Elixir

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Beitragvon Rüdiger Stehle » Samstag 2. Mai 2020, 10:59

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ELIXIR "Voyage Of The Eagle" - Dissonance Records - VÖ: 06.03.2020

Jhonny und ich haben sie im Neuzugänge-Thread gepostet, sonst hab ich leider hier noch so gar nichts gelesen, über dieses zweite Comeback-Album der alten NWoBHM-Recken Paul Taylor und Phil Denton unter altem Bandnamen und mit diversen alten Mitstreitern (immerhin vier Fünftel des Debüt-Line-ups sind am Start).

Das ist etwas schade, denn die neue ELIXIR ist in der Tat ein sehr hübsches Album geworden. Das fängt beim tollen Artwork an, das sich im dicken Booklet mit Zeichnungen zu jedem einzelnen Stück fortsetzt, und das gilt auch für die Musik. Meist entspannter aber auch mal das Gaspedal durchtretender, hochmelodischer und leicht mystischer NWoBHM-Stil mit Storyteller-Feeling, aber auch einer ordentlichen rock'n'rolligen Schlagseite und etwas Briton-Folk in der Melodieführung. Die Texte sind sehr schön, etwas poetisch und es wird in einigen Songs auch viel mit Backing Vocals gearbeitet, und das Album deckt eine feine kompositorische Bandbreite innerhalb des NWoBHM-Rahmens ab, flotte Rocker, doomige Epen, verträumte halb-balladeske Songs. Taylor singt klasse und die Doppel-Gitarrenarbeit von Denton und Gordon lässt ihre Roots sehr deutlich aufblitzen.

Bei der Produktion bin ich mir nun noch nicht 100% sicher, ob ich sie nun gut oder doch nur in Ordnung finde. Dazu muss ich noch ein paar mal öfters hören, vielleicht auch mal mit Kopfhörern. Entwarnung aber auf jeden Fall für die Altohren unter uns, die es hassen, wenn solch klassischer Metal mit einer modernen Ballerproduktion zugedröhnt wird. Das ist definitiv nicht der Fall, im Gegenteil, ich überlege eher, ob der Sound nicht etwas mehr Klarheit vertragen hätte. Muss ich echt nochmal drüber nachdenken, aber ich glaube fast, doch nicht. Das mag zwar ein bisschen muffig klingen, und ein bisschen Zischen der (eher leisen) Drums haben wir auch hier und da, aber wenn jetzt gerade 'Almost There' so läuft, dann glaube ich fast, dass das so sein soll und darf. Eine gewisse Grundtransparenz ist da, der Bass gut hörbar. Doch, ich denke, das passt, ohne irgendwie als tolle Produktion durchzugehen.

"Voyage Of The Eagle" mag kein riesig großes Album sein, kein Hitfeuerwerk, nichts, was sich mit Macht in den Vordergrund drängt, aber es ist eine sehr, sehr hübsche Scheibe, der man zwar anmerkt, dass da keine junge, hungrige Kapelle am Start ist, die aber dafür mit einer eher unscheinbaren Souveränität punktet, gerade in den ruhigeren Momenten, die aber auch übers Saufen für den Teufel singen kann, ohne dabei so albern zu sein wie Alestorm. Daher kann man dem Ding gerne mal eine Chance geben.

https://www.youtube.com/watch?v=wumoZsPngZ0
https://www.youtube.com/watch?v=qaFGb9SOx-w
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Re: Elixir

Beitragvon Jhonny » Samstag 2. Mai 2020, 18:55

Die Scheibe rotiert hier auch das zweite Mal. Ich finde sie nicht ganz so schrullig-kauzig wie manches frühere Album. Aber das Artwork ist wirklich phänomenal, die Musik hat auch was positiv gechilltes, hier haben alte Männer einfach Spaß daran, ihr Ding durchzuziehen, und das hört man - ähnlich wie bei den (erfolgreicheren und bekannteren) RAVEN oder ANVIL auf Platte in den letzten Jahren.
Manchmal tut das den Bands ja auch gut zu wissen, dass es mit der großen Karriere nix mehr wird.
Atmosphärisch gibt es durchaus "keltische" Parts, die zum Beispiel Erasmus auch gut gefallen sollten. Raphael sowieso.
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Re: Elixir

Beitragvon Rüdiger Stehle » Samstag 2. Mai 2020, 19:56

Ich hab das Ding heute siebenmal durch die Anlage gejagt, und ich kann sagen, dass es sehr massives Wachstumspotential hat.
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Re: Elixir

Beitragvon Holger Andrae » Samstag 2. Mai 2020, 23:08

Wenn ich aus meinem Top-100-Winterschlaf erwacht bin, teste ich das auch.
Immerhin liefen in den letzten Tagen die neue CU, Mekong Delta, Traveler und Lord Vigo.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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Re: Elixir

Beitragvon Rüdiger Stehle » Samstag 2. Mai 2020, 23:14

Ja, cool. Bin gespannt darauf, was du dann dazu sagen wirst. In die Chronologie passt das ja nicht so schlecht hinein.
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Re: Elixir

Beitragvon Raphael Paebst » Montag 4. Mai 2020, 15:04

Dass eine neue Elixir mir natürlich gefällt, steht außer Frage und in den nächsten Tagen kann man das dann auch nochmal in Reviewlänge lesen. Was mir grade, als ich das Album angelegt habe mit Entsetzen aufgefallen ist: Wir haben bisher noch keine Rezension zum Überalbum "The Son Of Odin", einem der besten NWOBHM-Alben, das irgendwie (fast) zu spät für die NWOBHM war.
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Re: Elixir

Beitragvon Rüdiger Stehle » Montag 4. Mai 2020, 15:12

Raphael Paebst hat geschrieben:Dass eine neue Elixir mir natürlich gefällt, steht außer Frage und in den nächsten Tagen kann man das dann auch nochmal in Reviewlänge lesen. Was mir grade, als ich das Album angelegt habe mit Entsetzen aufgefallen ist: Wir haben bisher noch keine Rezension zum Überalbum "The Son Of Odin", einem der besten NWOBHM-Alben, das irgendwie (fast) zu spät für die NWOBHM war.


Na dann... mal ran...
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Re: Elixir

Beitragvon Raphael Paebst » Montag 4. Mai 2020, 15:43

Rüdiger Stehle hat geschrieben:
Raphael Paebst hat geschrieben:Dass eine neue Elixir mir natürlich gefällt, steht außer Frage und in den nächsten Tagen kann man das dann auch nochmal in Reviewlänge lesen. Was mir grade, als ich das Album angelegt habe mit Entsetzen aufgefallen ist: Wir haben bisher noch keine Rezension zum Überalbum "The Son Of Odin", einem der besten NWOBHM-Alben, das irgendwie (fast) zu spät für die NWOBHM war.


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Ich weiß nicht, ob ich hier der qualifizierteste für solch eine ehrvolle Aufgabe bin. Habe jetzt erst mal die Seefahrt hinter mich gebracht und widme mich mal dem zähen, lebensverneinenden Doomdeathgeschlurfe von Göden. :grins:
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Re: Elixir

Beitragvon Rüdiger Stehle » Montag 4. Mai 2020, 20:36

Raphael Paebst hat geschrieben:
Rüdiger Stehle hat geschrieben:
Raphael Paebst hat geschrieben:Dass eine neue Elixir mir natürlich gefällt, steht außer Frage und in den nächsten Tagen kann man das dann auch nochmal in Reviewlänge lesen. Was mir grade, als ich das Album angelegt habe mit Entsetzen aufgefallen ist: Wir haben bisher noch keine Rezension zum Überalbum "The Son Of Odin", einem der besten NWOBHM-Alben, das irgendwie (fast) zu spät für die NWOBHM war.


Na dann... mal ran...
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Du Glücklicher. Ich bin beim Feintuning zu Bleed From Within... puh....
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Re: Elixir

Beitragvon Raphael Paebst » Dienstag 5. Mai 2020, 12:40

So, jetzt habe ich mich auch im Detail zur neuen Elixir geäußert: http://powermetal.de/review/review-Elix ... views%2529
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