Fear of God

Fear of God

Beitragvon Eike » Dienstag 30. März 2021, 13:47

Krass, die Band hat tatsächlich noch keinen eigenen Fred.

Der muss her, keine Frage!

Passendes Subforum ist eher eine Frage:

Einerseits starke Thrash-Einflüsse, manche meinen gar -Basis; andererseits starke Alternative-Metal-Schlagseite, da (genau wie eben auch die Thrash-Anteilel stark verbogene) Anleihen aus Freak-Doom / Proto-Sludge, vor allem aber (Post-) Punk/Hardcore auf kreativste Weise untergehoben wurden; dadurch schon schwerst progressiv, aber halt so gar kein Genre-Prog-Metal.

Atmosphärisch ohne Ende, vernebelt und zerrissen in Songstruktur wie Vokaldarbietung, seelen-abgründige & welt-kritische/-schmerzende Texte, auch dadurch nahe an Death-Doom/Death-Rock/Gothic-Metal-Motiven - brillant eingenestelt in verstolpertes, trockenes aber rattenscharfes, äußerst stimmungsvolles Geknüppel; vor allem aber definitiv extremer Metal, und dadurch hier schon gut aufgehoben zwischen Thrash, Death, Black.

Ich beziehe mich hiermit allerdings ausdrücklich auf mein FEAR OF GOD-Lieblingsalbum "Within The Veil", das andere habe ich nicht mehr im Ohr und auch gerade nicht vorliegen. (Nach dem hoffentlich baldigen Umzug taucht das hoffentlich wieder auf!)

Holg zu eben diesem Meisterwerk:

Holger Andrae hat geschrieben:Auch wenn es hier im Forum bestimt schon irgendwo steht: Die Fear Of God ist ein in ihrer Art unerreichtes Monument. Das ist keine Musik, die man auflegt und sich wohl fühlt. Das ist ein Gesamtkunstwerk, dessen Atmosphäre mich bis heute immer noch jedes Mal aus den Socken haut. Ich hatte da auch mal ein paar Zeilen zu verfasst.
http://powermetal.de/content/artikel/show-Damals_wars__FEAR_OF_GODs_Within_The_Veil_wird_25_,8978-1.html


Und an anderer Stelle (Stichwort: "Lieblingsalben"):

Holger Andrae hat geschrieben:Platz 9

Fear Of God – Within The Veil (1991)

Bild

Es gibt tatsächlich kein anderes Album, welches so stimmungsabhängig bei mir ist. Die gesamte Aura ist einfach düster, extrem düster. Angefangen beim Artwork, welches nicht nur wegen der intensiven Farbkombination Schwarz/Grün (nebenbei meine beiden Lieblingsfarben) ein echter Hingucker ist, über die grandiose Gestaltung im Booklet bis zu den Texten, der musikalischen Umsetzung und den dazu geführten Interviews, ist an diesem Album alles fesselnd, beinahe nieder schmetternd und gleichzeitig kraftvoll. Es gibt Phasen, da kann ich mich an dem Album gar nicht satt hören, aber es gibt ebenso Momente, wo mich diese Musik einfach zu sehr runter zieht. Ihr alle wisst, was mit Sängerin Dawn Crosby geschehen ist (R.I.P.) und die Tatsache, dass ich diese Band so nie live sehen konnte, empfinde ich als eine der größten Lücken in meiner Liveliste. Emotionaler geht es kaum.


'Drift'
http://www.youtube.com/watch?v=mHOhMza8FWM
'All That Remains'
http://www.youtube.com/watch?v=-vXqneDd ... re=related
'Red To Grey'
http://www.youtube.com/watch?v=nSYpzRsF ... re=related
'White Door'
http://www.youtube.com/watch?v=LENZk0vL ... re=related


Wenn Graf Zahl sowas schreibt, gilt zumeist "Eintüten!":

123_7 hat geschrieben:Fear Of God - Within The Veil: Vor dem Album habe ich Angst. Aber ich werde es kaufen, wenn ich es zu einem fairen Preis finden werde. Face The Fear.


Leider zeitigt auch eine tiefere Foren-Suchanfrage sonst bislang kaum Treffer:

Jesus hat geschrieben:FEAR OF GOD: Das gefällt mir ausgesprochen gut für so einen altmodischen Stil. Peter weiß das schon ;) Ungewöhnlich, düster, schwer, ätherisch, etwas weniger thrashig im Vergleich zu den Kollegen. Eben Thrash für den KopF und weniger für den Nacken. Einkaufsliste.


Genrediskussion, wird der Band kaum gerecht, die ist über Schubladen erhaben:

firestarter hat geschrieben:
Dr. Best hat geschrieben:
firestarter hat geschrieben:
Dr. Best hat geschrieben:
firestarter hat geschrieben:1991-93

FEAR OF GOD - Within the veil 1991

Auch eines der Alben, wo ich mich ernsthaft fragen muss, wo das Thrash ist. Und regressiv schonmal per se nicht. :grins:


Es lässt sich darüber streiten, ob das Thrash ist, klar. Ich würde das vielleicht als Doom-Thrash bezeichnen (in meiner Welt). "Regressiv oder nicht regressiv" war kein Kriterium für diese Auflistung. Es ging um Alben nach 1990, die ich "weltbewegend" finde. "The Gathering" ist in dem Sinne auch nicht regressiv. Dawns Seelenstrip auf dem Album ist hingegen hochgradig regressiv... :)

Ich meinte das auch mehr auf deinen Kommentar weiter oben bezogen, dass Thrash "sowas von regressiv, pur und selbstlimitierend, dass sogar der Begriff "Progressive Thrash" eigentlich ein Anachronismus ist". Da musste ich bei FOG einfach grinsen, ich kenne kaum ein Album, dass sich jeder Genre-Zuweisung so konsequent verweigert.


Berechtigter Einwand deinerseits. In der konkretisierten Fassung behaupte ich dann, dass die "Within The Veil" stilistisch gesehen viele Thrash-Elemente enthält (neben den anderen genannten Einflüssen), von der Haltung her aber absolut progressiv und somit Thrash-untypisch ist. Hier macht die Sub-Sub-Genre Bezeichnung "Progressive Thrash" dann sogar tatsächlich mal Sinn (ähnlich wie bei VOIVOD). Was ansonsten unter diesem Label läuft ist ja eigentlich von der Haltung her nicht wirklich progressiv, sondern einfach technischer/komplexer/untypischer Thrash.


Von meiner Wenigkeit kam leider auch bloß ein sarkastischer Seitenhieb bezogen auf vermeintlich zirpsenden Gesang von Frontfrauen in Bands:

Eike hat geschrieben:
salisbury hat geschrieben:So sehr ich das mag, drei Tage lang nur Gezirpse?
Klar, weil Frauen grundsätzlich immer nur zirpsen. Darum gehe ich mir jetzt auch wieder das Geträller, Gezirpse, Gesäusel und andere G-Punkte von ARCH ENEMY, BABES IN TOYLAND, THE DISTILLERS, FEAR OF GOD und ROSE KEMP anhören.


Irgendwie fehlen mir aber auch die Worte angehörs so toller Songs.
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Re: Fear of God

Beitragvon Holger Andrae » Samstag 14. Oktober 2023, 21:29

Hier kam tatsächlich nie wieder ein Beitrag? Schlimm. 8-)
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Re: Fear of God

Beitragvon Eike » Freitag 20. Oktober 2023, 13:45

Ja, schon schlimm. Aber die Worte fehlen immer noch.
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Re: Fear of God

Beitragvon Holger Andrae » Donnerstag 2. November 2023, 22:23

Ja, ich bin bei diesem Album auch jedes Mal geplättet. Von daher finde ich es um so schadiger, dass hier keinerlei Reaktionen kommen.
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Re: Fear of God

Beitragvon frankjaeger » Donnerstag 2. November 2023, 22:34

Na ja, es gibt halt auch nicht mehr viel dazu zu sagen. Ist quasi alles gesagt und sogar schon von Jedem. Wir sind uns einig, dann kommt da einfach auch nix mehr.
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Re: Fear of God

Beitragvon kingdiamond » Samstag 4. November 2023, 10:24

frankjaeger hat geschrieben:Na ja, es gibt halt auch nicht mehr viel dazu zu sagen. Ist quasi alles gesagt und sogar schon von Jedem.


Gar nicht gesehen, dass es hier im Subforum was Neues gab, das geht bei mir immer etwas unter! ;-) :grins:

Satz 1 stimmt sicherlich. Zu Satz 2: das ändere ich jetzt noch, damit er korrekter wird. :)

Ich hatte mit vor 1-2 Wochen das Album auch mal angehört, da man an verschiedenen Stellen immer mal wieder darüber stolpert. Klar, Platz 9 bei Holger in seiner Top100 - mit dem ich musikalisch eine recht guten Überschneidungsrate habe - war ein Grund. Aber auch „euer“ Kubi hat es in seiner Top-Liste. Zudem gute Review-Bewertungen auch außerhalb PM und hier im Forum ja auch einige „Fans“. Also irgendwas muss ja dran sein…

Wie das aber so ist mit der Erwartungshaltung: durchgehört - und so richtig weiß ich nicht was ich schreiben soll. Auf der einen Seite hatte es direkt eine sehr außergewöhnliche Stimmung, die die Frontdame erzeugt. Musikalisch drumherum sowieso klasse.
Die andere Seite war aber: kein Bedarf an einer direkten Wiederholung.

Ist bei mir oft so. Ich hab es jetzt wahrgenommen, dass es die gibt. Ich stehe dem weiterhin offen gegenüber, aber die aktuelle Lust darauf hält sich in Grenzen. Ich gehe fest davon aus, dass es noch wachsen wird und wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist, landet es auch genau dafür nochmal im Player… :dafuer: :)

Danke fürs Horizont erweitern.
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Re: Fear of God

Beitragvon Holger Andrae » Samstag 4. November 2023, 10:43

frankjaeger hat geschrieben:Na ja, es gibt halt auch nicht mehr viel dazu zu sagen. Ist quasi alles gesagt und sogar schon von Jedem. Wir sind uns einig, dann kommt da einfach auch nix mehr.

Nun, man hätte etwas zu den seltsamen Rehen von Muisc On Vinyl schreiben können, etwas zu den anderen Sängerinnen, etwas zu den immer wieder auftauchenden Demos. Etcpipapo. So sehr ich Deinen Einwand in der Theorie abnicke, so sehr widerspricht die Aktivität in etlichen anderen Band-Threads dieser praktischen Umsetzung. Man diskutiert über Bands, die im Player waren, über alte Alben, die man gerade neu entdeckt hat oder wieder entdeckt hat. Und da ich stark davon asgehen, dass es noch immer Entjungferungen bei FOG gibt, wäre dies ein Ansatz gewesen.
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Re: Fear of God

Beitragvon frankjaeger » Samstag 4. November 2023, 10:54

Jetzt habe ich ein großes Fragezeichen auf dem Kopf.

"seltsamen Rehen von Muisc On Vinyl" - von denen weiß ich nichts.

"etwas zu den anderen Sängerinnen" - die hatten mal andere Sängerinnen?

"immer wieder auftauchenden Demos" - tun sie das?

"Fog" - ja, aber da gibt es keinen Tonträger, soweit ich weiß, oder?

Ich glaube, du hast einen Wissensvorsprung. Gib doch mal ein bisschen Info, dann rede ich gerne drüber, aber du musst mir erst erklären, was da noch so passiert ist.
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Re: Fear of God

Beitragvon Havoc » Samstag 4. November 2023, 22:12

kingdiamond hat geschrieben:Auf der einen Seite hatte es direkt eine sehr außergewöhnliche Stimmung, die die Frontdame erzeugt.


Genau hier liegt mein Problem damit. Ich kenne das Album bisher ja immer noch nicht, habe aber auch zumindest mal reingehört, da das Teil ja tatsächlich hier schon oft angepriesen wurde.
Bevor ich reingehört habe wusste ich nicht, dass hier eine Frau singt. Das hat mich dann beim Anhören aber direkt etwas gestört. Ja ich weiß...ist vielleicht auch etwas unfair und vorschnell abgetan, aber es ist einfach so, dass ich mit Frauengesang nicht viel anfangen kann. Zumindest nicht, wenn nur eine Frau singt. Mit ergänzenden Parts ist alles gut, aber wenn auf einem kompletten Album nur Frauengesang ist, dann ist es eigentlich nix für mich. Und zwar egal ob es Sirenengesang ist oder sowas wie bei Holy Moses oder Arch Enemy. Nix davon gefällt mir auf Albumlänge. Glaube ich habe keine einzige Band und auch kaum (oder gar kein komplettes Album) mit Frauengesang in meiner Sammlung. Das soll hier in keiner Weise abwertent rüberkommen. Aber es ist einfach ein Fakt.
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Re: Fear of God

Beitragvon Holger Andrae » Samstag 4. November 2023, 22:33

frankjaeger hat geschrieben:Jetzt habe ich ein großes Fragezeichen auf dem Kopf.

"seltsamen Rehen von Muisc On Vinyl" - von denen weiß ich nichts.

"etwas zu den anderen Sängerinnen" - die hatten mal andere Sängerinnen?

"immer wieder auftauchenden Demos" - tun sie das?

"Fog" - ja, aber da gibt es keinen Tonträger, soweit ich weiß, oder?

Ich glaube, du hast einen Wissensvorsprung. Gib doch mal ein bisschen Info, dann rede ich gerne drüber, aber du musst mir erst erklären, was da noch so passiert ist.


Ah, das wurde im Netz lange diskutiert und bis heute ist das Rätsel nicht endgültig geklärt. 2020 ist bei MOV eine grüne Vinylausgabe erschienen, auf der man angeblich das Original hört. Allerdings unterscheiden sich alle Songs von den bis dahin bekannten Fassungen. Einige sogar sehr deutlich. So ist 'All That Remains' deutlich thrashiger als auf dem 91er Album. Ich bin damals sowohl in mit dem Label wie auch mit ex-Musikern in Kontakt getreten. Das Label hat daraufhin ein weiteres Reh veröffentlicht, welches dann die bekannte Version enthält. Man vermutet, wir hören auf dem grünen Vinyl die von Pat Regan Version, die vor der Hinzunahme von Andy Wallace aufgenommen wurde. Für mich spannend, für Menschen, die das Original nicht hatten, etwas ärgerlich.

Bei den anderen Sängerinnen meinte ich Detente. Das ist für mich gedanklich immer eine Band. Sorry, mein Fehler.

Demos: Ja, Detente 87 und 89 mit FOG-Songs und weitere Demos/Rehearsals teils mit Wacko von Raven.

Es gibt einen FOG Tonträger namens "Jezabels dream", den ich aber auch nicht kenne.
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