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von Julian Rohrer » Samstag 27. März 2010, 12:26
So, da gerade die neue ODROERIR-Platte bei mir läuft, verdient dieses Band-Doppel endlich einen eigenen Thread. Ich liebe diese Bands und hatte mit MENHIR mit Sicherheit eines meiner besten Live-Erlebnisse. Die Musik läuft wohl unter Pagan Black Metal (MENHIR) und Folk Metal (ODROERIR). Weiteres die Tage, jetzt in diesem Video verlieren: http://www.youtube.com/watch?v=jCOCiXk6ZMMhttp://www.ziuwari.de/http://www.odroerir.com
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von Julian Rohrer » Sonntag 28. März 2010, 19:47
Den berechtigten Hinweisen von Fabian folgend (obwohl er mit Sicherheit explizit diesen Thread nicht gemeint hat  ) möchte ich noch ein paar Zeilen zu dieser Band und dem Nebenprojekt verfassen. Die Noten hinter den Alben sind natürlich subjektiv, eh klar. Die Geschichte der Band beginnt im Jahr 1995 in Thüringen. Heiko (Gesang u. Gitarre) und Fix (Gitarre) haben als heute einzig verbliebene Urgesteine die Band gegründet, das Ziel war, die keltisch/germanische Geschichte in Form epischer Songs mit einer räudigen Black-Metal-Attitüde an den Mann zu bringen. Im März 1996 wurde die erste Demo veröffentlicht: "Barditus" (1996); Note: 6,0/10,0 In noch recht harschem Gewand wurde dieses vier Tracks umfassende erste Lebenszeichen der Band als Demo veröffentlicht und an diverse Labels geschickt. Die Genialität der Band versteckt sich hier noch recht deutlich hinter einem sehr rauschigen Sound und Songs, die das Maß an Melodie und mitreissenden Momenten der späteren Alben deutlich vermissen lassen. Die vier Songs wurden 2009 remastered wiederveröffentlicht, jedoch zunächst im Jahr 1997 in Form des Debutalbums "Die ewigen Steine" herausgebracht. "Die ewigen Steine" (1997); Note: 7,5/10,0 Dieses Album stellte - leider kann ich hier nur wiedergeben, was mir erzählt wurde  - etwas Neues dar: MENHIR stellten sich damit über das junge Label Ars Metalli einem breiten Publikum vor, der Mix aus hoch-melodischen Parts voller Epik und Parts mit Black-Metal-Eskapaden der Neunziger-Jahre-Bands war so aus Deutschland relativ unbekannt und in dieser Güte sowie so etwas Neues. Das Album umfasst acht Songs, vier neue und die vier Songs des Demos. Besonders sticht dabei der Opener 'Menhir', Evergreen und Bandhymne schlechthin. Die Mixtur aus getragenen Melodielinien der Lead-Gitarre im Wechsel mit Keyboards macht das Album in Verbindung mit den epischen Texten zu einem Pagan-Metal-Kopfkino-Album par excellence. Etwas unstimmig klingt die Mixtur zum Teil noch, Fix, der später zur Gitarre wechselt, spielt hier noch Schlagzeug, und Heikos Klargesang kommt manchmal etwas ungestalt. Nichtsdestotrotz ist dieses Album Kult und für so manchen Fan vielleicht sogar das nie wieder erreicht Highlight. Damals. Doch die Großtaten sollten erst noch folgen. "Buchonia - EP" (1998); Note: - 1998 kam jedoch der Schock: Eine EP, gut das konnte man verkraften. Jedoch kam nicht die nächste Großtat im Pagan Black Metal, sondern vielmehr eine Reise in den Folk. Ich finde die EP unheimlich wichtig - auch wenn MENHIR diesen Weg einer reinrassigen Folk-VÖ seitdem nicht mehr gegangen sind - denn es zeigt an, dass mehr unter der Oberfläche dieser Band schlummert. Vier Songs voller Liebe zur Heimat und voller Freude an wunderschönen Geschichten, vorgetragen in wechselndem, mehrstimmigen Gesang hat mich so manches Mal in die sonnigen Wälder Thüringens entführt. Einfach toll. ODROERIR sind diesen Weg weitergeschritten und tragen damit das Erbe MENHIRs in sich fort. Fazit: Einfach schön, Gänsehaut inklusive. "Thuringia" (1999); Note: 9,0/10,0 Mit diesem Album sollten all die Zweifler versöhnt werden, die der Band nach "Buchonia" mit Häme und Spott gegenüberstanden. Ein spannendes Album, das alle Einflüsse der Frühphase der Band in sich vereint - nur verbunden mit besserer Technik, größerem Gespür für schlüssige Songs und, so es irgend möglich ist, noch mehr Liebe zum Detail. Die Riffs rocken ebenso, wie die wunderschönen Folk-Passagen zum Träumen einluden. Dabei stand die Produktion des Albums unter einem schlechten Stern: Fix stieg aus der Band aus, die Line-Up-Schwierigkeiten der Band erreichten einen neuen Höhepunkt. Und doch, nach dem zweiten Anlauf ist dieses unglaublich tolle Album fertiggestellt und veröffentlicht worden. Ganz besonders sollte noch auf den letzten Song eingegangen werden: 'Women Of Dark Desires', ein BATHORY-Cover. Ihr wisst, wie sehr ich BATHORY mag, doch dieser Song erreicht erst durch das Cover von MENHIR seine wahre Größe. Die Gewschindigkeit, die Coolness, die Vocals - alles Dinge, die so noch ein Stück besser als im Original aus den Boxen schallen. Stark! Und live DER Übersong  Auf jeden Fall erreichte die Band damit einen Status, der sie aus der Flut der Veröffentlichungen Ende der Neunziger heraushob und sie zurecht auf den Thron der deutschen Pagan-Metaller hievte. MENHIR waren zu diesem Zeitpunkt nicht mehr nur die Pioniere, sondern auch die Götter, wahrscheinlich genau jene, die sie besangen... So, weiter gehts demnächst, ich würde mich über Feedback freuen.
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von Feamorn » Sonntag 28. März 2010, 19:58
Ich kenne/habe bisher nur die Götterlieder von Odroerir, mal sehen, vielleicht beschäftige ich mich mal noch irgendwann mit dem Rest, wenn Du ihn schon so anpreist. Die Götterlieder hängen in ihrer Rezeption bei mir sehr von der Stimmung ab. Manchmal mag ich die echt gerne, aber manchmal bin ich auch etwas gelangweilt. Definitiv kein Album, das immer geht, aber die gesamte Präsentation deutet da ja schon drauf hin.
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von Havoc » Sonntag 28. März 2010, 22:07
Die "Thuringia" hatte ich mal. Habe sie aber irgendwann bei ebay vertickt. Warum auch immer. Schlecht war sie nämlich nicht. Aber ne 9,0 hätte die von mir nie bekommen. Das Album oder besser gesagt dieser Musikstil hat einfach nicht so richtig meinen Geschmack getroffen. Das es aber Fans gibt, die die Band richtig geil finden wundert mich jetzt auch nicht besonders.
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von hellknulf616 » Montag 29. März 2010, 10:46
Mit MENHIR verbinde ich auch gute Erinnerungen. Das Debüt war damals im Freundeskreis quasi Pflicht, weil die Band aus dem Nachbarort stammte und man dem entsprechend auch regelmäßig zu Konzerten konnte. Bis heute ist der Opener von "Die ewigen Steine" auch mein absoluter Lieblingssong der Band - der Rest des Erstlings ist von meiner Warte eher nicht so prall. Würde wohl mit damaligem Kuriositätenbonus 'ne 7 geben.
Die folgenden VÖs habe ich dann galant verpasst, um mit "Ziuwari" paukenschlagartig wieder einzusteigen: Die Scheibe kam zur richtigen Zeit, verband den Heldengesang und die überwältigende Melodik mit Powermetal-Riffs, was ich damals grandios fand. ENSIFERUM in gut! Mit Seele! Aus der Heimat! - Wahnsinn! Dazu ist es eine der seltenen Scheibe mit sehr unterschiedlichen Songs, die aber trotzdem eine Einheit ergeben. Für mich der 10er in der Disko und noch immer gern gesehener Gast.
Interessant finde ich, dass mir die anderen Scheiben bisher nicht so gut reinlaufen, was vielleicht daran liegt, dass ich mit "Ziuwari" quasi ein auf mich maßgeschneidertes Album gefunden habe und nun MENHIR-technisch bedient bin. Mit ODROERIR konnte ich aufgrund der noch folkigeren Ausrichtung schon immer weniger anfangen, zumal mir die Melodien im Vergleich etwas "gewöhnlicher" vorkommen.
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von Julian Rohrer » Donnerstag 8. April 2010, 19:34
@Fea: Ah, interessant. Ich habe ODROERIR erst über MENHIR kennengelernt. Für ist "Götterlieder" eine Fortsetzung des Weges, den die Band mit "Buchonia" hat anklingen lassen, aber nicht zu Ende geführt hat. Vielleicht solltest du mit der "Ziuwari" einsteigen? @Havoc: Okay, es ist halt doch ein wenig old-schooliger, du stehst in letzter Zeit auch eher auf das verspuhlte und fette Zeug, oder?  Da passt "Thuringia" jetzt nicht zu 100% rein. Ich könnte dir jetzt auch gar nicht reinen Gewissens raten, mal die "Ziuwari" oder so anzutesten, ich denke mir, dass dir das - leider - auch nicht so wirklich reinlaufen wird... @Hellknulf: Zuerst mal: Cool! Ein Fan  Und dann: Ja, ich denke auch, dass die "Ewige Steine" vor allem vom Pionierstatus lebt. Deine Bewertung von "Ziuwari" freut mich und bestätigt mich in meiner Meinung, weswegen ich jetzt mal weitermache, okay? "Ziuwari" (2001); Note: 10,0/10,0 Das Album, das MENHIR für mich unsterblich gemacht hat, lautet allerdings auf den Namen "Ziuwari". Hellknulf hat es zusammengefasst: Tolle Riffs, die Verbindung von Powermetal-Gitarren mit Black-Metal-Elementen und einer unheimlichen Epik, gepaart mit einer tollen Produktion einem Sänger, der sich nochmals massiv gesteigert hatte. Einzig die kurze Spielzeit kann man der Band zum Vorwurf machen, aber immerhin ist mit knapp 40 Minuten Spielzeit überhaupt kein Lückenfüller drauf. Für mich stellt "Ziuwari" die Genrereferenz dar, an welcher sich bis heute die unzähligen So-called-Pagan-Bands messen lassen müssen. Allein der Titelsong ' Ziuwari' zeigt, worum es bei dieser Band geht. Bis jetzt habe ich keine Band gefunden, die das besser bringt. Auch live konnte ich in den folgenden Jahren meine ersten Erlebnisse verzeichnen, die vor allem in der Bewunderung über die Tatsache kulminieren, dass die Band all das auch auf der Bühne hinbekommt. Unglaublich. "Hildebrandslied" (2007); Note: 9,0/10,0 Ganze sechs Jahre ließ die Band mit ihrem nächsten Werk auf sich warten. "Hildebrandslied" war dann auch eines meiner ersten Reviews für Powermetal.de. Ich zitiere mich einfach mal selbst: " Fazit: MENHIR sind präsent. Und das mit Macht. Deutlich wurde der Black Metal zurückgefahren, zugunsten von mehr Epik und mehr Atmosphäre. Das bedeutet aber auch, dass man mehr als einen Durchlauf braucht, bevor die Scheibe zündet. Die Wartezeit hat sich gelohnt. Es ist ein Meisterwerk mit ein paar Fehlern, die meines Erachtens aber nicht von Belang sind." Nach dem Götterwerk "Ziuwari" fehlen mir auf "Hildebrandslied" die perfekten Elemente, die es zu einer Steigerung machen. Letztendlich ist es eine konsequente Fortsetzung des Schaffens, das aber nicht nochmal eins drauf setzen konnte. In vielerlei Hinsicht nach wie vor großartig, schafft es die Band aber auf jeden Fall, die Faszination zu erhalten. Toll. An dieser Stelle sei auch nochmal auf das 'Hildebrands'-Video hingewiesen. Ich erwarte von der Band noch die ein oder andere Großtat, jedoch durfte ich in den letzten Tagen die neue ODROERIR hören, welche wirklich toll ist. Deswegen geht es dann erstmal mit dem Nebenprojekt weiter, allerdings nicht jetzt und nicht heute 
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Julian Rohrer
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