Children of Bodom

Re: Children of Bodom

Beitragvon Rüdiger Stehle » Dienstag 5. Januar 2021, 01:23

So wird man von der Zeit überholt.

Als dieser Thread eröffnet wurde, habe ich, wie man an meinem Schweigen sieht, kein besonderes Interesse für die Bodom-Kinder gehegt, und das war an sich die ganze Zeit über so, die ich gemeinsam mit Alexi Laiho & Co. in der Szene verbracht habe. Das Debüt habe ich durchaus wohlwollend aufgenommen, und auch beachtlich gefunden, aber irgendwie saß die Band für mich damals zu sehr zwischen den Stühlen. Nicht finster und böse genug für die schwarzmetallischen Elemente des Sounds, nicht brutal genug und zu melodisch für den Death-Metal-Aspekt und für den finnischen Melodic-Metal-Aspekt zu derb. Ich fragte mich, ob ich Stratovarius mit garstigem Gesang brauchte, und habe die Frage für mich zunächst einmal mit "Nein!" beantwortet, auch wenn mich die Band immer wieder doch angezogen hat. Live, aber auch durch die Reaper-Artworks, die Monochrom-Varianten, ja. Irgendwann hat's dann mal für die "I Worship Chaos" gereicht, die der Saturn im Sondernangebot hatte, und ein Rerelease des Debüts lag mir mal zur Rezension vor, doch der letzte Schubser über die Schwelle zum Fandom kam nicht.

Vor ein paar Monaten, als sich die fünf Kollegen Dahs, Rohrer, Ehmke, Rapp und Dahl in der Redaktion daran machten, einen Diskographie-Check zu machen, hätte ich sehr gerne mitgespielt, aber wenn man nur zwei Alben hat, dann fällt das etwas schwer, derer zehn in eine Reihe zu bringen. Zum Nachkaufen oder online alles Nachhören fehlte mir in dem Moment die Zeit, und dann war das auch schon gelaufen. Tobias' Artikel habe ich mit großem Interesse gelesen, und mir noch gedacht: Jetzt musst du das aber auch mal anpacken! Zu Weihnachten haben die Kollegen zusammen mit Pia dann einen sehr schönen Podcast zur Bandgeschichte veröffentlicht, der mich in der Absicht bestärkt hat. Und eine Woche später erfahren wir, dass Alexi Laiho mit nur 41 Jahren verstorben ist. Vier Jahre jünger als ich es bin.

Da sitzt man dann da, und denkt sich, dass man die Zeit, in der Alexi da war, hätte besser nutzen können, um sich mit seinem Schaffen zu befassen. Denn das Interesse war immer da, nur die Kurve hat man nie gekriegt, man war zu oberflächlich, was die Band angeht. Fühlt sich ziemlich bescheiden an, wenn man das Gefühl hat, dass ein toller Musiker erst sterben musste, bevor ich mich dazu bequemt habe, ihn richtig zu erhören, obwohl man sich 23 Jahre die Szene, die Festivals, die Magazine geteilt hat, und es genug Gelegenheiten gab, die eigene Ignoranz zu überwinden. Klar, das bleibt nie aus, weil niemand in der Lage ist, jede gute Band so zu würdigen, wie sie es verdient hat. Trotzdem macht mich dieser besondere Fall gerade ziemlich traurig.

Ruhe in Frieden, Alexi!

Sorry for being late.

:schade:
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Re: Children of Bodom

Beitragvon Drumtier » Mittwoch 6. Januar 2021, 18:05

Havoc hat geschrieben:
Jhonny hat geschrieben:Ruhe in Frieden, Alexi Laiho!


oO !
Ich war zwar nie ein Anhänger von Bodom, aber es erschüttert mich immer besonders, wenn so junge Menschen von uns gehen.
R.I.P :-/

Hab auch nur ein Album, weil man das als Fan von Melodic Death halt doch irgendwie haben musste, aber diese Variante war nie die meine. Von daher erschüttert mich das auch eher auf einer Alters- und metalgeschichtlichen Ebene, aber es erschüttert mich.

Mir geht es also ganz ähnlich wie dir Rüdiger, ich habe den Gitarristen Laiho als solchen wohl nie ausreichend gewürdigt, weil das Interesse zu gering war. Ich werde meine Hate Crew Deathroll vielleicht die Tage wieder einmal hören und vielleicht die Musik besser würdigen, als ich das früher konnte. Sie wird trotzdem mein einziges Album von ihnen bleiben.
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Re: Children of Bodom

Beitragvon Pillamyd » Freitag 8. Januar 2021, 14:34

Großes Lob für diesen Nachruf.

Auch wenn die Musik nicht wirklich meine war. Tragisch ist es immer wenn man so früh aus dem Leben scheidet. Ich habe ja danach ein paar Videos aus den letzten Jahren gesehen und war dann doch recht schockiert wie abgemagert und zerbrechlich er aussah. Das hat mich an dem Tag viel zum Nachdenken gebracht. Es ist einfach traurig.

Nachdem ich den Podcast gehört habe, lief hier zweimal die "Follow The Reaper". Meine einzige Scheibe der Band. Man muss einfach anerkennen, dass er schon riesig an der Gitarre war. Das haben mir dann auch die Videos gezeigt.
Ich war auch überrascht wie viel ich dann doch kannte.
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Re: Children of Bodom

Beitragvon TobiasDahs » Freitag 8. Januar 2021, 15:24

Dankeschön :) Es freut mich zu lesen, dass der Nachruf Alexi halbwegs gerecht geworden ist und nochmal Interesse an seinem Werk geweckt hat.
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Re: Children of Bodom

Beitragvon Julian Rohrer » Freitag 8. Januar 2021, 18:19

Ich habe deinen Nachruf auch mit Interesse gelesen und gefühlt, wie man so sagt. Danke, Tobias!
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Re: Children of Bodom

Beitragvon Rüdiger Stehle » Samstag 23. Januar 2021, 13:15

Bin ich eigentlich der Einzige, der das erste und später wiederkehrende Hauptriff von 'In The Shadows' vom Debüt für ein Darkthrone-Gedächtnisriff hält?
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Re: Children of Bodom

Beitragvon Havoc » Samstag 23. Januar 2021, 13:23

Rüdiger Stehle hat geschrieben:Bin ich eigentlich der Einzige, der das erste und später wiederkehrende Hauptriff von 'In The Shadows' vom Debüt für ein Darkthrone-Gedächtnisriff hält?


Gut möglich, dass du der Einzige bist, dem das je aufgefallen ist. :grins:
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