Nightwish

Re: Nightwish

Beitragvon frankjaeger » Dienstag 23. Dezember 2014, 20:40

Siehst du, mich interessiert es umso mehr. Wegen Darwin, aber auch wegen Dawkins. Den Kult muss man nicht mitmachen, aber ich finde nichts dabei. Da sind mir die real existierenden Kulte alle suspekter, und solange es diese Veranstaltungen gibt, geht jegliche Kritik ins Leere. Wobei man aber nicht vergessen darf, wer sih da gegenübersteht: US amerikanische reaktionär-orthodoxe Fanatiker und ein Atheist, der sich vor dem Allheil-Argument der Religionsfreiheit nicht duckt. Richtig ärgerlich wurde er ja erst, als in den US ernsthaft darüber diskutiert wurde, "Intelligent Design" gleichberechtigt neben die Evolutionstheorie im Biologie unterricht zu lehren. An dieser Stelle kann keiner, der noch alle Latten am Zaun hat, Richard kritisieren. Im Gegenteil - den Mut muss man erstmal aufbringen. Die stehen nämlich in Radikalität und Fanatismus einer aktuellen Idiotengruppe im Nahen Osten kaum nach... Dass er sich eingeschossen hat, mag man kritisieren, aber ich schäme mich gerade NICHT ob Dawkins, mich als Atheist zu bezeichnen. Ich genieße die wilden Zuckungen der religiösen Trottel, wenn er wiederholt den Finger in die gleiche Wunde legt. Das hat schon was von Slapstick. Übrigens: bei seinen antireligiösen Schriften ist das Witzigste, die Quellen zu recherchieren. Angaben sind ja, da Wissenschaftler, immer gut nachvollziehbar angegeben. Spätestens dann bleibt einem jegliche Kritik an seinem Kreuzzug (pun intended) im Halse stecken und man sagt sich, der möge mal weiter aus allen Rohren schießen. Gegen Dummheit zu Felde zu ziehen, ist in meinen Augen niemals verwerflich.
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Re: Nightwish

Beitragvon Raphael Paebst » Dienstag 23. Dezember 2014, 21:44

Mich stört halt, dass er religiöse Menschen pauschal als dumm und Atheisten als intelligenter, weil nicht religiös abtut. Das mag im Zusammenhang mit den religiös verwirrten Gestalten in den USA teilweise verständlich sein, geht aber an der Sache vorbei. Man kann eben nicht sagen, religiöse Leute sind dumm, ängstlich oder charakterschwach und brauchen deshalb ihren Glauben als Krücke, das greift einfach viel zu kurz, zumal viele Atheisten ihren Atheismus eben genauso vor sich hertragen. Das greift einfach zu kurz. Ich fand zu dem Thema einfach andere Autoren deutlich gehaltvoller, Daniel Dennett z.B. oder Ansgar Beckermann, wenn wir im deutschen Bereich bleiben. Die sind in der Sache ja nicht weniger deutlich, nur geht denen die Selbstverliebtheit und der Hang zu den ewig gleichen drei, vier besonders plakativen Beispielen ab.

Aber wir können das gern auch beim nächsten Treffen im persönlichen Gespräch weiterdiskutieren. Das wird mich zumindest noch durch meine Promotion hindurch beschäftigen, da werd ich also sicher nicht so schnell das Interesse verlieren.
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Re: Nightwish

Beitragvon Christian Schwarzer » Dienstag 23. Dezember 2014, 21:59

Ok, Raphael hat mir bis hierhin die Worte aus dem Mund genommen. Sehe ich genauso und füge noch an, dass der Vergleich amerikanischer, fundamentalistischer Christen mit dem IS überflüssig weil unpassend ist. Wobei ich beide Gruppierungen verabscheue.
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Re: Nightwish

Beitragvon Feamorn » Dienstag 23. Dezember 2014, 22:02

frankjaeger hat geschrieben:Siehst du, mich interessiert es umso mehr. Wegen Darwin, aber auch wegen Dawkins. Den Kult muss man nicht mitmachen, aber ich finde nichts dabei. Da sind mir die real existierenden Kulte alle suspekter, und solange es diese Veranstaltungen gibt, geht jegliche Kritik ins Leere. Wobei man aber nicht vergessen darf, wer sih da gegenübersteht: US amerikanische reaktionär-orthodoxe Fanatiker und ein Atheist, der sich vor dem Allheil-Argument der Religionsfreiheit nicht duckt. Richtig ärgerlich wurde er ja erst, als in den US ernsthaft darüber diskutiert wurde, "Intelligent Design" gleichberechtigt neben die Evolutionstheorie im Biologie unterricht zu lehren. An dieser Stelle kann keiner, der noch alle Latten am Zaun hat, Richard kritisieren. Im Gegenteil - den Mut muss man erstmal aufbringen. Die stehen nämlich in Radikalität und Fanatismus einer aktuellen Idiotengruppe im Nahen Osten kaum nach... Dass er sich eingeschossen hat, mag man kritisieren, aber ich schäme mich gerade NICHT ob Dawkins, mich als Atheist zu bezeichnen. Ich genieße die wilden Zuckungen der religiösen Trottel, wenn er wiederholt den Finger in die gleiche Wunde legt. Das hat schon was von Slapstick. Übrigens: bei seinen antireligiösen Schriften ist das Witzigste, die Quellen zu recherchieren. Angaben sind ja, da Wissenschaftler, immer gut nachvollziehbar angegeben. Spätestens dann bleibt einem jegliche Kritik an seinem Kreuzzug (pun intended) im Halse stecken und man sagt sich, der möge mal weiter aus allen Rohren schießen. Gegen Dummheit zu Felde zu ziehen, ist in meinen Augen niemals verwerflich.


Amen!

Sorry, konnte ich mir nicht verkneifen.

Ich mag Dawkins, auch wenn er mir persönlich zu militant vorgeht. Aber ich finde man erkennt auch recht leicht, dass seine Hauptgegner eben die Fundis in den USA sind. Und es tut mir leid, bei diesem Level von Fanatismus kann man nur noch von "dumm" reden. Dass Dawkins da den "lauten" Weg wählt, kann ich ihm nicht wirklich verübeln. Und ganz ehrlich, ausser ihm findet doch quasi kein Atheist in der Öffentlichkeit statt... (Übel fand ich auch das "Standgericht" bei Kerner damals... Dawkins vs. ein evangelischer Priester, ein katholischer Priester und Heiner Geißler (und eigentlich auch JBK). Ganz, ganz großes Kino. Der Nicht-Deutsche Gast alleine auf seiner Ringseite, Kerner lässt beliebige Unterbrechungen zu und Dawkins und sein Simultanübersetzer haben nicht einmal ansatzweise eine Chance. Bei uns steht es in Sachen Mediendarstellung also nicht sooo viel besser.)
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Re: Nightwish

Beitragvon frankjaeger » Dienstag 23. Dezember 2014, 22:29

Christian Schwarzer hat geschrieben:Ok, Raphael hat mir bis hierhin die Worte aus dem Mund genommen. Sehe ich genauso und füge noch an, dass der Vergleich amerikanischer, fundamentalistischer Christen mit dem IS überflüssig weil unpassend ist. Wobei ich beide Gruppierungen verabscheue.


Letzteres ist das Entscheidende - ob der Eine nun deshalb eine Nuance schlimmer ist als der andere, nur weil er die Möglichkeit hat, was eben die Fundis im mittleren Westen nicht haben, ist unerheblich.
Jetzt haben wir den NIGHTWISH-Thread hijacked... sollen wir ihn wieder freigeben? :grins:
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Re: Nightwish

Beitragvon Havoc » Dienstag 23. Dezember 2014, 22:43

salisbury hat geschrieben:"Back to the roots" ist immer etwas, dem ich sehr kritisch gegenüberstehe. Die Welt dreht sich vorwärts. Auch wenn ich "Retro"-Rock gut finde ;-) .


Haha! ;-) :P
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Re: Nightwish

Beitragvon Eike » Dienstag 23. Dezember 2014, 23:47

frankjaeger hat geschrieben:Die stehen nämlich in Radikalität und Fanatismus einer aktuellen Idiotengruppe im Nahen Osten kaum nach...
BildNicht sicher, ob er PEGIDA oder IS meint.
Music is the only religion that delivers the goods.
(Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)
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Re: Nightwish

Beitragvon Christian Schwarzer » Mittwoch 24. Dezember 2014, 00:12

Frank hat geschrieben:Letzteres ist das Entscheidende - ob der Eine nun deshalb eine Nuance schlimmer ist als der andere, nur weil er die Möglichkeit hat, was eben die Fundis im mittleren Westen nicht haben, ist unerheblich.
Jetzt haben wir den NIGHTWISH-Thread hijacked... sollen wir ihn wieder freigeben? :grins:

Nun, ich glaube nicht, dass der einzige Unterschied zwischen Ami-Fundis, dem IS (und der PEGIDA) die (fehlenden) Möglichkeiten zur Herrschaftsausübung sind. Ich hab das nochmal angemerkt, weil ich pauschalisierende Vorwürfe nicht sonderlich leiden kann (was kein Vorwurf gegen dich sein soll), das verwässert Streitdiskussionen nur. Da wir hier aber keins der Feindbilder aktiv vertreten haben, sollten wir indeed den Thread mal lieber wieder der Musik überlassen. :grins:
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Re: Nightwish

Beitragvon Jhonny » Mittwoch 24. Dezember 2014, 10:29

Aus der Sicht der meisten Deutschen sind meine meisten amerikanischen Verwandten sicherlich konservative, kreationistische, evangelikale Fundamentalisten. Keiner von ihnen würde einem Moslem den Kopf abschlagen, Schwule einsperren oder Abtreibungskliniken sprengen. Und ich habe bisher keinen Christen kennen gelernt, der das irgendwie befürworten würde. Und ich kenne viele - teilweise auch sehr schräge - Christen, für die ich oft als "liberal" gelte.
Bei allem Respekt: Bible-Belt und IS sind zwei völlig verschiedene Ligen. Mir ist klar, dass es im Bible-Belt ein paar gewaltbereite Leute gibt. Aber das ist nicht vergleichbar mit einer fanatischen Armee.
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Re: Nightwish

Beitragvon Rüdiger Stehle » Mittwoch 24. Dezember 2014, 11:44

Zumal man mutmaßen könnte, dass es den Führern gewisser Terrororganisationen wohl mehr um Macht und Geld gehen dürfte als um die Religion an sich. Die rekrutieren doch im Wesentlichen ihr Fußvolk mit tollen Fundi-Parolen, sind aber selbst sehr weltlich, weil sie mit ihrem Terror doch auch noch deutlich andere Interessen verfolgen, als zu missionieren.
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