Shining (Sweden)

Re: Shining (Sweden)

Beitragvon Rüdiger Stehle » Mittwoch 3. Oktober 2012, 14:54

Martin van der Laan hat geschrieben:und ob das noch Black Metal ist, fragt ihr besser den Heiland oder den Raben

Was soll's denn auch sonst sein...

salisbury hat geschrieben:Ich bin ja mal sehr gespannt, was Rüdiger dazu sagt. Zwischen "toll" und "schnarchlangweilig" könnte da jeder Kommentar möglich sein ;-)

Thommy, mal ganz ernsthaft: Wie oft habe ich schon ein Album einer namhaften Black-Metal-Band schnarchlangweilig gefunden?
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Re: Shining (Sweden)

Beitragvon enemy-of-reality » Mittwoch 3. Oktober 2012, 14:59

Rüdiger Stehle hat geschrieben:
Martin van der Laan hat geschrieben:und ob das noch Black Metal ist, fragt ihr besser den Heiland oder den Raben

Was soll's denn auch sonst sein...

Dark Depressive Progressive Suicide Metal vielleicht ^.- :hmmm: :grins:
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Re: Shining (Sweden)

Beitragvon Rüdiger Stehle » Mittwoch 3. Oktober 2012, 15:28

Ich wäre jetzt bei SHINING (S) nie auf die Idee gekommen, die musikalisch in eine andere Schublade zu packen, als in die Black-Metal-Schublade. In dem Kontext finde ich die Band noch nicht einmal besonders progressiv, avantgardistisch oder stilistisch grenzgängerisch. Das ist musikalisch zu 100% Black Metal (kompatibel) und sonst mal rein gar nichts anderes. Alles, was man da vielleicht als "progressive Einflüsse" ausmachen kann, sind Stilelemente, die den Black Metal seit Anbeginn der großen Welle begleiten und einmal mehr und einmal weniger stark ausgeprägt sind. SHINING legt großen Wert auf eine sehr melancholische Atmosphäre, und erreicht diese besonders überzeugend mit dezenten Keyboards oder dunklem Piano und mit tiefgründigen akustischen Passagen mit depressiv gestimmtem Klargesang, aber all das führt ganz sicher nicht dazu, dass ich mir bei SHINING jemals Gedanken darüber gemacht hätte, ob das "noch Black Metal" ist. Sicher ist ein dreiminütiges reines Piano-Stück wie "Das große Grau" per se kein Metalstück, aber es ändert auch nichts am Charakter der Band und des Albums, es vervollständigt ihn nur.

Bei einer nicht rein musikalischen, sondern ideologisierenden Betrachtungsweise müsste man natürlich tiefer graben und sich vor allem erst einmal selbst darüber klar werden, was man denn nun unter Black Metal verstehen möchte. Verlangt man einen Satansbezug? Verlangt man Misanthropie? Verlangt man eine "Fuck You"-Attitüde? Verlangt man die kategorische Ablehnung kommerzieller Ausrichtung? Auf die ideologische Ebene der Schubladendiskussion begebe ich mich nicht gerne, und daher reicht es mir, dass all das, was SHINING auf diesem Album bietet, keinesfalls im Widerspruch zu dem steht, was ich unter Black Metal verstehe, auch wenn die ausgedehnten melancholischen Elemente natürlich nicht gerade "die Definition von Black Metal" sind. Andere Passagen sind das dafür durchaus.

Ach ja, progressiv finde ich die neue SHINING übrigens auch nicht. Im Sinne von "anspruchsvoll" von mir aus, ja, aber weder wortsinnprogressiv noch genreprogressiv. Im Gegenteil, die Gitarrenleads und die Art der Melodieführung ist weit eher klassischer Heavy Metal oder gar Doom, als dass es irgend etwas Genreprogressives oder Avantgardistisches wäre.

Für mich gilt im Bezug auf die neue (kommende) Scheibe:
Black Metal + traditioneller Metal + Melancholie + Anmut + Johnny Cash = SHINING

Quintessenz:
Der Rabe hat eben acht CDs bei Amazon Marketplace bestellt. Eine davon ist die aktuelle Overkill und die anderen sieben haben mit diesem Thread und dem kommenden Soundcheck zu tun.
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Re: Shining (Sweden)

Beitragvon Havoc » Mittwoch 3. Oktober 2012, 15:30

So langsam wird die Band wohl auch für mich wieder interessant.
Habe nur die "II". Die ist schon noch ziemlich depressiv. Aber schon auch ganz gut.
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Re: Shining (Sweden)

Beitragvon Peter Kubaschk » Mittwoch 3. Oktober 2012, 15:31

enemy-of-reality hat geschrieben:
Rüdiger Stehle hat geschrieben:
Martin van der Laan hat geschrieben:und ob das noch Black Metal ist, fragt ihr besser den Heiland oder den Raben

Was soll's denn auch sonst sein...

Dark Depressive Progressive Suicide Metal vielleicht ^.- :hmmm: :grins:


Dark? Ja. Depressive? Kaum. Progressive? Ein bisschen. Suicidal? Nicht die Spur (vielleicht die Texte, aber das kann ich nicht beurteilen). Metal? Auch.

Gut? Bin noch nicht sicher. Der letzte Song ist großartig, der Rest davor bislang noch etwas unauffällig.
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Re: Shining (Sweden)

Beitragvon Peter Kubaschk » Mittwoch 3. Oktober 2012, 15:32

Rüdiger, du hast Recht: "Progressive" ist max. die etwas ausufernde Kompositionsweise, sonst nix.
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Re: Shining (Sweden)

Beitragvon Rüdiger Stehle » Mittwoch 3. Oktober 2012, 15:37

Ich bin vor allem ziemlich beeindruckt von der Tatsache, dass es hier mal wieder eine Band, die ich schon seit vielen Jahren kenne, aber nie richtig angehört habe, schafft, mich mit einem neuen Album aus dem Stand so für sich einzunehmen, dass ich mir aus dem Stand eine komplette 7-Alben-Diskographie angle. Das passiert nicht so oft und lässt sicher darauf schließen, dass die neue Scheibe von mir eine ganz ordentliche Wertung bekommen wird... *g*
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Re: Shining (Sweden)

Beitragvon salisbury » Mittwoch 3. Oktober 2012, 15:41

Ich sehe es als positiv für die Musik, dass wir drüber streiten, WAS es denn jetzt ist.

Das mit dem "Prog" hab ich ja schon zurückgenommen. Was aber auch Fakt ist, daß ca die Hälfte der Spielzeit sehr ruhig und getragen ist. Es gibt Klavier, Akustik-Klampfe, Saxophon, cleanen, melancholischer Gesang und diese Elemente sind genauso ausgeprägt wie die harschen Blackmetal-Parts. Ich verwette meinen Arsch, daß ich von Jesus wieder ungläubig beäugt werde, wenn ich sage, das sei Blackmetal ;-) .

Ich drück die daumen, daß es zu der Scheibe eine Gruppentherapie geben wird. Sie wird auf jeden falls viel Stoff zum Diskutieren liefern, tut sie ja jetzt schon. Recht so! :dafuer:
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Re: Shining (Sweden)

Beitragvon salisbury » Mittwoch 3. Oktober 2012, 15:45

Rüdiger Stehle hat geschrieben:... darauf schließen, dass die neue Scheibe von mir eine ganz ordentliche Wertung bekommen wird... *g*


Ich WUSSTE es. Cool! :dafuer:

Das ist GENAU die Musik, wo Rabe und Blautier sich treffen. 100 %. Wir müssen echt mit unserem Zeuch weiter machen...Rabe...

Ist das jetzt LaRoque, der da spielt? Diese Soli sind ja wirklich fantastisch...
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Re: Shining (Sweden)

Beitragvon Peter Kubaschk » Mittwoch 3. Oktober 2012, 15:47

Die ersten Durchgänge in den letzten Tagen waren so nebenbei und haben mich nicht wirklich beeindruckt. Klar, hier & da mal 'ne Passage, die Aufmerksamkeit auf sich zog, aber im Grunde düste es durch die Ohren. Jetzt gerade höre ich aber sehr intensiv und dabei wächst sie schon immens. Neben #6 ist jetzt auch schon die #2 wirklich toll.
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