Sarke

Re: Sarke

Beitragvon Nils Macher » Dienstag 10. September 2013, 12:14

Die SARKE ist grundsolide, entfaltet aber ihr blumiges Gemüt nicht so schnell wie die TRIPTYKON-LP beispielsweise.
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Re: Sarke

Beitragvon Rüdiger Stehle » Dienstag 10. September 2013, 12:32

Jesus hat geschrieben:Na gut, lassen wir es noch mal durchgehen :P Aber es hätte dem einen oder anderen Neugierigen vielleicht geholfen, schließlich kann ja nicht jeder gut in Arithmetik sein. Ich persönlich war in Mathematik eine Niete, wie soll ich da mit diesen paar Variablen ohne weiteres auf den Fischertom und seine Frosties kommen?

Jo, da hast du durchaus Recht, wobei es für mich in dem Kontext der beteiligten Musiker eigentlich so nahe liegt, dass da gewisse frostige Anflüge zu vernehmen sind, dass ich das jetzt nicht so sehr in den Vordergrund stellen wollte. Wie gesagt, im Review benutze ich einmal den Begriff "FROSTig". Es ist immer eine gewisse Gratwanderung mit den Referenzbands. Einerseits kann man mit den Vergleichen die Zahl der Interessenten vergrößern, andererseits ist es manchmal auch etwas unbefriedigend, durch solche Verweise eine Band auf eine bestimmte Verwandtschaft zu reduzieren. Bei Warhammer oder Usurper kann man ja kaum anders, aber Sarke ist da schon etwas eigenständiger. Normal vermeide ich es bei etablieten Musikern und Bands, die bereits eine gewisse Reputation und VÖ-Geschichte haben, zu sehr auf den Einflüssen herum zu reiten, es sei denn, dass die Einflüsse wirklich alles dominieren, oder dass die Einflüsse für diese Band neu sind. Dessen ungeachtet hast du Recht, hier im Forum hätte ich durchaus mehr auf CF eingehen können.




Jesus hat geschrieben:Wir bestimmt recht solide Noten im SC einfahren.

"Solide" trifft dat Janze janz jut! :-S

Aber zum Glück haben wir ja mich... :grins:
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Re: Sarke

Beitragvon Holger Andrae » Dienstag 10. September 2013, 12:33

Von der Ausstrahlung her kann die Sarke den letzten Kriger-Thomas-Platten nicht das Wasser reichen. Nicht mal tröpfchenweise. Kelloggs Frosties. Maximal.
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Re: Sarke

Beitragvon Rüdiger Stehle » Dienstag 10. September 2013, 12:43

Die Vergleiche zu CF in allen Ehren, aber so eine direkte Gegenüberstellung mit "Monotheist" und TRIPTYKON finde ich dann doch etwas bemüht, um nicht zu sagen abwegig. Ich wäre im Leben nicht darauf gekommen, diesen Vergleich zu ziehen. SARKE ist doch in jeglicher Hinsicht viel rockiger, songorientierter und eingängiger als die beiden letzten Warrior-Scheiben. Lange nicht so schleppend und marternd und urböse. Das will es, glaube ich, auch gar nicht sein. Und da sieht man dann auch, warum es vielleicht doch sinnvoll war, den Vergleich nicht zu sehr zu strapazieren. Mir hat der sich jedenfalls kein Stück weit aufgedrängt und wenn man ihn in Bezug zu "Monotheist" und "Eparistera Daimones" sieht, dann ist er offenbar sogar sehr irreführend.

Was den "viel besseren Gesang" angeht, kann ich auch nicht ganz mit. Ich finde, dass beide - Tom G. Warrior und Nocturno Culto - mit zum Allerbesten und Eigenständigsten gehören, was extremmetallischer Gesang zu bieten hat, und dass der Herr Skjellum das gerade bei der SARKE auch absolut magisch zelebriert. Das ist für mich in etwa, wie wenn man sagte, dass Eric Adams viel besser sei als Rob Halford. Also im Endeffekt einfach Geschmackssache, welchen von zwei für das Genre perfekten Sängern man vorzieht.
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Re: Sarke

Beitragvon Holger Andrae » Dienstag 10. September 2013, 13:27

Rüdiger Stehle hat geschrieben:Die Vergleiche zu CF in allen Ehren, aber so eine direkte Gegenüberstellung mit "Monotheist" und TRIPTYKON finde ich dann doch etwas bemüht, um nicht zu sagen abwegig. Ich wäre im Leben nicht darauf gekommen, diesen Vergleich zu ziehen. SARKE ist doch in jeglicher Hinsicht viel rockiger, songorientierter und eingängiger als die beiden letzten Warrior-Scheiben. Lange nicht so schleppend und marternd und urböse. Das will es, glaube ich, auch gar nicht sein. Und da sieht man dann auch, warum es vielleicht doch sinnvoll war, den Vergleich nicht zu sehr zu strapazieren. Mir hat der sich jedenfalls kein Stück weit aufgedrängt und wenn man ihn in Bezug zu "Monotheist" und "Eparistera Daimones" sieht, dann ist er offenbar sogar sehr irreführend.

Was den "viel besseren Gesang" angeht, kann ich auch nicht ganz mit. Ich finde, dass beide - Tom G. Warrior und Nocturno Culto - mit zum Allerbesten und Eigenständigsten gehören, was extremmetallischer Gesang zu bieten hat, und dass der Herr Skjellum das gerade bei der SARKE auch absolut magisch zelebriert. Das ist für mich in etwa, wie wenn man sagte, dass Eric Adams viel besser sei als Rob Halford. Also im Endeffekt einfach Geschmackssache, welchen von zwei für das Genre perfekten Sängern man vorzieht.


So macht das Sinn. War schon erstaunt, dass hier plötzlich ein so offensichtlicher Frost-Vergleich gezogen wurde.
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Re: Sarke

Beitragvon Rüdiger Stehle » Dienstag 10. September 2013, 13:37

Für mich sind die typischen CF-Einflüsse im Riffing, die wir bei all den Kandidaten aus Norwegen (DARKTHRONE, SARKE, KHOLD, TULUS, ja sogar SATYRICON) finden, durchaus bei einzelnen Songs da, und auch die doomig schleppenden Sachen, können Gemeinsamkeiten mit CF nicht verleugnen, aber auch da sehe ich kompositorisch und im Ausdruck eher eine Nähe zu alten CF und nicht zu "Monotheist" und TRIPTYKON. Aber der Vergleich hat sich mir deutlich weniger aufgedrängt als Jesus. Wirklich dominant, so dass ich ihn in der Rezi erwähnen musste, nur im schleppend-rockigen Riffing zu 'Strange Pungent Odyssey'.
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Re: Sarke

Beitragvon Peter Kubaschk » Dienstag 10. September 2013, 18:45

Gut, dann kenne ich offensichtlich die falsche Frost-Phase. Der Vergleich wäre mir nämlich sonst auch nicht in den Sinn gekommen. Aber dass Tom besser singt, ist auch objektiv natürlich total richtig. :grins:
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Re: Sarke

Beitragvon Rüdiger Stehle » Freitag 18. März 2016, 03:35

Ich hab's im Erkenntnisse-Thread ja schon angedeutet, aber jetzt auch nochmal am richtigen Ort:

Die neue SARKE namens "Bogefod" ist für mich der absolute Hammer!

Bild

Die musikalischen Rahmendaten passen schon mal. Irre abwechslungsreich streift das Album die üblichen SARKE-/TULUS-/KHOLD-Zutaten wie groovenden Black Metal und Celtic Frost, aber auch ein wenig slayerigen Thrash (der langsameren, Seasons-artigen Schule) in manchen Riffs, sehr, sehr viel schleppenden Schwarz-Doom, ein wenig Folk in einem kurzen akustischen Stück mit Elfe, und sehr viele herrlich verschrobene Leadgitarren, die man in dieser Form nur selten hört und an denen man sich reiben kann, aber ihnen auch völlig fasziniert verfallen. Dazu kommt natürlich der knurrende Nocturno Culto, wie man ihn kennt und liebt, der dieses Mal extrem gut verständlich ist.

Das ist in diesem Fall auch ziemlich wichtig, denn "Bogefod" ist ein Konzeptalbum, bei dem die Texte durchaus wichtig sind. "Bogefod" heißt Hinkefuß, und das nicht ohne Grund, denn das Album widmet sich der altisländischen "Eyrbyggja Saga", und daraus speziell der Sage des alten Wikingerfürsten Thorolf Hinkefuß, der zu Lebzeiten ein rauhbeiniger Gesell war und daher keine Ruhe im Grabe fand und nach seiner Grablege immer wieder als Draug Mensch und Tier seiner Heimat auf gar garstig tödliche Weise heimsuchte, weswegen er ausgegraben und nochmal begraben, und nochmal ausgegraben und verbrannt werden musste. Doch auch das half nicht, denn die Asche wurde von einem Bullen aufgeleckt, dessen Kalb dann Thorolfs rastlosen Geist beherbergte bis man auch noch den Jungbullen tötete und den Kadaver in einem Sumpfloch versenkte, um das man hohe Mauern errichtete. So ungefähr jedenfalls... Das half dann, aber auch nicht so wirklich. Manch einer meint, der gute Thorolf gehe heute noch an der Nordküste der Halbinsel Snæfellsnes im Westen Islands um und sorge für unerklärliche Todesfälle bei Mensch und Tier.

Wirklich ein sehr, sehr gelungenes Konzeptalbum!

Hier nochmal der Link zum Single-Video, das - wie andernorts schon gesagt - leider nicht der beste Song der Scheibe ist, der aber im Albumkontext super funktioniert.

https://youtu.be/dZcgpTmM9eg

Und hier noch Sekundärliteratur zu Thorolf Hinkefuß:

http://www.ura-linda.de/buecher/heidueberl.pdf (ab Seite 44 rechts oben)
https://en.wikipedia.org/wiki/Eyrbyggja_saga
http://www.sagadb.org/eyrbyggja_saga
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Re: Sarke

Beitragvon Jhonny » Freitag 18. März 2016, 09:16

Wie immer bei Black Metal höre ich einfach mal auf Rüdiger und setze die Scheibe auf den Einkaufszettel... :)
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Re: Sarke

Beitragvon Havoc » Freitag 18. März 2016, 10:30

Rüdiger Stehle hat geschrieben:...ein wenig Folk in einem kurzen akustischen Stück mit Elfe


Habe eben "mit Effe" gelesen. Wäre auch mal ein interessanter Wechsel gewesen. Von Paderborn zu Sarke. 8-)

"Bogefod" heißt Hinkefuß


Ein Hinkefuß dürfte wohl das geringste Problem des Mannes auf dem Cover sein. ;-)

...und daraus speziell der Sage des alten Wikingerfürsten Thorolf Hinkefuß, der zu Lebzeiten ein rauhbeiniger Gesell war und daher keine Ruhe im Grabe fand und nach seiner Grablege immer wieder als Draug Mensch und Tier seiner Heimat auf gar garstig tödliche Weise heimsuchte, weswegen er ausgegraben und nochmal begraben, und nochmal ausgegraben und verbrannt werden musste. Doch auch das half nicht, denn die Asche wurde von einem Bullen aufgeleckt, dessen Kalb dann Thorolfs rastlosen Geist beherbergte bis man auch noch den Jungbullen tötete und den Kadaver in einem Sumpfloch versenkte, um das man hohe Mauern errichtete. So ungefähr jedenfalls... Das half dann, aber auch nicht so wirklich. Manch einer meint, der gute Thorolf gehe heute noch an der Nordküste der Halbinsel Snæfellsnes im Westen Islands um und sorge für unerklärliche Todesfälle bei Mensch und Tier.


Das liest sich gut. Zäher Bursche dieser Thorolf.
Das Album könnte auch für mich interessant sein. Ich mag ja Nocturno Culto auch sehr. Mal sehn.
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