Secrets Of The Moon

Re: Secrets Of The Moon

Beitragvon Havoc » Freitag 22. Mai 2020, 21:41

Seit nunmehr über zehn Jahren verfolge ich diese Band. Ich hatte schon immer eine Schwäche für eher glatteren, düsteren anspruchsvollen Black Metal. Damals war zu „Privilegivum“-Zeiten aber sicher noch nicht absehbar, dass man sich mal so weit weg vom Black Metal bewegen würde wie es nun auf „Black House“ der Fall ist. Aber da mir schon die „Sun“ vorzüglich gefallen hat, hatte ich kaum echte Bedenken. Zumal das Album den Weg, wie erwartet, konsequent weitergeht. Ja, die Musik ist kein Black Metal mehr, aber die Atmosphäre atmet den düsteren typischen SOTM-Bandspirit sowas von! Die Songs sind mal etwas rockiger, mal etwas doomiger und auch ein Gothic-Touch ist klar erkennbar. Das ein oder andere Mal muss ich zudem an meine alten Faves Type O Negative denken ("Don´t Look Now"). Hinzu kommt die wirklich traumhafte Produktion. Druckvoll, klar und transparent. Ich mag zudem den manchmal gerne mal kritisierten Klargesang. Der Herr mag kein gesangliches Genie sein, aber ich mag seine leicht nasale Stimme. Zudem sind auf dem Album ja auch noch einige Gäste mit drauf, die noch mehr Abwechslung reinbringen. Wobei es mir etwas schwer fällt, das alles auseinander zu halten. Aber es passt alles wunderbar zusammen. Es wirkt auf mich wirklich wie ein Kunstwerk, an dem lange geschmiedet und immer wieder gefeilt wurde, damit auch ja alles ganz genau passt. Alle Songs sind eine Klasse für sich. Ich mag den treibenden Opener, den Beginn des Titelsongs nach dem eher schwelgerischen „Cotard“. Und das Ende könnte mit „Mute God“ (vielleicht mein Lieblingssong der Scheibe) und dem stimmungsvollen „Earth Hour“ kaum besser sein. Ein in allen Facetten phantastisches Album, welches meine ziemlich hohen Erwartungen tatsächlich noch übertroffen hat. Halt ein Meisterstück der Gratwanderung! (Zitat: Nils).

Apropos…in Deinem Review schreibst du „Und obwohl die Band inzwischen weiter von ihrem musikalischen Kern entfernt sein mag als auf "Sun", klingt das jüngste Opus der Mannen mehr nach sich selbst“.

Ich denke man kann es auch so sehen, dass sich die Band über die Jahre immer mehr aus ihrer Haut herausgeschält hat, sodass nun mit „Black House“ der eigentliche SOTM-Kern zu sehen ist.

Und noch ein Ausblick…
Die Band wurde ja immer gerne mit Satyricon verglichen, eine gewisse Parallele in der Discografie ist nicht zu verhehlen. Falls dies hier nicht sowieso das letzte Album der Band bleiben sollte, dann wird es auf jeden Fall schwierig werden, dass hier nicht auch ein „Now, Diabolical, Part II (The Age Of Nero)“ bei herauskommt. Warten wir es ab. Wenn ein weiteres Album erscheinen sollte, dann freue ich mich und bin gespannt. Wenn nicht, dann ist das hier ein wirklich perfektes finales Werk! :)
Benutzeravatar
Havoc
Metaller mit zu viel Zeit
 
Beiträge: 23746
Registriert: Sonntag 7. Februar 2010, 12:10

Re: Secrets Of The Moon

Beitragvon Nils Macher » Sonntag 24. Mai 2020, 16:53

Schön, dass ich mit meiner Wahrnehmung von "Black House" nicht alleine bin. Die Metapher des Schälens gefällt mir gut, das passt auf jeden Fall. Jetzt wo du es schreibst: Ja, der SATYRICON-Vergleich kommt gut hin. Das habe ich vorher noch nicht gehört, aufgrund meiner Hörgewohnheiten würde ich dem aber auch zustimmen. Das Spätwerk der Norweger gefällt mir ja auch ausnahmslos.
Benutzeravatar
Nils Macher
Musikredaktion
 
Beiträge: 12983
Registriert: Dienstag 17. Juli 2012, 18:40
Wohnort: Bergkamen

Re: Secrets Of The Moon

Beitragvon Havoc » Donnerstag 3. März 2022, 22:37

Oh. Die Band wird sich nach ihrem diesjährigen geplanten Auftritt beim PartySan auflösen. Und "Black House" war auch ihr letztes Album.
Finde ich einerseits sehr schade, andererseits hat die Band es echt hinbekommen, einen sehr schlüssigen Weg über 7 Alben zu gehen.
Es wurde immer weniger Black Metal und dennoch wirkte alles stimmig. Mit "Black House" waren sie dann sogar schon eher im Düster Rock angekommen.
Ein sehr gutes würdiges und passendes letztes Album. Womöglich hätte ein weiteres Album da eher fehl am Platze gewirkt. Wäre jedenfalls sehr schwierig
bis unmöglich gewesen den Weg noch weiter stimmig zu gehen. Von daher. Passt schon! Das Debüt fehlt mir als einziges übrigens noch.
Benutzeravatar
Havoc
Metaller mit zu viel Zeit
 
Beiträge: 23746
Registriert: Sonntag 7. Februar 2010, 12:10

Re: Secrets Of The Moon

Beitragvon Rüdiger Stehle » Freitag 4. März 2022, 14:52

Vielleicht gibt's ja dann eine MARTYRIUM-Reunion. Wäre eh viel cooler.
:grins:
alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet.
Háv. 38
Benutzeravatar
Rüdiger Stehle
Musikredaktion
 
Beiträge: 35285
Registriert: Samstag 6. Februar 2010, 22:52
Wohnort: Schwabenland

Vorherige

Zurück zu Thrash / Death / Black Metal

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 6 Gäste