Morbid Angel

Re: Morbid Angel

Beitragvon Havoc » Donnerstag 21. August 2025, 22:58

Da mir nun auch die letzten beiden noch fehlenden regulären Studioalben der Band vorliegen, werde ich dazu mal kurz was berichten. Wobei es da eigentlich nicht viel zu deinen Aussagen zu ergänzen gibt. Das hast du wirklich letztens sehr treffend formuliert. Meine Eindrücke decken sich nämlich nahezu identisch mit dem, was du hier nieder geschrieben hast.

Kenneth Thiessen hat geschrieben:"Heretic" (2003)
Nach der fett produzierten "Gateways.." fanden viele den Sound auf diesem Album ziemlich unausgewogen und mittenlastig, was ich persönlich aber gar nicht störend finde. Gute Songs bleiben halt auch bei "schlechtem" Sound gute Songs - und davon hat dieses Album einige. Angefangen beim Opener 'Cleansed In Pestilence' oder dem groovigen 'Beneath The Hollow', bietet "Heretic" wieder typische MA-Kost aber mit einigen Twists hier und da. Das Trio 'Curse The Flesh', 'Praise The Strength' und 'Stricken Arise' ist für mich auf diesem Album der absolute Höhepunkt, bietet es doch einerseits mitreißende hyperschnelle Brecher, aber auch fiese Harmonien und Melodien und daneben auch mächtige Vocal-Hooks.
Auch auf diesem Album gibt es einige Instrumentals und Zwischenspiele, die aber komischerweise fast alle ans Ende gepackt wurden, wofür die Band rückblickend selbst auch keine Begründung mehr weiß. In den Albumfluss eingebunden wären sie vielleicht passender, aber auch so sind die alles andere als unhörbar. Besonders 'Memories Of The Past' oder 'Victorious March Of Reign The Conqueror' finde ich besonders gelungen! Die dreißig weiteren Tracks, die auf manchen Versionen des Albums drauf sind, sind wohl irgendwelche Bonustracks, Outtakes usw. Ich persönlich habe die aber noch nie aufmerksam durchgehört.


"Heretic" wird ja in der Tat sehr zwiespältig aufgenommen. Da der Sound hier oft und gerne kritisiert wird, war ich zuerst mal darauf ziemlich gespannt. Und ehrlich gesagt kann ich das kaum nachvollziehen. Ich finde den Sound sogar ausgesprochen geil! Vielleicht etwas schroffer als gewohnt, aber das hat wirklich was. Und die Songs sind nicht wirklich schwächer als die auf den vorherigen Tucker-Alben. Das mit den Instrumentals am Ende ist dann vielleicht wirklich ein wenig seltsam und unglücklich. Wobei gerade dieses Drumsolo ja echt witzig ist. Und der Sound sticht hier besonders geil heraus. Alles in allem auf jeden Fall ein absolut unverzichtbares Album für MB-Fans und alles andere als ein hässliches Entlein der Diskografie.

"Kingdoms Disdained" (2017)
Dies ist das bisher letzte Studioalbum der Band und zurzeit sieht es nicht so aus, dass da noch etwas kommen wird, auch wenn Tucker irgendwann mal erwähnt hat, dass sie an Songs schreiben. Nach dem Experiment hat man es hier aber wieder mit einem ziemlich reinrassigen Album der Band zu tun, das auf den kompletten Schnickschnack verzichtet. Die Band destilliert hier aus den vergangenen Tucker-Alben den reinen Death Metal heraus und lässt den Rest weg. Der Sound ist fett, düster und erschlägt den Hörer fast. Es gibt keine Zwischenspiele und die Songs sind ziemlich homogen komponiert, was nicht heißt, dass sich jeder Song gleich anhört. Highlights lassen sich schnell feststellen, unter anderem auch, weil Tuckers Gesangsleistung hier auch wieder energisch, gut akzentuiert und mitreißend ist. Beim heutigen Durchlauf des Albums haben sich vor allem 'Piles Of Little Arms', 'Garden Of Disdain', 'The Righteous Voice' und 'The Pillars Crumbling' auch wenn sich das beim nächsten Durchlauf durchaus verschieben könnte. "Kingdoms Disdained" ist ein MA-Album, das dadurch auffällt, wie unauffällig es eigentlich ist. Man könnte sagen, dass es das reinste Album der Band ist.


Auch hier hast du es wirklich wunderbar beschrieben. Fetter Sound, typische eher etwas gleichförmigere Songs. Aber nicht langweilig. Und auf Spielereien etc. wurde tatsächlich komplett verzichtet. Es wirkt wie ein kompletter Gegensatz zum übertrieben experimentellen Vorgänger "Illud...". Am Ende des Tages sind es aber dann wohl diese beiden Alben die das Ende meiner Highlightliste der Band bilden. Wobei dann aber doch, trotz meiner teilweisen Faszination für "Illud..." es diese ist, die noch hinter dem bisherigen Schwanengesang "Kingdoms..." die rote Laterne erhält. Aus meiner Sicht wäre dieses Album aber durchaus ein würdiges Letztes, wenn es denn nun dabei bleibt.
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