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von 123_7 » Sonntag 30. Juni 2013, 16:32
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Dødheimsgard: Supervillain Outcast / 2-CD http://www.musik-sammler.de/media/746276Kannst ja vielleicht mal was zur Bonus-CD erzählen. Habe selber "nur" die Moonfog-Originalauflage.
Also, mal so viel vorab. "Supervillan Outcast" stellt für mich der Erstkontakt der DHG dar. Hauptantrieb mir das Album zuzulegen war die Partizipation von Kvhost. Die 2.CD ist komplett instrumental. Der Bonussong 'Senseoffender' ist ganz nett, aber ich vermisse hier den Gesang. Instrumental, und vor allem schlagzeugtechnisch ist das der Wahnsinn. Aber die Rehearsals von 2003 finde ich fast interessanter. Zunächst einmal haben die wirklich einen guten, extrem rohen Sound. Es ist alles klar hörbar; dass es sich scheinbar um Proberaumaufnahme handelt, merkt man nur etwas am pappigen Schlagzeugsound. Sonst ist das aber sehr gut hörbar. Wenn ich das richtig sehe, sind alle Songs auf keinen Studioalben vorhanden? Das bedeutet wohl, dass man hier sechs verschollene DHG-Songs findet. Und die dünken, trotz aller Progressivität, etwas direkter und brachialer als das Material auf "Supervillain Outcast". Auch hier ist das Schlagzeug wahnsinnig genial. Die Blastbeats auf 'Personality Transplant' hauen einem dermaßen auf die Fresse, das ist eine wahre Wonne. Traditioneller Norse-BM ist das nur im seltensten Fall. Für den großen DHG-Fan ist es aber sicher interessant, hier einige unbekannte Songs finden zu können. Leider alle auch ohne Gesang... Auf YT habe ich von den Rehearsals 'Slave 66' gefunden.
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von Rüdiger Stehle » Sonntag 30. Juni 2013, 19:33
Danke dir für die Einschätzung. Die beiden Samples laufen gerade. Da ich ja vermutlich noch gesangsfixierter bin als du, stellt sich mir echt die Frage, ob ich da einen Zweitkauf machen soll. "Senseoffender" ist tatsächlich ziemlich knackig, und das Geratter, Geriffe und Gehacke im Instrumentalbereich ist echt eine wahre Freude. Auch das Rehearsal ist klasse. Noch ein etwas fieserer Sound, bissiger, schwarzmetallischer, das atmosphärische Break ist der Wahnsinn. Ziemlich stark. Die sollten das Zeug mal besingen. Aber ob ich mir das ohne Gesang nochmals anhören werde, ist einfach sehr, sehr fraglich. Wenigstens geht es im Gegensatz zu den ganzen aktuell angesagten Instrumentalbands ordentlich auf die Zwölf.  Zum Vollpreis werde ich sie mir wohl nicht holen, vor allem auch, weil ich natürlich die Moonfog-Pressung nie hergeben würde. Aber wenn sie irgendwann mal günstig zu haben ist, dann vielleicht doch. Nochmal danke für die Schilderung und die Links. Für mich ist Dødheimsgard eine prägende "Jugenderinnerung". Das Debütalbum der Band war eine Scheibe, die wir damals allein aufgrund der spärlichen Fanzine-Kenntnisse über die Bandmitglieder herbeigesehnt haben, wie kaum etwas anderes. Und das Debütalbum "Kronet Til Konge" ist für mich auch bis heute ein absolutes Referenzwerk des "wahren" Black Metals, das schon alleine wegen Aldrahns unglaublichem Gesang auf ewig eine absolut einzigartige Rolle spielen wird. Hier mal der Titelsong: http://www.youtube.com/watch?v=8W7WBwbOzkk Mann, da kriege ich heute noch Gänsehaut vom Anhören. Soooo toll... 
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von 123_7 » Montag 20. April 2015, 18:04
Kramen wir den Thread mal wieder raus, da die Band ja scheinbar eh in aller Munde ist  Zuerst als kleines Attendum zum Eingangspost: Auf Youtube gibt's die Bonus-CD nun auch komplett zu hören. Macht eigentlich schon mächtig Spaß das Teil.... schade, dass die Songs nicht fertiggestellt worden sind. Zur neuen Scheibe: Ich war ja etwas sketpisch, ob die Band die Abgänge von Czral und Kvohst halbwegs verkraftet, aber nach einigen Durchläufen von "A Umbra Omega" muss ich erstaunt feststellen, dass am Schlagzeug ein ebenbürtiger und am Mikro sogar ein überlegenerer Kollege die Position übernommen hat. Und das sag ich als ausgewiesener Code / Hexvessel / Beastmilk-Verehrer. Aldrahn scheint mir aber einfach besser in den Gesamtsound der Norweger zu passen. Seine Variabilität ist absolut wahnwitzig. Toller Sänger. Wenn ich jetzt sage, dass die Scheibe momentan auf Platz 1 meiner Jahreslist steht, mag das recht wenig wert sein, da es bis dato auch meine einzige Scheibe aus 2015 ist. Aber mich würde es nicht wundern, wenn "A Umbra Omega" am Jahresende in den Top 3 verbleibt. Bin ich eigentlich der einzige, der ich 'Aphelion Void einige Deathspell Omega-Anleihen hört? Ich find der Gitarrensound ähnelt generell frappierend den Franzosen.
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von Rüdiger Stehle » Montag 20. April 2015, 18:22
Mit DSO bin ich nicht ganz so vertraut, daher mag mir das nicht aufgefallen sein, aber auf der anderen Seite mache ich bei "Aphelion Void" durchaus dieselben Mayhem-Einflüsse aus, die ich auch bei DSO immer wahrnehme, wenn mal ein Album der Franzosen im Soundcheck ist.
Die Jazz-Einflüsse und die atonalen Elemente bzw. chromatischen Reihen, wenn ich die denn als solche richtig wahrnehme, dagegen finde ich recht typisch für das ganze Vicotnik-Umfeld.
Bei mir steht die Dødheimsgard momentan auf Platz 3 in meinem Jahresranking, hinter Manilla Road und Satan's Host. Wobei die letzteren beiden wohl deswegen vorne sind, weil ich es halt schon immer ganz gerne auch eingängig habe, und da die DHG halt etwas intensiver erarbeitet werden muss. Aber dafür ist sie im atmosphärischen Gefüge unfassbar gut, und gesanglich natürlich auch.
Es freut mich sehr, dass auch du bei Aldrahn ein Plus im Gesang ausmachst gegenüber "Supervillain Outcast". Nicht, dass ich was gegen Kvohst hätte, aber für mich - man weiß es ja - ist Aldrahn halt so ziemlich das Non-Plus-Ultra in Sachen Black-Metal-Gesangskunst (mit drei oder vier anderen natürlich), und das sage ich schon seit 20 Jahren, obwohl er zeitweise kaum aktiv war. Ich habe immer so sehnlich auf seine Rückkehr gewartet, und dass jetzt innert eines halben Jahres mit The Deathtrip und Dødheimsgard gleich zwei Überalben mit seiner Stimme erscheinen, das macht mich natürlich zu einem sehr, sehr glücklichlichen Schwarzhorstvogel.
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von 123_7 » Montag 20. April 2015, 19:09
Mayhem steht leider immer noch auf meiner "To Do"-Liste. Allerdings hab ich mir einen Kaufstopp bis zum Umzug auferlegt. So lange muss ja leider auch die SIGH warten... *seufz* Nicht dass ich die "Supervillain Outcast" schlecht fände, aber die Songs klingen mir oft zu gimmick-y. Zu viele Soundsamples, zu wenig Song. Und auch Kvhost hat mir in anderen Bands schon viel besser gefallen. Demnach sehe ich die Rückkehr zu Aldrahn absolut positiv. Auch wenn ich an manch anderer Stelle gelesen habe, dass ihnen den Gesang auf "A Umbra Omega" zu threatralisch und übertrieben sei. Sehe ich gar nicht so. Auch musikalisch wirkt das neue Album erwachsener und ausgereifter als sein Vorgänger... was in Anbetracht der Langlebigkeit der Band natürlich etwas albern klingt. Aber vielleicht muss einfach diese eine Person am Mikrofon stehen 
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von Rüdiger Stehle » Montag 20. April 2015, 20:43
Ja, ich glaube tatsächlich, dass das so ist. Je stärker der Einfluss von Aldrahn auf die Scheiben war, umso besser waren sie. Vielleicht bin ich auch deshalb nie so 100% mit der - trotzdem noch sehr guten - "Supervillain Outcast" warm geworden. Vicotnik ist ein positiver Irrer, der halt extrem viel abgedrehtes Zeug mit den Songs macht. Aldrahn ist genauso ein positiver Irrer, der extrem viel abgedrehtes Zeug mit der Stimme macht; aber - und das ist der Punkt - Aldrahns Stimme hat eben diese unglaubliche Eingängigkeit und liefert immer wieder monströse Hooks ab, die letztlich Vicotniks bizarres Kompositionsgenie doch zurück in den Song zwingen. Das ist, denke ich, das Geheimnis von Dødheimsgard: Die beiden Pole erden sich gegenseitig und das Ergebnis ist bei aller Abseitigkeit trotzdem "geschmeidig".
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von Pillamyd » Samstag 16. Januar 2021, 19:40
Fast 6 Jahre hat es gedauert, mir nach der "A Umbra Omega" noch etwas von der Band zu besorgen. Ich muss zugeben die Scheibe von 2015 lief in letzter Zeit gar nicht. Ich weiß aber, dass ich die damals für toll befunden habe. Die ist auch schon rausgelegt für die nächsten Tage.
Jetzt läuft bei mir das Debüt Album mit dem vierten Song. Kann mir mal bitte jemand sagen was sich der Fenriz beim einspielen des viersaitigen Instruments gedacht hat? Was der da für Abfahrten zupft. Mei, das macht spaß. Ich freu mich sehr bei der Band endlich den nächsten Schritt gewagt zu haben. Ich werde wohl chronologisch weitermachen.
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von Nils Macher » Sonntag 17. Januar 2021, 11:23
Pillamyd hat geschrieben:Kann mir mal bitte jemand sagen was sich der Fenriz beim einspielen des viersaitigen Instruments gedacht hat? Was der da für Abfahrten zupft. Mei, das macht spaß.
Mal aus der Hüfte geschossen, dürfte das mein liebstes BM-Album sein, wenn es um die Rolle des Basses geht. Das Album ist übrigens ein schönes Beispiel dafür, dass man den Bewertungen bei den Metal Archives nicht trauen kann. 84% ... dass ich nicht lache.
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von Pillamyd » Sonntag 17. Januar 2021, 12:56
Nils Macher hat geschrieben:Pillamyd hat geschrieben:Kann mir mal bitte jemand sagen was sich der Fenriz beim einspielen des viersaitigen Instruments gedacht hat? Was der da für Abfahrten zupft. Mei, das macht spaß.
Mal aus der Hüfte geschossen, dürfte das mein liebstes BM-Album sein, wenn es um die Rolle des Basses geht. Das Album ist übrigens ein schönes Beispiel dafür, dass man den Bewertungen bei den Metal Archives nicht trauen kann. 84% ... dass ich nicht lache.
Ja auf metal-archives gibt es einige Bewertungen die ich nicht nachvollziehen kann. Vor allem wenn es Einzelbewertungen sind wie bei der "Tulus" Scheibe. Ich schau da nicht gezielt nach, ich benutze die Seite als das was sie eben ist. Sprich, welche Rereleases es gibt, woher Bonustracks kommen usw. Auf die Reviews achte ich meist kaum. Wenns dann aber so auffällig ist, fragt man sich dann aber schon, wo das herkommt.
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von Nils Macher » Montag 18. Januar 2021, 00:15
Das Thema der Bewertungen ist bei Klassikern eh so eine Sache. Check mal die "250 Black-Metal-Alben, die man kennen sollte" aus dem damaligen (wirklich sehr, sehr guten) Special. Kamen in den den 90ern im Heft nicht unbedingt gut weg. Von daher: Hören und toll finden, dann kaufen. Oder aus sammlungstechnischen Gründen als essentiell empfinden und dann kaufen.
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