtilen Einsprengseln von Melodien wie man sie auf den späteren Alben noch deutlicher findet, mit interessanten Rhythmuswechseln die das Hirn und Tempowechseln die die Nackenmuskeln bei Laune halten.
Das hast du perfekt beschrieben. Da bleibt leider nicht viel Raum für Diskussionen.  Bei mir läuft sie jetzt gerade auch mal wieder, und ich bin sehr begeistert. Vor allem immer wieder und ganz massiv auch vom ultracoolen Bassspiel. Und falls das alles noch nichts nützen sollte, würde ich demjenigen der mir die eingangs erwähnte Frage stellt noch mit einem Argument kommen, das ich so ganz und gar nicht mag, aber hier leider wirklich einmal begründet verwendet werden darf. Dieses berühmte "muss-man-haben". Muss man natürlich nicht, aber es ist musikhistorisch wertvoll und noch viel mehr wenn man mit DEATH halbwegs was anfangen kann, weil man damit eben schön sieht, was der gute Chuck in seiner Jugend so gemacht hat. Wenn jetzt dieser jemand auf Symbolic, TSOP und vielleicht noch viel mehr auf Control Denied steht und sich dann nur damit er's hat Scream Bloody Gore besorgt, ohne sich damit auseinanderzusetzen wird bitter enttäuscht werden. Aber wenn man weiß was einen erwartet, man weiß was man will und man sich ein wenig in die Materie einhört sollte auch dieses Album eine überraschend hohe Zahl an Nicht-Deathern ansprechen. Eingefleischten Deathern ist es sowieso zu empfehlen, auch wenn sie, wie ich, in dieser alten, rohen Form nicht so zu Hause sein sollten.
Mhm. Im Prinzip ist "Scream Bloody Gore" ein Album, das absolut essentiell ist für jeden, der Musik nicht nur des Gefallens wegen hört, sondern auch, um Zusammenhänge, Entwicklungen, Bewegungen zu verstehen. Wenn man den musikalischen Lebensweg Chuck Schuldiners nachvollziehen möchte, ist es selbstredend ein Muss und für reine Genusshörer ist es dann ein Muss, wenn sie klassischen, archaischen Death Metal mögen, oder wenn sie Bands mit unverkennbarem Charakter mögen, oder wenn sie Bands mögen, die schon bei ihren ersten Gehversuchen eine kompositorische und technische Klasse haben, die aufhorchen lässt, ohne demonstrativ das Können heraus hängen zu lassen. Daher muss "Scream Bloody Gore" in der Tat nicht jeder haben, aber viele schon... 
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von Rüdiger Stehle » Donnerstag 6. Oktober 2011, 23:05
Was ja an der "SBG" auch völlig faszinierend ist, wäre das ultra-fiese, schneidende Riffing. Da schimmert für mich ein leichter KREATOR-Einfluss durch. Der Einstieg in 'Regurgitated Guts' ist dafür ein sehr cooles Beispiel. Das hat auf jeden Fall ein bisschen was von "Pleasure To Kill".
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von Eike » Donnerstag 6. Oktober 2011, 23:52
Drumtier, magst Du Deine Zeilen nicht auch als Leserrezension auf der Hauptseite veröffentlichen?
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von Rüdiger Stehle » Donnerstag 6. Oktober 2011, 23:55
Stimmt. Das wäre schön!
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von Drumtier » Donnerstag 6. Oktober 2011, 23:58
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Drumtier hat geschrieben:Aber 11 Jahre zuvor, klang das alles noch ganz anders. Wir beginnen mit "Scream Bloody Gore" und werden sehen wie lang ich brauche. Diskussionen und Meinungen erwünscht:
Das erschreckt mich jetzt gerade massiv. Sich zu vergegenwärtigen, dass dem guten Mann keine 15 Jahre gegönnt waren, in welchen er die Metalwelt mit seinen Alben bereichern konnte. Und doch hat er solch einen mächtigen, unvergesslichen Eindruck hinterlassen.
Ja is mir auch so gegangen, darüber sollte man gar nicht zulange nachdenken... Und falls das alles noch nichts nützen sollte, würde ich demjenigen der mir die eingangs erwähnte Frage stellt noch mit einem Argument kommen, das ich so ganz und gar nicht mag, aber hier leider wirklich einmal begründet verwendet werden darf. Dieses berühmte "muss-man-haben". Muss man natürlich nicht, aber es ist musikhistorisch wertvoll und noch viel mehr wenn man mit DEATH halbwegs was anfangen kann, weil man damit eben schön sieht, was der gute Chuck in seiner Jugend so gemacht hat. Wenn jetzt dieser jemand auf Symbolic, TSOP und vielleicht noch viel mehr auf Control Denied steht und sich dann nur damit er's hat Scream Bloody Gore besorgt, ohne sich damit auseinanderzusetzen wird bitter enttäuscht werden. Aber wenn man weiß was einen erwartet, man weiß was man will und man sich ein wenig in die Materie einhört sollte auch dieses Album eine überraschend hohe Zahl an Nicht-Deathern ansprechen. Eingefleischten Deathern ist es sowieso zu empfehlen, auch wenn sie, wie ich, in dieser alten, rohen Form nicht so zu Hause sein sollten.
Mhm. Im Prinzip ist "Scream Bloody Gore" ein Album, das absolut essentiell ist für jeden, der Musik nicht nur des Gefallens wegen hört, sondern auch, um Zusammenhänge, Entwicklungen, Bewegungen zu verstehen. Wenn man den musikalischen Lebensweg Chuck Schuldiners nachvollziehen möchte, ist es selbstredend ein Muss und für reine Genusshörer ist es dann ein Muss, wenn sie klassischen, archaischen Death Metal mögen, oder wenn sie Bands mit unverkennbarem Charakter mögen, oder wenn sie Bands mögen, die schon bei ihren ersten Gehversuchen eine kompositorische und technische Klasse haben, die aufhorchen lässt, ohne demonstrativ das Können heraus hängen zu lassen. Daher muss "Scream Bloody Gore" in der Tat nicht jeder haben, aber viele schon... 
Jop, genau das wollte ich damit sagen. Es gibt einige bessere Alben die ich einem Szeneneuling trotzdem erst später empfehlen würde, wenn dieses für die Entwicklung der Musik eher weniger wichtig war. Aber nur fürs geschichtliche Interesse Alben zu kaufen machen auch die wenigsten, und gerade da ist es halt auch wichtig zu betonen, dass SBG nicht nur deswegen interessant ist sondern auch echt gut ist. Auch den Bass den du angesprochen hast wollte ich eigentlich auch erwähnen, denn das war zu der Zeit keineswegs selbstverständlich, dass man den Bass nicht nur richtig gut hört, sondern der es auch wert war, dass man ihm das eine oder andere Ohr schenkt 
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von Drumtier » Freitag 7. Oktober 2011, 00:05
Und ja, kanns selbtverständlich auch als Leserreview veröffentlichen. Nachdem ich das aber ja jetzt eher für den internen Gebrauch geschrieben habe passts natürlich vom Stil her nicht wirklich als Review für den zufällig vorbeiklickenden, unschuldigen Interessenten, werd das noch ein wenig adaptieren, dann stell ichs online. Freut mich, dass es euch gefällt 
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